6 Oktober

Spontis Wochenschau #24/11

Kategorie: Wochenschau1 Kommentar

Spontis WochenschauEine tur­bu­lente Woche, eine ver­rückte Zeit.  Es ist erstaun­lich, aber manch­mal fühlt sich das Leben so an wie ein Baum. Er wächst und gedeiht, ver­än­dert sich und ver­liert im Herbst seine Blät­ter um im Früh­ling wie­der in neuer Blüte zu erwa­chen. Im Augen­blick wiege ich mich im Sturm der Ereig­nisse, die um mich herum gesche­hen, jeder Ast wird auf seine Stand­fes­tig­keit geprüft — wie die Zeit fal­len die Blät­ter des Bau­mes zu Boden. Im Blog ist es ruhig gewor­den, ich muss war­ten, bis sich der Sturm wie­der gelegt hat. Ich muss war­ten, bis der Sturm den Baum von sei­nen Blät­tern befreit hat um zu wis­sen, was Kälte ist und dar­auf zu hof­fen, dass er neue Blät­ter tra­gen wird. Die Blät­ter der Ver­gan­gen­heit wer­den lang­sam Eins mit dem Boden, auf dem sie verwesen.

Nach die­sem, eher phi­lo­so­phi­schem Ansatz einer Moment­auf­nahme, will ich ver­su­chen, mich wie­der dar­auf zu kon­zen­trie­ren, etwas Pro­duk­ti­ves zu tun. Die Wochen­schau ist eine ideale Gele­gen­heit, dem Wet­ter Rech­nung zu tra­gen und etwas von dem wei­ter­zu­ge­ben, was außer­halb des eige­nen Dunst­krei­ses geschieht und lenkt ein wenig von dem ab, was inner­halb geschieht. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


18 September

Joe Strummer: The Future is unwritten

Kategorie: Schwarzes Netz4 Kommentare

1976 in New­port, einer beschau­li­chen Stadt zwi­schen Bris­tol und Car­diff. Joe Strum­mer, der vor­her schon mit den 101-ers klei­ner Erfolge fei­erte, wird von Ber­nie Rho­des gefragt, ob er bei einer neuen Band ein­stei­gen will. Mit Strum­mer wer­den The Clash eine der erfolg­reichs­ten Punk-Bands der spä­ten 70er. Anders als die Sex Pis­tols, die sei­ner­zeit durch den berühm­ten musi­ka­li­schen »Schlag in die Fresse« leb­ten, über­zeugt die Band durch ihre poli­ti­sche Fär­bung und die ein­zig­ar­tige Fähig­keit den unge­schlif­fe­nen Dia­mant Punk­rock durch Ein­flüsse aus Disco, Reg­gae oder Folk in eine neue Dimen­sion zu erhe­ben. Raus aus dem feuch­ten Unter­grund spran­gen The Clash auf den Zug eines Major-Labels und mach­ten sich auf, die inter­na­tio­na­len Charts zu erobern.

Für viele war das schon der Ver­rat der Ideale, für ande­ren die logi­sche Kon­se­quenz eines erfolg­rei­chen Künst­ler­le­bens. Ihr Debüt­al­bum »The Clash« schlägt eine wie eine Bombe, mit dem Dop­pel­al­bum »Lon­don Cal­ling« machen sie ihr Meis­ter­stück und eta­blie­ren sich end­gül­tig als erste poli­ti­sche Rock­band. Inter­na­tio­nale Aner­ken­nung, aus­ver­kaufte Tour­neen und schnel­ler Reich­tum machen Punk­rock end­gül­tig zum Erfolgs­mo­dell.  Ein Erfolg, der 1983 zu einem schlei­chen­den Ende füh­ren sollte. Obwohl das fünfte Album »Com­bat Rock« mit der Kul­t­hymne Should i Stay or Should i Go die Charts erobert, beginnt es in der Band zu Unstim­mig­kei­ten zu kom­men. Als Mit­be­grün­der Mick Jones die Band ver­lässt, scheint das Ende besie­gelt. Ein letz­ter Ver­such in Form des Albums »Cut the Crap« schei­terte, am 23. Novem­ber 1985 löste sich die Band auf. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


