15 April

Super Goths, Satanisten und Vampire in London

von Robert ForstKategorie: Fundgrube11 Kommentare
Vampires of London

The London Vampire Monthly Meetup – (c) Vampires of London

Vor rund 30 Jahren war London eine Hochburg der zu dieser Zeit aufstrebenden Jugendkultur der “Goths”. Begeistert lauschten die Jugendlichen der Musik und nahmen das auf, was die Szene an Inhalten mitbrachte und entwickelte. Vampire, Okkultismus, Satanismus und Mythologie versprachen einen möglichen “Kick”  und luden dazu ein, sich auszuprobieren. Man spazierte auf Friedhöfen, rückte Gläser über eine Tischplatte, entzündete schwarze Kerzen und murmelte geheimnisvolle Texte. Für viele ein Phase, ein Stück ihrer Jugend, eine Erinnerung. Was jedoch passieren kann, wenn man aus einem Interesse und einer Leidenschaft eine Lebensweise oder gar Weltanschauung macht, zeigt eine kurze Dokumentation aus dem Jahre 2010. Offensichtlich haben “Super Goths”, “Real Life Vampires” und Satanisten vor 15 Jahren damit begonnen, sich in London zu organisieren und Gruppen zu bilden, in denen man sich austauscht und möglichen Aktivitäten okkulter Mächte beobachtet.

Haben hier ein paar Erwachsene nie aufgehört wild und rebellisch zu sein? Wie in der schwarzen Szene selbst, ist auch hier ein breiter Altersquerschnitt zu finden. Offensichtlich ist das Interesse für die Randbereiche zwischen Wissen und Glaube immer noch enorm groß. Das Devonshire Arms war und ist so ein Treffpunkt. Heute heißt der Pub Hobgoblin und ist eine der ältesten Gothic-Kneipen in London. Hier trifft sich unter anderem die London Vampire Meetup Group zum monatlichen Stell-Dich-Ein.

Interessant. Hier treffen sich Cyber, Steampunker, Goths und Neo-Romantics, weil sie ein Interesse haben. Vampire, Geschichten und Menschen mit den gleichen Leidenschaften. Völlig unabhängig von der subkulturellen Zugehörigkeit. Vorbildcharakter? Ohne vom Eigentlichen, der kurzen Video-Reportage, abzulenken möchte ich behaupten: Durchaus! Beobachtet man beispielsweise die Ausstellungen, Lesungen und Museumsführungen zum WGT in Leipzig wird deutlich, dass Interessen keine Differenzierung kennen.  Den ganzen Artikel lesen… »


26 März

10 Thesen über das Gothic-Dasein

von Robert ForstKategorie: Hintergründe52 Kommentare

10 Gothic ThesenEs war einmal. Vor rund 500 Jahren nagelte ein rebellischer Theologe ein paar Zettel an eine wehrlose Tür im beschaulichen Wittenberg und präsentierte seine 95 Thesen, mit denen er die christliche Kirche reformieren sollte. Jedenfalls hat er es versucht. Martin Luther sorgte mit seinem Wunsch nach Veränderung für eine neue Form des christlichen Glaubens, nicht für eine Veränderung der Kirche. Ganz so große Ansprüche habe ich nicht. Ich möchte jedoch etwas fortführen, was in unzähligen Beiträgen und Kommentaren schon seit gefühlten Ewigkeiten diskutiert wird. Das Beispiel Luthers ist nur Sinnbild für einen Veränderungsprozess, der in den Köpfen vieler Menschen stattfinden muss. Es braucht Zeit, bis Gewohnheiten, Rituale und gefühlte Sicherheiten aufgebrochen werden können und meist ist das ein schleichender Prozess, der von vielen nicht wahrgenommen wird. Doch was hat das mit “Gothic” zu tun?

Vor einiger Zeit titelte Sabrina in einem Artikel “Gothic – Kein Ziel und keine Richtung?” und sorgte damit  für die erneute Diskussion der Fragen, was Gothic nun ist und ob wir uns nicht über gemeinsame Ziele und Sichtweisen definieren sollten. Es gibt kein abschließendes Fazit, kein Ergebnis, keine Handlungsanweisung, nur eine Reihe von vagen Wünschen und Vorstellungen, wie man eine Szene, die einen wichtigen Teil des Lebens eingenommen hat, verändern, gestalten oder gar reformieren könnte. Ich möchte an dieser Stelle zehn Thesen aufstellen, wie Gothic ist, war und sein kann. Zehn nicht recherchierte Behauptungen, die sich zusammenhanglos zwischen Oberflächlichkeit und Tiefgang bewegen. Zehnmal die Möglichkeit, beizupflichten, nachzudenken und umzusetzen. Zehnmal die Möglichkeit, mich zu verurteilen, anderer Meinung zu sein oder zu meckern.
Den ganzen Artikel lesen… »


