Für die Freie Wahl zwischen dem Religionsunterricht und dem Fach Ethik in der Stadt Berlin spricht sich der Verein Pro-Reli e.V. in einem Volksbegehren aus. Der Verein schlägt mit seinen Argumenten viele Befürworter, aber auch viel Gegner auf den Plan. Er möchte das die Schüler selbst entscheiden an welchem Unterricht sie teilnehmen möchten. Nur so könne eine Einflussnahme des Staates auf den Willen der Kinder vermieden werden. In Berlin ist Ethik Pflichtfach und Religion kann freiwillig dazugewählt werden. Das die Initiative die Meinungen in Gegner und Befürworter spaltet, dürfte klar sein. Pfarrer Frielinghaus aus der Gemeinde am Gendarmenmarkt in Berlin gilt als Gegner und möchte, das alles so bleibt wie ist. Wie der Spiegel berichtet, verpasste ihm jetzt seine eigene Kirche einen Maulkorb, indem sie ihn an seine Loyalität erinnerte, der umstrittene Pfarrer gibt seit dem keine Interviews mehr.
Bis zum 21. Januar 2009 hat die Initiative 307.000 Unterschriften gesammelt und damit sein Ziel erreicht, am 7. Juni dieses Jahres kommt der Gesetzentwurf bei den Berlinern Bürgern zur Abstimmung, ob das aber Modellcharakter für das ganze Land haben wird ist fraglich.
Ist es überhaupt richtig, den Schülern die Wahl zu überlassen? Können Kinder schon für sich selbst entscheiden, oder übernehmen sie die Meinung der Eltern und sind schlichtweg zu jung für eine Entscheidung? Als ich zu Schule gegangen bin, hatte ich keine Wahl, Religion war Pflichtfach. Inwieweit das Einfluss auf meine spätere Einstellung zu Religion genommen hat, vermag ich nicht wirklich zu beurteilen. Gerne hätte ich aber schon in der Schule mehr über andere Religionen erfahren, leider blieb mir das bis zur Berufsschule, in der das Fach Religion besser interpretiert wurde, verwehrt. So formte sich im Laufe der Zeit ein anderes Weltbild, die Sichtweise auf Religionen veränderte sich.
Eine unreligiöse Schulausbildung ist meiner Meinung nach ein Muss in unserer Multikulturellen Gesellschaft, schon in der Schule sollte parteilose Weltoffenheit vermittelt werden. Dabei sehe ich die Rolle der Kirche nicht als überholt an, sondern als wichtigen Teil unserer Kultur. Sie darf nur nicht den Anspruch erheben Allgemeingültig zu sein.


