6 Februar

Spontis Wochenschau #02/2013

von Robert ForstKategorie: Wochenschau15 Kommentare

Spontis WochenschauFaszinierend. Im Schwimmbad sind wir alle gleich. Oder? Erkennt man eine subkulturelle Zugehörigkeit in Badeanzug oder Badehose? Gut, es gibt Tätowierungen, Piercings, Sidecuts und gefärbte Haare, aber das sind auch schon lange keine Alleinstellungsmerkmale mehr. Hausfrau Gabi trägt stolz ihre chinesischen Schriftzeichen auf dem Rücken spazieren, Petra, die sich als kaufmännische Angestellte ihre Brötchen verdient, zeigt Gabi stolz ihre ausrasierten und pink gefärbten Seiten. Zwei aus ihrem Büro hätten ihr jetzt nachgeeifert, erzählt sie stolz. Ihre Männer, Dirk und Michael, geben sich cool und tragen ihre monströsen Muskeln zur Schau, während sie in stylischen Badelatschen immer wieder vor den Sprudel-Liegen auf- und ablaufen. Dass diese Menschen, deren Namen ich geändert habe zusammen gehören, erschließt sich mir im Laufe meines eigenen Besuchs der Sprudel-Liegen. Denn hier dringen neben platzenden Luftblasen auch immer wieder Gesprächsfetzen an mein Ohr. Der Unterschied ist allerdings marginal.  Je weniger wir anziehen, desto gleicher werden wir, denke ich bei mir. Und dennoch erkennt man Unterschiede, der Körper spricht seine eigene Sprache. Es gibt Menschen, die strahlen ihre Andersartigkeit einfach aus. Andere Menschen strahlen überhaupt nicht, obwohl sie nicht zu übersehen sind. Ein Besuch im Schwimmbad kann da befreiend wirken, oder heilend. Je nach Sichtweise. Viel Spaß bei der Wochenschau. Den ganzen Artikel lesen… »


9 Dezember

Spontis Wochenschau #15/12

von Robert ForstKategorie: Wochenschau13 Kommentare

Spontis WochenschauNeulich erreichte mich eine E-Mail einer sehr lieben Freundin, die sich nachdenklich Sorgen machte, dass ich daran verzweifle etwas erklären zu wollen, was von Pseudo-Goths sowieso nicht verstanden würde. “Erstens, wer es fühlt, dem brauchst du es nicht zu erklären. Zweitens, wer es nicht fühlt, dem kannst du es nicht erklären.” Auch mich hat das nachdenklich gemacht, wofür ich sehr dankbar bin, denn gelegentlich sind es Impulse von Außen, die eine Entwicklung erst möglich machen. Zurück zur E-Mail. Ist mein Optimismus vielleicht zum Scheitern verurteilt? Ist das ständige Wiederholen wertvoller Inhalte “meiner Szene” ein Kampf gegen Windmühlen? In einem Punkt (wie in vielen anderen auch) gebe ich ihr völlig Recht, meine Diplomatie drängt mich Gelegentlich in eine ungewollte Verteidigungshaltung.  Manchmal ärgere ich mich tatsächlich darüber, meine Meinung durch den Filter der Diplomatie zu drücken, aber oftmals kann ich einfach nicht anders. Es geht mir auch nicht um die breite Masse derer, die nicht fühlen, was ich gelegentlich schreibe, sondern um die, die ich anregen konnte darüber nachzudenken, was und wer sie sind . Vielleicht sogar ein Teil einer Umgestaltung oder Bereinigung einer Szene, in der ich so viele interessante Menschen kennengelernt habe, wie beispielsweise die Autorin dieser E-Mail. Deshalb machen wir da weiter, wo ich stehengeblieben bin, bei einer neuen Wochenschau. Den ganzen Artikel lesen… »


23 Oktober

Video: Ein schwarzer Abend im Zwischenfall, vor 22 Jahren

von Robert ForstKategorie: Fundgrube5 Kommentare

Das Zwischenfall ist Geschichte, seitdem ein Feuer im August 2011 das Gebäude völlig zerstörte.  In Form von Veranstaltungen an verschiedenen Orten in der Umgebung, versucht man seitdem den Kontakt zur Vergangenheit nicht abreißen zu lassen. Auf der ehemaligen Internetseite des Club wird seitdem darüber informiert. Der Club in Bochum-Langendreer ist eine Legende, für die meisten regelmäßigen Besucher wurde er die musikalische Heimat und Treffpunkt für Gleichgesinnte. In den Köpfen vieler “Veteranen” muss sich jeder neue Club mit dem Zwischenfall messen, die meisten versagen leider. Viele Szene-Gänger, die erst seit einigen Jahren ihren Weg in die schwarze Subkultur gefunden haben, fragen sich seit dem, wie es denn so war, damals im Zwischenfall.

