27 Juli

Ein Kind, das am Hunger stirbt, wird ermordet

Kategorie: Bewusst Schwarz1 Kommentar

NYHQ2011-1108In Ost­afrika sind 500.000 Kin­der akut vom Hun­ger­tod bedroht, Jean Zieg­ler brachte das Pro­blem in einer nie gehal­te­nen Eröff­nungs­rede vor der Salz­bur­ger Fest­spie­len deut­lich auf den Punkt: »Alle fünf Sekun­den ver­hun­gert ein Kind unter zehn Jah­ren. 37 000 Men­schen ver­hun­gern jeden Tag, und fast eine Mil­li­arde sind per­ma­nent schwers­tens unter­er­nährt. Und der­selbe Weltfood-Report der FAO, der all­jähr­lich diese Opfer­zah­len gibt, sagt, dass die Welt­land­wirt­schaft in der heu­ti­gen Phase ihrer Ent­wick­lung pro­blem­los das Dop­pelte der Welt­be­völ­ke­rung nor­mal ernäh­ren könnte. Schluss­fol­ge­rung: Es gibt kei­nen objek­ti­ven Man­gel, also keine Fata­li­tät für das täg­li­che Mas­sa­ker des Hun­gers, das in eisi­ger Nor­ma­li­tät vor sich geht.«

Harte Fak­ten einer har­ten Wahr­heit. Wäh­rend täg­lich ton­nen­weise Lebens­mit­tel in Super­märk­ten ver­nich­tet wer­den, weil sie nicht mehr so schön aus­se­hen, ster­ben an einem ande­ren Platz der glei­chen Erde tau­sende Men­schen an Hun­ger. Eine dunkle Welt und eine düs­tere Zukunft für eine ver­blen­dete Gesell­schaft. Das zeigte die schwarze Szene schon vor 30 Jah­ren, als sie damit begann, ästhe­tisch zu pro­vo­zie­ren. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


20 Mai

Die modische Rebellion der 80er

Kategorie: Hintergründe4 Kommentare

Modische Abgrenzung OpenerImmer wie­der taucht die Frage auf, warum die Gothics eigent­lich schwarz tra­gen, worin die Ursprünge des Klei­dungs­stils der Szene lie­gen und wel­chen his­to­ri­schen Bezug man zu sei­ner Klei­dung damals fand. Dabei wird in der Regel in die junge Szene der 80er viel mehr inter­pre­tiert, als dort eigent­lich gewe­sen ist. Ich möchte einen klei­nen Ver­such wagen und erklä­ren, warum schwarz damals eben doch nicht nur eine Farbe war, son­dern auch ein State­ment, auch wenn die Tiefe die­ser Hal­tung bei wei­tem nicht inten­siv war, wie man heute vermutet.

Die 80er waren bunt. Leuch­tend grell, erschre­ckend far­big und Haar­sträu­bend blen­dend — die nächste Mode­welle nach der Mode­welle musste immer noch bun­ter sein als ihr Vor­gän­ger. Mus­ter, Punkte und Far­ben wur­den scham­los kom­bi­niert. Dabei war die Welt um uns herum alles andere als fröh­lich bunt, rück­bli­ckend hat es den Anschein, als würde schwarz die Spie­ge­lung der Ängste sein, die durch Atom­ka­ta­stro­phen, Umwelt­ver­schmut­zung und Kriege tag­täg­lich in den Medien prä­sent waren. Diese Gefühle waren in den Köp­fen der jugend­li­chen prä­sent, führ­ten aber nicht zu einer bewuss­ten Ent­schei­dung schwarz zu tra­gen um der Welt dafür den Spie­gel vor­zu­hal­ten. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


11 April

Eine Frage des schwarzen Humors, dürfen wir lachen?

Kategorie: Ansichtssache12 Kommentare

Hopscotch_to_oblivionDie Gothic-Szene ist ein Witz!

1905 erforscht ein gewis­ser Sig­mund Freud den Witz und seine Wir­kung auf das mensch­li­che Unter­be­wusst­sein. Er behaup­tete, das Witze ein Ven­til für die Aus­ein­an­der­set­zung mit gesell­schaft­lich tabui­sier­ten The­men seien, die sich der Mensch erzählt, um sich dar­über Aus­druck zu ver­lei­hen und seine Mei­nung in Humor zu ver­pa­cken.  Schwar­zer Humor, ist ein ganz beson­dere Art der kon­tro­ver­sen Aus­ein­an­der­set­zung. Wo lie­gen die Gren­zen des guten Geschmacks? Darf man sich dar­über lus­tig machen?

