25 Dezember

Der kleine Nazi - Der Engel grüßt den lieben Gott

Die Geschenke sind ver­teilt, das Weih­nachts­es­sen hat alle satt und zufrie­den gemacht. Die ganze Fami­lie sitzt zusam­men, man redet ange­regt und seufzt im Kol­lek­tiv, wenn Opa wie­der anfängt von frü­her zu erzäh­len. Wie wenig sie zu essen hat­ten, wie kalt es gewe­sen ist und wie froh man war, wenn das Christ­kind einen Scho­ko­rie­gel brachte. Der all­ge­gen­wär­tige Krieg, die Angst vor der Gestapo, von den pol­tern­den Schrit­ten der SS, die aus dem Nach­bar­haus wie­der eine jüdi­sche Fami­lie ver­schleppte. Als Oma anfängt zu wei­nen, wer­den die Kin­der in Wohn­zim­mer geschickt oder gehen frei­wil­lig, »Stirb lang­sam — Jetzt erst recht« ist span­nen­der als die Geschich­ten der Großeltern.

Was pas­sie­ren kann, wenn Ver­gan­gen­heit ver­drängt wird, zeigt der Kurz­film »Der kleine Nazi« von Petra Lüschow, der auf sati­ri­sche Weise ein Weih­nach­ten insze­niert, bei dem Ver­drän­gung oder Beschö­ni­gung zur schal­len­den Ohr­feige wird. Wie lange haben wir noch Augen­zeu­gen, die uns erzäh­len kön­nen wie es wirk­lich war? Warum gibt es nur gute Geschich­ten, in denen man half einen Juden zu ver­ste­cken oder zu befreien? Wo sind die Geschich­ten von fal­schen Idea­len, von der Angst dage­gen zu sein und von der Macht der Masse? Den gan­zen Arti­kel lesen… »


24 Dezember

Ohne Worte: Fröhliche Weihnachten

Kategorie: Dunkelkunst2 Kommentare

»Wenn der Mensch doch auf­hörte, sich auf die Grau­sam­keit der Natur zu beru­fen, um seine eigene zu ent­schul­di­gen! Er ver­gisst, wie unend­lich schuld­los auch noch das Fürch­ter­lichste in der Natur geschieht.« (Rai­ner Maria Rilke)

(Bild: Ralph Stead­man via micha­el­sporn­ani­ma­tion)


22 Dezember

Weihnachtsterror zwischen Büchern und Tee

Kategorie: Ansichtssache19 Kommentare

Ich wusste, ich hätte zu Hause blei­ben sol­len. Ich folgte jedoch dem inne­ren Ruf nach Kon­takt mit der Außen­welt, igno­rierte die Stimme der Ver­nunft und wagte mich in die Fuß­gän­ger­zone. Mal wie­der in der Aus­lage der Buch­hand­lung stö­bern, den hei­mi­schen Tee-Vorrat auf­fül­len oder viel­leicht eine spie­le­ri­sche Herausforderung?

Wie naiv ich doch war. Es hätte doch klar sein müs­sen, dass ich 2 Tage vor dem Weih­nachts­fest auf eine ein­kaufs­wü­tige Masse tref­fen würde, die ver­zwei­felt ver­sucht, das letzte Geschenk für die unlieb­same Ver­wandt­schaft zu ergat­tern. Ich meine, wenn einem die Ideen aus­ge­hen geht man doch in die Buch­hand­lung um ein Buch zu kau­fen, von dem man sich vor­stel­len könnte, dass es der andere gebrau­chen könnte. Bücher zu ver­schen­ken, ja das adelt doch die eige­nen Absich­ten an den Bil­dungs­an­spruch. Schnell ein Buch mit den gesam­mel­ten Wer­ken von Her­mann Hesse, oder einen Gedicht­band von Rilke? Das wirkt lite­ra­risch, bele­sen, gebil­det — ganz egal ob der andere über­haupt Geschmack dafür erüb­ri­gen kann. Ich fühle mich gut, weil ich Bil­dung ver­schenke und der andere muss sich ein­fach gut füh­len, weil man ihm zutraut für sol­che Werke zugäng­lich zu sein. Ein ver­meint­li­che Win-Win Situa­tion. Und wenn alle Ideen aus­ge­hen, dann eben ein Gut­schein, mit dem kann man doch immer was anfangen.

