20 August
Projekt Hörsturz – Runde 2
Das Projekt Hörsturz von freeQnet geht in seine zweite Runde. (Allgemeine Informationen zum Projekt) Mein Vorschlag der letzten Runde ist auf einem respektablem (so sagt man dazu wenn man schwer enttäuscht und am Boden zerstört ist) 4 Platz, was aber selbstverständlich nicht am Song gelegen haben kann, sondern am Geschmack der Hörer. Woran auch sonst? Anyway. Zeit für eine neue Runde mit 5 Vorschlägen, von denen ich noch keinen gehört habe, lediglich die Letzte Instanz von Konna sind mir rein namentlich ein Begriff, von den anderen habe ich noch nichts gehört, gelesen oder gesehen. Ob ich etwas verpasst habe oder ob es vielleicht gar nicht so schlecht ist, das ich etwas verpasst habe wird sich bei meiner Rezension herausstellen. Einen weiteren Vorschlag, den ich dieses mal aus dem Bauch heraus gewählt habe, findet man wie üblich unter den Bewertungen.
- Abandon – Providence (von symBadisch)
Gleich zu Beginn der neuen Runde ein poppig-rockiger Vorschlag der sich gleich so mir nichts dir nicht in meine Ohr schleicht. Das Gefühl, diesen Song in ähnlicher Form schon einmal gehört zu haben beschleicht mich auch. Würde sich sicherlich sehr harmonisch in die aktuellen Charts einfügen oder als Song in der Werbung verwendet werden. Das Stück ist rockig und sehr solide instrumentiert, hebt sich aber nicht vom gefühlten Einheitsbrei ab. Ich bin mir jedenfalls sicher, das der Song bei einigen Hörsturz Teilnehmern Anklang finden wird, leider passt der Song so gar nicht zu meinem Musikgeschmack. Objektiv? Solide und Chartstauglich aber für mich persönlich langweilig und Ideenlos.
Wertung: 2 von 5 Punkten - DJ Food – The Ageing Young Rebel (feat. Ken Nordine) (von beetFreeQ)
Beety schmeißt mal wieder recht ungewöhnlich Musik in den Ring. Einige der verwendeten Samples kommen mir äußerst bekannt vor und ließen sich sicherlich in einige der 60er/70er Jahre Fernsehserien zurückverfolgen. So richtig gesungen wird ja eigentlich nicht, eher ein Erzählung die mit Musik unterlegt ist. Obwohl Musik relativ ist, ich warte die ganze Zeit schon darauf das der passende Film zur Musik kommt, passiert aber nichts. Und so ganz allein auf weiter Flur bleibt von dem Lied nicht viel zurück. Ich weiß nicht wo dieser DJ Food auflegt, aber die Tanzfläche zu diesem Song kann nicht allzu voll sein. Ungeschickt aneinandergeschnippelte Loops alter Samples, keine wirkliche Melodie und kein Rhythmus, schade eigentlich aus einige der Samples ließe sich sicherlich ein Dancefloorknaller zusammenmixen, doch das liegt wohl nicht im Interesse des DJ Food, dem Tänzflächenentleerer.
Wertung: 0 von 5 Punkten - Letzte Instanz – Monument der Stille (von Konna)
Vorschusslorbeeren sind normalerweise nicht mein Ding, aber bei der letzten Instanz kann man schon mal großzügig sein. Die Ballade, die ich bis jetzt noch nicht kannte, erinnert mich zunächst rein gesanglich an Genreähnliche Künstler und klingt ein bisschen nach Unheilig. Der Anfang ist gelungen und melodisch und gefällt mir ausgesprochen gut, leider driftet der Song immer weiter in Richtung Pop ab und verliert den Charakter. Solche Lieder machen Subway to Sally wesentlich besser, die letzte Instanz sollte bei ihrem bewährten Schema bleiben und nicht versuchen mit poppig geheuchelten Balladen ein breiteres Publikum anzusprechen, denn genauso kommt es mir vor. Ein Lied macht noch keinen Sommer und sollte sich der Ersthörer vielleicht auch einmal die anderen Werke der Band betrachten um ein ganzes Bild zu formen und nicht nur diesen Ausschnitt in die Bewertung einbeziehen, denn sonst wird man entweder enttäuscht oder überrascht.
