Ein schwarze Woche! Nicht nur das Wetter wird wieder dunkler, auch meine Freizeitbeschäftigung. Nachdem ich eine große Ladung gebrauchter Bücher mein Eigen nennen darf, bin ich wieder ein wenig abgetaucht in die Welt düster gefärbter Literatur. Am Mittwoch dann habe ich dann ein paar frische Pikes auf der Insel bestellt um an Donnerstag gleich wieder das alte Paar über die Tanzfläche zu schieben, inklusive meinem Körper. Und jetzt sitze ich vor dem schwarzen Computer, bin von einer unglaublichen Wolke Patchouli umgeben die ein aufgestelltes Räucherstäbchen produziert, das Grablicht flackert im Fenster, über die Kopfhörer wummert der Plainsong von The Cure und leider gibt es wirklich wieder viel zu wenig schwarzes für eine wirklich schwarze Wochenschau, oder ich bin noch nicht darauf gestoßen worden. Aber Genügsamkeit ist eine Tugend und die vorgestellten Links sind alles andere als beiläufig. Ein besonderer Dank gilt übrigens Postpunk, der die neue Kontakt-Seite entweiht hat und ebenfalls einen Link beigesteuert hat. Danke Olaf! Den ganzen Artikel lesen… »
17 Oktober
Spontis Wochenschau #33
4 Oktober
Musikperlentaucher - Tauchgang #16
The Jesus and Mary Chain - Head On
Brüder haben in den englischen Musiktradition eine lange Geschichte. 1984 gründeten die Brüder Jim und William Reid zusammen mit einer recht unruhigen Bandbesetzung The Jesus and Mary Chain. Ihr eigensinnigen Charaktere habe sie dabei nie versteckt, Spuckattacken auf Journalisten und Fotografen, sowie Gigs mit 10 minütigen Geräuschkulissen sorgten zunächst für Schlagzeilen in der englischen Musikpresse. Später verschreiben sie sich dem Shoegazing und beteiligen sich an der aufstrebenden Indie-Kultur. Vereinnahmung passt wohl hier ganz gut, denn Waver und Grufties schätzten ihre Klassiker gleichermaßen. Hier das Stück »Head On« von 1990.
20 September
Spontis Wochenschau #29
Männerabende. Solche Abende funktionieren bei mir meist nach dem gleichen Muster, man(n) trifft sich und huldigt unverblümt seiner Leidenschaft, den Filmen. Entweder als DVD bei Pizza oder Chips — oder im Kino bei Popcorn und Cola. So wollte ich dann das jüngste Testosteron Meisterwerk »The Expendables« mit typischen Männerlauten neu synchronisieren, doch leider war das Kino zu leer… Kein Scherz. 3 Wochen nachdem der Film in den Kinos angelaufen ist, spricht schon keiner mehr davon, was noch viel schlimmer ist, er läuft nur noch in ausgesuchten Kinos. Doch nichts sollte uns abhalten, wir sind schließlich Männer. Im Kinofoyer dann gähnende Leere und an der Kasse eine Überraschung: »Es sind noch nicht genug Zuschauer da, wir zeigen den Film erst ab 10 Besuchern.« Was zunächst wie ein schlechter Manta-Witz klang (wo 17 Mantafahrer vor dem Kino warten weil der Film erst ab 18 ist) entpuppte sich als bittere Realität. So warteten wir. Als wir gegen 20:00 dann 6 Leute waren und die Stimmung zu kippen drohte, boten wir an jeweils 2 Karten zu nehmen, doch leider ließ sich die Dame hinter der Kasse nicht erweichen. Glücklicherweise trudelte dann auf den letzten Drücker noch ein 4er Grüppchen ein, so das wir letztendlich dann doch den Film sehen konnten — doch zurück bleibt ein bitterer Nachgeschmack. Sind Filme zum Wegwerfprodukt verkommen? 1 Woche Laufzeit und dann auf die DVD warten? Die Filmindustrie beschwert sich über die Gewinneinbußen durch Raubkopierer, leider räumt sie aber auch nur kurze Möglichkeiten ein tatsächlich dafür zu bezahlen. Genug Gedanken, weiter mit den Links: Den ganzen Artikel lesen… »
18 September
Videos: Vom Teufelsberg und anderen mythischen Orten
Verlassene Plätze üben schon immer eine ganz besondere Faszination auf mich aus, ebenso wie im Alltag versteckte Mythen und Geschichten, die sich oftmals um diese Plätze ranken. Der amerikanische Schuhhersteller Palladium hat sich in einer »Exploration« Serie jetzt einige dieser Plätze angenommen und darüber jeweils eine spannende Dokumentation gedreht. Mit von der Partie auch ein Beitrag aus Deutschland, die sich um den »Teufelsberg« in Berlin dreht, der vor dem Mauerfall eine zentrale für Internationale Spionage war. Ursprünglich ein nationalsozialistisches Projekt der »Welthauptstadt Germania« nutze man das Gelände nach Ende des Krieges zum abladen von Trümmern des zerbombten Berlins — der Teufelsberg entstand. Nach dem Krieg nutzte man das Gelände, um den Schutt des zerstörten Berlin aufzuschütten, über 22 Jahre lang sorgte man so für den Ausbau des bergigen Geländes, der nach Beendigung der Maßnahmen mit rund 1 Millionen Bäumen bepflanzt wurde. Den ganzen Artikel lesen… »
16 September
Ohne Worte: He was a Teenage Werewolf
