So langsam ist es kühl geworden und bevor ich mir noch eine faustdicke Erkältung zuziehe, lege ich lieber wieder ein Klamotten an. Außerdem kann ich dann auch endlich wieder die Tücher von den Spiegeln in unserer Wohnung nehmen. Wer immer noch nicht weiß, warum und wieso und vor allem was passiert ist, empfehle ich einen Blick in meinen entsprechenden Artikel, auf die offizielle Seite von Dustin Diaz oder auf die Seite von Frank Bültge, der mich auf die Idee gebracht hat, mitzumachen.
Irgendwie war es schon ungewohnt, die eigene Seite ohne entsprechendes Layout der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, so kann das visuelle nicht vom Inhalt ablenken. Die Lesbarkeit hat sich meiner Meinung stark erhöht, die Funktionalität jedoch gelitten, denn trotz abgeschaltetem CSS bevorzugen die verschiedenen Internetseiten eine andere Struktur ihre Seite aufzubauen, so ist es mir nicht immer leicht gefallen auf den entsprechenden Seiten der Teilnehmer zu navigieren. Mit 1261 Teilnehmern sind die Zahlen erstmal rückläufig, eine weitere Steigerung in den nächsten Jahren wird wohl nicht mehr zu erwarten sein.
Warum? Nun der Effekt hat vielleicht einen sehr begrenzten Wirkradius, denn nur bei Webdesigner oder solchen die es werden wollen erreicht diese Aktion wohl ein entsprechendes interessiertes Ohr. Für den Otto-Normal-User, der auf der Suche nach Information herkommt, mag es vielleicht merkwürdig aussehen, eine solch minimalistische Seite in Zeiten von Web 2.0 zu sehen. Stammleser fühlen sich ihrer gewohnten Umgebung beraubt und reagieren sehr unterschiedlich. Der Sinn ist aber dennoch vorhanden, denn auch in Zukunft sollte auf die Werte, die der CSS Naked Day vermitteln wollte, geachtet werden. Denn nur auf einem stabilen Fundament lässt sich ein anständiges Gebäude errichten.
Interessant für mich war die gleichzeitige Umstellung auf eine neue Theme-Struktur, die ich eigentlich nur auf die neuen Bedürfnisse anpassen wollte und nicht valide und störende Elemente entfernte. Leider gestaltete sich das ganze schwieriger als gedacht, denn CSS macht vieles leichter und blendete auch mein Auge. Gleichzeitig habe ich aber auch das Theme weiter angepasst um Typographie und Style noch mehr auf meine und die gefühlten Bedürfnisse meiner Leser eingestellt. Dazu gibt es aber in Kürze noch ein paar Informationen, schließlich ist das hier immer noch Spontis Blog und ich eigne mit nicht sehr als Erklärbär für CSS und XHTML, bin froh, das ich das selber auf die Reihe bekomme. Aber dazu wie gesagt später mehr.
Ein netten Pingback habe ich von den Klopfzeilen bekommen, der mich animiert mich öfter in Strategien zur Vermeidung von Gewalt gegen Buchstaben einführen zu lassen. Ganz im allgemeinen war die Resonanz bei deutschen Bloggern sehr groß. Sei es 49suns, Daniel, Bastian, Gesagt Getan (um nur ein paar von den Teilnehmern zu nennen, die ich auch regelmäßig besuche) alle haben sie mitgemacht. Nächstes Mal? Ich mach mich nackig :)




hat bereits 203 Kommentare abgegeben und schrieb am 11. April 2009 um 08:10:
Naja, ich für meinen Teil hab deine Einträge aus Protest nur im Feedreader gelesen, denn ich finde die Aktion nach wie vor beknackt und die Times New Roman, in die eigentliche alle Browser ohne CSS verfallen beleidigt mein Auge. Als Webdesigner schalte ich die Stile im Browser ab oder installiere mir direkt einen reinen Textbrowser (was nochmal ein Unterschied ist) wenn ich testen möchte, wie sich Sehbehinderte auf meiner Seite fühlen.
Interessant wären übrigens nicht die Besucherstatistiken von diesem Tag sondern die Anzahl der Comments und die Verweildauer auf der Seite an besagtem Tag. Denn die Links bei Google verschwinden nicht und zumindest mir ging es als Stammleser so, dass ich ein paar Mal auf den Link zu dir geklickt habe um dann schnell wieder abzuhaun ;)
hat bereits 257 Kommentare abgegeben und schrieb am 11. April 2009 um 20:36:
Ich würde gerne mal den Zusammenhang zwischen »Sehbehinderung« und »reinem Text« erklärt bekommen. BTW, Times New Roman ist nun mal eine der Schriftarten, die auf fast jeden Windows-basierendem System seit erscheinen desselben vorhanden und verstanden wird.
hat bereits 203 Kommentare abgegeben und schrieb am 11. April 2009 um 22:56:
Sehbehinderung -> Text2Speech -> Sicht wie von einem Textbrowser
Dass es natürlich weitere Sehbehinderungen wie Rot-Grün-Schwäche gibt und auch auf Kontraste etc. geachtet werden sollte usw. ist mir durchaus bekannt. Irgendwann wird mir aber das Optimieren für Minderheiten zu blöd, daher: Stylesheet oder Textbrowser/Text2Speech.
