Was macht man, wenn man zuviele Kunden hat? Man vergrault welche. Wie man das macht, zeigt uns Ebay am 15. Juni 2009 mit der Einführung ein paar neuer Interessanter Verkaufsgrundsätze, die nicht nur für gewerbliche, sondern auch für private Anbieter gelten sollen. Bis jetzt war Ebay eigentlich immer noch eine attraktive Plattform einkaufen zu gehen, man fühlte sich oft wie auf einem Internettrödelmarkt, wenn man jetzt von der Neuware absieht. Gut, die Jagd nach Schnäppchen ist schwieriger geworden, aber nicht unmöglich.
Das Ebay seine Verkaufsplattform verbessern möchte, ist ja sehr löblich, aber die letzten Änderungen empfinde ich eher wie Verschlimmbesserungen. Den sie machen den Verkauf undurchsichtiger und schwieriger. Die beiden wichtigsten Änderungen, die auch private Verkäufer betreffen:
- Kostenlosen Versand
Ab dem genannten Zeitpunkt müssen Artikel, die in Populären Kategorien angeboten wurden, mit kostenlosem Versand angeboten werden. Ebay selbst begründet die Änderung damit, das es durch die Diskrepanz zwischen Versandkosten und Produktpreis zu Irritationen gekommen sei. Ich denke, das Ebay nun fest damit rechnet, das Verkäufer die Versandkosten nun in ihren Verkaufspreis einfließen lässt, damit sie selbst höhere Angebots und Verkaufs-Gebühren erheben kann. Natürlich macht das den Preis für einen Artikel schlechter vergleichbar und undurchsichtiger, aber das ist nur Nebensache. - Angabe einer Bearbeitungszeit
Am dem 15. Juni muss die Bearbeitungszeit angegeben werden, die nach dem Eingang der Zahlung bis zum Versand des Artikel verstreicht. Ebay möchte dadurch erreichen, das der Versandprozess transparenter wird. Ist meiner Meinung nach natürlich völliger Blödsinn, ich verkaufe dann nur noch per Überweisung und schiebe der Bank die Verzögerung in die Schuhe. Im anderen Fall bezahlt ein Käufer dann per PayPal (also sofort), muss ich mich ranhalten, ich hab ja sonst keine Hobbies. Die Bearbeitungszeit wird dann ab September für alle Verkäufer verpflichtend.
Nachdem sich Stefan die Apfelnase schon so herrlich darüber aufgeregt hat, muss ich einfach ins selbe Horn blasen. Ein sicheres und Vertrauenswürdiges Kaufsystem ist Ebay immer noch nicht geworden. Zahlreiche Skandale in der Vergangenheit führten zu marginalen Veränderungen. Anstatt über Kundenbindung nachzudenken und die Sicherheit und den Datenschutz noch weiter zu optimieren, möchte das Unternehmen offenbar seinen Gewinn maximieren und drückt mal eben so ein paar Änderungen durch. Schön wäre es, wenn es vergleichbar umfangreiche Alternativen geben würden, vielleicht ist das ja ein günstiger Augenblick, sich danach umzusehen.



hat bereits 203 Kommentare abgegeben und schrieb am 20. April 2009 um 16:31:
Aua, damit dürfte sich eBay (hoffentlich) selbst den Gnadenstoß verpassen, denn zumindest mir ist die Plattform schon lang zuwider. Dick und fett für das Einstellen von Auktionen kassieren, nochmal kassieren wenn der Artikel verkauft wird und dann am besten ein drittes Mal wenn man per PayPal seine Zahlung erhält. Sich auf so unverschämte Art an jeder Ecke bereichern schafft eigentlich nur unser schöner Staat (Umsatzsteuer, Lohnsteuer, Mehrwertsteuer…).
Die Angabe einer Bearbeitungszeit finde ich allerdings grundsätzlich nicht allzu blöd. Denn oft will man ja zu einem speziellen Anlass etwas kaufen (Geburtstag, Weihnachten usw.) und kann sich durch die Angabe einer Bearbeitungszeit als Kunde orientieren. Als Privatverkäufer kann man ja trotzdem frech »bis zu zwei Wochen« angeben. Dass natürlich der Service auch den Preis beeinflusst ist klar, das liegt allerdings an der freien Marktwirtschaft — ist doch auch ganz gut so.
hat bereits 257 Kommentare abgegeben und schrieb am 20. April 2009 um 18:54:
Solange Ebay nicht weiger Geld verdient als bisher, wird sich das Geschäftsmodell nicht ändern. Auch das ist freie Marktwirtschaft. Warum soll das unverschämt sein? Jeder entscheidet doch selbst, ob er bei Ebay etwas hereinstellt. Sich zu bereichern ist ein entscheidender Teil der Marktwirtschaft, und das steht Ebay nunmal zu. Es gibt kein Recht für »Ich find das doof«. Einzige Alternative: Nicht mehr bei Ebay teilnehmen!
hat bereits 203 Kommentare abgegeben und schrieb am 20. April 2009 um 19:40:
Das ist klar, mach ich auch schon lange nicht mehr, zumindest nicht als Verkäufer. Da geh ich lieber auf den Flohmarkt und erklär irgendwelchen *nein ich sags nicht*, dass sie die Ming-Vase nicht für einen Euro bekommen und die fast neue Spielekonsole auch nicht für 2,50 Euro verschärbelt wird.
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 20. April 2009 um 23:18:
Problematisch finde ich nur die Tatsache, das auch die Trödelmärkte mittlerweile nicht mehr das sind, was sie einmal waren. Heute muss man den Trödel zwischen all den Kabel, Anschlüssen und Adaptern suchen, die gleich neben den Klamotten stehen, die riechen wie nach einer Grundreinigung bei Bayer in Leverkusen.
Gerne würde ich mich auch EBay verweigern, als Verkäufer zumindestens. Leider gibt es noch keine adäquaten Alternativen und das Angebot und die Vielfalt sind immer noch unschlagbar.