11 März
Projekt Hörsturz - Runde 16 (Soundtracks)
Mit der neueste Runde des Projektes Hörsturz gibt es wieder eine Sonderrunde, die sich voll und ganz dem Thema Soundtrack widmet. Ein Film besteht meiner Meinung nach immer aus den visuellen und audiovisuellen Eindrücken, ein Film ohne Ton ist nur halb so eindrucksvoll (schon mal die Vögel von Alfred Hitchcock ohne Ton geguckt?). Soundtracks, also Musik zum Film birgt immer Unterstützende Elemente und darf manchmal nicht losgelöst davon betrachtet werden. Das gilt insbesondere für reine Filmmusik wie sie Hans Zimmer oder Danny Elfman machen. Aber auch Lieder, die als solches selbst existent sind, können einen Film bereichern.
Ein gutes Beispiel ist hier das Stück von Israel Kamakawiwo’Ole — Somewhere over the Rainbow, das noch einen zusätzlich Faktor eröffnet, denn ohne den zahlreichen Einsatz in Filmen und Serien hätte das Stück wohl keinerlei Bekanntheit erlangt. Das wird auch sehr häufig in Filmen von Quentin Tarrantino deutlich, der sehr viel Wert auf die Musik legt und dabei oftmals sehr unbekannte oder lange ungehörte Stücke verwendet. Lange Rede, kurzer Sinn. Diesmal habe ich mich wieder dafür entschieden alle Vorschläge zu bewerten, gerade weil die anderen Vorschläge schon von vorne herein ein größeres Potential beherbergen. Nomen est Omen.
- Radiohead – Exit Music (For a film) (von Herr Lutz – Romeo und Julia)
Obwohl es sich bei Romeo und Julia um einen Liebesfilm handelt, kommt das Stück von Radiohead sehr melancholisch daher, wirkt schwer und getragen wie ein penetrantes Parfüm, das man im Vorbeigehen riecht und dessen Geruch man Minuten später immer noch in der Nase hat. Die Melodie ist schön, leider wird die Stimme des Radiohead Sängers dem Stück in den sehr ruhigen Passagen nicht gerecht und wirkt überfordert bis dünn. Ich kann mich sonst mit den Sachen der Band anfreunden, aber das hier ist einfach nicht mein Geschmack.
Wertung: 1 von 5 Punkte für die melancholische Grundstimmung zur schönen Melodie
- Mark Morgan – Acolytes of the New God (von Guldhan – Fallout 1)
Fallout, der Klassiker des Post-Nuklearen Endzeit Rollenspiels war immer schon sehr spannend. Vor allem die Thematik reizte, ebenso die Umsetzung, die für damalige Verhältnisse (hat ja schon ein paar Jahre auf dem Buckel) grandios ausgefallen ist. Das Stück von Mark Morgan, das sicherlich nicht als Lied durchgehen kann ist der atmosphärische Umsetzung dessen, was der Spieler erlebt und sieht. Die sphärischen und sakralen Klängen passen gut zum Spiel, lassen doch ein wenig an Dramatik vermissen und würde als Untermalung durchaus durchgehen, für alles andere reicht es leider nicht.
Wertung: 2 von 5 Punkten für die passende Musik zum passenden Spielablauf — leider ohne Highlights.
- Sad Brad Smith – Help Yourself (von Steve – Up In The Air)
Ein sehr aktueller Beitrag zum grandiosen Film mit George Clooney, den ich zwar noch nicht gesehen habe, dessen Nominierungen für einen Oscar aber für sich sprechen. Die Melodie erinnert mich zunächst an einen alten Simon & Garfunkel Kracher, auch die ganze Aufmachung entspricht so ziemlich dem, was man davon erwarten würde. Aber mit der schönen Melodie ist es auch schon alles, was den Song ausmacht. Der Gesang ist mittelmäßig, das Arrangement ist eher dürftig und auf die Produktion des Stückes mit dem lächerlichen Hall-Effekt ist eher Kontraproduktiv als das er den Song in seiner Thematik unterstreichen würde.
Wertung: 1 von 5 Punkten für die Simon & Garfunkel Gefühle.
