26 März
Das Kind in Dir - Hörspiele
Die letzten Ausgaben von Heunis Projekt Das Kind in Dir (Projektbeschreibung) habe ich leider aus Zeitmangel und Lustmangel sausen lassen müssen, möchte jetzt aber wieder Quereinsteigen, da mich der vierte Abschnitt mit dem Thema Hörspiele besonders fasziniert hat. Begleitet haben mich Hörspiele seit ich etwa 7 Jahre alt war, aber eher noch unbewusst, ich musste mir die Platten von Hui Buh, die meine Schwester gehört, hat einfach reinziehen — schließlich lebten wir in einem Zimmer. Etwas später begeisterte auch ich mich für Hörspiele, aber dazu möchte ich zunächst etwas ausholen — keine Angst, ich nehme nur einen Arm.
Es gibt so einige Dinge für ihre Kinder, die sich so manche Eltern wünschen. Bei meiner Mutter hatte es sich eingebürgert, das sie einmal im Jahresquartal ein Shoppingtour mit ihren Freundinnen nach Düsseldorf machte, um es sich mal einen Tag so richtig gut gehen zu lassen und nach Herzenslust einzukaufen. Genauso hatte es sich eingebürgert, das ich immer darum bettelte, mir etwas mitzubringen von diesen Touren. Als begeisterter Leser bekam ich also in schöner Regelmäßigkeit Bücher geschenkt, die ich mehr oder weniger spannend fand. Die unendliche Geschichte und Momo waren aber keine Geschichten für einen heranwachsenden Burschen wie mich. Irgendwann landete dann ein Buch von den drei ??? in meinen Händen, das ich zunächst komisch und dann immer spannender in Erinnerung habe. Über eine geschickt eingelegte Werbekarte bin ich dann auch auf TKKG gestoßen, die ich gleichsam spannend fand — vielleicht auch weil hier ein lokalerer Bezug herzustellen war.
Aber lesen war mir immer zu anstrengend, als meine Schwester mir das erste ??? Hörspiel schenkte und meine Eltern den dazugehörigen Kassettenrekorder (Weihnachten 1982 glaube ich) war es um mich geschehen. Die Freizeit, die ich in unserem Zimmer verbrachte gehörte Lego und diesen Hörspielen. Ganz zum Leid meiner Schwester, denn die konnte sich damit leider überhaupt nicht identifizieren.
Wenn ich krank war, habe ich mir die Zeit mit unzähligen Hörspielen vertrieben die ich mir dann auch von meinem Taschengeld zulegte, oder aber auch mit Freunden und Klassenkameraden tauschte. Ich bin mir unsicher, welche der beiden Serien ich besser fand. Die Geschichten der drei ??? fand ich eine Idee besser (allein die Tatsache, das sie ihr Büro auf dem Schrottplatz hatten und das über eine Rutsche zu erreichen war fand ich klasse) und mit den Geschichten rund um TKKG konnte ich mich besser selber wiederfinden. Die Geschichten um den Phantomsee (siehe oben) oder auch die des Kapartenhundes habe ich x-mal gehört.
Und ja, ich glaube ich war ein bisschen verknallt in Gabi, wollte so schlau sein wie Karl, so gut aussehend wie Tarzan und habe über Klößchen immer gelacht. Als ich vom Kind zum Jugendlichen mutierte, fand ich natürlich all das kindisch und albern, die Leidenschaft für Hörspiele aber nicht. Langsam aber sicher bin ich dann auf Gruselgeschichten umgestiegen, vor allem die von John Sinclair, dem Geisterjäger. Hier erfolgte der Zugang aber zunächst über die mehr als großartigen Hörspiele, die Romane habe ich versucht, leider konnte ich mich dafür nicht begeistern. Glücklicherweise gab es die Touren meiner Mutter immer noch, außerdem hatte sie sich wohl mit der Tatsache abgefunden, mich nicht zum lesen animieren zu können. Und so wurde ich regelmäßig mit gruseligen Hörspielen versorgt.
Veröffentlicht von Robert
Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch
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Kategorie: Stöckchen und Paraden, Vernetzt
Schlagwort: Das Kind in Dir, Hörspiele, John Sinclair, TKKG


hat bereits 52 Kommentare abgegeben und schrieb am 26. März 2010 um 18:22:
tkkg und ??? waren super! aber kleiner hinweis, der satz mit der »begeisterten leserin« ist missverständlich ;)
hat bereits 1743 Kommentare abgegeben und schrieb am 26. März 2010 um 18:50:
(lacht) In der Tat, sehr missverständlich :) — ich habe den Satz korrigiert, danke für den Hinweis!
hat bereits 162 Kommentare abgegeben und schrieb am 27. März 2010 um 14:25:
Bei mir war es irgendwie keine sehr konstante Liebe…
Als Kind (also so RICHTIG klein) gab’s von morgens bis abends Benjamin Blümchen und Konsorten, aber größer werdend hat sich bei mir das Interesse recht bald eingestellt. Ich hab zwar auch vage Erinnerungen an TKKG und ???, aber so richtig eingeprägt hat es sich mir nicht.