»You know, I have puberty rights, and I have puberty wrongs, No one understood me, All my teeth were so long, And no one made me stop…« Sein Herz stoppte ihn. Lux Interior, Sänger der Cramps starb 2009 im Alter von 60. He was a Teenage Werewolf. (via classicrockmagazine.com)
10 September
Here comes the Rain again
Der Sommer scheint vorbei zu sein und wieder singen belanglose Zeitungen und Gespräche die gleiche Melodie. Wo ist die Sonne hin? Wird sie noch einmal wiederkommen? Was soll der Regen? Regen scheint in unserer Breiten sowieso ein Synonym für Traurigkeit, schlechte Laune und Melancholie zu sein. »Gutes Wetter« definiert sich nur durch den Sonnenschein, aber von dem bitte nicht zu viel und vor allem, nicht zu warm. Ein kulturelles Desaster, denn während wir bei uns zum Regen »schlechtes Wetter« sagen, tanzte man bei afrikanischen und indianische Völkern häufig für selbigen. Aber wir waren immer schon anders als die anderen, denn obwohl wir im Schnitt mehr Regen– als Sonnentage haben, fahren wir im europäischen Vergleich fast die meisten Cabrios, mehr davon fahren nur noch die Briten, die bekanntermaßen auch kein Land der Sonne haben
Regen hat aber auch eine romantische Seite, seien wir ehrlich — vor allem für den Gruftie. Das liegt vielleicht in seinem Zusammenhang mit den Eingangs erwähnten Eigenschaften: Traurigkeit wird uns Nachgesagt, Ernsthaftigkeit wird mit schlechter Laune verwechselt und Melancholie ist ein Teil unserer Lebensphilosophie. Das liegt natürlich zum einen an der Symbolischen Kraft des Regens für Traurigkeit »No rain can wash away my Tears, no Wind can soothe my pain.« als auch an der zusätzlichen Zeit, die uns der Regen beschert. Das einzig Negative am Regen ist auf Äußerlichkeiten fixiert — es ist der Rinnsal von gelöstem Haarspray, der in den schwarz umrandeten Augen brennt. Den ganzen Artikel lesen… »
2 September
Laufzeitverlängerung
Vielleicht spiele die eigenen Erfahrungen der Jugend eine Rolle, als man 1986 Spielplätze absperrte und den Salat aus den Verkaufsregalen der Läden nahm. Vielleicht ist die seit über 20 Jahren andauernde Diskussion über den Ausstieg aus der Kernenergie ermüdend geworden. Wir resümieren: Einige Atommeiler stehen seit rund 40 Jahren und produzieren, obwohl sie anscheinend unzureichend geprüft werden, weiterhin Energie mit einem unglaublichen Wirkungsgrad von 30–40%. Die Energiekonzerne gewinnen immer noch, Politik wird offensichtlich nicht im Bundestag gemacht, sondern in den Vorstandsitzungen deutscher Energiekonzerne. Tschernobyl wird gerne als Argument abgewertet, weil so etwas in Deutschland ja niemals passieren könne. Sagt man. Wie es so rund um den russischen Atommeiler aussieht, haben 2005 ein paar Amateurfilmer aufgezeichnet, The Silver Dubber hat dazu einen düsteren Ambient Sound aufgelegt, der besser nicht passen könnte. Vielleicht passender als eine Diskussion um Geld und Macht durch eigene Gedanken zu kontaminieren.
25 August
Wie aus "Hammer Horror" Gothic wurde
Immer dann, wenn man in der Geschichte des Gothic gräbt, laufen einem die Hammer-Filme über den Weg, die zwischen den 50ern und den frühen 70ern entstanden sind und nicht unbedingt zu den großartigsten Filmen der Filmgeschichte zählen sondern wegen ihrer Qualität schnell in ein eigens dafür geschaffenes Genre gesteckt wurden, die B-Movies. Kurioserweise ist die Wirkungszeit der Filme die Geburtsstunde vieler späterer Musiker, von denen einige aus ihren Erinnerungen daran Einflüsse in Stilistischer und Ästhetischer Hinsicht machten. Doch wie lässt sich Hammer-Horror und Gothic in stilistischer Hinsicht unter einen Hut bringen?
Kate Bush veröffentlichte 1978 ihr Singledebüt und bediente sich Emily Brontes Saga »Die Sturmhöhe«, die in den kahlen Hochmooren Yorkshires zur Winterzeit spielt und mit allem ausgestattet war, was wir heute als Gothic bezeichnen würden. »Wuthering Heights« ist aber auch ohne den literarischen Bezug ein frühes Genre-Meisterwerk, auch wenn es ungewöhnlich und anders erscheint. Das Werk blieb von der Kritikern verkannt, erst ihr Album Lionheart verhalf ihr zum Durchbruch, auch wenn sie in einem völlig anderen Genre agierte.
Doch Kate Bush scheint die erste Verbindung zu »Hammer Horror« zu sein, denn dieses Stück von Album »Lionheart« war ihr Tribut an die Filmstudios, die mit ihren schockierenden Billigproduktionen eine Zeit lang zum Dauerbrenner des britischen Fernsehen wurden, der die Filme regelmäßig an Freitagabenden auf den Schirm brachte. Der Titel selbst entstand 1976 und ist auf einem frühen Demo zu hören, das in Bush-Fan-Kreisen als The Cathy Demos in Umlauf ist. »Hammer Horror« erschien schließlich auf dem bereits erwähnte Album Lionheart. Den ganzen Artikel lesen… »



