18 Juni

In einem Leichenwagen ist noch niemand gestorben

Kategorie: Schwarze Szene12 Kommentare
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Bild eines alten LeichenwagensEin Lei­chen­wa­gen ist die adäquate Form der Fort­be­we­gung Auto­mo­bi­ler Gothics — fin­den jeden­falls viele US-Amerikanische Gruf­ties und grün­den bereits erste und dunkle Lei­chen­wa­gen­clubs. „By dri­ving the most gothic car in the world, you can expect the same remarks as you get from people who dont like or under­stand the gothic sub­cul­ture […] The fun­niest thing you can ever do is to tell them that you have a PhD = Pro­fes­sio­nal Hearse Dri­ver.1 Die Ägyp­ter machte es zur Sitte, das ihre Ver­stor­be­nen eine gehei­ligte Stätte besuch­ten, bevor man sich in ihrer Hei­mat beer­digte. Man­che woll­ten gar in Aby­dos beige­setzt wer­den, wo man das Haupt des Osi­ris bestat­tet glaubte. Das erfor­derte eine aus­ge­klü­gelte Trans­port­lo­gis­tik und man erfand die Toten­barke, den Vor­läu­fer des Leichenwagens.

Im Mit­tel­al­ter ent­deckte man die Egge als Lei­chen­wa­gen. Das land­wirt­schaft­li­che Gerät, das wie eine über­di­men­sio­nale Harke funk­tio­niert, wurde umge­dreht und die Spit­zen der Har­ken dien­ten Ker­zen als Hal­te­rung und der Sarg wurde wäh­rend der schon damals übli­chen Todes­messe dar­auf gestellt. Spä­ter schmückte man dann die Egge mit Tüchern und Blu­men und nutzte die freien Spit­zen um dem Toten letzte Grüße mit auf den Weg zu geben.2 Das eng­li­sche Wort für Lei­chen­wa­gen „Hearse” hat auch hier sei­nen Ursprung, denn es ist vom fran­zö­si­sche Wort für die Egge herse abge­lei­tet., das E Spä­ter machte man dann Kut­schen dar­aus, die dann nach und nach durch moto­ri­sierte Exem­plare ersetzt wur­den. Den gan­zen Arti­kel lesen… »

  1. Quelle: Gothic Por­tal — Gothic Hearse Cars []
  2. Ver­glei­che dazu den Arti­kel Lei­chen­wa­gen auf Wiki­pe­dia, lei­der ohne wei­tere Quel­len­an­gabe []

1 Juni

Archiv der Jugendkulturen: Szene trifft Forschung

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Szene trifft ForschungJugend­kul­tu­ren sind der Spie­gel der Gesell­schaft und der zeigt bekannt­lich immer wie­der ein ande­res Bild. Sie sind immer schon Quelle inno­va­ti­ver Denk­an­sätze gewe­sen und zei­gen Welt­an­schau­un­gen, denen man selbst als Erwach­se­ner treu bleibt. Ein ande­rer Weg sich zu klei­den und Musik abseits des Main­stream sind typi­sche Identifikationsmerkmale.

Viele Stu­den­ten inten­si­vie­ren ihre Szene Zuge­hö­rig­keit wäh­rend des Stu­di­ums und machen diese auch — je nach Stu­di­en­rich­tung — zum Thema ihrer Arbei­ten in dem sie wis­sen­schaft­li­che Abhand­lun­gen schrei­ben, Dis­ser­ta­tio­nen ver­fas­sen oder auch Diplom– oder Magis­ter­ar­bei­ten dar­über ver­fas­sen. Doch was nüt­zen alle diese Gedan­ken wenn die keine Platt­form fin­den auf denen sie ver­brei­tet wer­den? Die meis­ten Arbei­ten wer­den von Pro­fes­so­ren und Gut­ach­tern gele­sen und ver­stau­ben danach in den Kam­mern der Universitäten.

Ges­tern kam eine Mail des Archivs der Jugend­kul­tu­ren, die sich genau mit die­sem Pro­blem beschäf­tigt und die ich ein­fach auf­grei­fen möchte, weil ich die Idee dahin­ter ein­fach gut finde und neu­gie­rig bin, wie andere unter wis­sen­schaft­li­chen Vor­zei­chen über die Szene denken.

Aus­zug aus der Pres­se­mit­tei­lung des Archivs der Jugend­kul­tu­ren:

Das Ber­li­ner Archiv der Jugend­kul­tu­ren ver­öf­fent­licht wis­sen­schaft­li­che Arbei­ten von Stu­die­ren­den, wenn sie Jugend­sze­nen erfor­schen - und zahlt den jun­gen For­sche­rIn­nen sogar 2.000 Euro Hono­rar. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


21 April

Punk - Großbritannien oder USA, wer hat's erfunden?

