1 September
Projekt Hörsturz - Runde 3
Die dritte Runde von freeQnet wird üblicherweise mit der Auswertung eingeläutet, die für mich jedenfalls recht überraschend ausfällt, aber dennoch und völlig objektiv gesehen in Ordnung geht. Ob sich hinter den Vorschlägen vielleicht ein Muster verbirgt? Ich frage mich gerade, nach welchen Gesichtspunkten ein Vorschläger Vorschläge vorschlägt. Muss der Song möglichst unbekannt und absurd sein, alt oder neu, unbekannt oder viel gehört? Ich für meinen Teil verrate, das ich bis jetzt immer den meist gespielten Titel in meinem Autoradio auswähle, weil ich eben noch immer im Auto die meiste Musik konsumiere und mir gerne CD´s mit mir persönlich unbekanntem Inhalt mit bekanntem Inhalt mische um mich auf der Autofahrt zu unterhalten, ähnlich verhält es sich übrigens auch mit der Auswahl auf meinem Mp3 Player, wobei diese Auswahl dann eher Stimmungsabhängig und Stimmungslenkend wirken soll. Aber ich rede schon wieder viel zu viel.
Die neue und 3. Runde hält einige Überraschungen bereit, unter anderem ist wieder ein Song von mir dabei, den ich natürlich kommentiere aber nicht bewerte. Für meinen neuen Vorschlag nehme ich übrigens meinen London-Song, den ich auf der Fahrt und dem Flug nicht weniger als 9-mal (!) gespielt habe.
- Black Strobe — I’m a Man (vorgeschlagen von endgueltig)
Gefällt mir aus dem Stehgreif schon sehr gut, da ich sowieso etwas für den dreckigen Rock-a-Billy-Style übrig haben. Die Mischung darf ich als äußerst gelungen bezeichnen. Den Text lassen wir jetzt mal außen vor, scheint mir ein bisschen sinnentleert, auch wenn es zum Lied selbst passt und mir unter Umständen der notwendige Tiefgang fehlt sämtliche Facetten des Songs zu begreifen. Wie dem auch sei. Ich finde es auf jeden Fall gelungen, es macht Spaß dem Wechsel der Richtungen zu lauschen um nach 3:37 festzustellen, das man sich immer noch nicht zwischen Tanzen, Kopfschwingen oder einfachem Fußwippen entschieden hat. Die Black Strobes können sich offensichtlich immer noch nicht für ein musikalisches Genre begeistern und wechseln die Stile wie andere die Unterhosen. So hatte ich Sie seit Me and Madonna eigentlich in der House-Ecke und sie als begabte Remixer in Erinnerung, schön das sie auch anders können und Grund genug sich intensiver mit ihnen zu beschäftigen. (MySpace)
Wertung: 4 von 5 Punkten.
- Malcolm McLaren — Double Dutch (vorgeschlagen von Postpunk)
Ja ein Klassiker. Das der ehemalige Manager der Sex Pistols die vielfältig begabten Finger nicht stillhalten konnte war irgendwie klar, mit diesem Song aber betritt er meiner Meinung nach ganz neue Dimensionen. Poppig und Groovig, ein wenig funkig und dennoch irgendwie langweilig, obwohl das Seilspringen dieser Zeit schwer in Mode gewesen ist. Innovativ hin oder her, dieser Song passt wohl prima zu jeder Double Dutch Veranstaltungen der frühen 80er, leider nicht in meine Vorstellung von Musik. Wir sind alle fröhlich und unbeschwert gemischt mit Gospelgesang und rhythmischem Geklatsche springender Jugendlicher? Sicherlich wertvoll, aber so ganz weit entfernt von meiner Definition von Musik. Wäre das Video Mittelpunkt dieser Bewertung wäre das Ergebnis sicherlich besser ausgefallen. Wenn ich Malcom McLaren fragen könnte, wäre sicherlich eine dieser Fragen, was er mit diesem Song bezwecken wollte, wenn überhaupt, dann gibt es 1 Nostalgiepunkt gemischt mit dem Hintergedanken einer sportlichen Jugendbewegung die nötige Plattform zu verleihen.