Wir kom­bi­nie­ren. Die Gothic-Szene trägt schwarz und man sagt ihr nach, sich eher mit gesell­schaft­lich tabui­sier­ten The­men wie Tod und Ver­gäng­lich­keit zu beschäf­ti­gen. Dar­über hin­aus besagt ein uralte Über­lie­fe­rung, das es bei man­chen ein Aus­druck für die Abkehr von einer viel zu bun­ten Welt, in der die bun­ten Medien vor­kauen, was wir gut zu fin­den haben und was wir bitte ableh­nen sol­len. Wenn man so möchte, eine ästhe­tisch nach­denk­li­che Art der kon­tro­ver­sen Aus­ein­an­der­set­zung. Oft genug spren­gen wir durch unsere Erschei­nung die Gren­zen des guten Geschmacks und man macht sich in aller­lei Form über uns lustig.

Sind wir nur Gegen­stand schwar­zen Humors, oder sind wir gar selbst der Humor? Ist die Szene also ein Witz? Ist schwar­zer Humor die ein­zig adäquate Art, einen wasch­ech­ten Grufti zum lachen zu brin­gen? Und wenn ja, kön­nen wir auch über uns Selbst lachen? Den gan­zen Arti­kel lesen… »


16 November

Schloss Einstein - Das Gruftie-Internat (2)

BeschwörungstheorienWie es aus­sieht, wenn man eine Jugend­be­we­gung in einer Jugend-Soap zum Thema macht, habe ich bereits mit der ers­ten Folge von Schloss Ein­stein — Das Gruf­tie Inter­nat deut­lich gemacht. Erschre­ckend ist, das es heute immer noch mög­lich zu sein scheint, mit den sel­ben Vor­ur­tei­len und Kli­schees wie vor 20 Jah­ren zu arbei­ten um dar­aus eine Unter­hal­tungs­sen­dung für Jugend­li­che zu pro­du­zie­ren, bei der die Auf­klä­rung nur mit­schwingt, wäh­rend sie von der pla­ka­ti­ven Dar­stel­lung einer halb ver­stan­de­nen Szene über­strahlt wird.

Es scheint unaus­weich­lich gewe­sen zu sein, das Thema »Gothic« durch die aktu­ell große Popu­la­ri­tät in die Serie mit ein­zu­be­zie­hen, gewünscht hätte ich mir aber eine andere Sicht­weise, ohne die ewige Leier von Beschwö­run­gen, Sata­nis­mus und schwar­zen Mes­sen. Es gibt durch­aus andere ernst zuneh­mende Pro­bleme her­an­wach­sen­der die man in einer sol­chen Serie anfas­sen könnte, obwohl ich zuge­ben muss, dass das den Wert der Unter­hal­tung drü­cken würde. Der Kunde ist König und so pro­du­ziert man das, was sich am bes­ten ver­kau­fen lässt. Doch genug von mei­ner per­sön­li­chen Ansicht, hin zur lang erwar­te­ten zwei­ten Folge. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


13 November

Eva-Maria Bonke - Ich sehe schwarz

Kategorie: Wortkunst13 Kommentare

Ein­lei­tung zu Gast­re­zen­sion: Eva-Maria Bonke - Ich sehe schwarzLesen ist ein äußerst kom­ple­xer Pro­zess. Wäh­rend unsere Augen Wort für Wort und Zeile für Zeile erfas­sen müs­sen, ist unser Gehirn damit beschäf­tigt die Wör­ter wie­der in eine Sinn­ge­mäße Folge zu brin­gen, die Aus­sage zu erfas­sen und für sich zu ana­ly­sie­ren. Es könnte natür­lich auch sein, das nur mir die­ser Pro­zess zu kom­pli­ziert vor­kommt und ich mit dem Lesen der Bücher nicht nach­komme. Da es mir unmög­lich erschien einem inter­es­san­ten Buch­tipp von Laura, die sich in ihrem Blog Biblio­fe­les mit dem Lesen eben sol­cher beschäf­tigt, nach­zu­ge­hen, habe ich sie gebe­ten ihren Arti­kel zu Eva-Maria Bon­kes »Ich sehe schwarz« hier ver­öf­fent­li­chen zu dür­fen. Dar­über hin­aus habe ich Sie auch als Auto­rin für zukünf­tige Gast­re­zen­sio­nen gewin­nen kön­nen, was mich per­sön­lich sehr freut, da ich ihre Mei­nung nicht sel­ten tei­len kann.

