1 Februar

Schwarz humoriger Buch-Tipp: Klaus Märkert – Schatten voraus

von Kategorie: Bücher und ZeitschriftenDiskussion: 17 Kommentare

Schatten voraus - Klaus MaerkertDas sitze ich nun in meinem Kopf vor den unzähligen Schubladen, in denen ich die Bücher einsortiere, die ich gelesen habe. Kleine gelbe Schildchen verraten, welches Genre in den Schubladen zu finden ist. In den Händen halte ich das Buch „Schatten voraus“ von Klaus Märkert. Sobald mir eine Schublade passend erscheint und ich das Buch reinstelle, um zu sehen wie es darin wirkt, fällt mir augenblicklich eine Passage ein, die den Freudentaumel über die geglückte Zuordnung im Keim ersticken lassen. Ich weiß es einfach nicht. Mein Blick streift hilflos über die Schildchen der Schubladen: Krimis, Fantasy, Humor, Schauergeschichte, Horror, Biografie. Es ist einfach von allem etwas dabei, doch keiner der Begriffe beschreibt den mittlerweile dritten Roman des Bochumer Schriftstellers zufriedenstellend. Seine beiden ersten Bücher machten es mir noch leicht, denn „Hab Sonne“ und „Requiem für Pac-Man“ passen ganz hervorragend in die Schublade der Biografien. 

Wer den Mann mit dem bewegten Lebenslauf jedoch schon ein bisschen länger verfolgt – so wie ich – und ihn auf einen seiner zahlreichen Lesungen besucht hat, weiß auch um seine Talente für skurrile Kurzgeschichten. Obwohl „verfolgt“ jetzt nicht wortwörtlich zu nehmen ist, denn hinterhergestiegen bin ich ihm ja nicht, es soll eben nur zum Ausdruck bringen, das ich möglicher voreingenommen bin, da ich gut finde, was Märkert macht.  Die drei weiteren Werken „Ich bin dann mal tot“ (zusammen mit Myk Jung), „Der Tag braucht das Licht, ich nicht“ und „Schlagt sie tot in den Wäldern“ sind Sammlungen von Kurzgeschichten, von denen viele eine Fortsetzung verdient hätten. So erscheint mir sein dritter Roman als logische Schlussfolgerung, endlich aus dem Schatten der eigenen, kurzweiligen und skurrilen Geschichten herauszutreten und daraus ein ganzes Buch zu zaubern. Zur Geschichte:  Den ganzen Artikel lesen… »


26 Januar

Inger Edelfeldt – Mein schwarzes Herz

von Kategorie: Bücher und ZeitschriftenDiskussion: 5 Kommentare

Inger Edelfeldt - Mein schwarzes HerzLesen ist ein äußerst kom­ple­xer Pro­zess. Wäh­rend unsere Augen Wort für Wort und Zeile für Zeile erfas­sen müs­sen, ist unser Gehirn damit beschäf­tigt die Wör­ter wie­der in eine Sinn­ge­mäße Folge zu brin­gen, die Aus­sage zu erfas­sen und für sich zu ana­ly­sie­ren. Nachdem Laura von Blog Bibliofeles bereits mit Eva Maria Bonke’s „Ich sehe schwarz“ eine interessante Rezension Szene-Typischer Literatur veröffentlicht hat, widmet sie sich nun in ihrem neusten Artikel einem weiteren Werk.  „Mein schwarzes Herz“ von Inger Edelfeldt, fasst sie wie folgt zusammen: „Nicht wirklich ein Vampirroman, aber dennoch eine nette, melancholische Geschichte, an der auch (ehemalige) Szene-Anhänger ihren Spaß finden können.“ Neugierig?

Klappentext:
Die 17-jährige Arri spürt es sofort: Dieser junge Mann namens Oscar, schwarz gekleidet und geschminkt, ist der Junge ihrer Träume, ein Seelenverwandter. Eines Tages jedoch entsteigt ein gut aussehender Jüngling ihrem Spiegel, der sich als Vampir Leonidas aus Eidolon vorstellt. Arri ist fasziniert, aber als sie endlich mit Oscar zusammenkommt, rückt Eidolon in weite Ferne. Aber so leicht lässt ein Vampir sich nicht abwimmeln…
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13 November

