22 Januar

Klaus Farin: Über die Jugend

von Robert ForstKategorie: Wortkunst5 Kommentare

essays_lEiner Auk­tion bei E-Bay habe ich zu ver­dan­ken, das ich Ende 2008 eine Ori­gi­nal­aus­gabe des von Klaus Farin ver­fass­ten Buches Über die Jugend und andere Krank­hei­ten gekom­men bin. Das Buch ist beim Archiv der Jugend­kul­tu­ren in Ber­lin erschie­nen und bie­tet auf rund 120 Sei­ten Essays und Reden des 50-jährigen Ber­li­ners aus den Jah­ren 1994 — 2008. Klaus Farin arbei­tet als Lei­ter des Archiv der Jugend­kul­tu­ren, ist Lek­tor und Initia­tor des Pro­jek­tes Cul­ture on the Road. Aus unzäh­li­gen Vor­trä­gen und Lesun­gen hat er die Quint­es­senz in die­ses kleine Buch geschrieben.

Das Buch bie­tet daher keine durch­ge­hende Geschichte son­dern ist ein lose Samm­lung von Vor­trä­gen, Kom­men­tare und andere Bei­träge  zu zen­tra­len The­men sei­ner Arbeit wie der Medi­en­dar­stel­lung von Jugend, Rechts­ex­tre­mis­mus, Jugend­ge­walt und Kri­mi­na­li­tät, Jugend­kul­tu­ren & Dro­gen sowie eine Ein­füh­rung in die Prin­zi­pien und prak­ti­sche Arbeit des Archiv der Jugendkulturen.

Es wird deut­lich, das Auf­klä­rungs­ar­beit selbst in Berei­chen nötig ist, von denen man eher eine vor­ur­teils­freier Her­an­ge­hens­weise erwar­tet hätte. So wun­dert es nicht, das viele sei­ner Reden bei Jugend­ar­bei­tern, Sozi­al­ar­bei­ter und Päd­ago­gen auf offene Ohren sto­ßen, den trotz eines brei­ten Fach­wis­sens über Kin­der– und Jugend­ar­beit fehlt vie­len der prak­ti­sche Bezug zu den ein­zel­nen Sze­nen und der Jugend­kul­tur im All­ge­mei­nen. Immer wie­der weist Farin dar­auf hin, mit den Mit­glie­dern der Szene direkt und unvor­ein­ge­nom­men in Kon­takt zu tre­ten, als sei­nen Bezug aus Fach­bü­chern und staat­li­chen Ana­ly­sen zu zie­hen. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


8 November

Spielräume düster konnotierter Transzendenz

von Robert ForstKategorie: Wortkunst7 Kommentare

Wann immer die Wis­sen­schaft ver­sucht gesell­schaft­li­che Phä­no­mene zu erklä­ren wird es theo­re­tisch wenn es um Sub­kul­tu­ren und Jugend­sze­nen geht, wird es abs­trakt. Es gibt unzäh­lige tod­brin­gende Krank­hei­ten, ver­steckte Win­kel unse­rer Erde und die unend­li­chen Wei­ten des Welt­rau­mes, so dass ich mich frage, ob es keine span­nen­de­ren Dinge gibt. Das mensch­li­che Gehirn bei­spiels­weise ist immer noch nicht rich­tig erforscht, aber man ver­sucht trotz­dem seine Ver­hal­tens­wei­sen zu erklä­ren, die viel­leicht so gar nicht erklärt wer­den kön­nen. Aber gut, hät­ten sich bei­spiels­weise Otto Lili­en­thal an Kon­ven­tio­nen gehal­ten wür­den wir heute viel­leicht nicht flie­gen können.

