8 Dezember

Briten blockieren Wikipedia Artikel der Scorpions

von Robert ForstKategorie: Ansichtssache5 Kommentare

Seit Wind of Change kennt die Scor­pi­ons eigent­lich jeder, die Hymne der deut­schen Ein­heit gehört mitt­ler­weile zu den tot gespiel­tes­ten Lie­dern mei­ner per­sön­li­chen musi­ka­li­schen Zeit­rech­nung. Das die­ser Wind der Ver­än­de­rung die Alt-Rocker noch ein­mal mit Ihrer Ver­gan­gen­heit kon­fron­tiert, dürfte nicht nur inner­halb der Band für Auf­se­hen gesorgt haben. Stein des Ansto­ßes ist das Cover des 1976 erschie­nen Albums Vir­gin Kil­ler (Jung­frauen Mör­der), das ein nack­tes und offen­bar kind­li­ches Mäd­chen hin­ter einen zer­sprun­ge­nen Glas­scheibe zeigt. Wiki­pe­dia zeigt die­ses Cover in ihrem eng­lisch­spra­chi­gen Arti­kel über die­ses Album und wurde des­we­gen für die bri­ti­schen Nut­zer des Inter­nets gesperrt.

Die 6 größ­ten bri­ti­schen Inter­net­pro­vi­der sind der Emp­feh­lung der Inter­net Watch Foun­da­tion (IWF) nach­ge­kom­men und haben den Zugang zu die­sem Arti­kel blo­ckiert, damit kann der größte Teil der bri­ti­schen Bevöl­ke­rung die­sen Arti­kel nicht mehr auf­ru­fen.  Sie fürch­ten, mit dem Gesetz zum Schutz vor Kin­der­por­no­gra­phie in Kon­flikt zu kom­men. Schon 1976 sorgte das Cover inter­na­tio­nal für Auf­se­hen und wurde durch einige Län­der zen­siert und durch die Dar­stel­lung der Band­mit­glie­der ersetzt, um den kom­mer­zi­el­len Erfolg nicht zu gefähr­den. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


16 November

Lutz Heilmann gegen Wikipedia: Zensur pur

von Robert ForstKategorie: Ansichtssache6 Kommentare
Wikipedia Screenshot

Wiki­pe­dia Screenshot

Eigent­lich wollte ich nur eine Zeit­schrift kau­fen, doch das Radio des Kiosk­be­trei­bers machte diese Pläne zunichte. Wie ich da hörte, geht es um einen gewis­sen Lutz Heil­mann, Poli­ti­ker der Lin­ken und Mit­glied des Bun­des­ta­ges der mit einem Ein­trag zu sei­ner Per­son, die auf Wiki­pe­dia zu lesen ist nicht ein­ver­stan­den war. Anstatt aber nur sei­nen Ein­trag sper­ren zu schlies­sen hat sich dafür ent­schie­den gleich die ganze Seite sper­ren zu las­sen. Bis zu die­sem Zeit­punkt war ich der Mei­nung, das sei so ein­fach gar nicht mög­lich. Getäuscht habe ich mich, denn kaum zu Hause ange­langt las ich auf der Inter­net­seite von Wikipedia:

Mit einstweiliger Verfügung des Landgerichts Lübeck vom 13. November 2008, erwirkt durch Lutz Heilmann, MdB (Die Linke), wird es dem Wikimedia Deutschland e.V. untersagt, "die Internetadresse wikipedia.de auf die Internetadresse de.wikipedia.org weiterzuleiten", solange "unter der Internet-Adresse de.wikipedia.org" bestimmte Äußerungen über Lutz Heilmann vorgehalten werden. Bis auf Weiteres muss das Angebot auf wikipedia.de in seiner bisherigen Form daher eingestellt werden. Der Wikimedia Deutschland e.V. wird gegen den Beschluss Widerspruch einlegen. (Quelle: wikipedia.de)

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4 September

Google ist nicht das Problem

Es gibt Arti­kel in den Print­me­dien die ich gut finde und es gibt Arti­kel, bei denen dau­ert das Lesen län­ger als der Stuhl­gang. So wie neu­lich gesche­hen. Zu Beginn war ich doch sehr skep­tisch, denn was sonst könnte ich von einem Internet-Philosoph erwar­ten als das er über den Sinn und Zweck des Inter­nets eine Abhand­lung schreibt. Doch weit gefehlt, der Mann spricht das aus, was ich denke. In dem beid­sei­ti­gen und aus­führ­li­chen Inter­view der c’t mit David Wein­ber­ger geht es um das von Ihm mit­ver­fasste Cluetrain-Manifest, das ein geord­ne­tes Chaos im Inter­net anstrebt.

Wenn wir nicht aufpassen, dann rutschen wir ab in ein ganz düsteres Online-Zeitalter. Dann werden die Access-Provider kontrollieren, was wir im Netz sehen und was nicht. Sie werden bestimmen, welche Inhalte wichtiger sind als andere. In den USA haben wir bereits eine Kartell-Situation. Selbst die Politik schreit fortwährend nach "Kontrolle über das Internet".
Ja ich habe Angst. Angst davor, dass wir uns das kaputt machen, was wir in den glorreichen letzten 15 Jahren aufgebaut haben. Und das ist nicht weniger als das größte Gemeinschaftsprojekt, das die Menschheit je auf die Beine gestellt hat. Und warum ist es so groß geworden? Weil keiner es kontrolliert hat. Kein Unternehmen der Welt hätte eine solche Entwicklung planen und umsetzen können. Business wird doch fast ständig von der Angst getrieben. Oft ist es gute Angst, wenn ich darauf achte, dass mich der Wettbewerber nicht unterbietet. Manchmal ist die Angst aber auf tiefschwarz.

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