Ich bin mittlerweile seit etwa 20 Jahren Online unterwegs. Über Modems, in die man einen Telefonhörer drückte, zu BTX und dann zu den ersten 56k Modems, die mit ihrem unverwechselbaren Einwahlgeräusch von der großen weiten Welt zeugten. Später kam dann DSL, als das Wort noch niemand kannte und die Splitter so groß waren wie Videorekorder. Heute ist das Internet ein zentraler Bestandteil meines Lebens geworden. Ich sitze auf dem Sofa, der Kaffee dampft und in der gedruckten (!) Zeitung lese ich einen Artikel von den »Netzkulturverstehern«, von denen die uns erzählen wollen, was denn das so abgeht im Internet, wie sich die User voneinander unterscheiden, wie Kultur kriminalisiert und hochgelobt wird. Niemand scheint sich einig, nicht einmal das Netz selbst. Es scheitert wie immer daran, sich selbst erklären zu wollen um sich für andere greifbar zu machen um Verständnis zu erzeugen wo überhaupt nicht verstanden werden will. Früher war wir ein Kreis von Spinnern, wurden belächelt, ignoriert. Nun sitze ich hier mit meiner Zeitung und schüttele den Kopf über den Erklärungsversuch. Doch auch so sehr ich mich bemühe, ich kann mich selbst nicht mal erklären, schon gar nicht in Schubladen, die andere beschriften. Das Netz war eine kleine, undergroundige Szene, aus der Mainstream wurde und die jetzt ein Bestandteil des gesellschaftliche Alltags ist. Woher kenne ich das? Den ganzen Artikel lesen… »
22 Juli
Wenn der Kommerz erdrückt: And One brechen Tour mit Unheilig ab
Mir dämmerte es bereits beim lesen der ersten Zeilen des Artikels »Wir brechen die Unheilig Tour ab!« auf der News-Seite von And One: Einsicht ist der erste Weg zur Besserung. Doch zunächst zu den Hintergründen. Die Band Unheilig befindet seit Juni 2011 auf ihrer »Heimreise Open Air« Tour durch Deutschland und kündigte bereits im März an, dass man And One bei einigen Konzerten als Vorgruppe gewonnen hat: »Der Graf höchstpersönlich hat die Band um Frontmann und »Entertainer« Steve Naghavi als Special Guest eingeladen.«
Schnell wurden aus den Reihen der eingefleischten And One Fans Vorwürfe laut, wie man sich einer solchen Kommerzschleuder anschließen könne, denn die 1990 gegründete Band um Frontmann Steve Naghavi hatte sich immer um einen Gegensätzlichen Kurs bemüht und ist eher für provokante Inhalte und eine sehr distanzierte Art gegenüber den Medien bekannt. Wie ich bereits im Artikel »Der Graf und sein Produkt: Scheinheilig — Geschoren um zu erleben?« schrieb, startete Unheilig mit ihrem neuen Album »Große Freiheit« einen beispiellosen Marketingfeldzug, in dem der Graf und seine Band keine Gelegenheit ausließen, sich einem immer breiteren Publikum zu präsentieren. Ob das zusammenpassen würde?
Überraschenderweise war nach dem 3. gemeinsamen Konzert bereits Schluss, auf der Internetseite von Unheilig war zu lesen: »Es herrscht wieder mal ein bisschen Chaos im Hause AND ONE. Schweren Herzens müssen wir euch mitteilen, dass wir leider nicht mehr an allen unheiligen Konzerten als Special Guest mitwirken können und somit die Anzahl der Termine reduzieren müssen. Auch mussten wir sämtliche Autogrammstunden bundesweit absagen. Der Grund hierfür sind drastische Änderungen in der Bandstruktur.« Was folgte, waren wilde Spekulationen über die wahren Hintergründe, denn so richtig glauben wollte man der Mitteilung nicht. Die Gerüchteküche kochte. Den ganzen Artikel lesen… »
27 Januar
Der Graf und sein Produkt: Scheinheilig - Geschoren um zu erleben?
Das Jahr des Grafen, das Jahr von Unheilig. 2010 hat niemand die Szene so polarisiert wie diese Band. Verraten fühlen sie die, die der einst unbekannten Band über Jahre treu geblieben sind weil sie Unheilig als Identifikation genommen haben. Verkauft fühlen sich die anderen, die einst auf kleinen intimen Festivals und Clubkonzerten den noch unpopulären Aachenern zujubelten. Wer vom Schatten in das Licht tritt, darf sich nicht wundern wenn die Sonne ihn blendet. Der Erfolg von Unheilig auf dem subjektiven Prüfstand der Szene-Integrität. Scheinheilig ist nicht nur der Titel einer Videoparodie.
