29 Dezember

Journal der Jugendkulturen #17

Kategorie: Wortkunst3 Kommentare

Das Archiv der Jugend­kul­tu­ren hat eine tur­bu­lente Zeit hin­ter sich. Zum Ende des Jah­res 2010 hat es so aus­ge­se­hen, als müsste das Archiv seine Pfor­ten schlie­ßen, da es fernab von jed­we­der staat­li­cher Unter­stüt­zung nicht mehr in der Lage war, die monat­li­chen Kos­ten der Ein­rich­tung zu decken. Eine ehr­gei­zige Spen­den­ak­tion wurde ins Leben geru­fen, um das Archiv in eine Stif­tung zu über­füh­ren. Nur so lässt sich das Archiv lang­fris­tig sichern, da es so wesent­lich bes­ser geför­dert wer­den kann. Zahl­rei­che Pro­mi­nente unter­stütz­ten die Aktion und den­noch ist es den zahl­rei­chen Spen­dern zu ver­dan­ken, das bis zum 31. Okto­ber 2010 rund 100.000 Euro zusam­men­ge­kom­men sind. Das Archiv ist geret­tet (vor­erst) und hat 2011 die Stif­tung Respekt! gegrün­det. Damit ist die Arbeit zunächst gesi­chert und den­noch bedarf es dau­er­haf­ter Unter­stüt­zung und Spen­den, um den zahl­rei­chen Pro­jek­ten und Aktio­nen einen finan­zi­el­len Nähr­bo­den zu bieten.

Frucht die­ser Arbeit ist bei­spiels­weise das Jour­nal der Jugend­kul­tu­ren, das jüngst zum 17. mal erschie­nen ist. Einer der Schwer­punkte die­ser Aus­gabe ist der geschlechts­spe­zi­fi­sche Aspekt von Jugend­kul­tu­ren, die im Edi­to­rial pas­send als »Jun­gen­kul­tu­ren« bezeich­net wer­den. Noch immer sind die meis­ten Jugend­kul­tu­ren männ­lich domi­niert, an der die Eman­zi­pa­tion offen­bar spur­los vor­bei­ge­zo­gen ist. Auch die Gothic-Szene, in der nach mei­ner per­sön­li­chen Ein­schät­zung immer ein funk­tio­nie­ren­des Gleich­ge­wicht der Geschlech­ter herrschte, droht deut­lich in eine männ­lich ori­en­tierte Rich­tung zu kip­pen. Nicht zuletzt, weil körperlich-männlich ori­en­tierte Musik­rich­tun­gen wie EBM, Cyber, Techno oder (Neo-)Industrial ver­stärkt den schwar­zen Schirm gepresst wer­den. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


12 September

Dokumentation im Kino: Taste the Waste

In Deutsch­land wer­den täg­lich ton­nen­weise Lebens­mit­tel im Müll ent­sorgt. Und warum? Die Gurke ist nicht gerade, die Kar­tof­fel sieht nicht aus wie auf dem Wer­be­pro­spekt und die Toma­ten haben die fal­sche Farbe. Die Zuc­chini lässt sich schlecht schä­len, weil sich krumm gewach­sen ist und die Boh­nen sind viel zu klein und wür­den daher nie geges­sen wer­den. Die Kun­den in den Bäcke­reien beschwe­ren sich, wenn es um 18:00 keine Bröt­chen mehr gibt und das Mehr­korn­brot nicht mehr da ist. Der Kunde möchte das ganze Jahr all das Gemüse, wor­auf er Lust hat, kau­fen kön­nen, er möchte auf sein Obst zu jeder Jah­res­zeit nicht ver­zich­ten, er will Abends noch fri­sche Bröt­chen und saf­ti­ges Brot. Er will alles, immer und in per­fek­tem Zustand zum bil­ligs­ten Preis.