- Keane – Everybody’s Changing (von endgueltig – Keinohrhasen)
Ich bin befangen. Ich kann dieses Stück nicht objektiv bewerten, weil ich es hasse. Es ist für mich die Verkörperung dessen was ich an der Pop-Musik aus den Charts nicht leiden kann. Da ich den Film gesehen habe und auch durch das Radio immer wieder auf Stück gestoßen wurde. Mit der Nase mittendrauf. Die Stimme des Sängers bohrt sie wie ein stumpfer Bohrer unter meine Haut und erzeugt akute Übelkeit. Ich muss abbrechen.
Wertung: 0 von 5 Punkten — der Song kann froh sein, das es keine Minuspunkte gibt.
- Sigmund Groven – Reodors Ballade (von Postpunk – Flåklypa Grand Prix)
Beginnt wie ein Stück klassischer Musik zu einem Western oder einer Neuverfilmung von Doktor Schiwago, obwohl das russische fehlt. Leider kenne ich den Film nicht, zu dem dieses Stück gehört, vielleicht würde sich dann ein Bild formen. Denn klassische Musik malt immer Bilder vor dem geistigen Auge und ich sitze gerade in einer alten klapprigen Kutsche und fahre eine staubige Straße entlang. Obwohl das Stück warm klingt, werde ich damit nicht warm. Es bleibt nichts hängen, plätschert nur so dahin und hat außer der Melodie selbst nicht zu bieten.
Wertung: 0,5 von 5 Punkten für innere Wärme — oder ist das doch der Kaffee?
Hier kommen die optionalen Vorschläge, die schon auf den ersten Blick sehr viel versprechend aussehen.
- Cry Baby – King Cry Baby (von Sebastian – Cry Baby)
Rock’n Roll! Ich liebe diese klassische Instrumentierung und Spielweise des Stückes, ich hatte immer schon etwas für diese Musik übrig und Johnny Depp kann ich auch nicht ignorieren. Aber es gibt bessere Vertreter dieses Genre, bricht man den Song auf das wesentliche herunter, bleibt der gute Sound das einzige Highlight. Gesang, Thematik und Energie des Stückes lassen zu wünschen übrig.
Wertung: 3 von 5 Punkten
- Danny Elfman – This is Halloween (von Stoffel – Nightmare before Christmas)
Dieses Stück darf man eigentlich nicht ohne den Filmischen oder Geschichtlichen Zusammenhang sehen. Es zählt zu einer der besten musikalischen Umsetzungen eines Tim Burtons. Die zwei verbindet sowieso ein lange musikalische Freundschaft, wenn man sich die Burton/Elfman Konstellationen so anschaut. Es handelt sich hier um klassische Soundtrack Musik, die losgelöst schwerlich zu betrachten ist, zum Film aber so prima passt wie Schuhe der Größe 44 an meine Füße und ergattert sich fast die Höchstwertung, aber nur fast.
Wertung: 4,5 von 5 Punkten
- Dropkick Murphys – I’m Shipping Up To Boston (von mir – The Departed)
Kein typischer Soundtrack wie im Stück zuvor, eher das passende Lied zum Film. Die Paddy-Punks aus den USA sind mir einfach symphatisch für alle denen das Stück gefällt, empfehle ich das Album „Warriors Code”. Das Stück jedenfalls spiegelt für mich den Mentalität des Films am besten wieder und war nur noch die Krönung. Bei der Bewertung kann ich einfach nicht anders, auf wenn der Vorschlag nicht von mir kommen würde.
Wertung: 5 von 5 Punkten
- Ewan McGregor – Your Song (von Hannah – Moulin Rouge)
Schreckliche Schauspielerin diese Nicole Kidman. Aber wie auch immer, das Stück jedenfalls ist ein Tritt in die Kronjuwelen eines der bekanntesten Briten, Elton John. Auch wenn das Stück sicherlich zum Film passen mag und auch so in diesem Zusammenhang gesehen werden muss, ich kann mich damit nicht anfreunden. Das ist mir Elton John schon lieber und den mag ich eigentlich auch nicht.
