4 September

Eine Postkarte, glänzende Gurken und windige Brücken

Kategorie: Tellerrandreisen — Jahrgang 2009

london-calling-flag2Wie versprochen möchte ich nun eure Wünsche und Aufgaben erfüllen, die ihr mir in diesem Beitrag gestellt habt. Es war übrigens sehr spannend die Orte zu besuchen, die ich ohne die entsprechende Aufgabe wohl nicht zu Gesicht bekommen hätte und noch viel spannender waren eigentlich die Anekdoten rund um die Erfüllung, denn wie es Murphy's Gesetz1 will, geht schief was schiefgehen kann. Ganz nebenbei ist das auch eine interessante Methode, die Erlebnisse seines Urlaubs schriftlich niederzulegen oder besser ausgedrückt, aufzuarbeiten. Ich werden die Aufgaben (7 Stück) in mehreren Beiträgen auflösen, in diesem Beitrag finden die Wünsche von Pixella Panik, Julia und Postpunkt ihren Abschluss. Hier schon mal ein dickes Dankeschön für die spannenden Momente, die Ihr mir (uns) verschafft habt.

Postkarte an Pixella Panik

London Dungeon Kopf abDie Post­karte, die sich Pixella Panik vom Blog Ever­y­day is Hal­lo­ween gewünscht hat, sollte das geringste Pro­blem dar­stel­len, obwohl ich als sehr schreib­faul gelte, was sich aber in ers­ter Linie auf meine Hand­schrift­li­chen Aus­füh­run­gen bezieht. So sollte es schon eine beson­dere Post­karte sein, die ich Frau Panik zukom­men las­sen wollte und so schoss mir der Wunsch beim Besuch der Lon­don Dun­geon und dem obli­ga­to­ri­schen Besuch des Sou­ve­nier­shops durch den Kopf, als ich eine Post­karte von Jack the Rip­per2 erblickte. Lei­der habe ich aber aus aku­tem Zeit­man­gel die Post­karte erst am letz­ten Tag unse­res Auf­ent­hal­tes geschrie­ben und abge­schickt, was die Aus­wer­tung durch Pixella selbst wohl etwas ver­zö­gern wird. Ich nutze diese bild­li­che Lücke um ein Foto vom Lon­don Dun­geon ein­zu­brin­gen, das beim Ein­tre­ten geschos­sen wurde und dann wie in ande­ren Ver­gnü­gungs­parks zum Kauf ange­bo­ten wurde, aber was soll´s, ein Anden­ken scha­det nie und beschert auch nach Jah­ren noch viel Freude. Ich bin gespannt, wann die Post­karte bei Frau Panik ankommt.

Die Sache mit der Gurke

Der Gurkenbiss 1Interessant fand ich den Wunsch von Julia vom Blog 49suns ein Bild von mir zu schießen wie ich in die Gurke beiße, denn das die Briten dieses Londoner Hochhaus der Swiss Reinsurance The Gherkin (Die Gurke) nannten wusste ich bis dahin nicht. Bekanntlich verhilft Google zu einer Erklärung und gleich zu passenden Positionsbeschreibung, denn die Gurke liegt mitten im Finanzdistrict unweit der Liverpool Street Station. Als ich an diesem Tag mit meinem Joy Division T-Shirt durch den Finanzdistrikt wanderte fühlte ich mich schon komisch und beobachtet und hatte auch gleich 3 (!) Begegnungen der dritten Art. Ein beschlipster Mann etwa Mitte 40 sprach mit unvermittelt auf dieses T-Shirt an: "This is a cool T-Shirt, I saw them Live in 1979!” Ich ent­geg­nete:  „You must be a lucky man.” Er meinte lachend: „No, I am a old man”. Ich musste ihm noch erklä­ren woher ich das Shirt hatte und schüt­telte seine Hand. So erging es mir nicht 1-mal son­dern gleich 3-mal, eine erstaun­li­che Wir­kung für ein ein­fa­ches T-Shirt.
Die Gurke in voller PrachtDoch zurück zur Gurke. Ein eindrucksvolles Gebäude mitten in tiefen Häuserschluchten, dessen Lage und Größe eine vernünftige Ablichtung schwierig machte, stellte eine besondere Herausforderung dar. Ich war lediglich mit meiner Kleinbildkamera bewaffnet und habe mich so entschlossen, eine kreative Umsetzung anzustreben, ich hoffe Julia betrachtet ihren Wunsch dennoch als bearbeitet. Die Gurke habe ich aus einem nahe gelegenen M&S Laden, in dem mich der Verkäufer auf die Frage nach Gherkin´s enttäuschen musste, handelt es sich doch im eigentlich Sinne um eingelegte Gurken. Er zeigte mir anstatt dessen Cucumber3, denn so heißt die frische Gurke bei M&S und in England überhaupt. Übrigens habe ich während der Probeaufnahmen den Rest der Gurke ordentlich verputzt. Eine andere Version des Bildes habe ich Julia per E-mail zukommen lassen, mal sehen was sie damit macht.