Glücklicherweise gibt “metabaron65“, der uns auf Youtube mit einigen selbstgedrehten Aufnahmen aus dieser Zeit beglückt und damit einen kleinen Ausflug in das Jahr 1991 möglich macht.  Noch besser, dass Piet Noir und Axel  (vielen Dank!) es umgehend an mich weiterleitet haben. Für Veteranen zum Schwelgen, für Neulinge zum Staunen. Neulich im Zwischenfall, eine ganze Stunde lang: Den ganzen Artikel lesen… »


21 September

Videokommentar: Waver, Punks und Popper im München der 80er

Screenshot des Youtube VideosJeder soll doch so rumlaufen dürfen, wie er will. Das ist doch Demokratie.” München, irgendwann in den 80ern. Ein Gruppe junger Menschen, denen man heute einen subkulturellen Hintergrund zuschreiben würde, stehen irgendwo an einem öffentlichen Platz und werden interviewt. Waver, Punks und Popper äußern sich zu Modezwang, Problembewältigung, Anpassung und Meinungsbildung. Carla, die Schockfriseuse, ist glaube ich mit von der Partie. Ein Blick in die Vergangenheit ist immer auch entmystifizierend, reinigend und aufklärend. Keine hohlen Plattitüden über Todessehnsucht, Atomkrieg, Satanismus oder gesellschaftlicher Abkehr. Vielmehr geht es um die Möglichkeit, den eigenen Weg zu finden:  ”Das ist wichtig für mich selbst. Ich hab’ vorher Probleme gehabt und bin mit mir selber nicht klargekommen. Eben dadurch, dass ich mich jetzt so verändert habe, fühle ich mich jetzt einfach wohler, ich kann nicht anders. Normal rumzulaufen macht mich fertig, ich brauch das einfach für mich selber.” Jugendliche Welten zwischen Vorurteilen und Anpassung und einem klaren Blick für die Realität. “Du muss einfach ein bisschen rückstecken  [...] weil sonst ziehst du den kürzeren.” – “Wenn ich eine Lehrstelle haben will, muss ich mich auch natürlich ein bisschen unterdrücken lassen.Den ganzen Artikel lesen… »


16 Juli

Midnight Archive: Morbid Anatomy

Screenshot Joanna EbensteinDer Tod ist um uns herum. Jeden Tag. Wir sehen ihn nur nicht mehr.” In der neuesten Ausgabe des Midnight Archives findet sich ein sehr interessantes Interview mit der Anatomie- und Todes-Bloggerin Joanna Ebenstein, die sich mit der Tatsache beschäftigt, dass der Tod mehr und mehr aus unserem Leben verschwindet. Nicht etwa, weil Menschen nicht mehr sterben, sondern weil wir diese Tatsache gerne verschweigen und verschleiern.  ”Warum ist es makaber, über den Tod nachzudenken oder darüber zu reden? Die Menschen diskutieren immer darüber, was uns von den Tieren unterscheidet (…) Einen ganz wichtigen Unterschied, den wir gerne außer Acht lassen, ist der Fakt, dass sich die Menschen als einzige darüber im klaren sind, DASS sie sterben werden. Die Tatsache, dass wir darüber nicht in einer würdigen Form sprechen können, finde ich pervers.Den ganzen Artikel lesen… »


2 Juli

Spontis Wochenschau #10/12

von Robert ForstKategorie: Wochenschau3 Kommentare

Spontis WochenschauSpanien ist Europameister. Kein kollektiver Torjubel aus deutschen Wohnzimmern, in der Pizzeria gegenüber herrscht betretenes Schweigen, während die Pizza im Ofen verbrennt. Einsame spanisch betätigte Autohupen durchbrechen die Stille der einsetzenden Dunkelheit. Seit die Deutschen ausgeschieden sind, sind auch plötzlich Millionen Deutschlandfahnen verschwunden. Vielleicht auch nur vorübergehend, denn bald beginnen die olympischen Spiele in London. Grund genug wieder ein wenig Patriotismus an den Tag zu legen, der sonst unter der Last der Vergangenheit in den Schubladen schlummert. Es ist schon so eine Sache mit den Schubladen, wenn man die Fahne zu einem stinknormalen Tag aus dem Fenster baumeln lässt, landet man nämlich schnell in einer ganz anderen Schublade. Wir Deutschen haben es aber auch nicht leicht. Immerhin hat das Ausscheiden bei der EM auch seine gute Seite. Wir können uns eine völlig überteuerte Tankrechnung sparen, weil wir gestern nicht wild hupend durch die Gegend gefahren sind. Das haben wir dann doch lieber den Italienern und Spaniern überlassen. Zeit für eine Wochenschau. Den ganzen Artikel lesen… »


