29 Juli

Musikperlentaucher - Tauchgang #05

von Robert ForstKategorie: Dunkle Klänge4 Kommentare

Malaria! - Kaltes klares Wasser

Heute ist mir nach Deutsch. Als Punk noch neu war und New Wave die neue Avant­garde, machte die Ber­li­ner Frauen Combo Mala­ria! 1981 von sich reden. Zum einen natür­lich, weil es alles Frauen waren, die mit ihren Durch­set­zungs­ver­mö­gen und ihrer bur­schi­ko­sen Art die männ­lich domi­nierte Musik­szene auf­misch­ten und zum ande­ren weil ihre Musik  so anders, so expe­ri­men­tell und so Deutsch war. Gerade als Punk sich zu eta­blie­ren schien und New Wave für neu gehal­ten wurde, sprengte die Band den künst­le­ri­schen Rah­men und ver­einte die meis­ten Musik­rich­tun­gen unter einer neuen künst­le­ri­schen Sonne. Gerade in Künst­ler­krei­sen, aus denen auch Front­frau Gudrun Gut stammt, war man ganz ver­zückt von der Ener­gie der 4 Ber­li­ne­rin­nen. So war ihr Stück Kal­tes kla­res Was­ser auch zunächst als Live-Performance aus­ge­legt und sollte eigent­lich gar nicht auf Platte gepresst wer­den, doch schnell ent­deckte der Under­ground das Stück für sich und machte es zum Hit. Den meis­ten wird sicher­lich die Dance-Version von den Chicks on Speed ein Begriff sein, mir gefällt das Ori­gi­nal aber bes­ser — es ist küh­ler, dunk­ler und viel klarer.

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3 Juli

Sommer 1987 - Spontis Mixtape

beetFreeQ blogparade

Es ist 34 Grad in die­sem Juli 1987, noch haben die Ferien nicht begon­nen, aber die Sonne brennt so gna­den­los vom Him­mel, das selbst das Ei nicht in der Pfanne bleibt. Die Schule an die­sem Frei­tag ist vor­bei. Hit­ze­frei. Sol­che Gele­gen­hei­ten haben wir immer genutzt, den Nach­mit­tag im Frei­bad zu ver­brin­gen. Ich habe mich dann immer an die coo­len Jungs mei­ner Schule ran­ge­han­gen, denn die hat­ten einen Kas­set­ten­re­cor­der. Jeder der was auf sich hielt, hatte ein selbst gemischte Kas­sette dabei, wenn die gespielt wurde und die Leute die Mischung cool fan­den, war man ein Held.

beet­FreeQ hat die­ses Phä­no­men der Jugend auf­ge­grif­fen und eine Blog­pa­rade mit dem Titel Das per­fekte Mixtape draus gemacht. Von den kos­ten­lo­sen Online-Diensten, die eine eigene Zusam­men­stel­lung von Musik anbie­ten habe ich mich für groo­ve­shark ent­schie­den, denn das bie­tet die größte musi­ka­li­sche Aus­wahl. Ein Thema und rund eine Stunde Lauf­zeit schränk­ten meine per­sön­lich Aus­wahl zwar ein, war aber zu bewerk­stel­li­gen. Wo ich mir so das Wet­ter angu­cke und im Radion was von Feri­en­be­ginn höre, muss ich gleich an das Frei­bad den­ken in das ich seit mei­ner Jugend gehe. Aus meine Erin­ne­rung (ohne den Anspruch auf chro­no­lo­gi­sche Rich­tig­keit der Daten) habe ich ein Mixtape zusam­men­ge­stellt wie ich auch damals ein beses­sen habe. Wer noch mit­ma­chen möchte, hat bis zum 31.07.2009 Zeit. Hier jeden­falls meine per­sön­lich Inter­pre­ta­tion: Den gan­zen Arti­kel lesen… »