Sunset on Waterloo Bridge

Bild 1

Bild 1

Ein wei­te­res Stück Bil­dung hat mir Post­punk Olaf vom Blog Post­punk ver­schafft, in dem er sich wünschte, ich solle den Song Water­loo Sun­set dar­stel­len. Zunächst ein­mal musste ich mich durch unzäh­lige Cover­ver­sio­nen wüh­len, bis ich zum eigent­li­chen Ori­gi­nal des Songs durch­ge­drun­gen bin, das 1967 von The Kinks auf­ge­nom­men wurde (Video). Ein Maga­zin wählte die­ses Lied ein­mal zum schöns­ten Song über die Stadt Lon­don. Pro­ble­ma­ti­scher erwies sich da schon der Son­nen­un­ter­gang, denn wäh­rend unse­res Auf­ent­hal­tes zeigte sich das Wet­ter sehr wech­sel­haft und lau­nisch und bescherte uns kei­nen anstän­di­gen Son­nen­un­ter­gang, wir haben aber ver­sucht, das Beste dar­aus zu machen und die Auf­gabe halb­wegs zu lösen. Doch kom­men zum eigent­li­chen Inhalt des Songs. Im Lied heißt es:

Mil­li­ons of People swar­ming like flies around Water­loo Under­ground. But Terry und Julie cross over the River, where they feel safe and sound. And they don’t need no fri­ends, as long as they gaze on Water­loo Sun­set they are in Paradise.

Waterloo Bahnhof Ausgang Richtung Brücke

Bild 2

Bild 3

Bild 3

Soweit so gut. Sind wir also zunächst zur Water­loo Under­ground Sta­tion gefah­ren, die auch gleich­zei­tig den Bahn­hof Water­loo beher­bergt (Bild 1) und zu den größ­ten Bahn­hö­fen in Lon­don zählt. Nach anfäng­li­chen Ori­en­tie­rungs­pro­bleme haben wir dann doch den rich­ti­gen Aus­gang gefun­den, den die im Lied­text beschrie­be­nen Schwärme von Men­schen sind nicht unbe­dingt jeder­manns Sache. (Bild 2) Auf unse­rem Weg zur eigent­li­chen Water­loo Bridge konn­ten wir dann aber schon abse­hen, das das mit dem Son­nen­un­ter­gang wohl nichts wer­den würde, denn die Sonne ging zwar unter, war aber hin­ter dem stür­mi­schen Wol­ken ver­bor­gen (Bild 3), aber wenn wir schon einen Plan anfan­gen füh­ren wir ihn auch zu ende. So habe wir uns dann auf der Brü­cke pos­tiert und ver­sucht ein anstän­di­ges Bild zu schie­ßen, für das wir eigent­lich einen Tou­ris­ten an Land zie­hen wollte, auf­grund des Wet­ters wollte sich wohl kei­ner Bli­cken las­sen.  So musste ich also das Foto selbst machen, was mir auf­grund mei­ner enor­men kör­per­li­chen Fle­xi­bi­li­tät natür­lich auch gelun­gen ist. Wer Terry und wer Julie ist, brau­che ich wohl nicht zu erwäh­nen und den Son­nen­un­ter­gang, der sich hin­ter den Wol­ken abspielte, über­lasse ich Olafs und Eurer Phantasie.