18 Mai

24 Stunden Mera Luna 2011: Gothic-Alarm in Hildesheim

von Robert ForstKategorie: Szene im Blick6 Kommentare

24 Stunden - Grüße aus der GruftDas Mera-Luna Festival in Hildesheim ist das Gothic-Festival mit dem größten Zeltplatz. So würde ich das Spektakel auf dem Flugplatzgelände in der Nähe von Hannover wohl am ehesten beschreiben. Auf Sat.1 wurde am Mittwoch die Reportage “Grüße aus der Gruft” aus dem Jahr 2011 ausgestrahlt, die einen Eindruck von dem Festival vermitteln möchte und dem Zuschauer vermitteln könnte, dass das die Essenz eines Gothic Festivals ist. Ich hätte mich schon längst aufgeregt, wäre da nicht das Fünkchen Wahrheit drin, das viele sich nicht eingestehen wollen und der Hauch Objektiviät, vor dem wir nur zu gerne die Augen verschliessen.

Ist es das, was der unbeteiligte Zuschauer vom Mera Luna erwarten darf? Welches Bild vermittelt es dem Interessierten? Eine interessante Begegnung am gestrigen Donnerstag soll dazu nicht unerwähnt bleiben. Auf einem hiesigen Second-Hand-Markt kamen wir mit 2 Damen ins Gespräch, die auch die getragene Gothic-Kleidung ihre Schützlinge feil boten. Interessanterweise hatte beide den Bericht gesehen und kamen einhellig zu dem Ergebnis, dass sie das alles sehr interessant finden und auch schon überlegt haben, selber mitzufahren um sich das Ganze aus der Nähe anzuschauen. Vom befürchteten schlechten Bild, dass diese Reportage vermitteln könnte, war dabei nichts zu sehen. Den ganzen Artikel lesen… »


7 Mai

England, 1961 – Die Wurzel allen Übels

von Robert ForstKategorie: Fundgrube9 Kommentare

Die Wurzel allen Uebels - England 1961Wie konnte das nur passieren und wo kommt das alles überhaupt her? Diese und ähnlichen Fragen haben sich wohl viele Erziehungsberechtigten gestellt, als ihr Nachwuchs sich für eine der aufkeimenden Subkulturen in den späten 70ern interessierte. Die Antwort ist nicht wie zu erwarten in den USA zu finden, sondern im nahe gelegenen England der frühen 60er Jahre. Die Insel im Norden Europas ist nicht gerade bekannt für ihr lockeres Schulsystem oder seine tolerante und antiautoritäre Erziehungswissenschaft, sondern viel mehr für Schuluniformen, Zucht und Ordnung. Doch in der Burgess Hill School in Hertfordshire war das 1961 ganz anders, denn hier wurde das “Anderssein” unterrichtet.

Die Pädagogen waren der Meinung, dass man dem Heranwachsenden erst den Weg zu sich selbst zeigen müsste, um dann seine Talente zu fördern und ihm das Nötige beizubringen. In dieser Schule war erlaubt, was den Kindern ihrer Meinung nach das Lernen erleichterte. “Smoking calms the Nerves…” Sie sollte herausfinden, welche gesellschaftlichen Konventionen sie für sich als gut oder schlecht einordneten. Verbote fördern die jugendliche Revolution und Freiheit führt zur Entfaltung? Den ganzen Artikel lesen… »


7 April

Spontis Wochenschau #6/12

von Robert ForstKategorie: Wochenschau4 Kommentare

Spontis WochenschauFrohe Ostern! Das hört man heute überall. An der Kasse im Supermarkt, beim Telefongespräch, beim Frisör und selbst am türkischen Kiosk. Dabei ist das alles überhaupt nicht fröhlich, glaube ich jedenfalls. Am Karfreitag hat man schließlich einen gewissen Jesus, den Sohn von Maria und Josef, an ein Kreuz genagelt. Das ist zunächst einmal überhaupt nicht lustig und sicher auch kein Grund zu feiern, aber Karfreitag ist nicht Ostern.