Nach einem Beispiellosen Marketingfeldzug erreicht das Album »Große Freiheit« im letzten Jahr Platz 1 der Album Charts und erhält im Laufe des Jahres 6fach Platin. Im August löst es Herbert Grönemeyers Album »Ö« an der Spitze der am längsten auf Platz 1 befindlichen Alben ab und wird letztendlich zum erfolgreichsten Album der Jahres 2010 gekürt. Was zunächst als musikalische Diskussion begann, ist nun in einem handfesten Szeneeklat angekommen.
Musikalisch reiht sich das Album nahtlos in das musikalische Konzept der Band ein, es ist ein bisschen poppiger als der Vorgänger, hält aber alle Elemente für ein gutes Unheilig-Album bereit. Während der Graf in »Fernweh« die Stärken seiner Stimme ausspielen kann, ist »Heimatstern« wieder eine schöne Ballade mit solidem Text, der durchaus den Ansprüchen aus vergangenen Stücken gerecht werden kann. Mit »Für immer« sichert man sich geschickt auch eine Position in den Playlisten der Clubs. Doch das Album bleibt Geschmackssache und erinnert mich mit dem restlichen Inhalt an eine jugendlich unbedenkliche Version von Rammstein, bei der man die Flammenwerfer gegen Kerzen ausgetauscht hat. Das Stück »Geboren um Leben« steigt in Windeseile auf die vorderen Chart-Position und wird zum Zankapfel einer ganzen Szene. Den ganzen Artikel lesen… »
12 März
Spontis Wochenschau #09
Schluss aus! Ich versuche erst gar nicht mehr mich zu rechtfertigen, die meisten wissen warum. Immerhin, die Woche war Ereignisreich. Im Hause Spontis hat man sich um die Urlaubsplanung gekümmert und intensiv das Internet dazu benutzt Reisen zu buchen. Unter anderem werden wir Pfingsten zu Gast in Leipzig sein (dazu später mehr) und Ende Juni auch wieder mal nach London düsen (auch dazu später mehr). Es lohnt sich übrigens hier Angebote zu vergleichen und die Reise in die eigene Hand zu nehmen, auch wenn das natürlich eine Menge Arbeit ist.
Der Feed-Reader war während dessen wieder besonders aktiv, oder besser gesagt die Blogs die selbiger regelmäßig besucht, ich habe es kaum geschafft mich adäquat durch allen Artikel zu wühlen. Ist es wirklich so wichtig wie der Graf von Unheilig richtig heißt? Brauchen wir eine grüne Initiative aus der Goth-Szene? Und überhaupt mit welcher Berechtigung wird der Käßmann Respekt ausgesprochen? Garniert mit den 15 besten Song-Filmszenen-Symbiosen und einem Filmnoir Mashup zu Massiv Attacks »Angel« ergibt sich dieses mal ein besonders dunkler Wochenrückblick, was ich persönlich als sehr angenehm empfinde. Den ganzen Artikel lesen… »
17 Januar
Spontis Wochenschau #02
Zack! Vorbei. Der Schnee, die Woche, das eiskalte Wetter und die Zeit, um Getränke aus dem Angebot zu kaufen, denn die sind schon längst vergriffen. Immerhin sind wir am Samstag nach Köln gefahren um den ein oder anderen Kleidungsrückstand aufzuholen. Hat nicht ganz geklappt, es sind da doch nur Socken geworden. Dafür habe ich wieder eine von diesen scharfen Currywürsten von Currywurstforever zu mir genommen, Schärfegrad: Twilight Zone. Meine bessere Hälfte hat sich versehentlich daran vergriffen und war für den Rest des Nachmittages: »bedient«, wie sie es zu sagen pflegte.
Doch es sollte nicht die einzige Erfahrung bleiben, denn die Schärfe hatte offenbar meiner Uhr nicht bekommen, denn die quittierte ihren Dienst, vermutlich mit leerer Batterie. »Macht ja nichts!«, sagte ich mir, denn von genau diesem Hersteller gibt es ja ein Fachgeschäft mit beschäftigtem Uhrmacher und wenn einer die Batterie wechseln kann, dann der. »Die müssen wir einschicken, den Deckel bekommen wir hier nicht zu.« Ich bin nicht schnell sprachlos zu bekommen, aber so hatte man es geschafft. 2 Wochen Wartezeit für einen Batteriewechsel? Da frage ich lieber nach der Uhrzeit oder folge dem Lauf der Sonne, bis ich wieder bei einem kompetenten Uhrmacher vorbeikomme. Den ganzen Artikel lesen… »