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fuck the policeDie Fron­ten schei­nen ver­här­tet, jedes Land bean­sprucht den ursprüng­li­chen Gedan­ken für sich. Wiki­pe­dia defi­niert geschickt um den hei­ßen Brei und ver­all­ge­mei­nert „Punk ist eine Jugend­kul­tur, die Mitte der 1970er Jahre in New York und Lon­don ent­stand.” Erfah­rene Dis­ku­tan­ten hal­ten es für eine Ansichts­sa­che oder schie­ben es feige auf die Art der Betrach­tung. Ein biss­chen Recht haben sie alle irgend­wie, das lässt sich nicht abstrei­ten. Der Knack­punkt liegt wie im immer beim Wort, der dar­aus einen Begriff macht. Treue Leser wer­den sich sicher­lich an meine Arti­kel zu Geschichte des Wor­tes Gothic erin­nern, zudem es ein­deu­tige Par­al­le­len gibt, die nicht nur aus dem Ursprung der Musik wachsen.

Ich zu dem Schluss, das ein sol­cher Über­be­griff zunächst eine wört­li­chen Bedeu­tung hat und dann dazu benutzt wird eine musi­ka­li­sche Rich­tung zu bezeich­nen um schließ­lich die Anhän­ger die­ser Musik als (Jugend-)Bewegung zu definieren.

Aber zurück zur Quelle. Wäh­rend das Wort selbst schon von Shake­speare dazu benutzt wurde eine Pro­sti­tu­ierte zu bezeich­nen1, erhält es erst Mitte des 20. Jahr­hun­derts einen Bezug zu Musik. Und hier lie­gen die Wur­zeln ganz klar in den USA, denn The Stoo­ges, die New York Dolls, Patti Smith und die Ramo­nes defi­nie­ren hier eine neue Musik­rich­tung die aggres­siv und direkt das wie­der­gibt, was die Künst­ler den­ken. Den gan­zen Arti­kel lesen… »

  1. Bei­spiel aus dem 5. Akt zum Stück Mea­sure for Mea­sure von Wil­liam Shake­speare (1596): „DUKE VINCENTIO Upon mine honour, thou shalt marry her. Thy slan­ders I for­give; and the­r­e­wi­thal Remit thy other for­feits. Take him to pri­son; And see our plea­sure her­ein exe­cu­ted. — LUCIO Mar­ry­ing a punk, my lord, is pres­sing to death, whip­ping, and han­ging.” []

5 Oktober

Knicklichtgruftis im Galileo-Szene Check

Kategorie: Vernetzt8 Kommentare
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Galileo.arp.300pixWie oft würde sich der Mann im Grabe umdre­hen, wenn man einen Fern­se­her auf seine Über­reste stel­len würde. Gali­leo Gali­lei war näm­lich nicht nur ein ita­lie­ni­scher Mathe­ma­ti­ker, Phy­si­ker und Astro­nom son­dern auch Namens­ge­ber für die Pseudo-Populär-Wissenschaftliche Unterhaltungs-Sendung Gali­leo, die jedes mal anstrebt, uns die Welt zu erklä­ren. Und weil die Welt der Wis­sen­schaft offen­bar schon erschöpft ist, wid­met man sich seit eini­ger Zeit auch eher Fra­gen die uns wirk­lich alle beschäf­ti­gen. „Wie­viele Leute pin­keln eigent­lich in so ein Frei­bad­be­cken?” (Video) oder auch „Wie­viel Gewicht kann man an einem Tag zuneh­men?” (Video) Mich schüt­telt es immer noch bei dem Gedan­ken, was ich ohne die­ses so erwor­bene Wis­sen gemacht hätte. Wohl mög­lich, dass mich der schiefe Turm von Pisa erschla­gen hätte.

Doch jetzt wagt sich das TV-Magazin auch an die Jugend­sze­nen heran und stellt die bekann­tes­ten davon im Szene-Check vor. Die­ses mal müs­sen die Cyber­n­au­ten dran glau­ben, die im fol­gen­den auch Cyber­gothic genannt wer­den. „Sie sehen aus wie von einem ande­ren Pla­ne­ten, wie Manga-Männchen die in einen Farb­topf gefal­len sind…” so die Ein­lei­tung des Mode­ra­tors. Kann ja hei­ter wer­den. Ich ver­weise an die­ser Stelle an mei­nen Arti­kel: Sub­kul­tur! — Cyber­gothic, in dem ich mich neu­tra­ler und sach­li­cher mit dem Thema aus­ein­an­der­setze, denn ein iro­ni­scher und viel­leicht leicht spöt­ti­scher Ein­druck im fol­gen­den Arti­kel ist beab­sich­tigt und schwingt nicht nur sub­jek­tiv mit. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