Axel Schmidt, Klaus Neumann-Braun und Judith Platz star­te­ten 2004 den 336 Sei­ten star­ken Ver­such, Die Welt der Gothics zu ana­ly­sie­ren und zu erfor­schen. Dank Googles Buch­su­che gibt es nun einige Ein­bli­cke in das Werk, die ihr unbe­dingt sich­ten soll­tet, denn von lesen kann in mei­nem Fall nicht die Rede sein, jeden­falls nicht ohne Fremd­wör­t­er­le­xi­kon, da bin ich ganz ehr­lich. Manch­mal ver­mute ich, die schrei­ben­den ver­ste­cken sich hin­ter Wor­ten deren Bedeu­tung keine klare Stel­lung­nahme zulässt son­dern eher den Ver­such eine Situa­tion mög­lichst sach­lich zu umschrei­ben ohne Stel­lung zu bezie­hen. Streng wis­sen­schaft­lich also, obwohl es sich ja bei der beschrie­be­nen Sub­kul­tur um ein Stel­lung­nahme an sich han­delt. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


28 Oktober

Synthetics - Get the Bombs of Life

von Robert ForstKategorie: WortkunstKeine Kommentare

Genau so breit gefä­chert wie die dunkle Musik ist die Aus­wahl an dunk­len Maga­zi­nen. Und da ich neu­gie­rig bin und alles aus­pro­bie­ren muss hab ich mir gleich mal das neu­lich ent­deckte Syn­the­tics kom­men las­sen. Der Fokus liegt, wie der Name schon sagt, auf dem Syn­t­hie Bereich der schwar­zen Musik. Syn­t­hie Pop, EBM, Wave, Inde­pen­dent, Gothic und Elek­tro sind in dem seit Dezem­ber 1998 erschei­nen­den Maga­zin zu fin­den. Für den Preis von 2,90€ erhält man außer­dem ein CD mit aus­ge­wähl­ten Musik­stü­cken und ein paar Pro­gram­men für den Com­pu­ter. In man­chen Clubs soll es sogar kos­ten­los zur Ver­fü­gung ste­hen, gese­hen hab ich es dort aber noch nicht.

Beim betrach­ten des Hef­tes fällt gleich das hoch­wer­tige Erschei­nungs­bild ins Auge und die sehr pro­fes­sio­nelle Auf­ma­chung. Die Sei­ten zei­gen sich sehr abwechs­lungs­reich und wirk­lich gut gestal­tet. Wer­bung hält sich sehr ange­nehm im Hin­ter­grund und wirkt ohne zu stö­ren. Die Zeit­schrift teilt sich in 2 Berei­che, den Musi­ka­li­schen Bereich und den Enter­tain­ment Bereich. Was für ein Bereich? Und in der Tat wird beim umdre­hen des Hef­tes die zweite Hälfte sicht­bar, die über Com­pu­ter­soft­ware, Filme und Bücher berich­tet. Das umdre­hen des Hef­tes und die strikte Auf­tei­lung emp­finde ich per­sön­lich als sehr läs­tig. Nicht alles was neu und inno­va­tiv erscheint muss auch gut sein. Außer­dem kann ich nicht nach­voll­zie­hen was Soft­ware­tests und Film­test in einem Musik­ma­ga­zin zu suchen haben. Ist aber Geschmacks­sa­che. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


16 Oktober

Transmission - Awake in the Greylight

von Robert ForstKategorie: WortkunstKeine Kommentare

Nach­dem ich schon vor län­ge­rer Zeit über einen Ver­weis zum Trans­mis­sion Maga­zin gestol­pert bin , habe ich erst vor ein paar Tagen Zeit und Muße gefun­den im kürz­lich bestell­ten Heft zu stö­bern. Das in schwarz gehal­tene Heft erin­nerte mich bei den ers­ten Berüh­run­gen an das Ver­eins­heft­chen mei­nes dama­li­gen Schwimm­ver­eins, kommt es doch im hand­li­chen hal­ben Din A4 For­mat daher (Tabloid), liegt gut in der Hand und ist seit 2 Wochen treuer Beglei­ter mei­ner mor­gend­li­chen Sitzung.

