Als Independent noch Independent war, ging es um selbermachen und die Unabhängigkeit allen künstlerischen Ambitionen freien Lauf zu lassen. Kommerz war der Feind. Die sogenannten Indie-Labels sammelten unbekannte Künstler unter einem gemeinsamen Label und schufen so die Musikkultur die sich der Wahrnehmung der Major-Labels entzog. Zu rebellisch, zu gewagt oder auch zu kontrovers waren die Texte, die Musik nicht massentauglich und damit nicht rentabel genug. Doch die Zahl der Käufer stieg kontinuierlich und lockte letztendlich dann doch die Industrie. Mit neuen kleinen Labels gaukelte man Käufern und Künstlern Unabhängigkeit vor und schuf so einen neuen und erfolgreichen Markt. Indie war nicht länger vom Underground dominiert sondern längst in geschickten und profitgierigen Händen.
Was der Käufer heute unter dem Deckmäntelchen Indie angeboten bekommt, sind von Knebelverträgen gebeutelte Musiker die aus Angst ihre Lebensgrundlage zu verlieren in ein Abhängigkeitsschema geraten sind. Bei der Produktion neuer Musik achtet man auf maximale Kompatibilität mit Käufern, greift gezielt Trends auf und schwört einen umfangreichen Rattenschwanz auf die neue Taktik ein. Selbst DJs bekommen mittlerweile Auflage einen Titel x-mal zu spielen, weil sie sonst um ihre kostenlosen Freiexemplare gebracht werden. Ein Déjà-vu? Mag sein, vielleicht gibt es doch noch Hoffnung, denn die stirbt bekanntlich zuletzt: Den ganzen Artikel lesen… »