Julie und Terry

Julie und Terry

(Bild­quelle: Art­moss­fear, Eigene)
  1. Diese Lebens­weis­heit wurde übri­gens von einem ame­ri­ka­ni­schen Inge­nieur geprägt, der die Aus­wir­kun­gen des Men­schen auf Kom­plexe Sys­teme unter­suchte (Quelle), wie der hieß dürfte wohl klar sein []
  2. Laut unse­rem Guide bei der Füh­rung hat Jack sei­nen Namen wohl von einem übereif­ri­gen Jour­na­lis­ten, denn der Brief in dem der Namen erst­mals Ver­wen­dung fand soll eine Fäl­schung sein []
  3. Eigent­lich die bota­ni­sche Bezeich­nung für die Gurke, offen­bar waren die Eng­län­der zu faul sich eine ordent­lich Bezeich­nung aus­zu­den­ken. []

10 Kommentare

  1. Ha, herr­lich, ich lieg am Boden vor Lachen! (oder rofl wie man neu­er­dings sagt)

    Siehste mal, immer­hin noch neben­her den Unter­schied von Gurke und Gurke gelernt :) Ein wun­der­hüb­sches Bild. Das alter­na­tive konnte ich noch nicht bewun­dern (siehe E-Mail).

  2. Klasse! Das Gur­ken­bild ist genial und auch die ande­ren Sachen sehr gut umge­setzt. Ins­ge­samt eine gelun­gene Aktion, die Nach­ah­mung ver­dient. Mach ich viel­leicht auch mal, wenn ich das nächste Mal in den Urlaub fahre. :)

  3. Das Gur­ken­bild ist toll, aber die Ant­wort des Schlips­trä­gers auch *lach* Ich finds aber immer schön wenn Musik zu sol­chen Begeg­nun­gen führt. Jeden­falls alle­samt gut umgesetzt =)

    LG

  4. @juliaL49: Schön das ich Dich zum lachen brin­gen konnte, das ich mein höchs­tes Glück :) Die Sache mit der Gurke hat aller­dings für einige Ver­wir­rung gesorgt, trotz mei­ner eigent­lich recht guten Eng­lisch­kennt­nisse sollte ich mir beim nächs­ten mal einen klei­nen Duden mit­neh­men um micht nicht mit schlech­ten Wör­tern lächer­lich zu machen. Ich habe Dir die E-Mail erneut geschickt, dies­mal sollte es funktionieren.

    @Konna: Hast du denn schon wie­der Urlaub ver­dient? Nein im Ernst, es würde mich freuen, Dir eine Auf­gabe stel­len zu kön­nen, gerne auch mit loka­lem Bezug :)

    @Atanua: Warte ab bis ich zu Dei­ner Auf­gabe komme :) Aber in der Tat, diese Begeg­nung hat mir den gan­zen Tag geret­tet und traf mich sehr uner­war­tet. Es ist doch oft erstaun­lich was hin­ter man­chen Anzü­gen an Men­schen drin steckt :)

  5. Hehe, sehr schön ^_^

  6. *lach* Genial Robert … mehr davon *liebschau*

  7. Karte lag ges­tern in mei­nem Briefkasten.Herzlichsten Dank!:D

  8. @stoffel: Mehr davon hast du ja heute bekom­men :)
    @Pixella: Schön, ich hatte schon Angst ich hätte zu wenig Porto drauf­ge­klebt, weil du die erste mit Rück­mel­dung bist :)

  9. Die Gurke hatte ich vor ein paar Jah­ren auch in Lon­don gese­hen, da wusste ich aber nicht vom Spitz­na­men „Gurke”. Und was macht man in so einem Fall? Man hat seine eigene Asso­zia­tion.
    Zu dem Zeit­punkt wurde im TV gerade mas­siv der O.B. Tam­pon jetzt mit Quer­ril­len beworben.

    p.s. Das T-Shirt ist echt cool!

  10. Man müsste die Gurke mal aus­gra­ben um her­aus­zu­fin­den ob unten ein Faden dran hängt :D Wirk­lich schlimm zu wel­chen Lach­an­fäl­len mich deine Asso­zia­tion ani­miert hat!

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