Schnell merkte ich, dass es ein voll­kom­men behäm­merte Idee war, in die Buch­hand­lung zu gehen, 2 Tage vor dem Fest. Ich suchte Ret­tung in der Tee­hand­lung. In Zei­ten von Kaf­fee­misch­ge­trän­ken und Wein­fla­schen, die man Weih­nach­ten nun mal schenkt um das Fest halb­wegs zu ertra­gen., schien das eine gute Alter­na­tive zu sein. Wie eng­stir­nig von mir. Hätte ich nur einen Schritt wei­ter­ge­dacht, wäre mir in den Sinn gekom­men, dass Tee so ähnlich ein­ge­setzt wird wie Bücher. Schlimms­ten­falls sogar zusam­men. Ich meine 9,99€ für ein Buch? Und das zu Weih­nach­ten? Den meis­ten ist diese Form der Wert­schät­zung des ande­ren zu gering und nur ein Buch mit einer fer­tig gedruck­ten Karte? Nein, das geht nicht. Also legt man zu Daniela Kat­zen­ber­gers Werk »Sei schlau, stell Dich dumm« noch schnell einen mög­lichst absur­den Kräu­ter­tee mit Hus­ten­bon­bon­ges­schmack oder eine Schwarztee-Mischung von der man gehört hat, dass sie gut sein soll. Und weil man selbst keine Ahnung hat, löchert man die über­for­der­ten Ver­käu­fe­rin­nen, um am Weih­nachts­abend mit mög­lichst fach­kun­di­gen Aufbrüh-Hilfen auf­war­ten zu kön­nen. So taps­ten hilf­lose Kun­den durch den Tee­la­den und behin­der­ten mich mas­siv beim Kauf mei­nes gelieb­ten Earl Grey, den ich ja eigent­lich auch nur trinke, weil Jean-Luc Picard ihn auch trinkt. Ich wollte ein­fach nur weg. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


30 Dezember

Spontis Wochenschau #44

Kategorie: Wochenschau2 Kommentare

Spontis WochenschauNie­mands­land. Die Woche zwi­schen Weih­nach­ten und Syl­ves­ter ist immer mit einer beson­de­ren Stim­mung auf­ge­la­den. Seit Jah­ren habe ich meis­tens das Glück an die­sen Tagen Urlaub zu genie­ßen und die Zeit aus­gie­big für Jah­res­ab­schluss­ar­bei­ten zu nut­zen. Oder auch nicht, aber pla­nen und dar­über reden ist ja schon mal ein klei­ner Schritt. Mit ande­ren Wor­ten, ich habe eigent­lich noch nichts von dem gemacht, was ich mir eigent­lich vor­ge­nom­men habe, wie so oft in einem Urlaub.  Die Zeit zwi­schen Weih­nach­ten und Syl­ves­ter ist sozu­sa­gen Nie­mands­land, geis­tig habe ich bereits mit dem alten Jahr abge­schlos­sen wäh­rend das neue noch nicht begon­nen hat. Und so schwebe ich zwi­schen Ver­gan­gen­heits­be­wäl­ti­gung und Zukunfts­vi­sio­nen in einem Hauch aus Nichts und ver­fas­sen die letzte Wochen­schau des Jahr­gangs 2010. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


24 Dezember

Ohne Worte: Stille Nacht

Hexenweihnacht

The Witch’s Christ­mas. Spon­tis wünscht allen sei­nen Abon­nen­ten, Feede­mp­fän­gern, Kom­men­ta­to­ren und Lesern ein wun­der­schö­nes Weihnachtsfest.

