Wenn man aus dem Fenster schaut, glaubt man nicht an den Einzug des Sommers. Dabei sind wir — rein astronomisch gesehen — schon auf seinem Höhepunkt. Der 21. Juni ist der längste Tag und folglich die kürzeste Nacht des Jahres. Obwohl nun alles blüht und in grüner Pracht erstrahlt, werden die Tage fortan kürzer. Früher glaubte man, dass die Natur in der Mittsommernacht magisch sei. Elfen tanzten zur Musik und grummelige Trolle standen hinter den Bäumen. Es hieß, dass der Morgentau kranke Tiere und Menschen heilen konnte. Druiden sammelten den Tau des Mittsommermorgens in kleinen Flaschen und Gefäßen. Dieser wurde dann auch zum Backen benutzt. Das Brot wurde besonders lecker und die Brötchen besonders groß, so der Glaube.
Gerade in skandinavischen Ländern zelebriert man diesen Tag ganz besonders. Nach Weihnachten ist es in Schweden beispielsweise das größte Fest. Eine überbewertete Möbelhauskette aus Schweden macht damit ja auch bei uns Werbung, was eigentlich paradox ist, denn die meisten Sachen kommen ja sowieso aus China und da ist der 21. Juni kein Grund zum Feiern.
Mittsommer ist übrigens Gruftie-Trauertag, denn die Nacht ist - wie eingangs erwähnt - besonders kurz und damit ist die Zeit des geschützten Rückzugs besonders kurz. Wenn Grufties Trauer tragen, laufen sie ausnahmsweise ganz in Schwarz herum, denn die Welt um sie herum ist schrecklich bunt an diesem Tag. Selbst Google sollte man heute meiden, denn das »Doodle« des heutigen Tages birgt Gefahren sofortiger Verblendung der empfindlichen Augen der Nacht. Idealerweise bleibt man zu Hause, legt sich in seinen Sarg und schließt den Deckel. Längster Sommertag. Wie schrecklich.
Wenn schon, dann bitte nach Stonehenge. Da treffen sich auch heute wieder selbsternannte Druiden, Heiden, Hexen, Wicca-Anhänger und New Age Liebhaber, um darauf zu warten, ob etwas passiert und um merkwürdige Rituale zu feiern. Denn die wirklich Verrückten sind ganz woanders: Den ganzen Artikel lesen… »