26 April

Musikperlentaucher - Tauchgang #03

von Robert ForstKategorie: Dunkle Klänge3 Kommentare

Tuxedomoon - No Tears

Das Stu­dium der elek­tro­ni­sche Musik ist tro­cke­ner und äußerst tech­ni­scher Stoff und führte Anfang der 80er für die bei­den Stu­den­ten Blaine L. Rei­nin­ger und Ste­ven Brown unwei­ger­lich zum New Wave, dem Musik­genre der elek­tro­nisch melo­di­schen Musik. 1977 grün­de­ten sie Tuxe­do­moon, die 1978 die EP No Tears ver­öf­fent­lich­ten, ohne jedoch damit son­der­li­che Auf­merk­sam­keit zu erre­gen. Das in den USA dafür kein Nähr­bo­den ist, erkann­ten auch Tuxe­do­moon 1980 und wech­sel­ten nach Europa, der Petri-Schale für den New Wave der 80er. Spä­tes­tens nach eini­gen Kon­zer­ten im Düs­sel­dorf Ratin­ger Hof und dem Ber­li­ner SO36 1981 war ihre Popu­la­ri­tät in den düs­te­ren Krei­sen Deutsch­lands legen­där. In Eng­land tour­ten sie mit Caba­ret Vol­taire und auch mit Joy Divi­sion, kurz bevor sich Ian Cur­tis das Leben nahm. Bei einem Work­shop für elek­tro­ni­sche Musik, bei dem sie sich als Dozen­ten ver­such­ten, war Marc Almond ein Teil­neh­mer. Die Zei­len »No Tears for the Crea­tures of the Night…« sind bis heute viel­deu­tige Beschrei­bung der schwar­zen Szene. Ein groß­ar­ti­ges Stück. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


1 April

Improve Everywhere: Beerdigung am ersten April

von Robert ForstKategorie: Schwarze Szene8 Kommentare

Beerdigung

Schön das der erste April end­lich vor­bei ist, auf­ge­setzte Späße auf Kos­ten ande­rer sollte nicht nur an einem Tag des Jah­res breite Zustim­mung fin­den. Das Team von Improve Ever­y­where ist bekannt für seine sorg­fäl­tig auscho­reo­gra­fier­ten Flashmo­bähn­li­chen Atta­cken auf unschul­dige Pas­san­ten. Mit wit­zi­gen und spek­ta­ku­lä­ren Aktio­nen konn­ten sich die Macher einen fes­ten Platz in mei­nem heiß begehr­ten Feed-Reader ergat­tern. Das eine Beer­di­gung nicht immer im engs­ten Kreis der Fami­lie statt­fin­den muss, ist nicht nur hier ein Begriff. Was aber wenn plötz­lich 30 wild­fremde Men­schen der Beer­di­gung eines guten Freun­des bei­woh­nen? Aus einer lang­wei­li­gen Beer­di­gung ein Ereig­nis machen, das allen Trau­ern­den noch lange im Gedächt­nis blei­ben wird?

In Mexiko wäre das nicht wei­ter schlimm, denn nir­gendwo sonst wird eine Beer­di­gung bun­ter, lau­ter und schril­ler gefei­ert. Aber in der west­lich beein­fluss­ten Rest­welt? Ein durch­aus inter­es­san­ter Ansatz, den sich die 30 Prot­ago­nis­ten aus­ge­dacht haben, auch wenn es sich letzt­end­lich als April­scherz her­aus­ge­stellt hat. Denn es erschien doch zu absurd, eine wild­fremde Beer­di­gung zu stür­men, spä­tes­tens bei den Kame­ras hätte man stut­zig wer­den sol­len. Wer aber einen Blick in die Kom­men­tare wirft stellt schnell fest, das es neben vie­len Anhän­gern auch Kri­ti­ker auf den Plan ruft, die allein die Idee schon wie­der für unmög­lich hal­ten. Es bleibt also ein durch­aus gelun­ge­ner April­scherz mit einer ein­deu­ti­gen Mes­sage, Trauer ist ein Teil unse­res All­tags und muss nicht immer auf die glei­che Weise zele­briert wer­den. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


31 Oktober

New Wave & Zwei die es wissen müssen

Farin_Urlaub-croppedNew Wave war nicht nur ein Musik­genre son­dern viel­mehr der Beginn eines Stü­ckes Musik­ge­schichte und einer Sub­kul­tur. Mar­kus Kavka und Farin Urlaub sind zwei Zeit­zeu­gen die­ser Ära, denn bei­den steck­ten zu die­ser Zeit mit­ten in Ihrer Pubertät.