»Die Stille (von alt­hoch­deutsch stilli: ohne Bewe­gung, ohne Geräusch) bezeich­net in der deut­schen Spra­che die emp­fun­dene Laut­lo­sig­keit, Abwe­sen­heit jeg­li­chen Geräu­sches, aber auch Bewe­gungs­lo­sig­keit. Ihre umgangs­sprach­li­che Stei­ge­rung ist die Toten­stille. Vom Wort „Stille“ ist das Verb „stil­len“ abge­lei­tet, da der Säug­ling beim Trin­ken ruhig wird.« (Wiki­pe­dia)


22 Dezember

Ohne Worte: Religionsbricolage

Michael Knapp - Santa Santa

»Die eigen­ver­ant­wor­tete reli­giöse Trans­for­ma­tion stellt eine sub­jek­ti­vie­rende, indi­vi­dua­li­sierte Aus­ein­an­der­set­zung mit Moder­ni­sie­rungs­ver­un­si­che­run­gen dar, in der eine eigen­ver­ant­wort­li­chen Lebens­ori­en­tie­rung neu kon­stru­iert wird.« (Bild: Michael Knapp, Text)


21 Dezember

O Tannenbaum - Schwarze Musik an Weihnachten?

Kategorie: Dunkle Klänge7 Kommentare

Nach­dem ich bereits 2008 über ein den Mythos eines schwar­zen Weih­nachts­fes­tes geb­loggt habe, möchte ich diese Idee pas­send zum bevor­ste­hen­den Fest noch ein­mal auf­grei­fen und eine Idee, die Sabrina mit ihrer Alter­na­tive zu »Last Christ­mas« anregte, wei­ter­ver­fol­gen. Musik ist für mich ein essen­ti­el­ler Bestand­teil des Lebens und so darf natür­lich auch ein Weih­nach­ten ein fein säu­ber­lich zusam­men gestell­ter Sam­pler feh­len, der das gemein­same Essen und das anschlie­ßend besinn­li­che Bei­sam­men­sein musi­ka­lisch unter­malt. Wirft natür­lich die Frage für den inter­es­sier­ten Otto-Normal-Verbraucher auf, mit wel­cher Musik so ein Gruf­tie sein Fest beschallt. Gibt es über­haupt schwarze Weihnachtsmusik?

Nein, auch wenn Sam­pler wie bei­spiels­weise »Black Snow Vol. 2 – the com­ple­tely dif­fe­rent Xmas com­pi­la­tion« (Link) ver­mu­ten las­sen ein idea­les Geschenk für den Gothic von heute ent­deckt zu haben. Musik zu Weih­nach­ten ist ein sub­jek­ti­ver Akt, der sich immer durch das Gehör des Indi­vi­du­ums bestimmt und gele­gent­lich unty­pi­schen Riten unter­wor­fen ist. So ist der Klas­si­ker »Last Christ­mas« bei­spiels­weise für man­che ein Song, der das weih­nacht­li­che Gefühl erst aus­löst und der andere voll­stän­dig aus dem Kon­zept reißt und mit­un­ter sogar in eine vor­weih­nacht­li­che Depres­sion stür­zen lässt.

Um die Frage, ob ein ech­ter Gruf­tie über­haupt die­ses christ­li­che Fest für sich ver­ein­nah­men darf gleich vor­weg zu grei­fen: »I don’t care what people say…« (Xmas Tip1) Ob irgend­wel­che Tra­di­tio­nen, reli­giö­sen Ansich­ten oder Feste gefei­ert wer­den ist mir und sollte mög­lichst allen egal sein. Ver­folgt man die ein­schlä­gige Lite­ra­tur so erfährt man, das der in der Regel unre­li­göse aber gut infor­mierte Gruf­tie sich seine eine »Reli­gi­ons­bri­co­lage« (nach Hel­sper und Richard) zusam­men­baut, in der zahl­rei­chen Ein­flüsse aus den unter­schied­lichs­ten Rich­tun­gen breit machen. Kurio­ser Weise wis­sen die meis­ten Gruf­ties mehr über Reli­gio­nen als die reli­giö­sen selbst und zei­gen sich bei pas­sen­der Gele­gen­heit als äußerst Bibel­fest, aber das ist nur ein Ein­druck und »I don’t want to start, any blas­phe­mous rumours…« (Xmas Tip2). Den gan­zen Arti­kel lesen… »


1 Dezember

Vorweihnachtlicher Einkaufsstress?

