14 Oktober
Google Street View mit neuem Album der Editors
Das die Editors neben ihrer musikalischen Ambition auch studierte Musiker sind, ist kein Geheimnis. Den gemeinsam belegten Studiengang Music Technology erklärt dann vielleicht auch die Leidenschaft für unterschiedlichsten Medien. Wie der Quietus berichtet, streamen die Editors ihr neues Album In This Light And On This Evening über ihre Internetseite in die Google Street View API. Auf einer kleinen Übersichtskarte von London sind 9 Punkte zu sehen, die jeweils einen Track des neuen Albums repräsentieren. Man landet dann bei verschiedenen Standorten auf der Karte. Beginnt man damit die Gegend zu erkunden, beginnt der entsprechende Song zu streamen und eröffnet außerdem nach wenigen Versuche eine rote Markierung.
Klickt man auf eine dieser Markierungen, verzaubern die Editors mit wunderschönen nächtlichen Bildern die alle unter dem Motto stehen könnten "London bei Nacht". Auf den Fotos sind Fans und Mitglieder der Band zu sehen, die auf den Bilder auch noch einen Bezug zum gespielten Song herstellen möchten. Ganz besonders "Nerdig" sind die GPS-Koordinaten, die zu jedem Bild eingeblendet werden und quasi dazu auffordern, den nächsten London Besuch dazu zu nutzen die Angaben zu kontrollieren und unbekannte Plätze zu erkunden.
Ich finde diese Idee vereint viele mögliche Techniken des Netzes zu einer gelungen Web-Collage, die stellvertretend für die angenehmen Entwicklungen im Netz sind. Die Editors beweisen hier einen sehr kreativen Umgang mit den neuen Medien und nutzen den Google-Dienst für ihre ganz eigenen Zwecke. Der offene Umgang mit ihrem Material gefällt nicht nur gut, sondern ist vielleicht auch der einzige Weg in Zukunft im Netz bestehen zu bleiben
Die Musik gefällt mir ausgesprochen gut, die Synthie-Teppiche die in der Single Auskopplung Papillon gelegt werden sind nicht nur Retro sondern auch kultig. Leider ist mir der restliche Song dann doch etwas zu poppig. Die restlichen Songs brauchen sich auch nicht zu verstecken, die Musik ist intelligent und erinnert mich vom Stil her an gute alte New Wave Zeiten, was auch an der Stimme von Sänger Tom Smith liegen könnte, der mich ein Stück weit an die von Ian Curtis (Joy Division) erinnert. Sie können ihre Einflüsse eben nicht leugnen und brauchen sich auch nicht hinter großen Namen zu verstecken. Ganz schrecklich finde ich übrigens wieder die pauschale Einordnung in das ausgelutschte Indie-Genre. Manchmal habe ich den Eindruck, kein Musik-Kritiker traut sich mehr ein konkretisierung seiner Eindrücke, sondern versucht unnötige Objektivität hinter Verallgemeinerungen zu verstecken. Ich nehme einfach alt bewährte und nenne es mal New Wave.
Möchtest du selber durch London Streifen und die neues Lieder von den Editors hören?
(Bildquelle: Editorsoffical)
Veröffentlicht von Robert
Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch
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Kategorie: Vernetzt
Schlagwort: Editors, Street View, video