Das Innere prä­sen­tiert sich äußert anspre­chend, pro­fes­sio­nell und doch lie­be­voll gestal­tet und unter­schei­det sich damit grund­le­gend von der dama­li­gen Ver­eins­zei­tung.  Es ist über­sicht­lich und sys­te­ma­tisch auf­ge­baut, das klas­si­sche Schwarz-Weiss-Graue Lay­out passt zur The­ma­tik und ist sehr gut les­bar. Gleich zu Beginn konnte ich mir einen Über­blick im Inhalts­ver­zeich­nis ver­schaf­fen und freute mich auf eine Mischung aus Inter­views mit Bands und Künst­lern sowie Berichte über Fes­ti­vals, Kon­zerte, Tou­ren, Rei­sen und Plat­ten­la­bels. Außer­dem bie­tet Trans­mis­sion noch reich­lich Ton­trä­ger Rezen­sio­nen. Das Maga­zin kann mit CD geor­dert wer­den, die einen ech­ten Mehr­wert bie­tet und unbe­dingt par­al­lel zum lesen des Maga­zi­nes gehört wer­den sollte, denn damit schließt sich dann der Kreis der im Maga­zin vor­ge­stell­ten Bands. Bei vie­len Inter­views und Berichte wird deut­lich, dass die meis­ten der Auto­ren auch selbst musi­ka­lisch aktiv sind, so wir­ken man­che Dia­loge wie ein Gespräch unter Musi­kern, was der Qua­li­tät aber nicht scha­det. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


10 Oktober

Als Punk Deutsch wurde - Verschwende deine Jugend

von Robert ForstKategorie: Wortkunst2 Kommentare

Wer schon immer wis­sen wollte, wer oder was für die deut­schen Sze­nen des Punk, New Wave oder NDW ver­ant­wort­lich ist, sollte sich Jür­gen Tei­pels Buch Ver­schwende deine Jugend ein­mal genauer anse­hen. Tei­pel hat inner­halb von 3 Jah­ren alle für ihn wich­ti­gen Prot­ago­nis­ten der 1977 erst­mals auf­flam­men­den Punk Bewe­gung inter­viewt und diese in chro­no­lo­gisch sor­tier­ter Form in ein Buch gebracht. Das Buch liest sich daher wie eine Doku­men­ta­tion ohne den Ver­such Fak­ten zu schaffen.

Inter­es­san­ter Weise gibt es in vie­len Inter­vie­waus­schnit­ten Über­schnei­dun­gen mit den Dar­stel­lun­gen ande­rer, so das sich inner­halb die­ser doku­men­ta­ri­schen Ansicht viele kleine Geschich­ten und Anek­do­ten her­aus­kris­tal­li­sie­ren. Tei­pel ver­knüpft die Geschich­ten geschickt und stellt so unter­schied­li­che Ansich­ten der glei­chen Bege­ben­heit dar. Die Natür­lich­keit der Spra­che hilft dabei, authen­tisch zu sein ohne ein ein­zi­ges Mal als all­ge­mein­gül­tig oder gesamt­deutsch zu erschei­nen. Fak­ten spie­len eine unter­ge­ord­nete Rolle, die Geschichte und Anek­do­ten ste­hen im Vordergrund.

Ver­ein­zelt gestreute Fotos aus jener Zeit ver­su­chen der Geschichte zu einem Bild zu ver­hel­fen, wer­den die­sem Anspruch aber nicht gerecht und ver­kom­men so zu einem net­ten Mit­bring­sel. Das Buch ver­sucht nicht Punk oder Jugend­kul­tu­ren zu erklä­ren son­dern bie­tet einen sehr authen­ti­schen Rück­blick in die Blü­te­zeit des deut­schen Punk. Über 100 Gesprächs­part­ner und ein peni­bel geführ­ter zeit­li­cher Ver­lauf machen das Buch zu einer Wis­sens­grund­lage, die in kei­nem Bücher­re­gal feh­len sollte. Den gan­zen Arti­kel lesen… »