Eva-Maria Bonke – Ich sehe schwarz

von Kategorie: Bücher und ZeitschriftenDiskussion: 14 Kommentare

Einleitung zu Gastrezension: Eva-Maria Bonke - Ich sehe schwarzLesen ist ein äußerst komplexer Prozess. Während unsere Augen Wort für Wort und Zeile für Zeile erfassen müssen, ist unser Gehirn damit beschäftigt die Wörter wieder in eine Sinngemäße Folge zu bringen, die Aussage zu erfassen und für sich zu analysieren. Es könnte natürlich auch sein, das nur mir dieser Prozess zu kompliziert vorkommt und ich mit dem Lesen der Bücher nicht nachkomme. Da es mir unmöglich erschien einem interessanten Buchtipp von Laura, die sich in ihrem Blog Bibliofeles mit dem Lesen eben solcher beschäftigt, nachzugehen, habe ich sie gebeten ihren Artikel zu Eva-Maria Bonkes „Ich sehe schwarz“ hier veröffentlichen zu dürfen. Darüber hinaus habe ich Sie auch als Autorin für zukünftige Gastrezensionen gewinnen können, was mich persönlich sehr freut, da ich ihre Meinung nicht selten teilen kann.

Klappentext:
Die 14-jährige Leonie raucht, trinkt, schaut gern Horrorfilme und trägt am liebsten Schwarz. So eckt sie in der Gesellschaft mehr als nur einmal an und ist bald als Satanistin verschrien. Sie flüchtet sich mit Freunden in grausame Rollenspiele. Szenekonflikte unter Jugendgruppierungen wie den »Gangstern« und den »Grufties« sowie immer häufigere Mobbingattacken in der Schule drängen das Mädchen in ein misanthropisches Verhalten. Leonie muss erkennen, dass sie selbst im Schrank der Gesellschaft eine Schublade bekommen hat und kämpft mit Gedichten und morbiden Kurzgeschichten gegen ihre Wut über das Jungsein in der heutigen Moderne an.Den ganzen Artikel lesen… »


31 Juli

Dorian Gray: Ich werde ewig leben

von Kategorie: Schwarze SzeneDiskussion: 5 Kommentare

Filmplakat zum Film Dorian GrayDorian Gray ist reich und schön und der Traum der ewigen Jugend manifestiert sich in seiner Person. Sein Geheimnis ist ein Porträt, das statt seiner altert und in das sich die Spuren seiner Sünden und Verbrechen einschreiben. Während Dorian Gray immer noch jung und makellos erscheint, wird er immer maßloser und grausamer. Es ist der einzige Roman des irischen Schriftstellers Oscar Wilde. Doch Dorian Gray sollte Synonym für all das werden, was den Zeitgeist um 1890 prägte. Der ausprägte Hedonismus im Viktorianischen Zeitalter, die Dekadenz der englischen Oberschicht und als Form von Lebenshaltung und Kunstanschauung unter der Flagge des Ästhetik.

Oscar Wilde selbst sollte das Buch ein paar Jahre später zum Verhängnis werden. Wilde ging für damalige Verhältnisse sehr offen mit seiner Homosexualität um und erzürnte so den den Marquess von Queensberry weil er unter anderem eine Beziehung zu seinem Sohn Lord Alfred Douglas unterhielt. Der beleidigte Wilde in der Öffentlichkeit als „posierenden Homosexuellen“, woraufhin der ihn wegen Verleumdung verklagte. Doch das Blatt wendete sich, Oscar Wilde wurde vom Kläger zum Angeklagten. Offenbarungen aus seinem Privatleben wurde vom vormals Angeklagten Queensberry zur Verteidigung eingesetzt und  führten letztendlich zu einer Verurteilung wegen Unzucht.

Homosexualität war im viktorianischen Großbritannien nicht verpönt, sondern sexuellen Handlungen zwischen Männern sogar unter Strafe gestellt was dazu führte, das der gebrandmarkte Homosexuelle Oscar Wilde, der im Prozess genau wegen dieser Unzucht verurteilt wurde zur unfreiwilligen Ikone einer Bewegung mutierte und der den Stereotyp des homosexuellen Mannes nachhaltig prägte. Ein feiner englischer Humor, Wortgewandtheit, Leidenschaft für Ästhetik in Kleidung und Inneneinrichtung sowie eine exzentrische Persönlichkeit sollte zm Beweis der Homosexualität werden. Männer in England, die genau so lebten, wurde als „Oscar“ beschimpft. Den ganzen Artikel lesen… »