3 Oktober

Subkultur! - Cybergothic

Kategorie: Subkultur!82 Kommentare
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Cyber Gothic TokioSchon die Über­schrift ist ver­wir­rend und kon­tro­vers zugleich. Cyber­goth lässt ver­mu­ten das es sich bei die­ser Jugend­kul­tur um einen direkt Able­ger der Gothic-Szene han­delt. Die Cyber­gothics sind aber eine Cross-Over Kul­tur, die sich aus vie­len unter­schied­li­chen Sti­len und Ein­flüs­sen zusam­men­setzt.  Visual Kei, Techno, Punk, Rive­thead1 und Gothic fusio­nie­ren beim Cyber zu einer neuen, rein äußer­lich und optisch inspi­rier­ten Sub­kul­tur. Die Anzahl der tat­säch­li­chen äußer­li­chen Gemein­sam­kei­ten zum Gothic sind sehr gering.

Der Klei­dungs­stil ist futu­ris­tisch und erin­nert wie beab­sich­tigt an ein far­ben­fro­hes End­zeit­sze­na­rio. Schwarz, das mit weiß oder grel­len Neo­far­ben akzen­tu­iert wird ist typisch für die Anhän­ger die­ser Szene. Die Klei­dungs­stü­cke und auch die Schuhe sind reich­hal­tig mit Metall­be­schlä­gen ver­ziert (bspw. New Rock), beson­de­ren Ein­falls­reich­tum zeigt man bei der Wahl des Acces­soires, Schwei­ßer­bril­len (Gogg­les) gehö­ren zum guten Ton, ebenso wie Gas­mas­ken und lange Spitz­nie­ten. Ele­mente der Fetish-Bekleidung sor­gen für einen sehr kör­per­be­ton­ten und frei­zü­gi­gen Klei­dungs­stil mit Lack– und Latex-Bekleidung. Beson­de­res Augen­merk wird auf die Ver­zie­rung der Haare mit neon­far­be­nen Exten­si­ons und Cyberloxx2 gelegt, den Auf­wand den einige dafür betrei­ben ist bemer­kens­wert und erin­nert auch an die frü­hen Haar­spray und Styling-Orgien in der Wave und Grufti-Szene der spä­ten 80er. Den gan­zen Arti­kel lesen… »

  1. engl. für „Niet­kopf” und Überg­angs­kul­tur der Post-Industrial-Szene deren Anhän­ger mit Tarn­hem­den, Feld­ja­cken und Kampf­stie­feln zu sehen sind. []
  2. Bei den sog. Cyberloxx die viel­fach ver­trie­ben wer­den han­delt es sich ursprüng­lich um Geschenk­band aus den USA []

10 September

Flüssige Szene: Met

Kategorie: Schwarze Szene8 Kommentare
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met der honigweinWer schon mal auf einem Mit­tel­al­ter­markt gewe­sen ist hat sich sicher­lich schon ein­mal über die dort aus­ge­schenk­ten Getränke gewun­dert: Wikin­ger­blut oder Drach­blut sind Namen für das Met (Honig­wein), eines der ältes­ten alko­ho­li­schen Getränke der Welt. Nach­dem ich euch schon den Absinth in die­sem Arti­kel näher gebracht habe, widme ich mich nun dem Met, dem Trank der Götter.

Das Met eines der ältes­ten bekann­ten Getränke mit berau­schen­der Wir­kung ist, liegt am Honig — bes­ser gesagt am ver­go­re­nen Honig. Denn bei Honig mit hohem Was­ser­an­teil setzt die Gärung bei län­ge­rer und ent­spre­chen­der Lage­rung spon­tan ein1 und ver­setzt dem Getränk wie von Zau­ber­hand einen Alko­hol­ge­halt von etwa 11–16%.  Da mögen sich sicher­lich schon die alten Ägyp­ter um 3500 v. Chr. gefragt haben, warum das Getränk so lus­tig und unbe­schwert macht nach­dem sie es eine Zeit lang in der Sonne ste­hen gelas­sen haben. Das mythi­sche, tra­di­tio­nelle und antike Image des Met macht es auch heute vie­len mytho­lo­gisch inspi­rier­ten Sze­nen zum In-Getränk, das ent­we­der aus der Fla­sche oder einem Stil­ech­te­ren Trink­horn genos­sen wird. Den gan­zen Arti­kel lesen… »

  1. Siehe auch unter dem Begriff Spon­tan­gä­rung auf Wikipedia.org []

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