14 Oktober

Google Street View mit neuem Album der Editors

Kategorie: Vernetzt — Jahrgang: 2009Keine Kommentare

The Editors PresseDas die Editors neben ihrer musikalischen Ambition auch studierte Musiker sind, ist kein Geheimnis. Den gemeinsam belegten Studiengang Music Technology erklärt dann vielleicht auch die Leidenschaft für unterschiedlichsten Medien. Wie der Quietus berichtet, streamen die Editors  ihr neues Album In This Light And On This Evening über ihre Internetseite in die Google Street View API.  Auf einer kleinen Übersichtskarte von London sind 9 Punkte zu sehen, die jeweils einen Track des neuen Albums repräsentieren. Man landet dann bei verschiedenen Standorten auf der Karte. Beginnt man damit die Gegend zu erkunden, beginnt der entsprechende Song zu streamen und eröffnet außerdem nach wenigen Versuche eine rote Markierung.

Klickt man auf eine dieser Markierungen, verzaubern die Editors mit wunderschönen nächtlichen Bildern die alle unter dem Motto stehen könnten "London bei Nacht". Auf den Fotos sind Fans und Mitglieder der Band zu sehen, die auf den Bilder auch noch einen Bezug zum gespielten Song herstellen möchten. Ganz besonders "Nerdig" sind die GPS-Koordinaten, die zu jedem Bild eingeblendet werden und quasi dazu auffordern, den nächsten London Besuch dazu zu nutzen die Angaben zu kontrollieren und unbekannte Plätze zu erkunden.

The Editors Streetview Point 2Ich finde diese Idee ver­eint viele mög­li­che Tech­ni­ken des Net­zes zu einer gelun­gen Web-Collage, die stell­ver­tre­tend für die ange­neh­men Ent­wick­lun­gen im Netz sind. Die Edi­tors bewei­sen hier einen sehr krea­ti­ven Umgang mit den neuen Medien und nut­zen den Google-Dienst für ihre ganz eige­nen Zwe­cke. Der offene Umgang mit ihrem Mate­rial gefällt nicht nur gut, son­dern ist viel­leicht auch der ein­zige Weg in Zukunft im Netz beste­hen zu bleiben

Die Musik gefällt mir aus­ge­spro­chen gut, die Synthie-Teppiche die in der Sin­gle Aus­kopp­lung Papil­lon gelegt wer­den sind nicht nur Retro son­dern auch kul­tig. Lei­der ist mir der rest­li­che Song dann doch etwas zu pop­pig. Die rest­li­chen Songs brau­chen sich auch nicht zu ver­ste­cken, die Musik ist intel­li­gent und erin­nert mich vom Stil her an gute alte New Wave Zei­ten, was auch an der Stimme von Sän­ger Tom Smith lie­gen könnte, der mich ein Stück weit an die von Ian Cur­tis (Joy Divi­sion) erin­nert.  Sie kön­nen ihre Ein­flüsse eben nicht leug­nen und brau­chen sich auch nicht hin­ter gro­ßen Namen zu ver­ste­cken. Ganz schreck­lich finde ich übri­gens wie­der die pau­schale Ein­ord­nung in das aus­ge­lutschte Indie-Genre. Manch­mal habe ich den Ein­druck, kein Musik-Kritiker traut sich mehr ein kon­kre­ti­sie­rung sei­ner Ein­drü­cke, son­dern ver­sucht unnö­tige Objek­ti­vi­tät hin­ter Ver­all­ge­mei­ne­run­gen zu ver­ste­cken. Ich nehme ein­fach alt bewährte und nenne es mal New Wave.

Möch­test du sel­ber durch Lon­don Strei­fen und die neues Lie­der von den Edi­tors hören?

(Bild­quelle: Edi­tor­sof­fi­cal)

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Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

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