5 August
Projekt Hörsturz – Runde 1
Das Projekt Hörsturz geht in seine erste Runde. Der Zufallsgenerator hat aus den zahlreichen Vorschlägen die die Kommentatoren gemacht haben 5 Titel ausgewählt, wirklich Zufall das auch mein Vorschlag mit dabei ist, bei dem ich mich natürlich einer Wertung enthalten habe. Ein paar Zeilen habe ich dennoch dazu geschrieben, schließlich muss ich euch unbedingt auf die Nase binden was es mit dem Song für mich auf sich hat.
Insgesamt eine sehr gemischte Zusammenstellung durch einige Genre, neben neuen Songs gibt es auch (zumindestens für mich) ungehörte Klassiker. Bei der Bewertung habe ich es mir nicht leicht gemacht, zunächst war ich mehr sehr unschlüssig, und war froh, das beetFreeQ auch halbe Punkte akzeptiert, das macht es zumindestens für um einiges einfacher. Mein absoluter Gewinner ist Tom Waits, den ich bislang nur mit notorischem Geheule gehört habe und der in diesem Stück (für mich) neue Wege beschreitet, die mir sehr gefallen. Beim durchhören einiger anderer Titel auf den diversen Plattformen bin ich aber überzeugt, das dieses Stück wohl eine Ausnahme bildet.
- Portugal. The Man – People Say (von JuliaL49)
Ungewöhnlicher Bandname für die Britpop orientierte Band. Das Stück ist sehr eingängig und bohrt sich sofort ins Ohr, die Melodie gefällt mir wirklich gut. Die Orgel im Retroklang vermag andächtige und zugleich frische Stimmung zu erzeugen ohne dabei aber wirklich bieder zu klingen. Obwohl ich nicht wirklich abgeneigt bin, vermag das Stück die Funken die es versprüht nicht in ein Feuer umzusetzen. Ich habe während des Hörens immer darauf gewartet das noch etwas passiert, leider vergeblich. Hier spielt sicherlich auch das anzuzündende Material, mein Geschmack, eine entscheidende Rolle. Wertung: 3 von 5 Punkten
- From Autumn To Ashes – Short Stories With Tragic Endings (von Postpunk)
Die Eröffnung des Songs war überraschend, das hatte ich eigentlich nicht erwartet, umso erfreulicher, das es dann auch recht zügig zur Sache geht um dann auch gleich wieder zu überraschen. Es empfiehlt sich, den Song trotz seiner Länge wirklich zu hören, denn er steckt wirklich voller Überraschungen und ist eine Crossover-Komposition gleich mehrer Stile und verschiedenster Einflüsse. Schon beim ersten hinhören erzählt die Musik eine Geschichte mit Höhen und Tiefen und lädt geradezu ein, ihn ein zweites mal zu hören um auch wirklich zu verstehen, worum es geht. Ein sehr anspruchsvolles und gelungenes Werk, das sich weniger zum Ohrwurm eignet und dafür mehr unter gefühlter Musik punkten kann. Die Mischung der verschiedenen Stimmen ist gut, aber nicht brilliant, die musikalische Umsetzung sehr gut. Wertung: 3,5 von 5 Punkten
- Tom Waits – Going Out West (von LaRocca)
From Dusk till Dawn, ist das erste was mir zu dem Song eingefallen ist. Mit Tom Waits hatte ich bisher noch keinerlei Erfahrung, als Musiker ist er mir durchaus bekannt, aber seine Werke blieben mir bis jetzt verschlossen. Nachdem ich durch den ersten Eindruck geschlüpft bin erinnerte mich der Song an einige alte Stücke der Gothabilly und Psychobillyzeit der frühen 80er, speziell Der Fluch kommt mir hierzu besonders in Erinnerung. Dadurch wird das Stück aber nicht schlechter, sondern nur interessanter, denn die tiefe Gesangslage besorgt den Rest. Rein musikalisch finde ich das Stück äußerst gelungen, die dreckigen Gittarren, der eingehende Beat, wirklich echt prima. Auch Tom Waits hinterlässt hier ein sehr guten Eindruck als Rock’n'Roller mit Gothic-Attitüde. Wertung: 4 von 5 Punkten.
- Bob Geldof – The Great Song of Indifference (von cimddwc)
In Erinnerung habe ich Bob Geldof als Frontmann der Boomtown Rats, ich glaube das eben dieses Stück das einzige ist was ich von ihm Solo kenne. Irish Folk gefällt mir ausgesprochen gut, auch die Melodie in diesem Stück kann dabei punkten. Geldof hat zwar eine sehr charismatische Stimme, leider kann mich diese in diesem Stück nicht überzeugen. Dafür ist der Song ein absoluter Ohrwurm und animiert zum sofortigen mitträllern ein – was auch seine Beliebtheit auf diversen Feten Anfang der 90er erklären mag. Ich finde leider, der Song hat es hinter sich, er ist schlichtweg totgespielt auch wenn er das eigentlich nicht verdient hat, ebenso wie Bob Geldof selbst, den ich trotz dieser Songs nicht minder schätze. Wertung: 2 von 5 Punkten.
- The Exploding Boy – Heart Of Glass (von mir)
Ich habe dieses Stück auf einem Magazin-Sampler entdeckt (Gothic Lifestyle 2|2009) und er war das einzige Stück was mich wirklich interessiert hat. Ich schwelge normalerweise sehr gerne in der Vergangenheit und bin eingefleischter Waver, deshalb finde ich es immer besonders erquickend, wenn mal wieder etwas neues rauskommt, das alte Stile neu aufmischt und ihnen ein ehrwürdiges Ständchen bringt. Wenn das die neue Retro-Welle ist, dann immer her damit, ich suche schon seit geraumer Gelegenheit ein tanzbare Rahmen, in dem ich die Bewegungsqualitäten des Stückes auf die Probe stellen kann. Keine Wertung.
Der Vorschlag für die neue Runde lautet: Saltatio Mortis – Falsche Freunde
Die Schlagworte Projekt Hörsturz wurden für diesen Artikel vergeben. Daraus resultieren folgende Themenverwandte Artikel, die dich auch interessieren könnten:


schrieb am 5. August 2009 at 19:15 | Permalink
Wow, immer genau die Vorteile da gesehen, wo ich Nachteile erkannt habe :)
Ich habe mein Stück bewertet, aber vielleicht nimmt Beety das noch raus…
schrieb am 6. August 2009 at 00:55 | Permalink
Am besten am Bandnamen “Portugal.The Man” ist die Entstehung des Namens, allein dafür muss man die mögen. Das komplette Album ist aber auch sehr zu empfehlen.
schrieb am 14. September 2009 at 16:59 | Permalink
@juliaL49: Könnte wohl daran liegen, das wir unterschiedlicher Meinung sind :) Das macht aber die Sache doch erst reizvoll.
@endgueltig: Ich habe das Album inzwischen mal durchgehört, konnte aber meine Wertung nicht weiter aufbessern. Über die Entstehung des Namens muss ich mich wohl mal informieren.