6 Februar

Der letzte Funken Independent?

Bild einer U-Bahn StationAls Inde­pen­dent noch Inde­pen­dent war, ging es um sel­ber­ma­chen und die Unab­hän­gig­keit allen künst­le­ri­schen Ambi­tio­nen freien Lauf zu las­sen. Kom­merz war der Feind.  Die soge­nann­ten Indie-Labels sam­mel­ten unbe­kannte Künst­ler unter einem gemein­sa­men Label und schu­fen so die Musik­kul­tur die sich der Wahr­neh­mung der Major-Labels ent­zog. Zu rebel­lisch, zu gewagt oder auch zu kon­tro­vers waren die Texte, die Musik nicht mas­sen­taug­lich und damit nicht ren­ta­bel genug. Doch die Zahl der Käu­fer stieg kon­ti­nu­ier­lich und lockte letzt­end­lich dann doch die Indus­trie. Mit neuen klei­nen Labels gau­kelte man Käu­fern und Künst­lern Unab­hän­gig­keit vor und schuf so einen neuen und erfolg­rei­chen Markt. Indie war nicht län­ger vom Under­ground domi­niert son­dern längst in geschick­ten und pro­fit­gie­ri­gen Händen.

Was der Käu­fer heute unter dem Deck­män­tel­chen Indie ange­bo­ten bekommt, sind von Kne­bel­ver­trä­gen gebeu­telte  Musi­ker die aus Angst ihre Lebens­grund­lage zu ver­lie­ren in ein Abhän­gig­keits­schema gera­ten sind. Bei der Pro­duk­tion neuer Musik ach­tet man auf maxi­male Kom­pa­ti­bi­li­tät mit Käu­fern, greift gezielt Trends auf und schwört einen umfang­rei­chen Rat­ten­schwanz auf die neue Tak­tik ein. Selbst DJs bekom­men mitt­ler­weile Auf­lage einen Titel x-mal zu spie­len, weil sie sonst um ihre kos­ten­lo­sen Frei­ex­em­plare gebracht wer­den. Ein Déjà-vu? Mag sein, viel­leicht gibt es doch noch Hoff­nung, denn die stirbt bekannt­lich zuletzt: Den gan­zen Arti­kel lesen… »