1 September

Projekt Hörsturz - Runde 3

Kategorie: Stöckchen und Paraden, Vernetzt — Jahrgang 2009

projekthoersturzDie dritte Runde von free­Q­net wird übli­cher­weise mit der Aus­wer­tung ein­ge­läu­tet, die für mich jeden­falls recht über­ra­schend aus­fällt, aber den­noch und völ­lig objek­tiv gese­hen in Ord­nung geht. Ob sich hin­ter den Vor­schlä­gen viel­leicht ein Mus­ter ver­birgt? Ich frage mich gerade, nach wel­chen Gesichts­punk­ten ein Vor­schlä­ger Vor­schläge vor­schlägt. Muss der Song mög­lichst unbe­kannt und absurd sein, alt oder neu, unbe­kannt oder viel gehört? Ich für mei­nen Teil ver­rate, das ich bis jetzt immer den meist gespiel­ten Titel in mei­nem Auto­ra­dio aus­wähle, weil ich eben noch immer im Auto die meiste Musik kon­su­miere und mir gerne CD´s mit mir per­sön­lich unbe­kann­tem Inhalt mit bekann­tem Inhalt mische um mich auf der Auto­fahrt zu unter­hal­ten, ähnlich ver­hält es sich übri­gens auch mit der Aus­wahl auf mei­nem Mp3 Player, wobei diese Aus­wahl dann eher Stim­mungs­ab­hän­gig und Stim­mungs­len­kend wir­ken soll. Aber ich rede schon wie­der viel zu viel.

Die neue und 3. Runde hält einige Über­ra­schun­gen bereit, unter ande­rem ist wie­der ein Song von mir dabei, den ich natür­lich kom­men­tiere aber nicht bewerte. Für mei­nen neuen Vor­schlag nehme ich übri­gens mei­nen London-Song, den ich auf der Fahrt und dem Flug nicht weni­ger als 9-mal (!) gespielt habe.