Wäh­rend der eine kör­per­lich und musi­ka­lisch wuchs, wuchs der andere nicht und ist jetzt Mode­ra­tor bei MTV und dafür ver­ant­wort­lich, dass sich die bei­den zusam­men­ge­setzt haben und eine ganze Weile sehr inter­es­sant über die Wave Musik der 80er spre­chen. Gewürzt wird das ganze durch Musik­vi­deos, die ein­deu­tig für Herrn Urlaubs Musik­ge­schmack spre­chen. Unzäh­lige Anek­do­ten der Bei­den las­sen das ganze nicht zu einem Exper­ten­ge­schwa­fel ver­kom­men, son­dern bie­ten eine sehr unter­halt­same Reise in die 80er und das Leben der Gruft­szene. So hatte Farin eine eng­li­sche deutsch-brasilianische Freun­din, die in einem Lon­do­ner Squat lebte, was zu die­ser Zeit so ziem­lich das coolste war, was man haben konnte. Dage­gen wirkt der wegen sei­ner Trich­ter­fri­sur und dem auf die Schläfe auf­ge­mal­ten Ein­schuss­loch vor der Tür der Dorf­disko abge­wie­sene Mar­kus Kavka schon fast bie­der. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


20 Oktober

Eigenes MTV ohne Klingeltonwerbung

von Robert ForstKategorie: Vernetzt2 Kommentare

Als Kind der Gene­ra­tion Golf stand mir 1974 noch nicht der Sinn nach Musik, erst mit Beginn der 80er und der ein­set­zen­den Gene­ra­tion MTV ent­stand bei mir die Lust auf Musik aus der auch die nun resul­tie­rende Lei­den­schaft für gute Musik­vi­deos her­an­wuchs. Was heute davon übrig geblie­ben ist nervt mich viel mehr als das es mir Freude berei­tet. Gelang­weilte oder Sinn­ent­leerte Mode­ra­to­ren prä­sen­tie­ren von Musik­vi­deos unter­bro­chene Wer­be­blö­cke für Klin­gel­töne. Kurz­fris­tige Pla­nun­gen zum bezahl­ten Emp­fang ent­spre­chen­der Videos habe ich auf­grund feh­len­der Bereit­schaft dafür Geld zu bezah­len schnell zer­streut. Dann kam das Inter­net und Youtube auf dem sich unzäh­lige Musik­vi­deos befin­den, eine wahre Gold­grube wenn auch in beschei­de­ner Qua­li­tät, immer­hin (noch) ohne Wer­be­un­ter­bre­chun­gen. Die Musik die ich abspiele erfasse ich mit Last FM, was läge also näher, beide Dienste mit­ein­an­der zu verbinden?

Tim Bormans aus Bel­gien hat sich dar­über ein paar Gedan­ken gemacht und die API bei­der Dienste mit­ein­an­der ver­knüpft. Durch die Ein­gabe sei­nes Nut­zer­na­mes stellt das Pro­gramm eine zufäl­lige Zusam­men­stel­lung der gehör­ten Künst­ler zusam­men, ruft die  Musik­vi­deos bei Youtube ab und stellt bei­des in der gewohnte Größe dar.

Dar­aus ent­steht dann quasi der eigene Musik­sen­der ohne Wer­bung. Ein sehr inter­es­san­ter noch dazu, so hält er durch die zufäl­lige Aus­wahl der Abspiel­rei­hen­folge die ein oder andere Über­ra­schung bereit. Neu­gie­rig?

(Bild­quelle: Tim Bor­manns)

19 Oktober

Das Periodensystem der Elemente

von Robert ForstKategorie: Vernetzt2 Kommentare

Es gibt wohl keine Tabelle auf die­sem Pla­ne­ten mit sovie­len Eigen­schaf­ten. Lang­wei­lig, meist­ge­hasst und ele­men­tar sind nur 3 Eigen­schaf­ten mit denen sich zwangs­läu­fig viele Schü­ler und Stu­den­ten her­um­schla­gen müs­sen. Nur wenige Men­schen beschäf­ti­gen sich frei­wil­lig mit den Ele­men­ten aus denen unser Uni­ver­sum besteht. Das Team um Pro­fes­sor Mar­tyn Polia­koff von der Uni­ver­si­tät Not­ting­ham und der Video­jour­na­list Brady Haran sind sol­che Men­schen, Eng­län­der natür­lich denn nur die ver­fü­gen über den pas­sen­den Humor. Auf jeden Fall haben diese Men­schen die Inter­net­seite The Perio­dic Table of Videos kre­iert, die es sich zur Auf­gabe gemacht hat, das Perio­den­sys­tem der Ele­mente in Bild und Ton umzu­set­zen. Es raucht und kracht, knallt und blitzt wenn zum Bei­spiel Was­ser­stoff ent­zün­det wird oder Natrium mit Was­ser rea­giert. Den gan­zen Arti­kel lesen… »