11 Mai

Der eigene Körper als Uniform

Es ist noch keine Dekade her, da wurde die Uni­form wie­der zum Trend. Als Ver­kör­pe­rung des mili­tä­ri­schen Ursprungs und als Pola­ri­sie­rung zu des­sen Bedeu­tung war die Uni­form schon in den Ursprün­gen der Gothic-Bewegung Mit­tel zum Zweck der Pro­vo­ka­tion. In der Fetisch Szene als sexu­elle Sti­mu­la­tion ent­deckt, mün­de­ten Über­schnei­dun­gen mit der Gothic-Szene in einer neuen Uni­for­mi­tät ohne jedoch den sexu­el­len Hin­ter­grund voll­ends zu über­neh­men. »Ein star­ker sexu­el­ler Reiz geht mit Sicher­heit auch schlicht davon aus, daß wenn auch unter­schwel­lig, eine Uni­form immer auch etwas dar­stellt, das im eige­nen Kon­text Macht und Gewalt beinhal­tet. Zum ande­ren ist es sehr reiz­voll, sich selbst mit­un­ter sehr vor­teil­haft in einer Uni­form zu prä­sen­tie­ren, somit wird die eigene ero­ti­sche Aus­strah­lung zum inspi­ra­ti­ven Reiz.« Mitt­ler­weile gehört die Uni­form zum guten Ton der Szene und ist belieb­tes Mit­tel zu Pro­vo­ka­tion und keh­ren den Sinn in das Gegen­teil. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


8 März

Nur noch Haut und Knochen, von Ana, Mia und Xiu Xiu

Kategorie: Schwarze Szene10 Kommentare

BauchwehIn den letz­ten Tagen geis­terte immer wie­der ein Wort durch mei­nen Feed-Reader das mich zunächst neu­gie­rig machte. Pro-Ana (Wiki­pe­dia) bezeich­net man haupt­säch­lich junge Mäd­chen und Frauen, die sich einem extre­men Schlank­heits­ideal unter­wer­fen und sich über das Inter­net über eben die­ses Schlag­wort ver­net­zen. Ana lei­tet sich ab vom der Bezeich­nung der Krank­heit Anor­exia ner­vosa, der Mager­sucht. Die Asso­zia­tion mit dem Namen Anna ist gewollt, denn Anna ist das ima­gi­näre Vor­bild die­ser Mäd­chen. Der Brief von Ana ist die Bibel der Mager­süch­ti­gen Mäd­chen, die immer wei­ter abneh­men möch­ten — bis zum Tod.

Ihre Schwes­ter Pro-Mia endet oft in ähnli­cher Weise. Die unter dem bekann­te­ren Namen ver­brei­tete Sucht der Bule­mie (Buli­mia ner­vosa) oder auch Ess-Brechsucht genannt ver­an­lasst die Mäd­chen dazu, sich gleich nach dem Essen den Fin­ger in den Hals zu ste­cken, damit von der soeben auf­ge­nom­me­nen Nah­rung nichts auf die Figur schlägt. Vor ein paar Wochen kam dann noch der neu geplante Jugendmedienschutz-Staatsvertrag auf, der unter ande­rem die Zen­sur von sol­chen Inter­net­sei­ten for­dert und damit vor allem junge Mäd­chen vor Nach­ah­mung schüt­zen soll. Ich habe anschlie­ßend eini­ges dar­über gele­sen, lei­der machte kei­ner der Texte die Sache für mich verständlich.

Moo­nica brachte die Sache in ihrem Blog Fly me to the Moon für mich auf den Punkt. Moo­nica war selbst ein­mal Ess­ge­stört und lei­det heute immer noch unter den Fol­gen die­ser Sucht, in ihrem Bei­trag Start: Über mich schil­dert sie: »Mit ca 12 hat bei mir alles ange­fan­gen. Ein­fach fett füh­len wäre viel zu leicht gewe­sen. Ich wollte ein­fach nur unsicht­bar sein. Nicht immer das per­fekte Mäd­chen sein müs­sen, dass ich trotz­dem nach wie vor geblie­ben bin. Ver­schwin­den, wie ein Strich in der Land­schaft — wollte ich. Die Fol­gen waren mir zu dem Zeit­punkt egal. Irgend­wann war es mir auch egal, ob ich gese­hen werde […] Wieso ich raus bin? Freunde und Spie­gel.« Den gan­zen Arti­kel lesen… »