  • Black Strobe — I’m a Man (vor­ge­schla­gen von end­guel­tig)
    Gefällt mir aus dem Steh­greif schon sehr gut, da ich sowieso etwas für den dre­cki­gen Rock-a-Billy-Style übrig haben. Die Mischung darf ich als äußerst gelun­gen bezeich­nen. Den Text las­sen wir jetzt mal außen vor, scheint mir ein biss­chen sinn­ent­leert, auch wenn es zum Lied selbst passt und mir unter Umstän­den der not­wen­dige Tief­gang fehlt sämt­li­che Facet­ten des Songs zu begrei­fen. Wie dem auch sei. Ich finde es auf jeden Fall gelun­gen, es macht Spaß dem Wech­sel der Rich­tun­gen zu lau­schen um nach 3:37 fest­zu­stel­len, das man sich immer noch nicht zwi­schen Tan­zen, Kopf­schwin­gen oder ein­fa­chem Fuß­wip­pen ent­schie­den hat. Die Black Stro­bes kön­nen sich offen­sicht­lich immer noch nicht für ein musi­ka­li­sches Genre begeis­tern und wech­seln die Stile wie andere die Unter­ho­sen. So hatte ich Sie seit Me and Madonna eigent­lich in der House-Ecke und sie als begabte Remi­xer in Erin­ne­rung, schön das sie auch anders kön­nen und Grund genug sich inten­si­ver mit ihnen zu beschäf­ti­gen. (MyS­pace)
    Wer­tung: 4 von 5 Punkten.
  • Mal­colm McLa­ren — Dou­ble Dutch (vor­ge­schla­gen von Post­punk)
    Ja ein Klas­si­ker. Das der ehe­ma­lige Mana­ger der Sex Pis­tols die viel­fäl­tig begab­ten Fin­ger nicht still­hal­ten konnte war irgend­wie klar, mit die­sem Song aber betritt er mei­ner Mei­nung nach ganz neue Dimen­sio­nen. Pop­pig und Groo­vig, ein wenig fun­kig und den­noch irgend­wie lang­wei­lig, obwohl das Seil­sprin­gen die­ser Zeit schwer in Mode gewe­sen ist. Inno­va­tiv hin oder her, die­ser Song passt wohl prima zu jeder Dou­ble Dutch Ver­an­stal­tun­gen der frü­hen 80er, lei­der nicht in meine Vor­stel­lung von Musik. Wir sind alle fröh­lich und unbe­schwert gemischt mit Gos­pel­ge­sang und rhyth­mi­schem Geklat­sche sprin­gen­der Jugend­li­cher? Sicher­lich wert­voll, aber so ganz weit ent­fernt von mei­ner Defi­ni­tion von Musik. Wäre das Video Mit­tel­punkt die­ser Bewer­tung wäre das Ergeb­nis sicher­lich bes­ser aus­ge­fal­len. Wenn ich Mal­com McLa­ren fra­gen könnte, wäre sicher­lich eine die­ser Fra­gen, was er mit die­sem Song bezwe­cken wollte, wenn über­haupt, dann gibt es 1 Nost­al­gie­punkt gemischt mit dem Hin­ter­ge­dan­ken einer sport­li­chen Jugend­be­we­gung die nötige Platt­form zu ver­lei­hen.
    Wer­tung: 1 von 5 Punkten
  • Raspu­tina — Tran­syl­va­nian Con­cu­bine (vor­ge­schla­gen von cimd­dwc)
    Wirkt auf mich wie eine schlechte Kopie von Emi­lie Autumn und klingt auch so. Obwohl ich immer für (mich) neue Musik zu haben bin, muss ich bei die­sem Bei­spiel lei­der die Flinte ins Korn wer­fen. Ich bin ein har­ter Hund, des­we­gen habe ich den Song eis­kalt bis zum Ende durch­ge­hal­ten, was sich aber weder posi­tiv noch nega­tiv in mei­nem Urteil nie­der­schlägt. Hier wird wie­der ein­mal deut­lich, das nicht alles Kunst ist, wo Kunst drauf­steht, schon gar nicht wenn klas­si­sche Instru­mente dabei sind. Gefällt mir lei­der über­haupt nicht, ich wünschte die Sonne würde ihr Fleisch zu Asche auf­lö­sen und nur noch das glü­hende Ske­lett zurück­las­sen, von wegen Tran­sil­va­nien.
    Wer­tung: 0 von 5 Punkten
  • Blue­juice — Vitriol (von beam)
    Sehr inter­es­sant. Ich wage gar nicht dar­über zu urtei­len was hin­ter dem Song ste­cken mag, zumal er mich zunächst mit einer ziem­lich komi­schen Geschichte einer reli­giö­sen Ver­ei­ni­gung beläs­tigt. Selbst­ver­ständ­lich war ich dem­nach auf einen ebenso merk­wür­di­gen Song mit merk­wür­di­gem Inhalt vor­be­rei­tet und war dann doch sehr ange­nehm über­rascht, das es anders kom­men sollte. Lässt man das seichte gequat­sche über das blaue Mine­ral Vitriol mal außer Acht, so bleibt doch ein erstaun­lich fet­zi­ger Sound zurück, der durch­aus Poten­tial ent­de­cken lässt und mei­nen rech­ten Fuß dazu ani­miert im Takt der Musik zu wip­pen. Die mar­kante Syn­t­hie­or­gel, der rhyth­mi­sche Drum­part und die durch­aus gute Stimme des Sän­gers, wenn man ihn dann so nen­nen darf, gefal­len mir sehr gut. Nimmt man das ver­wir­rende Geblub­ber zu Anfang mal weg, bleibt ein durch­aus fet­zi­ger Song übrig, der viel­leicht nicht ganz mei­nem Geschmack ent­spricht, aber durch­aus Lust auf mehr macht.
    Wer­tung: 3,5 von 5 Punkten
  • Café Sureal — No Com­ment (von mir selbst)
    Ich habe das Stück aus­ge­sucht, weil es mir selbst unbe­kannt war und mir gleich beim ers­ten hin­hö­ren ins Ohr schwebte, auch wenn der Text jetzt wirk­lich nicht von poe­ti­schen Inhalt strotzt. Ich finde den Beat sehr ange­nehm, ent­span­nend und gleich­zei­tig auch groo­vig. Ich würde es viel­leicht nicht auf einen hohen Chart­platz ein­ord­nen, dafür ist der Song letzt­end­lich nicht gut genug, für einen ewi­gen New­co­mer aber eine sehr gute Num­mer, der sich sehr gut in die Band­ge­schichte ein­fügt und dem ich nach mei­nem per­sön­li­chen Geschmack einen guten Platz in mei­ner Play­list ein­räume, obwohl ich Gefahr sehe, das sich die­ser Song schnel­ler als manch ande­rer tot­spielt.
    Kon­se­quen­ter Weise auch dies­mal keine Wertung.

Mein Vor­schlag für die nächste Runde: The Pro­digy — Take me to the Hospital

3 Kommentare

  1. Nun, also ich habe den Vor­schlag vor­ge­schla­gen ;-), weil mir der Song wirk­lich gut gefällt. Bei den ande­ren ist es viel­leicht gesche­hen um zu ärgern :-)
    Deine Bewer­tung deckt sich ja fast mit mei­ner; hatte ich gar nicht erwartet.

  2. Ah, hier eine typi­sche Bewer­tung die­ser Runde mit einem guten Song und drei äh zwei weni­ger guten Punkten ;)

  3. @endgueltig: Viel­leicht lässt sich die Deckungs­gleich­heit am bes­ten mit einem ähnli­chen Musik­ge­schmack oder dem glei­chen, scharf­sin­ni­gen Ver­stand und dem äußerst hohen Kon­zen­tra­ti­ons­gabe erklä­ren. Wie auch immer, ein guter Vor­schlag war es auf jeden Fall.

    @juliaL49: Was heißt denn hier typisch? Klingt jetzt irgend­wie nach gewöhn­lich, nor­mal, Main­stream, nur dabei statt mit­ten­drin. Ich werde mei­nen Screib­stil wohl in Rich­tung Pro­vo­ka­tion auf(/ab)werten müs­sen. :D

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