Vale­tin Thurn hat für sei­nen Film »Taste the Waste« ein­mal die Hin­ter­gründe anschau­lich auf die Lein­wand gebracht, er hat recher­chiert und die Fak­ten zusam­men­ge­tra­gen, die den Blick­win­kel auf die Dinge ver­än­dern kön­nen. »Die Hal­bie­rung des Lebens­mit­tel­mülls würde ebenso viele Kli­ma­gase ver­mei­den wie die Still­le­gung jedes zwei­ten Autos welt­weit.«

Ein Kino­film über weg­ge­wor­fene Lebens­mit­tel? Warum nicht. Wenn man so ein brei­te­res Ziel­pu­bli­kum erreicht, als bei einer lieb­lo­sen Aus­strah­lung im Nacht­pro­gramm der öffetntlich-rechtlichen TV-Sender, ist das durch­aus legi­tim. Wir haben uns an Dinge gewöhnt, die so absurd sind, dass sie die schwar­zen Nägel auf­rol­len und die Haare ohne Spray zu Berge ste­hen. An die­ser Stille möchte ich einen Teil der off­zi­el­len Film­be­schrei­bung einfügen:

»Deut­sche Haus­halte wer­fen jähr­lich Lebens­mit­tel für 20 Mil­li­ar­den Euro weg — so viel wie der Jah­res­um­satz von Aldi in Deutsch­land. Das Essen das wir in Europa weg­wer­fen, würde zwei Mal rei­chen, um alle Hun­gern­den der Welt zu ernäh­ren. Valen­tin Thurn hat den Umgang mit Lebens­mit­teln inter­na­tio­nal recher­chiert und kommt zu haar­sträu­ben­den Ergeb­nis­sen. Jeder zweite Kopf­sa­lat wird aus­sor­tiert, jedes fünfte Brot muss unge­kauft ent­sorgt wer­den. Kar­tof­feln, die der offi­zi­el­len Norm nicht ent­spre­chen, blei­ben auf dem Feld lie­gen und kleine Schön­heits­feh­ler ent­schei­den über ein Schick­sal als Laden­hü­ter. In den Abfall-Containern der Super­märkte fin­det man über­wäl­ti­gende Men­gen ein­wand­freier Nah­rungs­mit­tel, ori­gi­nal ver­packt, mit gül­ti­gem Min­dest­halt­bar­keits­da­tum. Auf der Suche nach den Ursa­chen und Ver­ant­wort­li­chen deckt er ein welt­wei­tes Sys­tem auf, an dem sich alle betei­li­gen. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


31 August

Tintenkleks: Soft Kill

In Anleh­nung an den Begriff »Soft Skills«, die im gro­ben die sozia­len, kom­mu­ni­ka­ti­ven und metho­di­schen Kom­pe­ten­zen des Indi­vi­du­ums  dar­stel­len, wird durch das weg­las­sen eines Buch­sta­bens eine ganz neue Bedeu­tung. Die Band Soft Kill, die im Sep­tem­ber 2010 das Licht der Welt erblickte nimmt sich nie­mand gerin­ge­ren als The Cure, Wire, Howard Devoto und Kil­ling Joke zum klas­si­schen Vor­bild und malen dar­aus eine gelun­gen Hom­mage an den Post-Punk und Gitar­ren Wave der spä­ten 80er. Düs­ter und melan­cho­lisch dürf­ten wohl zwei Begriffe sein, die zutref­fend sind. Nicht unbe­dingt Musik zum Tan­zen, eher zum schmel­zen, hin­ge­ben und zuhö­ren. Das Album »An Open Door« hält was die Bei­spiele ver­spre­chen, wer will, fin­det das Album im Indie-Label Fast Wea­pons. Sicher­lich nicht jeder­mann Geschmack und nur eine kleine Facette »schwar­zer« Klänge. Mich erin­nert es durch­aus an alte Cure-Sachen und The XX ohne weib­li­chen Gesang — bevor­zug­tes Ambi­ente: Ker­zen­schein, Dun­kel­heit und eine Tee­tasse, die mit bei­den Hän­den umschlun­gen wird wäh­rend ich auf der Fens­ter­bank.  Michael ist schuld.