Klap­pen­text:
Die 14-jährige Leo­nie raucht, trinkt, schaut gern Hor­ror­filme und trägt am liebs­ten Schwarz. So eckt sie in der Gesell­schaft mehr als nur ein­mal an und ist bald als Sata­nis­tin ver­schrien. Sie flüch­tet sich mit Freun­den in grau­same Rol­len­spiele. Sze­ne­kon­flikte unter Jugend­grup­pie­run­gen wie den »Gangs­tern« und den »Gruf­ties« sowie immer häu­fi­gere Mob­bin­g­at­ta­cken in der Schule drän­gen das Mäd­chen in ein mis­an­thro­pi­sches Ver­hal­ten. Leo­nie muss erken­nen, dass sie selbst im Schrank der Gesell­schaft eine Schub­lade bekom­men hat und kämpft mit Gedich­ten und mor­bi­den Kurz­ge­schich­ten gegen ihre Wut über das Jung­sein in der heu­ti­gen Moderne an.Den gan­zen Arti­kel lesen… »


30 Oktober

Schloss Einstein - Das Gruftie-Internat (1)

Schloss Einstein, das Gruftie-Internat»Ich liebe es wenn ein Plan funk­tio­niert.« Regel­mä­ßige Leser wis­sen um die neue Kon­takt­seite, die ich ein­ge­rich­tet hatte um den Leser am Inhalt die­ser Seite zu betei­li­gen.  Ihr schreibt mir über Dinge die euch inter­es­sie­ren wür­den oder die euch beson­ders am Her­zen lie­gen, ihr schickt mir Links und the­ma­ti­sche Vor­schläge mit denen ich mich beschäf­ti­gen sollte. Es freut mich wirk­lich außer­or­dent­lich, das bereits einige Leser davon Gebrauch gemacht haben.

Neu­lich schrieb mir ASRia­ne­rin: »Hallo Sponti! Da ich krank im Bett gele­gen habe und so durch die deut­sche Fern­seh­land­schaft gezappt habe, bin ich irgend­wann bei Schloss Ein­stein hän­gen geblie­ben: Die Ferien sind vor­über und eine Schü­le­rin kommt als Gothic zurück. Aus Trauer, weil ihr Pferd gestor­ben ist. Das ist ja erst mal schon ein Grund zum schmun­zeln, aber es geht noch wei­ter: Sie möchte nun ihren Klas­sen­ka­me­ra­den ver­wün­schen, da die­ser angeb­lich Schuld am Tod des Pfer­des hat, da er vor­her einen Glücks­stein geklaut hat. Ich wusste nicht, ob ich über soviel Kli­schees und Vor­ur­teile lachen oder wei­nen sollte.«

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25 Juni

Ist Dir nicht warm in den Klamotten?

Kategorie: Schwarze Szene13 Kommentare

Wie außer­ge­wöhn­lich schwarze Klei­dung im Som­mer ist brau­che ich den meis­ten Lesern nicht zu sagen, doch die dras­ti­sche Zunahme von merk­wür­di­gen Fra­gen nimmt pro­por­tio­nal mit der Tem­pe­ra­tur zu. »Ist dir nicht warm in den Kla­mot­ten? — Nein, das liegt an der Sonne.« Stan­dard­flos­kel in die­sen Tagen. Heute war wie­der so einer die­ser hei­ßen Tage und ich war mit kur­zer Hose, mei­nem schlabb­ri­gen Blackfield-Shirt 2008 und ein paar Ran­gers unter­wegs bis ich einen Bekann­ten traf, der mir eben diese Frage stellte. Schön das ich zwi­schen Bekann­ten und Freunde unter­schei­den kann und oben­drein auch noch ver­bal bewaff­net bin. Da mit ihr auch argu­men­ta­tiv gerüs­tet seid und den Unwis­sen­den eine Kerze in ihre Denk­höhle stel­len könnt, habe ich die 3 spe­ku­la­tivs­ten Fra­gen zur Farbe schwarz herausgepickt:

Mit schwarzen Klamotten schwitzt man mehr?