An Ostern, so sagt man, ist der am Kreuz gestorbene Sohn dann auferstanden und in den Himmel aufgefahren. Wenn man so möchte, der erste Zombie der Menschheitsgeschichte. Aber nur wenn man möchte. Warum man das nun feiert, bleibt mir ebenfalls schleierhaft. Es mag sein, dass der Gedanke, nicht Jahre lang als Zombie oder Geist durch die Zwischenwelt zu wandern, beruhigend ist und man sich deshalb für den Sohn freut, der die Sache endlich hinter sich hat. Alles wäre das nicht genug Verwirrung, kommen jetzt auch noch Eier und Hasen ins Spiel. Man versteckt den Kindern bemalte Exemplare und lügt Ihnen vor, ein Hase wäre dafür verantwortlich.
Was kann denn jetzt der Hase dafür? Und überhaupt, was soll das mit den Eiern? Die spinnen die Römer, das wussten schon Asterix und Obelix. Hätten sie den Jesus nicht an das Kreuz genagelt, wäre das alles womöglich nicht passiert. Er hätte ja seine Idee von einer Religion, einem Glauben und einem Gott ja auch leibhaftig predigen können, bis er gestorben wäre. Wo wir schon beim Thema Vergänglichkeit, Friedhof und Zombies sind, ich hätte hier noch ein paar Links die nicht ganz so verwirrend sind:

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22 Dezember

Weihnachtsterror zwischen Büchern und Tee

von Robert ForstKategorie: Ansichtssache19 Kommentare

Ich wusste, ich hätte zu Hause bleiben sollen. Ich folgte jedoch dem inneren Ruf nach Kontakt mit der Außenwelt, ignorierte die Stimme der Vernunft und wagte mich in die Fußgängerzone. Mal wieder in der Auslage der Buchhandlung stöbern, den heimischen Tee-Vorrat auffüllen oder vielleicht eine spielerische Herausforderung?

Wie naiv ich doch war. Es hätte doch klar sein müssen, dass ich 2 Tage vor dem Weihnachtsfest auf eine einkaufswütige Masse treffen würde, die verzweifelt versucht, das letzte Geschenk für die unliebsame Verwandtschaft zu ergattern. Ich meine, wenn einem die Ideen ausgehen geht man doch in die Buchhandlung um ein Buch zu kaufen, von dem man sich vorstellen könnte, dass es der andere gebrauchen könnte. Bücher zu verschenken, ja das adelt doch die eigenen Absichten an den Bildungsanspruch. Schnell ein Buch mit den gesammelten Werken von Hermann Hesse, oder einen Gedichtband von Rilke? Das wirkt literarisch, belesen, gebildet – ganz egal ob der andere überhaupt Geschmack dafür erübrigen kann. Ich fühle mich gut, weil ich Bildung verschenke und der andere muss sich einfach gut fühlen, weil man ihm zutraut für solche Werke zugänglich zu sein. Ein vermeintliche Win-Win Situation. Und wenn alle Ideen ausgehen, dann eben ein Gutschein, mit dem kann man doch immer was anfangen.

Schnell merkte ich, dass es ein vollkommen behämmerte Idee war, in die Buchhandlung zu gehen, 2 Tage vor dem Fest. Ich suchte Rettung in der Teehandlung. In Zeiten von Kaffeemischgetränken und Weinflaschen, die man Weihnachten nun mal schenkt um das Fest halbwegs zu ertragen., schien das eine gute Alternative zu sein. Wie engstirnig von mir. Hätte ich nur einen Schritt weitergedacht, wäre mir in den Sinn gekommen, dass Tee so ähnlich eingesetzt wird wie Bücher. Schlimmstenfalls sogar zusammen. Ich meine 9,99€ für ein Buch? Und das zu Weihnachten? Den meisten ist diese Form der Wertschätzung des anderen zu gering und nur ein Buch mit einer fertig gedruckten Karte? Nein, das geht nicht. Also legt man zu Daniela Katzenbergers Werk “Sei schlau, stell Dich dumm” noch schnell einen möglichst absurden Kräutertee mit Hustenbonbongesschmack oder eine Schwarztee-Mischung von der man gehört hat, dass sie gut sein soll. Und weil man selbst keine Ahnung hat, löchert man die überforderten Verkäuferinnen, um am Weihnachtsabend mit möglichst fachkundigen Aufbrüh-Hilfen aufwarten zu können. So tapsten hilflose Kunden durch den Teeladen und behinderten mich massiv beim Kauf meines geliebten Earl Grey, den ich ja eigentlich auch nur trinke, weil Jean-Luc Picard ihn auch trinkt. Ich wollte einfach nur weg. Den ganzen Artikel lesen… »