17 August

Die Selektion - Noire

Kategorie: Dunkle Klänge2 Kommentare

Die Selektion - NoireIn dunk­len Zei­ten, in denen Techno mit Indus­trial ver­wech­selt wird und auf musi­ka­li­schen Müll das Label  EBM geklebt wird um lust­los anein­an­der­ge­reihte Beats einen Hauch von Manu­fak­tur zu geben, ist man froh, wenn sich echte dunkle Per­len durch den Unter­grund an die Ober­flä­che spie­len, um dort ein­drucks­vol­len Wel­len zu schla­gen. Bereits im März berich­tete ich über die tan­zen­den Träu­mer der Selek­tion, nun halte ich das ange­kün­digte Album »Noire« in elek­tro­ni­scher Form und als Tape (!) in mei­nen Hän­den. Ein ver­reg­ne­ter Tag wie die­ser, ist genau die rich­tige Gele­gen­heit, dar­über zu schreiben.

Ich habe mir die Freude gemacht, ein altes Tape-Deck anzu­schlie­ßen, das Band ein­zu­le­gen und die Play-Taste zu drü­cken. Still und leise schleicht sich das erste Stück Du Rennst in die Gehör­gänge, bevor der trei­bende Beat, die für die Selek­tion so typi­sche Trom­pete (Han­nes Rief) und die brei­ten Synthie-Teppiche (Max Rie­ger) aus­ge­brei­tet wer­den, auf die man sich sofort legen möchte, um sich im Klang der Musik zu wäl­zen, was zunächst ver­wirrt und sich den­noch als ange­nehme Dis­har­mo­nie prä­sen­tiert ist der ver­zerrte Gesang (Luca Gil­lian), der mich schon im März sofort an Gabi Del­gado erin­nerte, dem aber in nichts nach­steht, nicht imi­tie­ren will, son­dern eine ganz eigene Dyna­mik erzeugt. Ein groß­ar­tige Eröffnung.

Ähnlich tanz­bar prä­sen­tiert sich Steine auf dein Haupt, das der Eröff­nung folgt und die Beine auf der Tanz­flä­che in Bewe­gung hält, sich aber deut­lich zurück­hal­ten­der prä­sen­tiert. Die Asso­zia­tion mit der sprich­wört­li­chen Asche, bei dem man sei­nen Feh­ler ein­ge­steht, kann ich nicht nach­voll­zie­hen, denn ein Feh­ler war das sicher nicht, auch wenn das Stück nicht ganz an die Ener­gie des Vor­gän­gers her­an­reicht. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


11 September

Älter, weiser und immer noch Kämpfer: Deine Lakaien - Indicator

Kategorie: Dunkle Klänge1 Kommentar

Man sagt, Gegen­sätze zie­hen sich an. Und so fin­den Alex­an­der Vel­ja­nov und Ernst Horn nach Solo-Pfaden wie­der den gemein­sa­men Weg ins Stu­dio und ver­öf­fent­li­chen nach 5 Jah­ren end­lo­sem War­ten ihr neun­tes Stu­dio­al­bum »Indi­ca­tor«. Als Motor einer neuen deut­schen Avant­garde setz­ten sie immer wie­der neue Impulse, indem sie schnör­kel­lose und kühle Elek­tro­nik mit klas­si­schen Ele­men­ten ver­misch­ten und dar­aus den heute so typi­schen Lakaien-Sound form­ten. Über die, für die Lakaien unge­wöhn­li­chen Single-Auskopplung »Gone« habe ich ja bereits geb­loggt — ent­spre­chend gemischt waren meine Erwar­tun­gen beim hören ihres neu­es­ten Albums. Und um das vor­weg zu neh­men, ja — Gegen­sätze zie­hen sich an, schon seit über 20 Jahren.

