7 Oktober

Gothic Friday Oktober - Interview mit einem Goth

Kategorie: Gothic Friday26 Kommentare

Gothic Friday 2011Wäh­rend drau­ßen die Blät­ter von den Bäu­men rie­seln und in bun­ten Far­ben den bevor­ste­hen­den Herbst ein­läu­ten, sit­zen in den stür­mi­schen Tagen die ein oder ande­ren im Schein eini­ger Ker­zen oder Grab­lich­ter zusam­men und unter­hal­ten sich über die neus­ten musi­ka­li­schen Wun­der­werke, reden über die, die nicht da sind oder tau­schen sich über gemein­same Inter­es­sen und Vor­lie­ben aus. Man­che sin­nie­ren über den Sinn der eige­nen Exis­tenz und phi­lo­so­phie­ren dar­über was war, was ist und was noch kom­men mag. Plötz­lich geis­tert eine Frage durch den Patchouli geschwän­ger­ten Raum: »Was ich Dich schon immer mal fra­gen wollte: Wür­dest du Dich als Teil der Szene betrach­ten?«

Seit es den Gothic Fri­day gibt, erzählt jeder von sich selbst und sei­nen Gedan­ken über Gothic und die schwarze Szene. Wir haben uns für die­sen Monat gedacht, dass wir den Kreis im Okto­ber mal etwas erwei­tern. Denn oft­mals ist es inter­es­sant, was Andere zu den Fra­gen den­ken, die wir uns alle gestellt haben. Ein per­sön­li­ches Inter­view mit einem (ande­ren) Goth ist die beste Mög­lich­keit, mehr von­ein­an­der zu erfah­ren. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


7 November

Schwarze Zeitzeugen - Melissa aus London

graveyard 1984, big hair and purple lipstickMelissa ist 39 Jahre alt und lebt in London, aufgewachsen ist sie in einer kleinen Stadt in Wiltshire im Süd-Westen Englands. In Devizes, so wie der kleine Ort heißt, ist es kein Zuckerschlecken anders zu sein als die anderen und schon gar nicht, wenn man auch noch so aussieht. Melissa war ein Gothic, jedenfalls würde man sie heute so bezeichnen. Früher gab es noch keinen Begriff und einordnen lassen wollte man sich sowieso nicht. Schwarze Haare, schwarze Klamotten, Schminke, Haarspray und spitze Schuhe waren die Merkmale, an denen man Melissa und ihre Freunde erkannte. In Magazinen fand sie ihre Vorbilder Danielle Dax und Poison Ivy Sie trieben sich auf Friedhöfe rum und hörten Musik nach Punk.

"Es ging eigent­lich nie darum in einer Szene zu sein« sagt Melissa heute, »son­dern nur darum seine Haare senk­recht zu stel­len.« Sze­ne­zu­ge­hö­rig­keit war kein gewoll­tes Phä­no­men, son­dern eine Zuord­nung. Viel­leicht wird die Szene von damals idea­li­siert, schö­ner und all­um­fas­sen­der dar­ge­stellt, als sie wirk­lich war. 1988 ver­ließ sie den klei­nen Ort und zog nach Lon­don, sie arbei­tet als Illus­tra­tor und Ani­ma­teu­rin und gibt darin auch Unterricht.

Melissa war unbe­wuss­ter Teil einer Jugend­be­we­gung, die man heute als Gothic bezeich­net, dabei ging es ihr nur um Indi­vi­dua­lis­mus und darum, so zu sein wie man wollte. Es ist schwie­rig, eigene Ver­glei­che zu einer Szene zu zie­hen, die es unter die­sem Namen zunächst gar nicht gege­ben hat. Gothic ist ein Begriff, der Mitte, eher Ende der 80er Jahre zu fin­den war und des­halb ist es umso schwie­ri­ger sich darin zu defi­nie­ren. Ich führte ein Inter­view mit Melissa und war zuge­ge­be­ner­ma­ßen über­rascht, wie sie auf meine Frage ant­wor­tete. Schön wenn meine Erwar­tungs­hal­tung über den Hau­fen gewor­fen wird und ich etwas neues dazu­ler­nen kann. Melissa ist der erste Teil mei­ner Inter­view­reihe Schwarze Zeit­zeu­gen. Den gan­zen Arti­kel lesen… »