9 September

Spontis Wochenschau #23/11

Kategorie: Wochenschau6 Kommentare

Spontis WochenschauIch bin mitt­ler­weile seit etwa 20 Jah­ren Online unter­wegs. Über Modems, in die man einen Tele­fon­hö­rer drückte, zu BTX und dann zu den ers­ten 56k Modems, die mit ihrem unver­wech­sel­ba­ren Ein­wahl­ge­räusch von der gro­ßen wei­ten Welt zeug­ten. Spä­ter kam dann DSL, als das Wort noch nie­mand kannte und die Split­ter so groß waren wie Video­re­kor­der. Heute ist das Inter­net ein zen­tra­ler Bestand­teil mei­nes Lebens gewor­den. Ich sitze auf dem Sofa, der Kaf­fee dampft und in der gedruck­ten (!) Zei­tung lese ich einen Arti­kel von den »Netz­kul­tur­ver­ste­hern«, von denen die uns erzäh­len wol­len, was denn das so abgeht im Inter­net, wie sich die User von­ein­an­der unter­schei­den, wie Kul­tur kri­mi­na­li­siert und hoch­ge­lobt wird. Nie­mand scheint sich einig, nicht ein­mal das Netz selbst. Es schei­tert wie immer daran, sich selbst erklä­ren zu wol­len um sich für andere greif­bar zu machen um Ver­ständ­nis zu erzeu­gen wo über­haupt nicht ver­stan­den wer­den will. Frü­her war wir ein Kreis von Spin­nern, wur­den belä­chelt, igno­riert. Nun sitze ich hier mit mei­ner Zei­tung und schüt­tele den Kopf über den Erklä­rungs­ver­such. Doch auch so sehr ich mich bemühe, ich kann mich selbst nicht mal erklä­ren, schon gar nicht in Schub­la­den, die andere beschrif­ten. Das Netz war eine kleine, under­groun­dige Szene, aus der Main­stream wurde und die jetzt ein Bestand­teil des gesell­schaft­li­che All­tags ist. Woher kenne ich das? Den gan­zen Arti­kel lesen… »


1 August

Spontis Wochenschau #19/11

Kategorie: Wochenschau3 Kommentare

Spontis WochenschauIch könnte jetzt über das Wet­ter spre­chen. Mache ich aber nicht. Ich könnte auch dar­über spre­chen, wie die gefühlte Geschwin­dig­keit der Zeit im Sog schick­sal­haf­ter Tage zunimmt. Mache ich auch nicht. Ich könnte auch über christ­li­che Tau­fen zwi­schen Kol­lekte und Buf­fet spre­chen. Mache ich auch nicht. Ich spre­che lie­ber über eine Zahl, die wie ein Kilo­me­ter­zäh­ler im Backend die­ses Blogs tickt, so wie im Auto, wäh­rend man beim beob­ach­ten des Kilo­me­ter­zäh­lers beim errei­chen einer bestimm­ten Zahl einen Augen­blick lang inne hält.

Nach­dem ich die teuf­li­sche Anzahl von 666 Kom­men­tare bereits schon vor Jah­ren über­schrit­ten habe, steht nun das 6.666 Kom­men­tar ins Haus (Wann wird nicht ver­ra­ten). Ange­sichts die­ser sim­plen Zahl ver­blas­sen die ande­ren Dinge im Hin­ter­grund für einige Momente in der Belang­lo­sig­keit. Ich lasse die­ses Zahl in zutiefst emp­fun­de­ner Dank­bar­keit ein­fach mal im Raum ste­hen und mache das ein­zig ver­nünf­tige: Wei­ter­ma­chen wie bis­her. Inter­es­sant, dass kurze Gedan­ken sich immer wie­der vor die Wochen­schau schlei­chen — eine schöne Tra­di­tion. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