Das Album beginnt mit dem Stück One Night wie man es erwar­ten würde und den­noch ver­sprüht das Stück eine sub­tile Fri­sche die den musi­ka­li­schen Stem­pel des Kapell­meis­ters Ernst Horn tra­gen, schon mit dem ers­ten Stück zeigt man, das hier zusam­men­spielt was zusam­men­ge­hört. Mit Who´ll save your World trägt man die klang­li­chen Aspekte gleich wie­der mit und unter­mau­ert es mit einem sozi­al­kri­ti­schen Aspekt des Tex­tes, das Stück ent­wi­ckelt sich musi­ka­lisch und lässt die Expe­ri­men­tier­freude an neuen Instru­men­ten und Klän­gen erken­nen. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


11 August

Reingehört: Charles de Goal - Restructuration

Kategorie: Dunkle Klänge4 Kommentare

Nicht schon wie­der. Die Liste der Bands, die sich nach eini­gen erfolg­rei­chen Jah­ren in den 80er auf­lös­ten um dann in den letz­ten 5 Jah­ren auf wun­der­same Weise auf­er­ste­hen, ist lang gewor­den.  In der Regel schwan­ken diese soge­nann­ten Reuni­ons zwi­schen pein­li­chen Live-Auftritten mit auf­ge­wärm­ten, unin­spi­rier­tem Mate­rial und dem »Ist ja ganz nett«-Gefühl das sich breit macht, wenn die Idole von einst ihre Klas­si­ker zum Bes­ten geben. Meist folgt dann die Ernüch­te­rung, denn die ursprüng­li­che Begeis­te­rung die man bes­ten­falls der eige­nen Erin­ne­rung ent­nimmt, stellt sich eigent­lich nie ein.

Eine Umstruk­tu­rie­rung die nahezu spur­los an mir vor­bei ging, war die von Charles de Goal, den fran­zö­si­schen Cold­wave Pio­nie­ren der frü­hen 80er, die mit »Restruc­tu­ra­tion« 2008 eine neues Album auf den Weg brach­ten. Als ich jüngst dann das Stück Deca­dence auf dem Sam­pler Pagan Love Songs Vol.2 ent­deckte, war meine Neu­gier geweckt und so habe ich spon­tan meine Samm­lung, die eigent­lich nur aus dem Erst­lings­werk Algo­ryth­mes (1980) besteht um Restruc­tu­ra­tion (2008) erweitert.

Mein erste Begeg­nung mit den Fran­zo­sen hatte ich mit dem legen­dä­ren Stück Expo­si­tion, das ich Anfang der 90er in irgend­ei­nem schwar­zen Club hörte und die mir Ohren und Ver­stand für das mir noch unbe­kannte Genre des Cold-Wave öffnete.  Charles de Goal, das war eigent­lich 1979 ein Solo-Projekt von Patrick Blain, der zuvor mit der Band C.O.M.A. bereits ein Album her­aus­ge­bracht hatte. Mit Syn­the­si­zer, Gitarre, Bass und Schlag­zeug formte er das, was man spä­ter Cold-Wave taufte. Mini­mal­elek­tro­ni­sche Klänge und Beats, das auf­flam­mende Post-Punk-Genre als Atti­tüde ent­wi­ckelte sich dar­aus ein Sound, der unter­kühlt und zurück­hal­tend wirkt um letzt­end­lich doch den Hörer zu fas­zi­nie­ren. 1986 war es dann auch schon wie­der vor­bei. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


29 Juli

Grufties - Jugendkultur in Schwarz

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Eine Sisy­phus­ar­beit ist das akri­bi­sche Ana­ly­sie­ren des Gruf­tie– oder viel­leicht bes­ser ver­ständ­lich Gothic-Stils in all sei­nen nach außen hin sicht­ba­ren Merk­ma­len. Zu recht bemän­geln Kri­ti­ker, das man sich einer Jugend­kul­tur und ins­be­son­dere der Gothic-Szene nicht allein von die­ser Seite aus näher kann um sie über­haupt als sol­che zu erfas­sen und in Ansät­zen greif­bar zu machen. Man bezwei­felt sogar, das dies über­haupt mög­lich ist.

