27 Januar
Blogparade: Total verfilmt!
Anlässlich der im Februar stattfinden Oscar Verleihungen hat freeQnet eine Blogparade gestartet, in der es ihm um gute schlechte Verfilmungen entsprechender Vorlagen geht. Anstatt aber wie üblich eine Reihe von Fragen zu stellen, scheint mir die Fragestellung zu dieser Idee doch recht allgemein und regt mich natürlich ungemein an, eine Portion Senf beizusteuern, der vielleicht nicht ganz den Kern der Sache zu treffen vermag, was mich aber nicht davon abbringt es dennoch zu versuchen.
Anfängliche Überlegungen meinerseits enden in der Feststellung, dass die Auswahl der Filme die ich für besonders gut oder schlecht halte rein subjektiv ist, misst sie sich doch an meinen eigenen Geschmacklichen Vorstellungen. Außerdem spielt natürlich die eigene Affinität für das Lesen ein große Rolle, ich für meinen Fall schaue lieber einen guten Film anstatt das entsprechende Buch zu lesen. Mir fehlt es einfach an Geduld und dem Willen mich in die gelesene Geschichte fallen zu lassen um in selbiger letztendlich zu versinken.
Anders als beim letzten Mal möchte ich heute keinen festen Fragenkatalog zur Beantwortung geben. Vielmehr interessieren mich eure Meinungen zum Thema „Verfilmungenâ€. Was haltet ihr davon, dass die Filmbranche immer mehr bestehende Vorlagen auf Zelluloid bannt? Freut ihr euch, geliebte Buch-Charaktere auf der Leinwand zu sehen, oder graut euch davor, wenn euer Lieblingsbuch verfilmt werden soll?
Interessant wäre auch, welche Verfilmungen ihr für besonders gelungen haltet und welche ihre Vorlage sogar überflügeln können. Oder was hätte besser nie verfilmt werden sollen? Was wäre es unbedingt mal wert, zu Filmehren zu kommen?
Ein Buch zu verfilmen ist in der Regel immer Anfang eines Kinofilms. Verfilmungen aktueller oder vergangener Bücher und Bestseller können eine Chance sein. Die Chance einem Meisterwerk noch einmal die Krone aufzusetzen und es festlich zu schmücken, mit guter Filmmusik, erlesenen Schauspielern, passenden Drehorten und einer brillianten Umsetzung. Nehmen wir gleich zwei Beispiele: Der Name der Rose von Umberto Ecco ist schon als Buch eine viel gelobte Kriminalgeschichte aus dem christlichen Mittelalter. Der Film schafft es in diesem Fall dem geschriebenen Wort zu beflügeln. Grandiose Darsteller, einer der stimmungsvollsten Orte, akribische Umsetzung und Liebe zum Detail machen für mich daraus ein Goldstück. (Tolles Buch — Toller Film)
Gleich auf, wenn auch mit völlig anderem Hintergrund ist Das Boot von Lothar-Günther Buchheim. Die Geschichte des U-Bootes und seiner Besatzung, ist eine der ersten deutschen Verfilmungen, die auch International für aufsehen gesorgt hat und als Sprungbrett für unzählige deutsche Schauspieler diente. Die Leidenschaft der Darbietung der Charaktere verleiht der Geschichte zusätzliche Tiefe, die brilliante Umsetzung sorgt für die nötige Spannung. Das Buch, das ich auch gelesen habe, finde ich allerdings sehr langatmig, ein Spannungsbogen wird mehrmals gespannt und wieder losgelassen und reicht in diesem Fall nicht an den Film heran. (Nur ein Buch — Toller Film)
Interessant ist, das es Filmen möglich ist auch aus minderwertigen Vorlagen ein Meisterwerk zu machen. Eingesetzte Stilelemente wie beispielsweise Musik verleihen dem Film Control — der sich mit dem Suizid des Joy Division Sängers Ian Curtis auseinandersetzt — erst eine Geschichte. Touching from a Distance von Curtis’ Witwe Deborah das als Vorlage diente ist lediglich eine Initialzündung für diesen tollen Film und reicht bei weitem nicht an den Film heran. (Schlechtes Buch — Toller Film)
Selbstverständlich gibt es unzählige Filme, die sich ebenso kategorisieren lassen würden und unzählige Filme die aufgrund ihrer schlechten Umsetzung eher vergessen werden sollten, dazu gehören übrigens viele Stephen King Verfilmungen, die den Film auf dem sie gebannt wurden nicht wert sind. Gute Bücher mit guten Geschichten und Charakteren bleiben im Gedächtnis, entsprechenden Filme mit guten Schauspieler und einer guten Umsetzung brennen sich für ewig in die Gehirnwindungen.
hat bereits 41 Kommentare abgegeben und schrieb am 28. Januar 2009 um 19:12:
Danke für’s Mitmachen! Ich stimme dir da größtenteils zu! Es kommt halt nicht nur auf die Vorlage sondern auch auf diejenigen an, die den Stoff verfilmen. Control sollte ich mir auch endlich mal ansehen!
hat bereits 1 Kommentar abgegeben und schrieb am 29. Januar 2009 um 10:46:
Es ist gar nicht so einfach, ein Buch zu verfilmen. Es ist sogar viel schwerer aus einem Buch einen Film zu machen als einen Film so zu schreiben. Ich interessiere mich für dieses Gebiet sehr, darum weiß ich das auch. In einem Buch sind nämlich Gefühle oft sehr viel deutlicher dargestellt als in einem Film jemals möglich sein wird. Das kann aus einem guten Buch einen sehr schlechten Film machen.
So jetzt noch zu den Oscarverleihungen. Ich bin dieses Jahr schon sehr gespannt, wer denn wieder sehr viel Abräumen wird und was aus den Deutschen so wird.
hat bereits 1054 Kommentare abgegeben und schrieb am 30. Januar 2009 um 18:48:
@BeetFreeQ: Du solltest Dir den Film unbedingt anschauen ;)
@Jupp: Ich teile deine Meinung. Bücher haben einfach mehr Zeit etwas zu erzählen und lassen dem Leser viel mehr Freiraum für die eigenen Phantasie, Filme nehmen einen großen Teil der Phantasie und verkommen so oft zu reiner Unterhaltung. Viele Umsetzungen sind dabei so schlecht, das das Gefühl des Film total verloren geht. Jetzt wo wir so darüber reden fällt mir auch noch ein gutes Beispiel ein: Schmetterling und Taucherglocke — Ein gutes Beispiel ein Buch zu verfilmen, ohne den Anspruch zu erheben es zu übertrumpfen.