7 November

Gothic – Kein Ziel und keine Richtung

Gothic - Kein Ziel keine RichtungManchmal tauchen Fragen, die man sich schon öfter gestellt und dann wieder verdrängt hat, auf Umwegen wieder auf. Heute sah ich ein junges Gothic-Paar in der Stadt, gekleidet in trendigem X-tra-X-Schwarz inklusive einem Berg aus Schnallen, Ösen und Bondage-Bändern. Sofort stellte sich bei mir die innere Abwehr ein. Mit denen hab ich nichts zu tun. Das sind nur Mitläufer. Die gehören nicht zur Szene. Mode-Gruftis, die sich nur interessant machen wollen. Untrue! Gleichzeitig das schlechte Gewissen, sich als „was Besseres“ zu fühlen und direkt in abwertenden Kategorien zu denken.

Was wissen die neuen Gothics schon von der alten Szene – von den Beweggründen und Zielen, die einen zum wahren Mitglied dieser Subkultur machen? So schoss es mir durch den Kopf. Äh – Moment mal! Da war sie wieder, die besagte oft verdrängte Frage. Gab es überhaupt jemals eine Richtung oder ein Ziel in der Szene? Den ganzen Artikel lesen… »


27 April

Der Anfang vom Ende der Subkulturen?

von Robert ForstKategorie: Szene im Blick8 Kommentare
Hipster

© Jack Newton@flickr.com | CC by-sa 2.0

Was ist eigentlich ein Hipster? Dieser inflationär von den Medien verbreitete Ausdruck bezieht sich auf ein möglicherweise subkulturelles Phänomen, dass irgendwann in den späten 2000ern irgendwo in den USA auftauchte und längst in die angesagten Ballungsräume deutscher Großstädte geschwappt ist. Der Hipster, so die landläufige Meinung, definiert sich rein über sein Äußeres. Flanellhemden, die so gerne von den typischen Holzfällern getragen werden, möglichst absurd gestrickte Pullover, die keiner gerne unter dem Weihnachtsbaum haben wollte, enge Röhrenjeans, Converse-Schuhe und die obligatorische Hornbrille definieren sein Outfit. Die Kleidung wirkt wie eine bewusst getragene Stillosigkeit, die wie eine “fetischisierung der Authentischen unter dem Deckmantel der Ironie” wirkt und sich dabei wahllos in den subkulturellen Stilen der letzten 70 Jahre bedient.

Niemand behauptet einer zu sein, eine Definition fällt schwer. Der Hipster scheint unpolitisch und gibt sich äußerlich radikal, während er aber gleichzeitig an seinen Status-Symbolen und Privilegien hängt. “Seine innere Haltung speist sich aus einem einfachen Dreiklang: ‘Abgrenzung, Narzissmus und einem Gefühl der Überlegenheit’”. Sie besiedeln angeblich ehemals angesagte Szene-Viertel und heruntergekommene Stadtteile, während in Ihrem Fahrwasser Immobilienmakler mit Kernsanierungen urbanen Lebensraum schaffen. Zurück bleiben genervte Nachbarn, die sich über die drastisch gestiegenen Mieten echauffieren. Den ganzen Artikel lesen… »


12 April

Kunst, Kultur oder Szene? – Die Vielfalt des Steampunk

von Robert ForstKategorie: Hintergründe16 Kommentare
Steampunk G.D. Falksen

©Tyrus Flinn / CC by-sa

Erst neulich beschäftigte ich mich mit dem Phänomen Steampunk. Bei einer Recherche zu einem Artikel stellte ich fest, dass sich viele Quellen nicht einig sind, als was man Steampunk denn nun betrachten könnte. Kultur? Szene? Kunst? Trotz kontroverser Diskussion konnte ich mir kein Bild machen, womöglich weil ich nicht Teil der Szene bin. Was liegt da näher, als jemanden zu Wort kommen zu lassen, der sich selbst als Teil der Szene betrachtet? Ich bin froh, dass sich Andrea Kerlen, die mich bereits auf das Steampunk-Festival Aethercircus aufmerksam machte, bereit erklärt hat, einen Gastbeitrag zu verfassen, um das Phänomen aus ihrer Sicht zu beleuchten. Ihren Text habe ich ungekürzt übernommen, mit Links angereichert und Bildern verfeinert.