Wertung: 0 von 5 Punkten
- Faunts – M4 (Part II) (von Konna – Mass Effect)
Sehr überraschend. Mass Effect kenne ich eigentlich nur als Computerspiel, die Musik daraus ist mir gänzlich unbekannt. Umso erfreuter war ich natürlich, das mir das Stück wirklich gut gefällt. Die Instrumentierung ist wirklich toll, Gitarre, Synthie und Schlagzeug gehen ein untrennbare Harmonie ein und sind wirklich gelungen. Die Stimme ist aber etwas schwach auf der Brust und hätte in der Produktion durchaus noch etwas fett vertragen können.
Wertung: 4 von 5 Punkten
- Hans Zimmer – Discombulate (von Sir Donnerbold – Sherlock Holmes)
König der Filmmusik, der für unendliche viele Kracher einen musikalischen Beitrag leistete. Das Stück zum Film ist großartig und schlägt den Film selbst um Längen. Die Komposition finde ich großartig. Die Instrumentale Reise durch die vielen Länder und das verbinden der unterschiedlichsten Instrumente ist toll gelungen, die irisch/englische Grundstimmung sorgt natürlich für einen weiteren Pluspunkt.
Wertung: 5 von 5 Punkten
- Jay Gordon – Slept So Long (von fini – Queen of the Damned)
Der Film überzeugt durch einen sehr perfekten Soundtrack und durch seine Thematik. Der Film selbst konnte mich nie so recht überzeugen. Das Stück, das so passend an Korn erinnert ist kraftvoll und doch melodiös und ergattert sich so einige Sympathiepunkte, zumal ich den Stil sehr ansprechend finde. Es fehlt zwar die Kirsche auf dem Eis mit Sahne, aber man kann ja auch nicht alles haben.
Wertung: 4 von 5 Punkten
- Kimya Dawson – Tire Swing (von beam – Juno)
Schöner Film, echt jetzt. Sollte man sich angucken. Das Stück selbst wirkt zunächst sehr langweilig und kann keinen Aha-Effekt auslösen, zum Film ist es sicherlich passend, mir gefällt es aber nicht wirklich. Der Anfängliche Eindruck der Langeweile konnte nicht verfliegen.
Wertung: 1 von 5 Punkten
- Queen – Princes of the Universe (von cimddwc – Highlander)
Da kommen Erinnerung hoch. Einer der großartigsten Filme trifft wohl einer der großartigsten Rock-Bands, das dabei etwas phänomenales herauskommt dürfte niemand wundern. Queen hat hier sein absolutes Meisterwerk abgeliefert und den Film erst zu dem gemacht, was er ist. KULT! Princes of the Universe ist nur eines der vielen Highlights aus dem Film. Fast so gut wie Who wants to live Forever, aber nur fast. Das hätte die Punkteskala gesprengt.
Wertung: 5 von 5 Punkten
- Rocky Horror Picture Show – Time Warp (von kasumi)
Der Punkteregen reißt nicht ab. Was soll man zu diesem legendären Musical noch sagen? Es wundert niemanden das Aufführungen im Kino und auf der Bühne immer noch zelebriert werden wie am ersten Tag. Die visuelle Verkörperung des Punk — nur mit mehr Glamour.
Wertung: 5 von 5 Punkten
- The Proclaimers – I’m Gonna Be (500 Miles) (von JuliaL49 – Benny & Joon)
Schon wieder ein Johnny Depp, wie schön. Auch ein schönes Lied, jetzt nicht ganz so großartig wie Queen, aber was will man schon von so komischen Brillen erwarten? Leider wird das Stück dem Film meiner Meinung nach nicht wirklich gerecht und bleibt hinter den Erwartungen zurück. Ein wirklich guter Popsong bleibt zurück, nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Wertung: 3,5 von 5 Punkten
- Yann Tiersen – Comptine d’un autre été : L’après-midi (von beetFreeQ – Die fabelhafte Welt der Amelie)
Etwas überrascht bin ich dann doch über die Auswahl unserer Herrn beetFreeQ, soviel schön Stille hätte ich ihm fast nicht zugetraut. Schön wenn man sich irrt. Die fabelhalfte Welt der Amelie zusammen mit dieser Musik sind ein schönes Beispiel für Soundtrack-Musik. Man assizoiert die Melodie, die hier im Vordergrund steht sofort mit dem Film, der dann (die Szene mag von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein) die Bilder im Kopf erzeugt. Aber gut zurück zum Song. Die Einfachheit des Songs macht ihn aus, ist aber für mich gleichzeitig sein größtes Manko, er klingt nach so viel mehr — für mich — und lässt mich erfreut, aber enttäuscht zurück.