Einkaufsstress an WeihnachtenAm 24. Dezem­ber, dem hei­li­gen Abend, habe ich ein ganz beson­ders kurio­ses Ritual, das ich nun schon seit gefühl­ten Ewig­kei­ten pflege. Und folgt man der Dis­kus­sion über die Defi­ni­tion von Gothic, so kann der Ein­druck erweckt wer­den, ich würde das aus eben den genann­ten Grün­den immer wie­der machen. Bekannt­lich haben die Geschäfte am 1. und 2. Weih­nachts­fei­er­tag geschlos­sen und sind damit — je nach Jah­res­lage — ein ordent­li­cher Bat­zen ohne die Mög­lich­keit ein­zu­kau­fen was die Mensch­heit mit panik­ar­ti­gen Ein­käu­fen am 24, Dezem­ber quit­tiert. »Man will vor­be­rei­tet sein« hört man da, »Tante Erna kommt doch noch und die trinkt nur Ramazotti«, wird auch gerne genom­men, oder »Scheiße, ich habe die Paprika für das Weih­nachts­es­sen ver­ges­sen« schallt es auch aus man­chen Küchen — viel­leicht geht auch ein­fach nur die Welt unter, wer weiß. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


17 November

Jetzt schon Tradition: Blogger-Adventskalender 2010

Aventskalender von funkygogAdvents­ka­len­der. Eine recht junge Tra­di­tion, die zunächst mit 24 Bil­dern an der Wand oder Krei­de­stri­chen an der Tür erst­mals im 19. Jahr­hun­dert zu fin­den sind. Christ­lich ange­lehnt (es geht ja schließ­lich Weih­nach­ten ent­ge­gen) ent­wi­ckelt sich diese Idee aber sehr schnell zum kom­mer­zi­el­len Dau­er­bren­ner. 1958 gab es die ers­ten mit Scho­ko­lade gefüll­ten Kalen­der, die natür­lich auf Kin­der zuge­schnit­ten waren und auch in mei­ner Kind­heit an der Wand pran­ger­ten. Die ganze Geschichte des Advents­ka­len­ders fin­det ihr hier.

In der spä­ten Jugend ver­schwand diese Tra­di­tion aus mei­nem Leben um mich durch meine erste große Liebe wie­der ein­zu­ho­len, denn Mäd­chen ste­hen auf Advents­ka­len­der und so über­raschte man mich im zar­ten Alter von 20 wie­der mit einem Advents­ka­len­der. Dies­mal selbst gebas­telt und vol­ler klei­ner Auf­merk­sam­kei­ten, die wir Män­ner in unsere Spät-pubertären Phase über­haupt noch nicht ein­ord­nen kön­nen. Natür­lich wünsch­ten sich die Damen eine ebenso schö­nen Kalen­der, was sie auf Nach­frage »Willst du etwa auch einen Advents­ka­len­der?« aber vehe­ment abstrit­ten. Frauen ver­stand ich damals noch nicht und so nahm ich die Ableh­nung natür­lich für bare Münze, was sich aber im Laufe der Zeit als Feh­ler erwies. Ja, Frauen möch­ten auch Advents­ka­len­der, selbst wenn sie es abstrei­ten.  Heute ver­stehe ich Frauen immer noch nicht rich­tig, weiß aber das hin­ter einem Nein oft ein Ja steckt. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


24 Dezember

Fröhliche Weihnachten

Kategorie: Ansichtssache8 Kommentare

Obwohl ich mit­ten im Koch­stress bin, will ich Weih­nach­ten nicht ver­strei­chen las­sen, ohne etwas geb­loggt zu haben. Ich wün­sche euch ein besinn­li­ches und ruhi­ges Weih­nachts­fest im Kreise eurer Liebs­ten. Lasst es euch gut gehen und zankt euch nicht. Stich­wort Zan­ken, ist euch eigent­lich schon­mal auf­ge­fal­len, das sich viele Ehe­paare am hei­li­gen Abend strei­ten? Offen­bar sind viele Ehe­paare die inten­sive Zwei­sam­keit nicht gewohnt und strei­ten sich dann über Klei­nig­kei­ten, schmück doch mal den Baum, deck doch mal den Tisch, helf mir doch mal Kochen. Dabei kön­nen wir Män­ner uns die Sache doch echt ein­fach machen:

(Ich hoffe ihr mögt »schwar­zen« Humor *gg*)