26 März

Das Kind in Dir - Hörspiele

Kategorie: Stöckchen und Paraden, Vernetzt — Jahrgang: 201010 Kommentare

Das Kind in DirDie letz­ten Aus­ga­ben von Heu­nis Pro­jekt Das Kind in Dir (Pro­jekt­be­schrei­bung) habe ich lei­der aus Zeit­man­gel und Lust­man­gel sau­sen las­sen müs­sen, möchte jetzt aber wie­der Quer­ein­stei­gen, da mich der vierte Abschnitt mit dem Thema Hör­spiele beson­ders fas­zi­niert hat. Beglei­tet haben mich Hör­spiele seit ich etwa 7 Jahre alt war, aber eher noch unbe­wusst, ich musste mir die Plat­ten von Hui Buh, die meine Schwes­ter gehört, hat ein­fach rein­zie­hen — schließ­lich leb­ten wir in einem Zim­mer. Etwas spä­ter begeis­terte auch ich mich für Hör­spiele, aber dazu möchte ich zunächst etwas aus­ho­len — keine Angst, ich nehme nur einen Arm.

Es gibt so einige Dinge für ihre Kin­der, die sich so man­che Eltern wün­schen. Bei mei­ner Mut­ter hatte es sich ein­ge­bür­gert, das sie ein­mal im Jah­res­quar­tal ein Shop­ping­tour mit ihren Freun­din­nen nach Düs­sel­dorf machte, um es sich mal einen Tag so rich­tig gut gehen zu las­sen und nach Her­zens­lust ein­zu­kau­fen. Genauso hatte es sich ein­ge­bür­gert, das ich immer darum bet­telte, mir etwas mit­zu­brin­gen von die­sen Tou­ren. Als begeis­ter­ter Leser bekam ich also in schö­ner Regel­mä­ßig­keit Bücher geschenkt, die ich mehr oder weni­ger span­nend fand. Die unend­li­che Geschichte und Momo waren aber keine Geschich­ten für einen her­an­wach­sen­den Bur­schen wie mich. Irgend­wann lan­dete dann ein Buch von den drei ??? in mei­nen Hän­den, das ich zunächst komisch und dann immer span­nen­der in Erin­ne­rung habe. Über eine geschickt ein­ge­legte Wer­be­karte bin ich dann auch auf TKKG gesto­ßen, die ich gleich­sam span­nend fand — viel­leicht auch weil hier ein loka­le­rer Bezug her­zu­stel­len war.

Aber lesen war mir immer zu anstren­gend, als meine Schwes­ter mir das erste ??? Hör­spiel schenkte und meine Eltern den dazu­ge­hö­ri­gen Kas­set­ten­re­kor­der (Weih­nach­ten 1982 glaube ich) war es um mich gesche­hen. Die Frei­zeit, die ich in unse­rem Zim­mer ver­brachte gehörte Lego und die­sen Hör­spie­len. Ganz zum Leid mei­ner Schwes­ter, denn die konnte sich damit lei­der über­haupt nicht identifizieren.

Wenn ich krank war, habe ich mir die Zeit mit unzäh­li­gen Hör­spie­len ver­trie­ben die ich mir dann auch von mei­nem Taschen­geld zulegte, oder aber auch mit Freun­den und Klas­sen­ka­me­ra­den tauschte. Ich bin mir unsi­cher, wel­che der bei­den Serien ich bes­ser fand. Die Geschich­ten der drei ??? fand ich eine Idee bes­ser (allein die Tat­sa­che, das sie ihr Büro auf dem Schrott­platz hat­ten und das über eine Rut­sche zu errei­chen war fand ich klasse) und mit den Geschich­ten rund um TKKG konnte ich mich bes­ser sel­ber wie­der­fin­den. Die Geschich­ten um den Phan­tom­see (siehe oben) oder auch die des Kapar­ten­hun­des habe ich x-mal gehört.

Und ja, ich glaube ich war ein biss­chen ver­knallt in Gabi, wollte so schlau sein wie Karl, so gut aus­se­hend wie Tar­zan und habe über Klöß­chen immer gelacht. Als ich vom Kind zum Jugend­li­chen mutierte, fand ich natür­lich all das kin­disch und albern, die Lei­den­schaft für Hör­spiele aber nicht. Lang­sam aber sicher bin ich dann auf Gru­sel­ge­schich­ten umge­stie­gen, vor allem die von John Sin­clair, dem Geis­ter­jä­ger. Hier erfolgte der Zugang aber zunächst über die mehr als groß­ar­ti­gen Hör­spiele, die Romane habe ich ver­sucht, lei­der konnte ich mich dafür nicht begeis­tern. Glück­li­cher­weise gab es die Tou­ren mei­ner Mut­ter immer noch, außer­dem hatte sie sich wohl mit der Tat­sa­che abge­fun­den, mich nicht zum lesen ani­mie­ren zu kön­nen. Und so wurde ich regel­mä­ßig mit gru­se­li­gen Hör­spie­len versorgt.

