“Du sollst Skinheads nicht mit Nazis verwechseln” ist nicht nur der Titel einer aufklärenden Internetseite, sondern auch Motto mit erhobenem Zeigefinger. Aufmerksame Leser wissen bereits: Eine Glatze und ein Paar Dr. Martens reichen noch lange nicht für die Identifizierung eines Neonazis. Viel schlimmer noch: Heute scheint es praktisch unmöglich typische Erkennungsmerkmale zu definieren, die dem Bürger bei seinem Schubladendenken unter die Arme greifen. Auf sehr anschauliche Art und Weise haben sich die Filmemacher und Edina MedraStefan Berenthal mit Kindern und Jugendlichen zweier Schulen in Bremen zusammengetan und das Video Vorsicht Nazi gedreht, das im leicht verständlichen Stil die Sache noch einmal in 6:55 auseinanderklamüsert und damit den Versuch gestartet, das Vorurteil das sich untrennbar mit dem Denken vieler Bürger verknotet hat, zu entwirren.
(via KFMW)
Neonazis leben heute davon, alte Symbolik aufzugeben und sich ständig neue Bezüge herzustellen. Die meisten sind nicht mehr durch ihr äußeres zu unterscheiden, sondern nur durch ihre Ideen und die immer gleichen Argumente. Die Beliebigkeit in der man in der rechten Szene Symbole für sich vereinnahmt ist erschreckend und verleiten uninformierte immer wieder zu falschen Assoziationen. Gothics wurden in den 90ern ebenfalls als Weg der Infiltration entdeckt, ihr politisches Desinteresse, Bezüge zu Mythen und Legenden sowie die Erforschung musikalischer Grenzbereichen musste auf die braune Brut wie ein Magnet gewirkt haben. Und trotzdem fanden sie auch hier keinen fruchtbaren Boden sondern stießen auf breite Ablehnung. Bis heute ist das Thema jedoch sensibel geblieben und sorgt immer wieder für Diskussionsstoff, der manchmal nur auf Verfehlungen einzelner zurück zu führen ist.








