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	<title>Kommentare zu: Bloodlust - Vampire als Sex-Objekt</title>
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	<description>Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin.</description>
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		<title>Von: Robert</title>
		<link>http://www.spontis.de/vernetzt/bloodlust-vampire-als-sex-objekt/comment-page-1/#comment-4157</link>
		<dc:creator>Robert</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Sep 2009 07:11:19 +0000</pubDate>
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		<description>Ich gebe zu, mir fehlt einiges an Detailwissen, das Du jetzt so herrlich ergänzt. Vielen Dank dafür. Zurück zum Thema:

Ich schlage da eher eine Vergleichsbrücke. Streng genommen und rein Begrifflich sind Vampire ja unsterbliche Untote, genau wie die Zombies. Natürlich habe beide mythischen Phänomene ein völlig anderen Hintergrund, so das der Vergleich hinken mag. 

Zombiegeschichten und Vampirgeschichten haben nichts gemeinsam, da stimme ich völlig überein. Die Seelenlosigkeit wird neuzeitlich sowieso gebrochen, wenn ich mir Twilight so anschauen. Ich glaube auch nicht, das Braddon, Le Fanu, Rymer oder PlanchÃ© den Vampir bewusst Seelenlosbeschreiben, dies ist vielmehr ein neutzeitlich Betrachtung und meine eigene Einschätzung. Vielleicht beschreibe ich das anders: Die Seele ist gefangen zwischen zwei Welten, der Faszination der Unsterblichkeit und dem Wunsch seinen Frieden zu finden.

Prüde viktorianische Gesellschaft: Du hast völlig recht! Genau das denke ich auch. In Zeiten von übertriebener Etikette und einer breiten Kluft zwischen Arm und Reich suchten die Reichen immer mehr nach der Möglichkeit Wünsche zu befriedigen, die nicht mit Geld käuflich waren. Deshalb waren sie auch so hilflos, als das Böse dann tatsächlich zuschlug (Jack the Ripper), das man mit Geld nicht wieder einfach abbestellen konnte. Als aus Phantasie Realität wurde, machte sich Panik breit.

Wenn man so möchte, ist der Vampir mit der Zeit gegangen und hat sich immer wieder neu in den Zeitgeist der Menschheit integriert. Aufrechterhalten von unermüdlichen Vampirgeschichtenschreibern und Drehbuchautoren. Mittlerweile findet jeder &quot;seinen&quot; Typ von Vampir, letztlich verlieben sich sogar junge Menschen in Leinwandvampire :)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich gebe zu, mir fehlt einiges an Detailwissen, das Du jetzt so herrlich ergänzt. Vielen Dank dafür. Zurück zum Thema:</p>
<p>Ich schlage da eher eine Vergleichsbrücke. Streng genommen und rein Begrifflich sind Vampire ja unsterbliche Untote, genau wie die Zombies. Natürlich habe beide mythischen Phänomene ein völlig anderen Hintergrund, so das der Vergleich hinken mag. </p>
<p>Zombiegeschichten und Vampirgeschichten haben nichts gemeinsam, da stimme ich völlig überein. Die Seelenlosigkeit wird neuzeitlich sowieso gebrochen, wenn ich mir Twilight so anschauen. Ich glaube auch nicht, das Braddon, Le Fanu, Rymer oder PlanchÃ© den Vampir bewusst Seelenlosbeschreiben, dies ist vielmehr ein neutzeitlich Betrachtung und meine eigene Einschätzung. Vielleicht beschreibe ich das anders: Die Seele ist gefangen zwischen zwei Welten, der Faszination der Unsterblichkeit und dem Wunsch seinen Frieden zu finden.</p>
<p>Prüde viktorianische Gesellschaft: Du hast völlig recht! Genau das denke ich auch. In Zeiten von übertriebener Etikette und einer breiten Kluft zwischen Arm und Reich suchten die Reichen immer mehr nach der Möglichkeit Wünsche zu befriedigen, die nicht mit Geld käuflich waren. Deshalb waren sie auch so hilflos, als das Böse dann tatsächlich zuschlug (Jack the Ripper), das man mit Geld nicht wieder einfach abbestellen konnte. Als aus Phantasie Realität wurde, machte sich Panik breit.</p>
<p>Wenn man so möchte, ist der Vampir mit der Zeit gegangen und hat sich immer wieder neu in den Zeitgeist der Menschheit integriert. Aufrechterhalten von unermüdlichen Vampirgeschichtenschreibern und Drehbuchautoren. Mittlerweile findet jeder „seinen” Typ von Vampir, letztlich verlieben sich sogar junge Menschen in Leinwandvampire :)</p>
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		<title>Von: von Karnstein</title>
		<link>http://www.spontis.de/vernetzt/bloodlust-vampire-als-sex-objekt/comment-page-1/#comment-4148</link>
		<dc:creator>von Karnstein</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Sep 2009 23:41:20 +0000</pubDate>
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		<description>Hey, genau mein Thema... ^^

