2 Februar

Das Kind in Dir - Abschnitt 1

Kategorie: Stöckchen und Paraden, Vernetzt — Jahrgang 2010

Das Kind in DirDer Heuni, von des­sen Blog ich bei Konna erfah­ren habe, hatte die Idee zu einer Blog­pa­rade die sich mit der eige­nen Kind­heit beschäf­tigt. Heuni gibt jeweils ein Thema vor, mit dem wir uns im Sinne unse­rer Kind­heit beschäf­ti­gen. Und da das schwel­gen in kind­li­chen Erin­ne­rung eine mei­ner Lieb­lings­be­schäf­ti­gun­gen ist um dem fort­schrei­ten­den Alter wenigs­tens im Kopf Ein­halt zu gebie­ten. Meine Kind­heit ist mit Musik ver­knüpft, das bedeu­tet, das ich Erin­ne­run­gen an bestimmte Gege­ben­hei­ten mit Musik ver­knüpfe und sie mir dadurch leich­ter mer­ken kann. Daher möchte ich diese Blog­pa­rade mit den Titeln von Musik­stü­cken schmü­cken, die mir beim schrei­ben in den Sinn gekom­men sind. Im ers­ten Abschnitt geht es um Spiel­sa­chen.

Kind­heit und Spiel­sa­chen sind so eng mit­ein­an­der ver­knüpft wie Regen und Wol­ken, das gehört zu Kind­heit irgend­wie dazu. Umfang und Art des Spiel­zeugs hängt neben dem Geld­beu­tel der Eltern auch von per­sön­li­chen Vor­lie­ben und Prä­gun­gen ab, die wir durch die Gesell­schaft und unser Umfeld erhal­ten. Wer sel­ber ein­mal in die Haut sei­ner Kind­heit schlüp­fen möchte, dem sei die Blog­pa­rade von Heuni ans Herz gelegt. Genug davon, kom­men wir zur Sache:

Lego

Bunte Lego Bausteine(Musik: Roxy Music — Ava­lon) Wenn ein Spiel­zeug meine Kind­heit maß­geb­lich geprägt hat, dann die bun­ten Bau­klötze aus Däne­mark. Meine 8 Jahre ältere Schwes­ter hatte bereits in ihrer Kind­heit eine anschau­li­che Samm­lung auf­ge­baut, die zum größ­ten Teil aber aus ein­fach Grund­ele­men­ten bestand, durch mich ver­grö­ßerte sich die Samm­lung um Technik-Elemente. So braucht man für eine anstän­dige Lego-Stadt, wie ich sie mit mei­ner Schwes­ter immer gemein­sam auf­ge­baut habe, zunächst ein­mal Stra­ßen. Daher boten sich diese grauen, vier­ecki­gen Ele­mente an auf der ein Straße nebst Grund­flä­chen für eine anstän­dige Bebau­ung zur Ver­fü­gung stan­den. Die Rol­len­tei­lung zwi­schen mei­ner Schwes­ter und mir war deut­lich geschlech­ter­ori­en­tiert. Wäh­rend sie sich vor­wie­gend um die Gestal­tung von Häu­sern, Parks und Bepflan­zung küm­merte, sorgte ich für Fahr­zeuge, Fabri­ken und Maschi­nen. Als meine Schwes­ter in die Puber­tät ver­schwand, erwei­terte ich meine Samm­lung mit vie­len Lego-Technik Ele­men­ten (unter ande­rem der pneu­ma­ti­sche Bag­ger und der voll­ge­fe­derte Renn­wa­gen) und kon­zen­trierte mich auf den Bau von kom­ple­xen Maschi­nen. Ein Glau­bens­krieg zwi­schen Lego und Play­mo­bil ist übri­gens nie ent­brannt, denn für Play­mo­bil habe ich mich nie inter­es­siert. Einige mei­ner Freunde setz­ten auf Play­mo­bil, doch ich fand das immer doof und langweilig.

C128

c128 startbildschirm(Musik: Kraft­werk — Musi­que non Stop) 1985 war es dann soweit, der erste Com­pu­ter erhielt Ein­zug in mein Kin­der­zim­mer und degra­dierte Lego zu einer Erin­ne­rung. Schon 1 Jahr zuvor ent­deckte ich das fas­zi­nie­rende daran und war nach der Schule immer bei einem Orts­an­säs­si­gen Elektro-Markt und habe dort an den aus­ge­stell­ten Com­pu­tern gespielt, das hat man frü­her so gemacht. Bis zum Geschäfts­schluss war ich für meine Eltern eigent­lich unsicht­bar und habe einen Teil mei­ner Frei­zeit dort ver­bracht. Weih­nach­ten 1985 waren es meine Eltern dann leid und schenk­ten mir (schon 1 Tag vor­her) einen C128 mit Moni­tor und eine Floppy 1571 nebst einem Joy­stick (Com­pe­ti­tion Pro). Schwei­ne­teuer war das und meine Eltern kün­dig­ten an: „Jetzt kriegst du aber 2 Geburts­tage und 2 Weih­nach­ten nichts mehr!”, das fatale daran war: Sie hiel­ten sich dran. Aber mir war das egal, ich hatte was ich wollte.