29 November

Spontis Wochenschau #40

Spontis WochenschauSchnee! Ist es nicht schön wenn der Nie­der­schlag die Welt in Puder­zu­cker hüllt? Ist es nicht schön das nun alles etwas lang­sa­mer voran geht? Als ich nach Hause komme, koche ich mir einen hei­ßen Earl Grey, süße ihn mit etwas Zucker und umschließe die große, wär­mende Tasse mit mei­nen kal­ten Hän­den. Ich sitze auf dem Fens­ter­brett unter dem die Hei­zung Wärme spen­det und schaue still dem Trei­ben auf der Straße hin­ter­her. Nie­mand has­tet, die Autos fah­ren lang­sam und allein der Schnee­fall zer­stört die Illu­sion der Zeit­lupe. Ich bin mir sicher das alle die, die den Schnee als Grund für das Zu-Spät-Kommen ver­teu­feln ihn ins­ge­heim lie­ben und sich dar­auf freuen auch nach Hause zu kom­men um von der Hei­zung gewärmt denen hin­ter­her zu schauen, die ihre Reise noch nicht been­det haben.
Ich erin­nere mich an ein Weih­nachts­fest, an dem es schneite.  Kleine Schnee­hau­ben bedeckte alles was drau­ßen war, hin­ter den erleuch­te­ten Fens­tern fei­erte man das Fest der Feste und der Schnee fiel so leise auf die Erde, man hätte anneh­men kön­nen er wolle nie­man­den stö­ren. Nur das Geräusch von mei­nen lang­sam Schrit­ten war zu hören, des Rest der Stadt war still, so still wie sonst nie. Kein Auto, kein Rau­schen, keine Men­schen, keine Hunde, kein Geräusch. Enjoy the Silence. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


18 November

Ohne Worte: So friedlich, so berühmt und doch allein

Christian F. Hamburg 1982

Christian F. with friend Hamburg 1982

Chris­tiane F. macht Musik. 1982 bringt sie die Sin­gle »Gesund­heit!« her­aus und nutzt die Popu­la­ri­tät die aus dem Buch und dem Film resul­tierte. »Ich bin so süch­tig, dein Lenk­rad zu füh­ren.« Ilse Rup­pert, die zahl­rei­che und groß­ar­tige Bil­der aus die­ser Zeit auf ihrer Inter­net­seite und bei Face­book ver­öf­fent­licht,  foto­gra­fierte sie 1982 in Ham­burg. Ein Thea­ter Direk­tor sagte über die Foto­gra­fin:  »Her Pho­to­graphs have the beauty of Dreams and the Cru­elty of Night­ma­res


29 Oktober

New Romantic - Verkanntes Understatement

Kategorie: Schwarze Szene2 Kommentare

New Romantic StyleNew Roman­tic, das war eine kurze Mode­welle zu Beginn der 80er, die ich per­sön­lich für eine der stil­prä­gende Kraft halte, denn sie lie­fert bis heute opti­sche Pro­to­ty­pen für aller­hand ästhe­ti­sche und musi­ka­li­sche beein­flusste Sze­nen.  Und obwohl ich in mei­ner Arti­kel­reihe Sub­kul­tur! bereits kurz von den New Roman­tics geb­loggt habe, ani­mierte mich ein Video auf YouTube zu einer wei­tere Aus­ein­an­der­set­zung mit die­ser Sub­kul­tur. Der »Essen­tial Begin­ners Guide« von Sho­ckelec­trik fasst das, was man sich unter die­sen modi­schen Bewe­gung vor­stel­len sollte, sehr gut zusam­men und zeigt neben der Szene selbst auch die von der Szene ver­ein­nahmte Musik.

Schon die ers­ten Gothics lehn­ten die New Roman­tics wegen ihrer per­sön­li­cher und musi­ka­li­schen Ober­fläch­lich­keit ab, lie­ßen sie sich doch in ihrem eigene Stil davon sehr stark beein­flus­sen. Ableh­nung durch Bands und auch die eng­li­sche Musik­presse ver­half der Szene zu einer Exklu­si­vi­tät, die sich durch den von Steve Strange gegrün­de­ten Blitz-Club fort­setzte. Strange wies den Tür­ste­her an, nur Besu­cher in mög­lichst extre­men und aus­ge­fal­le­nen Out­fit hin­ein zu las­sen — was dem Club natür­lich den Ruf ein­brachte »eine eli­täre Ansamm­lung von Poseu­ren zu sein«. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