Mit flüch­ti­gem Blick ist es unlo­gisch im Som­mer schwarze Kla­mot­ten zu tra­gen. Man unter­stellt uns, wir schwar­zen wür­den mehr schwit­zen. Fakt ist, weiße Klei­dung wirft das heiße Son­nen­licht bes­ser zurück als schwarze Klei­dung. Fakt ist aber auch, das weiße Klei­dung das auch mit der Kör­per­ei­ge­nen Hitze macht, schwarze Klei­dung gibt die Kör­per­tem­pe­ra­tur bes­ser ab. Daher hält sich das Tran­spi­ra­ti­ons­ver­hal­ten die Waage, jetzt rein farb­lich. Grö­ße­ren Ein­fluss hat das Mate­rial und der Schnitt. Luf­tige Stoffe aus Baum­wolle oder Lei­nen eige­nen sich gut im Som­mer zu küh­len, so kann der Wind die Haut errei­chen und es ent­steht ein ange­neh­mer Kaminef­fekt.  Syn­the­ti­sche Stoffe sind Schwitz-O-Maten, sie sind nicht atmungs­ak­tiv, wer­den meist zu eng getra­gen und för­dern das Schwit­zen, egal ob schwarz oder weiß. Bei den Bedui­nen links im Bild hat die Klei­dung sogar 2-fache Wir­kung. Die lange und hoch­ge­schlos­sene Klei­dung schützt vor Sand (Sand­sturm), die wei­ten Kut­ten för­dern den Luft­zug inner­halb der Klei­dung und küh­len so bes­ser. Warum die Damen zudem noch ver­schlei­ert sind, brau­che ich wohl nicht zu erklä­ren. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


24 Dezember

Schwarze Weihnachten

Kategorie: Ansichtssache2 Kommentare

Heute ist Hei­lig­abend, Höhe­punkt und Finale des 3 mona­ti­gen Kosum­ter­rors. Die letz­ten und ganz har­ten stür­zen sich noch ein­mal bis zur Mit­tags­zeit in die Städte und Kauf­tem­pel um auch noch das letzte Geschenk zu besor­gen. Erwach­sene Män­ner strei­ten sich an der Gemü­se­aus­lage um die schein­bar letzte, weih­nacht­lich rote Paprika. Auch ich werde mich noch ein letz­tes mal in das Getüm­mel stür­zen, denn es fehlt immer noch der Weih­nachts­baum — den kau­fen wir aber immer erst am hei­li­gen Abend, so will es eine uralte und von mei­nem Vater über­lie­ferte Fami­li­en­tra­di­tion. Er sagt, die gibt´s dann bil­li­ger. Aha. Das es dann nur noch die ver­krüp­pel­ten und defor­mier­ten gibt, hat er mir ver­schwie­gen, aber Tra­di­tion ist Tradition.

Schwarze Weih­nach­ten gibt es übri­gens nicht, mei­ner Erfah­rung nach sind an Weih­nach­ten alle gleich. Punks hocken unterm Weih­nachts­baum und gröh­len Weih­nachts­lie­der, wäh­rend wir Gothics am Advents­kranz sit­zend ein leben­des Kan­nin­chen opfern.  Ist natür­lich Blöd­sinn, auch wenn sich das der ein oder andere so vor­stel­len mag, denn gerade an Weih­nach­ten ist kaum jemand gerne allein. In die­sem Punkt stimme ich Lordy zu und zähle mich zu sei­ner drit­ten Kate­go­rie der Weih­nacht­s­ty­pen. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


25 November

Subkultur! - Gruftie

Kategorie: SubKultur!24 Kommentare

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Der Gruf­tie, auch Trad­goth genannt (Traditio­nal Gothic) ist der ursprüng­li­che Typ, der fest mit dem Kern der Szene ver­wur­zelt viel von der Ver­gan­gen­heit schwärmt. Er trägt selbst­ver­ständ­lich nur schwarz, auch im Som­mer. Benutzt Kajal wie andere Bunt­stifte und hin­ter­lässt damit frak­tale For­men im Gesicht. Weiß genau wie Glä­ser­rü­cken geht, fin­det mit Tar­rot­kar­ten her­aus wie es beim Fuss­ball aus­geht. Rai­ner Maria Rilke liest er auf dem Klo, sein Deo riecht nach feuch­ter Friedhofserde.

Eigent­lich keine eigene Sub­kul­tur son­dern nur die deut­sche Ver­sion von Goth. Gothic klingt natür­lich viel coo­ler und all­um­fas­sen­der. Die aktu­elle dunkle Jugend fühlt sich Gothic, Gruf­tie wird das Belei­di­gung emp­fun­den. Sie wur­den so genannt, weil die breite Masse der Deut­schen die damals unbe­kannte Kul­tur wegen ihre Vor­liebe für mor­bi­des mit Grab­schän­dern ver­wech­sel­ten. Außer­dem sah man sie tags­über nur müde und mit hän­gen­den Extre­mi­tä­ten durch die Gegend lau­fen, in Fach­krei­sen auch schlur­fen genannt. Hör­ten The Cure, Sioux­sie & The Bans­hees, Bau­haus und Joy Divi­sion, heute das­selbe. Den gan­zen Arti­kel lesen… »