Wertung: 2 von 5 Punkten - Gotye – Hearts A Mess (von beam)
Noch nie gehört von Gotye. Deshalb bin ich positiv überrascht, bin ich doch bis jetzt sehr streng ins Gericht gegangen. Dieser Song ist sehr groovig und chillig, er klingt für mich also sehr harmonisch und rhythmisch und würde ideal in meine Entspannungsplaylist passen. Obwohl der Gesang Geschmackssache ist und zuweilen etwas kreischig klingt, fügt er sich jedoch sehr harmonisch in den Song ein und rundet das Postive Gesamtergebnis ab. Die 70er Retroorgel, die offenbar ganz schwer in Mode gekommen ist sorgt zusammen mit dem eingängigen Beat für eine interessante und ausgefallenen Instrumentierung. Ich bin angetan, wenn auch nicht begeistert und vergebe Extrapunkte für die Wahl der Klangerzeugung und ziehe auch gleich welche für den etwas zu kreischigen Gesang wieder ab.
Wertung: 3,5 von 5 Punkten - We Are Wolves – Psychic Kids (von Kamil)
Da muss ich erstmal nachlesen wo sich die Wölfe mit diesem Stück einordnen möchte. Elektrorock? Also ich weiß es nicht, klingt erstmal interessant, leider muss ich gestehen, das es darüber nicht hinaus geht. Ich glaube sehr viele Einflüsse zu hören, die allesamt aber nicht zusammen passen und für mich nur den Rückschluss zulassen, das die Band offenbar ihren eigenen Stil noch nicht gefunden hat. Dieser Crossover Mix vom Crossover Mix will sich nicht so richtig in eine Schublade einordnen lassen, was einerseits gut und individuell ist, auf der anderen Seite aber etwas lieblos zusammengewürfelt rüberkommt. Im Verlaufe des Liedes wird es dann doch nochmal etwas besser, was sich auch positiv auf meine Wertung niederschlägt und die Sache endlich etwas runder erscheinen lässt. Ein Band mit Potential, die mal etwas eigenes machen sollte.
Wertung: 3 von 5 Punkten
Mein Vorschlag für die nächste Runde: No Comment – Café Sureal
Die Schlagworte Projekt Hörsturz wurden für diesen Artikel vergeben. Daraus resultieren folgende Themenverwandte Artikel, die dich auch interessieren könnten:


schrieb am 20. August 2009 at 12:54 | Permalink
Zu DJ Food hab ich da noch ne Anmerkung: Das ist gar kein einzelner DJ sondern ein Projekt mehrerer Musiker, die sich nur zusammen so nennen. War also auch nicht unbedingt gewollt, damit eine Tanzfläche zu füllen ;)
Aber ansonsten schön rezensiert – und dein neuer Vorschlag hat schonmal Potential, finde ich!
schrieb am 21. August 2009 at 17:03 | Permalink
Das Hintergrundwissen habe ich zu DJ Food natürlich nicht, die Bezeichnung ließ aber zunächst keine anderen Rückschlüsse zu. Schließlich beschallt ein DJ die Tanzfläche und ist meistens eine Einzelperson :) Vielleicht hätte man hier einen anderen Namen für das “Projekt” finden können.
schrieb am 21. August 2009 at 21:45 | Permalink
Klar, das wissen auch wenige. Hab’s deshalb auch mal nachträglich mit in meinen Beitrag geschrieben. Ändert aber natürlihc nichts an der Musik und den Wertungen ;)