Woher das mit der Times kommt weiß ich (gibts übrigens auch auf Mac OS), das heißt aber noch lange nicht, dass ich mir das angucken muss ;P
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 12. April 2009 um 01:39:
@Tears: Die Anzahl der Kommentare war 1, also nicht wirklich viel. Ich habe aber auch nicht wirklich was gebloggt an diesen Tagen, leider war dazu meine Zeit zu knapp. Die Verweildauer werte ich nicht wirklich aus, daher kann ich dazu auch nicht wirklich ein Aussage treffen. Typographie ist sowieso ein Thema für sich, denn eine Schriftart muss ja erstmal mir gefallen bevor ich sie meinen Lesern präsentiere. Leider kommt dazu das Phänomen, das Schriftarten komischerweise nie gleich aussehen, obwohl sie es rein theoretisch sollten. Aber jeder scheint es ein bisschen anders zu Rendern, das schwankt mit Bildschirm, Auflösung und eventuellen Verwurstungstools á la IE.
Aber wie ihr sicherlich bemerkt habt, bin ich gerade dabei ein wenig an den Schriftarten zu feilen, deshalb bitte ich eventuell entdecktes Schriftartenchaos zu entschuldigen. Ich hoffe das legt sich bald wieder, wenn ich den Endgültigen Zustand erreicht habe.
hat bereits 257 Kommentare abgegeben und schrieb am 13. April 2009 um 20:28:
@Tears: Natürlich muß man nicht für jede Minderheit alles optimieren, aber wenn Du sauber programmierst, erweiterst Du auch Deinen potientiellen Kundenkreis.
Selbes gilt eigentlich auch für »Times«, möglich, daß Du sie nicht magst, aber sie ist nun mal fast weltweit lesbar.
Ich finde, daß sind Aspekte, die für einen Webdesigner durchaus von Wichtigkeit sein könnten/sollten.
hat bereits 25 Kommentare abgegeben und schrieb am 14. April 2009 um 10:04:
Ich bin ja dieses Jahr das zweite Mal dabei gewesen. Da ich aber eh mindestens einmal im Jahr mein Design umstelle, ist es jedes Mal wieder interessant, ob und wie das Blog noch ohne Design funktioniert.
Wo ich dir aber widersprechen muss: Die Lesbarkeit hat sich meiner Meinung nach stark verschlechtert — und zwar so ziemlich auf jeder Seite ohne Stylesheet. Ziel ist es ja normalerweise durch kurze Absätze und Zeilenlängen den Lesefluss zu verbessern, das das Lesen auf dem Monitor sowieso schon ermüdender ist als in einem Buch. Ohne Stylesheet breiten sich ja aber die Zeilen auf die volle Browserbreite aus, was spätestens bei 1680×1050 ein wahrer Krampf ist.
So wirklich Spaß bringt das Lesen von zu langen Zeilen nicht. Deshalb bin ich ja auch eh ein Fan von auf feste Breiten setzenden Layouts.
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 14. April 2009 um 11:34:
Ein sehr interessanter Punkt. Fixe Layout-Breiten sind angenehmer zu lesen, wenn sich mit kurzen und knackigen Texten beschäftigt.Bei CSS losen Layouts auf großen Bildschirmen muss ich Dir irgendwie recht geben, ich habe mir das gerade nochmal angeguckt. Prinzipiell sollte das Layout mit der Art des Content variieren.
Bei längeren Texten, oder Multimedialen Inhalten mit zahlreichen Bildern ist mir das persönlich zu viel Arbeit mit dem Mausrad. Das mag an meiner Haltung vor dem Bildschirm liegen (jetzt wo ich drüber nachdenke), meine Linke Hand stützt den Kopf, meine rechte hält die Kaffeetasse, so lese ich am liebsten.
Außerdem finde ich die meisten fixen Layouts zu vollgestopft, da habe ich manchmal das Gefühl dem Gestalter fehlt der Platz. Ich finde es schwierig, die richtige Balance zu finden, so richtig zufrieden bin ich eigentlich nie :) Ich wechsle zwar das Layout nicht jährlich, aber es entwickelt sich ständig weiter.