Die Vielfalt des Steampunk

Was Steampunk genau ist und wie man ihn definieren könnte, darüber diskutieren selbst eingefleischte Steampunks gern. Ist es eine Szene, eine Subkultur, ein Lebensgefühl, ein Hobby oder einfach eine besondere Kunstform? Geht man von streng soziologischen Gesichtspunkten aus, wie sie beispielsweise bei Wikipedia nachgelesen werden können, handelt es sich bei Steampunk hierzulande nicht um eine Subkultur, sondern eine Szene – denn für eine Subkultur mit festen Merkmalen ist die Gemeinde der Steampunkfans zumindest im deutschsprachigen Raum wohl zu klein und vielfältig, zumal sich fast jeder gern seinen eigenen Steampunk zurecht „bastelt“.

So ist es nicht verwunderlich, dass es keine festen Regeln oder Ansichten gibt, was Steampunk ist oder sein soll, die Szene ist sehr offen und diskutiert gern in Online-Foren und Steampunk Communities.

Bei einer solchen Diskussion im Social Network „Rauchersalon“ wurden kürzlich übrig sehr viele unterschiedliche Meinungen sichtbar, was denn Steampunk sei. Einer der Mitglieder des Forums wies schließlich darauf hin, dass die Amerikaner und Briten das Thema etwas lockerer sähen als die Europäer. Gerade in Amerika seien die Begriffe “Steampunk Scene” und „Steampunk Subculture” durchaus vertreten und würden austauschbar verwendet.

Ich möchte mir an dieser Stelle daher kein Urteil anmaßen, wie man den Steampunk einordnen sollte und möchte stattdessen lieber auf seine vielfältigen Ausprägungen eingehen. Den ganzen Artikel lesen… »


7 Februar

The Open Community – Gothic in Australien

Bestimmt sind wieder die Briten schuld. Als die USA ihre Unabhängigkeit durchsetzte, suchte die britische Regierung 1787 nach Möglichkeiten, sich von unliebsamen Inselbewohnern zu trennen, vornehmlich von Menschen aus der Unterschicht, die für jede Kleinigkeit in Strafkolonien gesteckt wurden. Praktisch, dass James Cook ein paar Jahre vorher den australischen Kontinent entdeckte und ihn für die britische Krone reservierte, vielleicht warf er damals ein Handtuch über einen Liegestuhl. Das weit entfernte und nur von ein paar unwichtigen Eingeborenen bewohnte Land wurde zur Strafkolonie. Im Januar 1788 erreichten dann die ersten 11 Schiffe mit Siedlern und Verurteilten den Kontinent und gründeten Sydney.

Anyway. Rund 200 Jahre später dann der nächste brillante Schachzug der Briten, durch geschickte Infiltration wurde Gothic ein Teil der australischen Gesellschaft… Das ist natürlich Unsinn. Die Subkulturen der späten 70er und frühen 80er verbreiteten sich überall. Australische Gothics jedoch, stellen in diesem Blog eine unterrepräsentierte Minderheit dar. Daher bin ich dankbar, dass mich Pixella Panik auf einen Link aufmerksam machte. Den ganzen Artikel lesen… »


17 Dezember

Gothic Friday Dezember – Subkultur in eurer Stadt

von Robert ForstKategorie: Gothic Friday30 Kommentare

Gothic Friday 2011Die Würfel sind gefallen!

Es war ein spannendes Finale. Wenige Stunden vor Ende der Abstimmung über das Dezember-Thema des Gothic Friday roch es nach einem Unentschieden zwischen “Subkultur in Eurer Stadt” und dem Thema “Dein Gothic Friday”. Letztendlich hat sich aber die Lust an der lokalen Erkundung der eigenen Szene durchgesetzt. Damit hat ASRianerin den Gewinnervorschlag gemacht und wird nicht etwa mit Preisen überschüttet, sondern mit Arbeit. Mitgefangen, mitgehangen! Neben der Tatsache, einen Beitrag abliefern zu müssen, obliegt ihr auch die inhaltliche Mitarbeit am Resümee, das im Januar 2012 erscheinen wird.

“Subkultur in eurer Stadt – Hier komme ich her, hier gehe ich hin.” Die Aufgabe des letzten Gothic Friday ist eindeutig. In welcher Stadt wohnst Du und wo gehst Du hin, um Gleichgesinnte zu treffen, Deine Musik zu hören oder Konzerte und Events zu besuchen? Für die meisten dürfte das eine ganz besondere Herausforderung darstellen, denn einige kommen sicherlich aus kleineren Städten und Gemeinden, deren Angebot an schwarzer Subkultur eher überschaubar ist. Es scheint daher unausweichlich, seine Führung durch die lokale Szene auf größere Städte und Ballungszentren in unmittelbarer Umgebung auszudehnen. Den ganzen Artikel lesen… »


5 Juni

Wir werden beobachtet!

von Tobias BlankKategorie: Szene im Blick6 Kommentare

Die Gothic-Szene erfährt Aufmerksamkeit aus vielen Richtungen. Sei es der Einfluss auf Modedesign, Wohnungseinrichtungen oder Popmusik, unsere Außendarstellung scheint für viele Menschen nicht mehr provozierend, sondern inspirierend zu sein. Da erscheint es nur logisch, dass auch die Wissenschaft ein Auge auf die Schwarzgewandeten geworfen hat.