BMX

BMX Sprung(Musik: Guns N’Roses — Wel­come to the Jungle) Es dau­erte nicht lange, da mein­ten meine Eltern, der Junge könnte sich wie­der mehr bewe­gen und ich hatte bei­läu­fig ein­mal ein BMX-Rad erwähnt, da das in der Schule gerade schwer ange­sagt war. So bekam ich dann 1987 eines von die­sen klei­nen und völ­lig unprak­ti­schen Fahr­rä­dern. Es sei erwähnt das wir eine Fahr­rad­fa­mi­lie sind und meine Eltern nie ein Auto geschweige denn einen Füh­rer­schein beses­sen haben. Wir habe eigent­lich alles mit dem Fahr­rad gemacht, des­halb bekam ich regel­mä­ßig Fahr­rä­der geschenkt und fah­ren konnte ich eigent­lich ganz gut. Ich wollte aber Tricks ler­nen und über Sprung­schan­zen sprin­gen und so cool sein wie die Jungs im Fern­se­hen. Daher habe ich mir dann mit ein paar Kum­pels auch eine Sprung­schanze aus Euro­pa­let­ten und Bret­tern zusam­men­ge­na­gelt und dem Plan auch gleich ein Gesicht zu ver­lei­hen.  Ein beherz­ter Anlauf, ein küh­ner Sprung und eine unsanfte Lan­dung spä­ter war das Rad in zwei Teile gebro­chen und ich lag mit Prel­lun­gen und Bles­su­ren ein paar Tage zu Hause. Das ist auch der Grund, warum ich einer Kar­riere als pro­fes­sio­nel­ler BMX­ler abge­schwo­ren habe. Die Räder sei­ner Zeit waren mei­nen Anfor­de­run­gen eben nicht gewachsen.

(Bild­quelle: Craig A Rodway/flickr.com | ekai/flickr.com | richardmasoner/flickr.com)

5 Kommentare

  1. Oh Legos … da haben wir etwas gemein­sam :D Eine Kind­heit ohne Legos? Undenk­bar ;)
    Schade das es die Steine nicht mehr so gibt wie damals … soweit ich infor­miert bin gibt es z.B. die Dach­zie­gel­steine in der Form wie ich sie frü­her kannte nicht mehr.

  2. Stimmt, an Dach­zie­gel­steine kann ich mich nur dun­kel erin­nern, schließ­lich war meine Schwes­ter eher für die Gestal­tung der Häu­ser ver­ant­wort­lich. Gab es nicht auch einen Kamin? Wenn ich genug Zeit erüb­ri­gen könnte, hätte ich nicht übel Lust noch ein­mal alle Legos aus­zu­schüt­ten und wie­der was zu bauen. *hach*

  3. Ein­fach machen und in Erin­ne­run­gen schwel­gen … wer weiss wel­che Fähig­kei­ten ans Tages­licht kom­men … dann mach aber bitte auch ein Bild von Dei­nen Bau­wer­ken :D

  4. Hui, bei mei­nen Eltern müsste es noch immer zwei mit­tel­große Metal­ton­nen mit mei­nen alten Legos geben — eine mit ein­fa­chen Grund­ele­men­ten, Stadt-, Technik-, und Weltall-Kram; eine zweite mit nichts als Mit­tel­al­ter und Robin Hood :)

    Mensch, gab’s nicht irgendwo so einen digi­ta­len Online-Lego-Simulator? :)

  5. @stoffel: Ich bin da skep­tisch, aber wenn es je dazu kommt bist du die erste die davon erfährt.

    @Karnstein: Mein Tipp: Nie weg­schmei­ßen! Wer­den in ein paar Jah­ren mal unbe­zahl­bar. Den Online-Lego-Simulator gibt es immer noch und zwar bei Lego selbst, lei­der nur nach vor­he­ri­ger Anmel­dung. Gibt es auch eigent­lich ein Gruftie-Edition, so mit nur schwar­zen Stei­nen, Grab­stei­nen, Fle­der­mäu­sen und schau­ri­gem Gemäuer?

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