20 April

Ebay hat zuviele Kunden

Kategorie: Vernetzt — Jahrgang: 20094 Kommentare

Was macht man, wenn man zuviele Kun­den hat? Man ver­grault wel­che. Wie man das macht, zeigt uns Ebay am 15. Juni 2009 mit der Ein­füh­rung ein paar neuer Inter­es­san­ter Ver­kaufs­grund­sätze, die nicht nur für gewerb­li­che, son­dern auch für pri­vate Anbie­ter gel­ten sol­len. Bis jetzt war Ebay eigent­lich immer noch eine attrak­tive Platt­form ein­kau­fen zu gehen, man fühlte sich oft wie auf einem Inter­nett­rö­del­markt, wenn man jetzt von der Neu­ware absieht. Gut, die Jagd nach Schnäpp­chen ist schwie­ri­ger gewor­den, aber nicht unmöglich.

Das Ebay seine Ver­kaufs­platt­form ver­bes­sern möchte, ist ja sehr löb­lich, aber die letz­ten Ände­run­gen emp­finde ich eher wie Ver­schlimm­bes­se­run­gen. Den sie machen den Ver­kauf undurch­sich­ti­ger und schwie­ri­ger. Die bei­den wich­tigs­ten Ände­run­gen, die auch pri­vate Ver­käu­fer betreffen:

  • Kos­ten­lo­sen Ver­sand
    Ab dem genann­ten Zeit­punkt müs­sen Arti­kel, die in Popu­lä­ren Kate­go­rien ange­bo­ten wur­den,  mit kos­ten­lo­sem Ver­sand ange­bo­ten wer­den. Ebay selbst begrün­det die Ände­rung damit, das es durch die Dis­kre­panz zwi­schen Ver­sand­kos­ten und Pro­dukt­preis zu Irri­ta­tio­nen gekom­men sei. Ich denke, das Ebay nun fest damit rech­net, das Ver­käu­fer die Ver­sand­kos­ten nun in ihren Ver­kaufs­preis ein­flie­ßen lässt, damit sie selbst höhere Ange­bots und Verkaufs-Gebühren erhe­ben kann. Natür­lich macht das den Preis für einen Arti­kel schlech­ter ver­gleich­bar und undurch­sich­ti­ger, aber das ist nur Nebensache.
  • Angabe einer Bear­bei­tungs­zeit
    Am dem 15. Juni muss die Bear­bei­tungs­zeit ange­ge­ben wer­den, die nach dem Ein­gang der Zah­lung bis zum Ver­sand des Arti­kel ver­streicht. Ebay möchte dadurch errei­chen, das der Ver­sand­pro­zess trans­pa­ren­ter wird. Ist mei­ner Mei­nung nach natür­lich völ­li­ger Blöd­sinn, ich ver­kaufe dann nur noch per Über­wei­sung und schiebe der Bank die Ver­zö­ge­rung in die Schuhe. Im ande­ren Fall bezahlt ein Käu­fer dann per Pay­Pal (also sofort), muss ich mich ran­hal­ten, ich hab ja sonst keine Hob­bies. Die Bear­bei­tungs­zeit wird dann ab Sep­tem­ber für alle Ver­käu­fer verpflichtend.

Nach­dem sich Ste­fan die Apfel­nase schon so herr­lich dar­über auf­ge­regt hat, muss ich ein­fach ins selbe Horn bla­sen. Ein siche­res und Ver­trau­ens­wür­di­ges Kauf­sys­tem ist Ebay immer noch nicht gewor­den. Zahl­rei­che Skan­dale in der Ver­gan­gen­heit führ­ten zu mar­gi­na­len Ver­än­de­run­gen. Anstatt über Kun­den­bin­dung nach­zu­den­ken und die Sicher­heit und den Daten­schutz noch wei­ter zu opti­mie­ren, möchte das Unter­neh­men offen­bar sei­nen Gewinn maxi­mie­ren und drückt mal eben so ein paar Ände­run­gen durch. Schön wäre es, wenn es ver­gleich­bar umfang­rei­che Alter­na­ti­ven geben wür­den, viel­leicht ist das ja ein güns­ti­ger Augen­blick, sich danach umzusehen.

Veröffentlicht von

Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

Kategorie: Vernetzt
Schlagwort:

Verwandte Artikel

4 Kommentare

  1. Aua, damit dürfte sich eBay (hof­fent­lich) selbst den Gna­den­stoß ver­pas­sen, denn zumin­dest mir ist die Platt­form schon lang zuwi­der. Dick und fett für das Ein­stel­len von Auk­tio­nen kas­sie­ren, noch­mal kas­sie­ren wenn der Arti­kel ver­kauft wird und dann am bes­ten ein drit­tes Mal wenn man per Pay­Pal seine Zah­lung erhält. Sich auf so unver­schämte Art an jeder Ecke berei­chern schafft eigent­lich nur unser schö­ner Staat (Umsatz­steuer, Lohn­steuer, Mehrwertsteuer…).

    Die Angabe einer Bear­bei­tungs­zeit finde ich aller­dings grund­sätz­lich nicht allzu blöd. Denn oft will man ja zu einem spe­zi­el­len Anlass etwas kau­fen (Geburts­tag, Weih­nach­ten usw.) und kann sich durch die Angabe einer Bear­bei­tungs­zeit als Kunde ori­en­tie­ren. Als Pri­vat­ver­käu­fer kann man ja trotz­dem frech »bis zu zwei Wochen« ange­ben. Dass natür­lich der Ser­vice auch den Preis beein­flusst ist klar, das liegt aller­dings an der freien Markt­wirt­schaft — ist doch auch ganz gut so.

  2. Solange Ebay nicht wei­ger Geld ver­dient als bis­her, wird sich das Geschäfts­mo­dell nicht ändern. Auch das ist freie Markt­wirt­schaft. Warum soll das unver­schämt sein? Jeder ent­schei­det doch selbst, ob er bei Ebay etwas her­ein­stellt. Sich zu berei­chern ist ein ent­schei­den­der Teil der Markt­wirt­schaft, und das steht Ebay nun­mal zu. Es gibt kein Recht für »Ich find das doof«. Ein­zige Alter­na­tive: Nicht mehr bei Ebay teilnehmen!

  3. Das ist klar, mach ich auch schon lange nicht mehr, zumin­dest nicht als Ver­käu­fer. Da geh ich lie­ber auf den Floh­markt und erklär irgend­wel­chen *nein ich sags nicht*, dass sie die Ming-Vase nicht für einen Euro bekom­men und die fast neue Spie­le­kon­sole auch nicht für 2,50 Euro ver­schär­belt wird.

  4. Pro­ble­ma­tisch finde ich nur die Tat­sa­che, das auch die Trö­del­märkte mitt­ler­weile nicht mehr das sind, was sie ein­mal waren. Heute muss man den Trö­del zwi­schen all den Kabel, Anschlüs­sen und Adap­tern suchen, die gleich neben den Kla­mot­ten ste­hen, die rie­chen wie nach einer Grund­rei­ni­gung bei Bayer in Leverkusen.

    Gerne würde ich mich auch EBay ver­wei­gern, als Ver­käu­fer zumin­des­tens. Lei­der gibt es noch keine adäqua­ten Alter­na­ti­ven und das Ange­bot und die Viel­falt sind immer noch unschlagbar.

Schreibe einen Kommentar

Hilfe bei der Kommentareingabe?