Doch was nehmen die Forscher von uns wahr? Was geben wir willentlich und unbeabsichtig preis? Und welche wissenschaftlich verwertbaren “Erkenntnisse” werden veröffentlicht? Frei nach dem Motto aller mündigen Netzbürger “Watch Your Back!” werfen wir hier einen Blick zurück auf die, die uns beobachten, und gehen auf die Suche nach unserem “Blinden Fleck“. Den ganzen Artikel lesen… »


30 April

Subkultur! – Wicca

von Rosa ChalybeiaKategorie: Hintergründe10 Kommentare

Subkultur - WiccaMagische Kreise, Pentagramme und heidnische Feste im fahlen Licht des Mondes? Schrullige Hexen die Barfuß um den Schein des knisternden Feuers tanzen oder doch etwa eine murmelnde Gemeinde Bedeutungsschwangerer Menschen? Und was zum Teufel hat das alles überhaupt mit Gothic zu tun?

Einleitung: Spontis ist nicht gerade der Quell neureligiöser Bewegungen oder neu ins Leben gerufener Natur- und Mysterienreligion, da liegt es nahe, sich professionelle Hilfe zu holen. Daher habe ich Rosa Chalybeia gebeten, einen passenden Beitrag für die Reihe Subkultur! zu verfassen und war mehr als glücklich, dass Sie zustimmte. Rosa beschäftigt sich schon seit gefühlten Ewigkeiten mit allem was mysteriös, religiös oder heidnisch ist und im Laufe ihrer Karriere in der schwarzen Szene viele Erfahrungen dazu gesammelt. Bis jetzt kenne ich niemanden, der auf diesen Gebieten fundierteres Wissen zu bieten hätte.

An dieser Stelle möchte ich ein paar Worte über Wicca verlieren, auch wenn diese „Bewegung“ mit Gothic erst mal nichts zu tun hat, heute verschränken sich an diesem Punkt die Szenegrenzen oftmals. Mag es am natürlichen Interesse des gemeinen Gothics für okkulte Dinge liegen ;) – oder an der Suche nach anderen Wegen als die ausgetretenen Pfade etablierter Religionen, wenn es darum geht die Welt auf spirituellem Wege zu erfahren. Den ganzen Artikel lesen… »


3 Oktober

Subkultur! – Cybergothic

von Robert ForstKategorie: Hintergründe223 Kommentare

Cybergoth (c) LoanP89 CC by-nc-nd 2.0

Schon die Überschrift ist verwirrend und kontrovers zugleich. Cybergoth lässt vermuten, dass es sich bei dieser Jugendkultur um einen direkten Ableger der Gothic-Szene handelt. Die Cybergothics sind aber eine Cross-Over Kultur, die sich aus vielen unterschiedlichen Stilen und Einflüssen zusammensetzt.  Visual Kei, Techno, Punk, Rivethead und Gothic fusionieren beim Cyber zu einer neuen, rein äußerlich und optisch inspirierten Subkultur. Die Anzahl der tatsächlichen äußerlichen Gemeinsamkeiten zum Gothic sind sehr gering.

Der Kleidungsstil ist futuristisch und erinnert – wie beabsichtigt – an ein farbenfrohes Endzeitszenario. Schwarz, das mit weiß oder grellen Neofarben akzentuiert wird, ist typisch für die Anhänger dieser Szene. Die Kleidungsstücke und auch die Schuhe sind reichhaltig mit Metallbeschlägen verziert. Besonderen Einfallsreichtum zeigt man bei der Wahl des Accessoires, Schweißerbrillen (Goggles) gehören zum guten Ton, ebenso wie Gasmasken und lange Spitznieten. Elemente der Fetish-Bekleidung sorgen für einen sehr körperbetonten und freizügigen Kleidungsstil mit Lack- und Latex-Bekleidung. Besonderes Augenmerk wird auf die Verzierung der Haare mit neonfarbenen Extensions und Cyberloxx gelegt, den Aufwand den einige dafür betreiben ist bemerkenswert und erinnert auch an die frühen Haarspray und Styling-Orgien in der Wave und Grufti-Szene der späten 80er. Cyber der neueren Generation verzichten mittlerweile auf eine schwarze Basis und geben sich noch farbenfroher (siehe Bild) Den ganzen Artikel lesen… »