2000 machen sich Doris Schmidt und Heinz Jana­lik daran, die bis dahin bekann­ten Erschei­nungs– und Aus­drucks­for­men der Gruf­ties zu erfas­sen. Das sie dabei den wesent­li­chen Kern nicht errei­chen ist ihnen bewusst: »Wer als Außen­ste­hen­der Erkennt­nisse über jugend­kul­tu­relle Sze­nen gewin­nen will, um Ver­ste­hen und Ver­ständ­nis als Grund­lage für humane Koexis­tenz zu ent­wi­ckeln, muss in einen vor­be­halt­lo­sen und viel­sei­ti­gen Dia­log mit den Reprä­sen­tan­ten der Szene tre­ten, wohl wis­send, dass ein Beob­ach­ter von außen die von den Jugend­li­chen gezo­ge­nen Gren­zen aner­ken­nen muss und des­halb in gewis­ser Weise immer außer­halb ver­blei­ben wird.«

Bevor im mir das Buch bei Ama­zon bestellt habe, kam ich nicht daran vor­bei, die Kri­ti­ken der Leser zu stu­die­ren, die sich bis dahin dem Buch genä­hert haben. Die durch­weg schlech­ten Kri­ti­ken lie­ßen min­des­tens eine Sache erah­nen, ent­we­der wur­den Erwar­tun­gen nicht erfüllt weil das Buch dafür nicht geeig­net ist, oder die gestell­ten Erwar­tun­gen waren ein­fach falsch, wir wer­den sehen und erfah­ren warum Bril­len die Mas­ken der Gruf­ties sind. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


25 April

Cass - Ein wahre Geschichte

Durch Zufall habe ich den Film Cass in die Hände bekom­men, von dem ich zunächst nicht wusste, wo ich ihn ein­ord­nen sollte. Ich hatte zwar schon einige Filme und Doku­men­ta­tio­nen über das Phä­no­men Hoo­li­gan gese­hen, lei­der konnte mich bis jetzt keine Über­zeu­gen. Ob es die­ser Film bes­ser macht? Den meis­ten Umset­zun­gen wie bei­spiels­weise Hoo­li­gans mit Eli­jah Wood lei­den unter dem dürf­ti­gen Hin­ter­grund der Drehbuchautoren.

Etwas anders sind die Hin­ter­gründe die­ses Film. Cass ver­folgt die Lebens­ge­schichte des bri­ti­schen Auto­ren Cass Pennant, der über seine Leben als Hoo­li­gan meh­rere Bücher ver­fasst hat. Pennant wächst im Lon­don der 50er Jahre auf, in einer Zeit wo er auch in Eng­land wegen sei­ner Haut­farbe und sei­ner Her­kunft dis­kri­mi­niert wird. Als  Adop­tiv­kind einer klas­si­schen eng­li­schen Fami­lie wächst er zwi­schen zwei Fron­ten auf, im Her­zen ein Eng­län­der wird er doch von ande­ren zum Opfer des Ras­sis­mus degra­diert. Mit der Mit­glied­schaft in der ICF (Inter City Firm), einer Hooligan-Gruppierung um den eng­li­schen Fuß­ball­ver­ein West Ham United, ändert sich sein Leben. Mit Gewalt und Hass ver­schafft er sich den Respekt, der ihm so lange ver­wehrt blieb und wird trotz sei­ner schwar­zen Haut­farbe zu einer der Schlüs­sel­fi­gu­ren die­ser Hooligan-Bande. Als Pennant inhaf­tiert wird, beginnt er damit seine Erleb­nisse auf­zu­schrei­ben. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


13 April

Roman Rutkowski: Das Charisma des Grabes

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BuchcoverEine Jugend­be­we­gung wis­sen­schaft­lich zu beschrei­ben ist ein Para­do­xon, denn der Ver­such eine Bewe­gung zu beschrei­ben schei­tert meist an der Bewe­gung selbst. Mit sei­nem Buch Das Cha­risma des Gra­bes — Ste­reo­typ und Vor­ur­teile  in Bezug auf jugend­li­che Sub­kul­tu­ren am Bei­spiel der schwar­zen Szene star­tet Roman Rut­kow­ski einen ernst­haf­ten Ver­such. Im Rah­men sei­ner Magis­ter­ar­beit ent­stand dabei ein rund 180 Sei­ten lan­ges Werk, das sich ganz beson­ders mit den Vor­ur­tei­len und Ste­reo­ty­pen beschäf­tigt, die der schwar­zen Szene hin­ter her­lau­fen wie ein treuer Hund. Okkul­tis­mus und Sata­nis­mus, Todes­sehn­sucht und Sui­zid­ge­fähr­dung sowie der schlei­chende Rechts­ra­di­ka­lis­mus wer­den hier von Rut­kow­ski sach­lich erläu­tert. Das Buch ver­sucht aus den spär­li­chen Ver­öf­fent­li­chun­gen wis­sen­schaft­li­cher Arbei­ten einen Kon­sens zu bil­den und den mit eige­nen Nach­for­schun­gen und Schluss­fol­ge­run­gen anzureichern.