Erst in den letzten Jahren habe ich wieder angefangen, Hörbücher zu hören (angefangen mit Tolkiens »The Hobbit« und später dann Schauer– und Gothic-Kram wie Hoffmanns »Der Sandmann« und Perkins” »Die gelbe Tapete«) und hab teils auch selbst vorgelesen. Und dadurch auch wieder ein gewisses Interesse an Hörspielen entdeckt — vor einem Jahr hatte ich dann eine kleine ???-Phase mit kopflosen DJs und sowas.
Ist bei mir also weniger Nostalgie als viel mehr wirklich eine neu-entdeckte Vorliebe für etwas vielleicht eigentlich etwas zu kindisches ^^
hat bereits 1743 Kommentare abgegeben und schrieb am 28. März 2010 um 13:06:
@Karnstein: Kindisch kann eigentlich nur die Betrachtung sein. Ich finde nicht albern und kindisch, Erwachsene, die ihren Sinn für diese beiden Eigenschaften verloren haben, fallen bei mir unter die Armutsgrenze. Das Leben ist ernst genug und zu kurz um es in übertriebenem Realismus zu ersticken. Ich für meinen Teil lese jetzt mehr, was meine Mutter sicherlich gefreut hätte. Hörspiele für Erwachsene sagen mir persönlich nicht so sehr zu.
hat bereits 1 Kommentar abgegeben und schrieb am 28. März 2010 um 20:31:
Wenn wir in sachen Musik auch oft unterschiedlich sind, passt mir dein Hörspielgeschmack umsobesser :D
hat bereits 1743 Kommentare abgegeben und schrieb am 30. März 2010 um 16:14:
@chaosmacherin: Jeder Baum wächst anders, auch wenn die Wurzeln im gleichen Boden stecken :)
hat bereits 162 Kommentare abgegeben und schrieb am 19. Februar 2011 um 11:29:
TKKG und die drei ??? habe ich mal wieder ausgekramt.
TKKG vermittelt teilweise ein recht fargwürdiges Weltbild, aber ich höre es dennoch gerne mal an. Irgendwie trifft es meine Humor ;D
Qualitativ finde ich aber ??? besser.
hat bereits 1743 Kommentare abgegeben und schrieb am 20. Februar 2011 um 00:56:
Bei mir hat sich das mit dem Alter gewandelt. Zunächst fand ich TKKG besser, später dann ??? — da hat mich dann auch die Qualität der Geschichte überzeugt. Auch heute finde ich immer mal wieder einen Schatz in meiner Sammlung, den ich nochmal höre.
hat bereits 162 Kommentare abgegeben und schrieb am 16. März 2011 um 21:59:
Ich stelle mal wieder fest, dass mir TKKG so vertraut ist, dass es mir mittlerweile sogar wieder als Einschlafhilfe dient und mich vorm bösen bösen nächtlichen Grübeln abhält, welches mir regelmäßig den Schlaf raubt.
Neben negativen Dingen wie Sexismus (»… die Männchen haben ein prächtiges Gefieder, die Weibschen sind eher unansehnlich…« »Ja, im Tierreich ist alles in Ordnung, da sieht man gleich, wer wichtiger ist!«) und der Tatsache, dass Tim/Tarzan sicht ständig prügelt, die einem als Kind nicht auffallen, merke ich zwischendrin immer, was mir an TKKG schon immer gefallen hat (auch wenn es komisch klingt): Die musikalischen Einlagen zwischendrin! Die haben, wie ich finde, echt Stil. Es würde sich fast schon lohnen mit einem Zeitaufwand und viel Langeweile diese ganzen Sequenzen rauszuschneiden um einen richtigen Song daraus zu basteln…
Was ich bei TKKG aber als Kind schon schlimm fand war die Serie:
http://www.youtube.com/watch?v=GSubJo7xgDE&feature=related
(Kann man Kinder mit sowas im allgemeinen beeindrucken?^^)
hat bereits 1743 Kommentare abgegeben und schrieb am 18. März 2011 um 16:53:
@ASRianerin: Ja, mich konnte man damals damit beeindrucken. Jedenfalls in den Büchern. Später als ich dann mehr zu den ??? umgeschwenkt bin, empfand ich die Gewaltlosigkeit eher als befreiend. Ich habe jüngst noch einmal versucht mit TKKG warm zu werden, leider ohne Erfolg. Mit den ??? klappt es allerdings auch heute noch. Das mit den einschlafen :)