Nachdem ich die zweite Runde von Stoffels Projekt Stimulus elegant habe ausfallen lassen, möchte ich mich mit der Teilnahme an der dritten Runde wieder zurückmelden, noch bevor die vierte auch noch an den Start gehen kann. Diesmal lautet die Bedeutung: »Mittel, welches zur bequemen, oralen Einnahme kugelförmig oder oval geformt ist.« sei der als Schelm verschrien, der hier zweideutig denkt.
Mein Synonym ist die Pille, denn mit denen stehe ich seit meiner Jugend auf Kriegsfuß. Ich habe es nie leiden können krank zu sein. Ich fand es auch nicht cool mit einem neuen Verband oder einer sichtbaren Blessur die Aufmerksamkeit der Freunde zu erhaschen. Ich war viel lieber Gesund, oder tat wenigstens so. Als ich als Jugendlicher dann aber erstmals an einer Grippe erkrankte, war die Einnahme von Antibiotika unausweichlich geworden um möglichst schnell wieder unter den Lebenden zu weilen und die Umwelt mit mit Anwesenheit zu beglücken. Aber irgendwie wollte es der Zufall das ich beinahe an einer von diesen Bunten Kapseln erstickt bin, jedenfalls hat es sich Posttraumatisch so angefühlt. Akute Atemnot, der Verlust der Orientierung und vollständige Hilflosigkeit sind neben Röcheln, würgen und spucken die wichtigsten Erkennungsmerkmale, die auch meiner Eltern erkannte und mir durch beherzte Schläge auf den Rücken Linderung verschafften.
Was zunächst belanglos erscheint war für mich ein einschneidendes Erlebnis, denn nie sollte ich wieder auf normale Weise eine Tablette nehmen können. Immer wenn er Pillen nahm, wurde er anders. Mir blieben die Pillen häufig im Hals stecken und sorgten neben spontanem Erbrechen auch für viel Sauerei meines Umfeldes. Auch heute noch muss ich mich konzentrieren, wenn ich eine Tablette schlucken, noch heute nehme ich Tabletten ungerne und weiche lieber auf andere Mittel aus. Solange es keine Zäpfchen sind. Stanley Beamish1 wurde zum Supermann, ich wurde zum Waschlappen. Aber vielleicht hat die Sache auch seine positiven Seiten, den durch die spartanische Einnahme von Tablette in jeder Form, schaltet eine einfache Kopfschmerztablette heute immer noch bei mir den Schmerz aus und das schnell.
Das Video wurde leider entfernt!
- Stanley Beamish war unfreiwilliger und urkomischer Held der TV-Serie »Immer wenn er Pillen nahm« (Original Mr. Terrific) mit Stephen Strimpell in der Hauptrollen, die 1970 im ZDF ausgestrahlt wurde [↩]



hat bereits 25 Kommentare abgegeben und schrieb am 12. April 2010 um 20:23:
Glückwunsch, dass Kopfschmerztabletten bei dir noch helfen… Ich krieg meins seit drei Tagen nich weg. Weder mir Homöopathie, noch mit Bollern wie Novamin.
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 12. April 2010 um 23:11:
Auch wenn es dich vielleicht nicht vom Schmerz befreit, ich leide mit Dir. Leidest du unter Migräne? Als ich etwa vor 8 Jahren »mal« im Krankenhaus lag und an der Niere operiert wurde, war die Welt danach nur mit Novalgin zu ertragen (wohlgemerkt in Tropfen).
hat bereits 19 Kommentare abgegeben und schrieb am 12. April 2010 um 23:29:
Ich beneide Dich. :/ Bei mir hilft nichts mehr gegen Kopfschmerzen, auch kein Novalgin. Meine Kopfschmerzen überstehen sogar eine 5000mg-Infusion mit dem Zeug. :”)
Ich hasse Tabletten auch, aber man gewöhnt sich notgedrungen auch daran. Im Moment muss ich täglich 4 nehmen — an guten Tagen wohlgemerkt ohne die Bedarfsmedikation, und das ist ein Rekord-Tief, es waren auch schon mal mehr als doppelt so viel. Die Novalgin-Tropfen finde ich so scheußlich, dass ich da doch lieber die Tabletten nehme, bei dem gewollt ekligen Geschmack kommt mir sonst schon ein Würgereiz.
hat bereits 4 Kommentare abgegeben und schrieb am 13. April 2010 um 13:44:
Kopfschmerzen sind ne ganz fiese Sache.
Bei Schreibtischtätern hat es oftmals was mit verspannter Nackenmuskulatur zu tun oder auch falscher Haltung oder beidem.
Ein anderes Kopfkissen und eine andere Schlafposition können auch Wunder wirken.
Ich bin wetterfühlig, auch schick.… Momentan hab ich einen Kopf wie ein Rathaus und ich HASSE Tabletten!!!
Aber vielen Dank für das kleine Video und die Hinweise. Das war als Kind einer meiner Lieblingssendungen. Vollkommen verstrahlt *g*
Alles Gute!
hat bereits 25 Kommentare abgegeben und schrieb am 13. April 2010 um 17:45:
Nein Migräne Gott sei Dank nicht. Das hatte ich mal für 7 Wochen als Nebenwirkung von nem Medikament — mit Aura — ich möchts nicht wieder haben. Da bleib ich lieber bei Kopfweh. In Tropfen tut’s das doch auch ;)
Tut ne Nierenop so weh?
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 13. April 2010 um 19:30:
@Jessica: 5g Infusion? Danach wäre mein Kopf sicherlich nur noch Brei. Darum beneide ich dich nicht. Der Geschmack von den Tropfen war für mich eigentlich nebensächlich, ich war froh das ich keine »Bomben« nehmen musste, also Tabletten die einem so groß erscheinen, das sie unmöglich die Speiseröhre hinuntergelangen können.
@Kingsizefairy: Dann haben wir ja den Tablettenhass gemeinsam, glücklicherweise bin ich weniger Wetterfühlig und empfinde die Schreibtischtätigkeit beim schreiben meines Blogs eher als Entspannung von meinem sonst körperlich geprägten Arbeitsalltag.
@Moonica: Verrückte Welt auf der es Medikamente gegen die Symptome von Medikamenten gibt. Bei der Nieren-OP musste meine gesamte Niere entnommen werden um sie umgedreht wieder einzusetzen. Die 14cm lange Narbe und das Gefühl einer Strassenfräse in meinen Gedärmen machten den Einsatz unausweichlich. Vor allem beim lachen :)