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Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

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10 Kommentare

  1. tkkg und ??? waren super! aber klei­ner hin­weis, der satz mit der »begeis­ter­ten lese­rin« ist missverständlich ;)

  2. (lacht) In der Tat, sehr miss­ver­ständ­lich :) — ich habe den Satz kor­ri­giert, danke für den Hinweis!

  3. Bei mir war es irgend­wie keine sehr kon­stante Liebe…
    Als Kind (also so RICHTIG klein) gab’s von mor­gens bis abends Ben­ja­min Blüm­chen und Kon­sor­ten, aber grö­ßer wer­dend hat sich bei mir das Inter­esse recht bald ein­ge­stellt. Ich hab zwar auch vage Erin­ne­run­gen an TKKG und ???, aber so rich­tig ein­ge­prägt hat es sich mir nicht.

    Erst in den letz­ten Jah­ren habe ich wie­der ange­fan­gen, Hör­bü­cher zu hören (ange­fan­gen mit Tol­kiens »The Hob­bit« und spä­ter dann Schauer– und Gothic-Kram wie Hoff­manns »Der Sand­mann« und Per­kins” »Die gelbe Tapete«) und hab teils auch selbst vor­ge­le­sen. Und dadurch auch wie­der ein gewis­ses Inter­esse an Hör­spie­len ent­deckt — vor einem Jahr hatte ich dann eine kleine ???-Phase mit kopf­lo­sen DJs und sowas.
    Ist bei mir also weni­ger Nost­al­gie als viel mehr wirk­lich eine neu-entdeckte Vor­liebe für etwas viel­leicht eigent­lich etwas zu kindisches ^^

  4. @Karnstein: Kin­disch kann eigent­lich nur die Betrach­tung sein. Ich finde nicht albern und kin­disch, Erwach­sene, die ihren Sinn für diese bei­den Eigen­schaf­ten ver­lo­ren haben, fal­len bei mir unter die Armuts­grenze. Das Leben ist ernst genug und zu kurz um es in über­trie­be­nem Rea­lis­mus zu ersti­cken. Ich für mei­nen Teil lese jetzt mehr, was meine Mut­ter sicher­lich gefreut hätte. Hör­spiele für Erwach­sene sagen mir per­sön­lich nicht so sehr zu.

  5. Wenn wir in sachen Musik auch oft unter­schied­lich sind, passt mir dein Hör­spiel­ge­schmack ums­obes­ser :D

  6. @chaosmacherin: Jeder Baum wächst anders, auch wenn die Wur­zeln im glei­chen Boden stecken :)

  7. TKKG und die drei ??? habe ich mal wie­der aus­ge­kramt.
    TKKG ver­mit­telt teil­weise ein recht farg­wür­di­ges Welt­bild, aber ich höre es den­noch gerne mal an. Irgend­wie trifft es meine Humor ;D
    Qua­li­ta­tiv finde ich aber ??? besser.

  8. Bei mir hat sich das mit dem Alter gewan­delt. Zunächst fand ich TKKG bes­ser, spä­ter dann ??? — da hat mich dann auch die Qua­li­tät der Geschichte über­zeugt. Auch heute finde ich immer mal wie­der einen Schatz in mei­ner Samm­lung, den ich noch­mal höre.

  9. Ich stelle mal wie­der fest, dass mir TKKG so ver­traut ist, dass es mir mitt­ler­weile sogar wie­der als Ein­schlaf­hilfe dient und mich vorm bösen bösen nächt­li­chen Grü­beln abhält, wel­ches mir regel­mä­ßig den Schlaf raubt.
    Neben nega­ti­ven Din­gen wie Sexis­mus (»… die Männ­chen haben ein präch­ti­ges Gefie­der, die Weib­schen sind eher unan­sehn­lich…« »Ja, im Tier­reich ist alles in Ord­nung, da sieht man gleich, wer wich­ti­ger ist!«) und der Tat­sa­che, dass Tim/Tarzan sicht stän­dig prü­gelt, die einem als Kind nicht auf­fal­len, merke ich zwi­schen­drin immer, was mir an TKKG schon immer gefal­len hat (auch wenn es komisch klingt): Die musi­ka­li­schen Ein­la­gen zwi­schen­drin! Die haben, wie ich finde, echt Stil. Es würde sich fast schon loh­nen mit einem Zeit­auf­wand und viel Lan­ge­weile diese gan­zen Sequen­zen raus­zu­schnei­den um einen rich­ti­gen Song dar­aus zu basteln…

    Was ich bei TKKG aber als Kind schon schlimm fand war die Serie:
    http://www.youtube.com/watch?v=GSubJo7xgDE&feature=related
    (Kann man Kin­der mit sowas im all­ge­mei­nen beeindrucken?^^)

  10. @ASRianerin: Ja, mich konnte man damals damit beein­dru­cken. Jeden­falls in den Büchern. Spä­ter als ich dann mehr zu den ??? umge­schwenkt bin, emp­fand ich die Gewalt­lo­sig­keit eher als befrei­end. Ich habe jüngst noch ein­mal ver­sucht mit TKKG warm zu wer­den, lei­der ohne Erfolg. Mit den ??? klappt es aller­dings auch heute noch. Das mit den einschlafen :)

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