20 September

Spontis Wochenschau #29

Spontis WochenschauMän­ner­abende. Sol­che Abende funk­tio­nie­ren bei mir meist nach dem glei­chen Mus­ter, man(n) trifft sich und hul­digt unver­blümt sei­ner Lei­den­schaft, den Fil­men. Ent­we­der als DVD bei Pizza oder Chips — oder im Kino bei Pop­corn und Cola. So wollte ich dann das jüngste Tes­to­ste­ron Meis­ter­werk »The Expen­da­bles« mit typi­schen Män­ner­lau­ten neu syn­chro­ni­sie­ren, doch lei­der war das Kino zu leer… Kein Scherz. 3 Wochen nach­dem der Film in den Kinos ange­lau­fen ist, spricht schon kei­ner mehr davon, was noch viel schlim­mer ist, er läuft nur noch in aus­ge­such­ten Kinos. Doch nichts sollte uns abhal­ten, wir sind schließ­lich Män­ner.  Im Kino­foyer dann gäh­nende Leere und an der Kasse eine Über­ra­schung: »Es sind noch nicht genug Zuschauer da, wir zei­gen den Film erst ab 10 Besu­chern.« Was zunächst wie ein schlech­ter Manta-Witz klang (wo 17 Man­ta­fah­rer vor dem Kino war­ten weil der Film erst ab 18 ist) ent­puppte sich als bit­tere Rea­li­tät. So war­te­ten wir. Als wir gegen 20:00 dann 6 Leute waren und die Stim­mung zu kip­pen drohte, boten wir an jeweils 2 Kar­ten zu neh­men, doch lei­der ließ sich die Dame hin­ter der Kasse nicht erwei­chen. Glück­li­cher­weise tru­delte dann auf den letz­ten Drü­cker noch ein 4er Grüpp­chen ein, so das wir letzt­end­lich dann doch den Film sehen konn­ten — doch zurück bleibt ein bit­te­rer Nach­ge­schmack. Sind Filme zum Weg­werf­pro­dukt ver­kom­men? 1 Woche Lauf­zeit und dann auf die DVD war­ten? Die Film­in­dus­trie beschwert sich über die Gewinn­ein­bu­ßen durch Raub­ko­pie­rer, lei­der räumt sie aber auch nur kurze Mög­lich­kei­ten ein tat­säch­lich dafür zu bezah­len. Genug Gedan­ken, wei­ter mit den Links: Den gan­zen Arti­kel lesen… »


12 September

Ohne Worte: Punks pieksen nicht, Nieten schon

Ein­fach, weil es so schön ist. »M. Lam­brechts took this pic­ture at a gay pride parade in Brus­sels 2009. This was a little kid of a gay couple com­ing to check those curious pins on his jacket. He pul­led the punks jacket and the punk went sit­ting on his knees, when the 2 men cal­led their kid back the punk got a little kiss from the kid :)« (via Elec­tric­to­ma­toes)


5 August

Dokumentation (1985): So war das SO36

Kategorie: Schwarze Szene1 Kommentar

Nichts scheint fes­ter mit der Ber­li­ner Punk-Geschichte ver­bun­den zu sein, wie das SO36. Die his­to­ri­sche Halle im ehe­ma­li­gen Zustell­be­zirk 36, diente am 12. August 1978 einem zwei­tä­gi­gen Mau­er­b­au­fes­ti­val (wis­sende ach­ten auf das Datum), dem ers­ten Fes­ti­val der auf­stre­ben­den deut­schen Punk– und NDW-Szene.  Eigent­lich hatte so ziem­lich alles, was heute als Ursprung einer gan­zen und höchst umstrit­te­nen Musik­rich­tung gilt, im SO36 gespielt. Nicht vom Punk, son­dern von der Neuen Deut­schen Welle ist die Rede, dem deut­schen Bru­der des eng­li­schen New-Wave, der im spä­te­ren Ver­lauf durch musi­ka­li­sche Lächer­lich­kei­ten und Kom­mer­zia­li­sie­rung zur Phrase degra­diert wurde.

Aber da war das SO36 schon wie­der zu. 1983 über­nahm ein tür­ki­scher Päch­ter die Hallo, eröff­nete einen Hoch­zeits­saal, der aber noch im sel­ben Jahr vom Bau­amt geschlos­sen wurde. 1984 gab es dann eine Inter­na­tio­nale Bau­aus­stel­lung, die aber kurze Zeit spä­ter von den Ver­trie­be­nen Beset­zer des KuKuck gestürmt wurde. Das dul­dete die Obrig­keit bis etwa 1987, denn das »Zen­trum für Punk und Rock« war mehr und mehr als Aus­gangs­punkt von Stra­ßen­schlach­ten der Ber­li­ner Haus­be­set­zer­szene gewor­den, die meist auf der Ora­ni­en­straße aus­ge­tra­gen wur­den. Den gan­zen Arti­kel lesen… »