Vorweg ein paar kleinere Kritiken:
Es stimmt zwar, dass Stoker seinen Roman lange Zeit &quot;The Un-Dead&quot; nannte (vorher &quot;The Dead Un-Dead&quot;), aber publiziert wurde das Buch bereits als &quot;Dracula&quot;, es war meines Wissens nie unter anderem Namen erhältlich.
Und der afro-karibische Zombie hat natürlich einiges gemeinsam mit dem ursprünglichen Volksmythos des Vampirs, aber durch Polidoris &quot;The Vampyre&quot; (1819), LeFanus &quot;Carmilla&quot; (1872) und ähnliche Verarbeitungen in der Gothic-Literatur des 19. Jahrhunderts hatte sich doch zu Stokers Zeiten schon eine gewisse morbide Erotik als festes Element der Vampir-Literatur etabliert. Das schreibst du ja im Prinzip schon selbst, aber genau deshalb würde ich Dracula nicht mit einem Zombie gleichsetzen wollen.
Desweiteren würde ich die Sache mit dem Fehlen der Seele auch nur bedingt unterschreiben wollen. Wer Carmillas (bzw. Mircallas) homoerotische Annäherungsversuche an die Hauptprotagonistin liest, der wird zugeben müssen, dass sie nur so strotz vor liebevoller, romantischer Hingabe.

Auffallend an &quot;Dracula&quot; ist jedoch, dass der Vampirismus nur in der mystischen, altmodischen Fremde mit Erotik verknüpft ist (besonders als Draculas Bräute Harker bearbeiten, aber auch später als Van Helsing sie pfält), während in der steifen, viktorianischen Heimat der Protagonisten im Gegenteil eine klinische, völlig unerotische Sterilität vorherrscht, obwohl die gleichen Symbole von Penetration, Leben und Tod verwendet werden.

Wenn man dann bedenkt, dass Polidoris Lord Ruthven vor allem auf Reisen in Italien und Griechenland aktiv ist, LeFanus Mircalla Karnstein in einem zauberhaften Wald Österreichs (wie auch &quot;Count Wampyr&quot; in Stokers frühen Entwürfen), während doch die Hauptprotagonisten immer Engländer sind ... 
dann fragt man sich schon, ob die prüde viktorianische Gesellschaft hier nicht einfach ihre eigene unterdrückte Sexualität auf das verheißungsvolle Unbekannte projiziert hat.

Was bleibt ist so oder so eine Figur, die sich immer am Rande von Tod und Liebe/Erotik bewegt; in einem Graubereich zwischen der absoluten Erfüllung und Vernichtung.
Kein Wunder also, dass Vampire bis heute nichts von ihrer Faszination eingebüßt haben.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hey, genau mein Thema… ^^</p>
<p>Vorweg ein paar kleinere Kritiken:<br />
Es stimmt zwar, dass Stoker seinen Roman lange Zeit „The Un-Dead” nannte (vorher „The Dead Un-Dead”), aber publiziert wurde das Buch bereits als „Dracula”, es war meines Wissens nie unter anderem Namen erhältlich.<br />
Und der afro-karibische Zombie hat natürlich einiges gemeinsam mit dem ursprünglichen Volksmythos des Vampirs, aber durch Polidoris „The Vampyre” (1819), LeFanus „Carmilla” (1872) und ähnliche Verarbeitungen in der Gothic-Literatur des 19. Jahrhunderts hatte sich doch zu Stokers Zeiten schon eine gewisse morbide Erotik als festes Element der Vampir-Literatur etabliert. Das schreibst du ja im Prinzip schon selbst, aber genau deshalb würde ich Dracula nicht mit einem Zombie gleichsetzen wollen.<br />
Desweiteren würde ich die Sache mit dem Fehlen der Seele auch nur bedingt unterschreiben wollen. Wer Carmillas (bzw. Mircallas) homoerotische Annäherungsversuche an die Hauptprotagonistin liest, der wird zugeben müssen, dass sie nur so strotz vor liebevoller, romantischer Hingabe.</p>
<p>Auffallend an „Dracula” ist jedoch, dass der Vampirismus nur in der mystischen, altmodischen Fremde mit Erotik verknüpft ist (besonders als Draculas Bräute Harker bearbeiten, aber auch später als Van Helsing sie pfält), während in der steifen, viktorianischen Heimat der Protagonisten im Gegenteil eine klinische, völlig unerotische Sterilität vorherrscht, obwohl die gleichen Symbole von Penetration, Leben und Tod verwendet werden.</p>
<p>Wenn man dann bedenkt, dass Polidoris Lord Ruthven vor allem auf Reisen in Italien und Griechenland aktiv ist, LeFanus Mircalla Karnstein in einem zauberhaften Wald Österreichs (wie auch „Count Wampyr” in Stokers frühen Entwürfen), während doch die Hauptprotagonisten immer Engländer sind …<br />
dann fragt man sich schon, ob die prüde viktorianische Gesellschaft hier nicht einfach ihre eigene unterdrückte Sexualität auf das verheißungsvolle Unbekannte projiziert hat.</p>
<p>Was bleibt ist so oder so eine Figur, die sich immer am Rande von Tod und Liebe/Erotik bewegt; in einem Graubereich zwischen der absoluten Erfüllung und Vernichtung.<br />
Kein Wunder also, dass Vampire bis heute nichts von ihrer Faszination eingebüßt haben.</p>
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