Wertung: 1 von 5 Punkten
- Rasputina — Transylvanian Concubine (vorgeschlagen von cimddwc)
Wirkt auf mich wie eine schlechte Kopie von Emilie Autumn und klingt auch so. Obwohl ich immer für (mich) neue Musik zu haben bin, muss ich bei diesem Beispiel leider die Flinte ins Korn werfen. Ich bin ein harter Hund, deswegen habe ich den Song eiskalt bis zum Ende durchgehalten, was sich aber weder positiv noch negativ in meinem Urteil niederschlägt. Hier wird wieder einmal deutlich, das nicht alles Kunst ist, wo Kunst draufsteht, schon gar nicht wenn klassische Instrumente dabei sind. Gefällt mir leider überhaupt nicht, ich wünschte die Sonne würde ihr Fleisch zu Asche auflösen und nur noch das glühende Skelett zurücklassen, von wegen Transilvanien.
Wertung: 0 von 5 Punkten
- Bluejuice — Vitriol (von beam)
Sehr interessant. Ich wage gar nicht darüber zu urteilen was hinter dem Song stecken mag, zumal er mich zunächst mit einer ziemlich komischen Geschichte einer religiösen Vereinigung belästigt. Selbstverständlich war ich demnach auf einen ebenso merkwürdigen Song mit merkwürdigem Inhalt vorbereitet und war dann doch sehr angenehm überrascht, das es anders kommen sollte. Lässt man das seichte gequatsche über das blaue Mineral Vitriol mal außer Acht, so bleibt doch ein erstaunlich fetziger Sound zurück, der durchaus Potential entdecken lässt und meinen rechten Fuß dazu animiert im Takt der Musik zu wippen. Die markante Synthieorgel, der rhythmische Drumpart und die durchaus gute Stimme des Sängers, wenn man ihn dann so nennen darf, gefallen mir sehr gut. Nimmt man das verwirrende Geblubber zu Anfang mal weg, bleibt ein durchaus fetziger Song übrig, der vielleicht nicht ganz meinem Geschmack entspricht, aber durchaus Lust auf mehr macht.
Wertung: 3,5 von 5 Punkten
- Café Sureal — No Comment (von mir selbst)
Ich habe das Stück ausgesucht, weil es mir selbst unbekannt war und mir gleich beim ersten hinhören ins Ohr schwebte, auch wenn der Text jetzt wirklich nicht von poetischen Inhalt strotzt. Ich finde den Beat sehr angenehm, entspannend und gleichzeitig auch groovig. Ich würde es vielleicht nicht auf einen hohen Chartplatz einordnen, dafür ist der Song letztendlich nicht gut genug, für einen ewigen Newcomer aber eine sehr gute Nummer, der sich sehr gut in die Bandgeschichte einfügt und dem ich nach meinem persönlichen Geschmack einen guten Platz in meiner Playlist einräume, obwohl ich Gefahr sehe, das sich dieser Song schneller als manch anderer totspielt.
Konsequenter Weise auch diesmal keine Wertung.
Mein Vorschlag für die nächste Runde: The Prodigy — Take me to the Hospital
hat bereits 10 Kommentare abgegeben und schrieb am 3. September 2009 um 00:07:
Nun, also ich habe den Vorschlag vorgeschlagen ;-), weil mir der Song wirklich gut gefällt. Bei den anderen ist es vielleicht geschehen um zu ärgern :-)
Deine Bewertung deckt sich ja fast mit meiner; hatte ich gar nicht erwartet.
hat bereits 48 Kommentare abgegeben und schrieb am 3. September 2009 um 09:25:
Ah, hier eine typische Bewertung dieser Runde mit einem guten Song und drei äh zwei weniger guten Punkten ;)
hat bereits 1007 Kommentare abgegeben und schrieb am 3. September 2009 um 11:04:
@endgueltig: Vielleicht lässt sich die Deckungsgleichheit am besten mit einem ähnlichen Musikgeschmack oder dem gleichen, scharfsinnigen Verstand und dem äußerst hohen Konzentrationsgabe erklären. Wie auch immer, ein guter Vorschlag war es auf jeden Fall.
@juliaL49: Was heißt denn hier typisch? Klingt jetzt irgendwie nach gewöhnlich, normal, Mainstream, nur dabei statt mittendrin. Ich werde meinen Screibstil wohl in Richtung Provokation auf(/ab)werten müssen. :D