Die Ein­lei­tung liest sich daher schlep­pend und durch­leuch­tet das Phä­no­men der Jugend­be­we­gung als sol­ches, das mei­ner Mei­nung nach eigent­lich gar nicht wis­sen­schaft­lich zu erfas­sen ist, son­dern immer nur ein Ver­such sein kann etwas zu unver­ständ­li­ches zu ergrün­den um es sei­ner Mythen zu berau­ben oder es ein­fach nur ver­ständ­lich zu machen. Den­noch schätze ich den Wert sol­cher wis­sen­schaft­li­cher Arbei­ten, die immer auch Vor­lage für andere Werke sein kön­nen, die sich der Grund­la­gen bedie­nen um diese wei­ter zu ver­fol­gen. Idea­ler­weise natür­lich dann, wenn sach­lich und gut recher­chiert sind und eine tat­säch­li­che Zeit­auf­nahme der Bewe­gung dar­stel­len. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


25 Februar

Schattenwelt - Helden und Legenden des Gothic Rock

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Schattenwelt - Dave ThompsonSel­ten wird mir ein Buch so voll­mun­dig ange­kün­digt wie das Werk Schat­ten­welt von Dave Thomp­son. Der eng­li­sche Autor und Musik­jour­na­list gehört zu einem der flei­ßigs­ten Schrei­ber der alter­na­ti­ven Musik­szene und brachte schon in frü­hen 80ern Fan­zines und Bücher her­aus, mit die­sem Buch möchte er die Ent­ste­hung des Gothic Rock anhand sei­ner Hel­den und Legen­den nach­zeich­nen. Ich habe mich 424 Sei­ten durch die sehr gute Über­set­zung von Kirs­ten Bor­chardt gewühlt und mir ein eige­nes Bild von dem Buch gemacht, über das der Zillo schrieb: »Einen defi­ni­ti­ve­ren Über­blick über die Geburt der schwar­zen Szene wird es wohl nicht mehr geben.«

Das Buch zeich­net den Ver­lauf der schwar­zen Szene sehr genau nach und beginnt etwa 1976 mit den ers­ten Live-Auftritten von Sioux­sie & The Bans­hees und eröff­net die musi­ka­li­sche Chro­nik mit Iggy Pop und sei­nem legen­dä­rem Album The Idiot, das sich wie ein roter Faden durch das Buch zieht. Sehr detail­liert beschreibt Thomp­son das Erschei­nen sämt­li­cher Prot­ago­nis­ten auf der Bühne des Gothic Rock und kon­zen­triert sich dabei auf die Haupt­dar­stel­ler und ihre musi­ka­li­schen Pro­jekte. Als sich The Cure, Bau­haus und Joy Divi­sion vom fast schon eta­blier­ten Punk lösen sucht man förm­lich nach einem neuen Ober­be­griff, der den Bands der ers­ten Stun­den anhef­ten wird wie eine Täto­wie­rung. Mit The Mis­sion, The Dam­ned und The Sis­ters of Mercy macht er die Bewe­gung dann ein­deu­tig zu einem eng­li­schen Phä­no­men, woran ver­ein­zelte Aus­flüge mit The Birth­day Party, Chris­tian Death oder den Fields of the Nephilim nichts ändern kön­nen. Der Wech­sel zwi­schen den vie­len par­al­le­len Ent­wick­lun­gen ist mit­un­ter etwas umständ­lich und kon­fus gera­ten, so das man als Leser immer wie­der reflek­tie­ren muss, in wel­chem Teil der Zeit man sich befin­det. Den gan­zen Arti­kel lesen… »