Wertung: 3 von 5 Punkten
Mein Vorschlag für die nächste Runde (irisch inspiriert): Flogging Molly — Devil’s Dance Floor
hat bereits 40 Kommentare abgegeben und schrieb am 11. März 2010 um 18:40:
Robert, du alter Miesepeter! Bei Skandinavien und Elfen und so Zeug müsste es doch warm um Dein Gruftie-Herz werden. Stattdessen biste doch ein alter Rock’n Roller! ;-)
hat bereits 48 Kommentare abgegeben und schrieb am 11. März 2010 um 19:25:
Da hat es sich (wie bei den meisten Teilnehmern bisher) richtig gelohnt, dass du die zusätzlichen Songs bewertet hast :)
Hast du mal die Rocky Horror Show im Theater gesehen? Das macht mächtig Spaß!
hat bereits 1007 Kommentare abgegeben und schrieb am 11. März 2010 um 20:11:
@Postpunk: Was haben Skandinavien und Elfen mit einem Gruftie-Herz zu tun? Du solltest öfter meinen Blog lesen um nicht mit deinen peinlichen Behauptungen offensichtliche Wissenlücken bloßstellen. Aber ich verzeihe Dir, denn mein Gruftie-Herz ist nicht nur schwarz sondern auch groß und schließt Postpunks wie Dich auch mit ein. Ja, Rock’n Roll ist wirklich nicht schlecht, ich stehe vor allem den neueren Spielformen wie Rock-a-Billy sehr offen gegenüber.
@juliaL49: Ja ich denke auch das es sich gelohnt hat, in den zusätzlichen Songs waren einige echte Perlen dabei. Und leider nein, bis jetzt ist mir das Vergnügen noch nicht zu Teil geworden, eine Rocky Horror Picture Show Live zu sehen. Ich zehre das von einigen Live-Aufnahmen auf DVD. Was natürlich keine Vergleich ist, aber die Stimmung im Publikum nur erahnen lässt.
hat bereits 48 Kommentare abgegeben und schrieb am 11. März 2010 um 21:05:
geiler vorschlag, auch wenn die band noch geilere lieder hat!
hat bereits 40 Kommentare abgegeben und schrieb am 11. März 2010 um 22:42:
Schuldigung, aber ich hatte da wohl andere Quellen.
http://www.dunklekreaturen.de/images/eventlist/events/tanz_1228062274.jpg
hat bereits 1007 Kommentare abgegeben und schrieb am 12. März 2010 um 14:40:
@tobi: Wird es da nicht Zeit für einen Artikel bei Red Flog?
@Postpunk: Also nein, dieses Bild trifft nun wirklich nicht den Stereotyp des Grufties. Sicher haben wir Interesse an mystischem, das ist aber nicht auf Skandinavien bezogen sondern eher auf die Nordische Mythologie. Halbnackte Elfen haben mit meiner Vorstellung vom Gruftie-Sein nichts zu tun, ist eher was für Schwarz-Metaller. Das ist genau wie mit glänzenden Vampiren. Die haben im Sonnenlicht zu Staub zu zerfallen. Basta!
hat bereits 109 Kommentare abgegeben und schrieb am 13. März 2010 um 12:56:
Hach Dein Vorschlag ist ganz nach meinem Geschmack … erinnert mich etwas an The Pogues :)
hat bereits 1007 Kommentare abgegeben und schrieb am 14. März 2010 um 19:23:
@stoffel: Beim aussuchen war ich irgendwie irisch drauf, könnte an St. Patrick liegen :)