6 Dezember

Video: Neulich in der Diskothek (1986)

Tan­zen. Neben den klas­si­schen und erlern­ba­ren Metho­den zu Tan­zen gibt es auch den Tanz als Aus­drucks­form sei­ner Selbst und das kann man nicht erler­nen. Seit tau­sen­den von Jah­ren tan­zen wir und der Tanz ent­wi­ckelte sich von einer Aus­drucks­form zur Tra­di­tion und spä­ter zum Zei­chen gesell­schaft­li­cher Inte­gra­tion. Das ist auch heute noch so. Die Namen der Tänze ändern sich mit den Jahr­hun­der­ten, nicht aber die Bedeutung.

Ich kann nicht tan­zen. Jeden­falls nicht klas­sisch. In mei­ner Jugend habe ich begon­nen die Tänze mei­ner Idole im Musik­fern­se­hen nach­zu­ah­men, allen voran den von Curt Smith und zwar so, wie er ihn im Video zu »Mad World« von 1982 (ab Minute 2:20) tanzt. Auch heute tanze ich eher so wie es mir gefällt, füge mich aber den­noch aus Gemein­schafts­ge­fühl auf der Tanz­flä­che aus­ge­ru­fe­nen Mas­sen­be­we­gun­gen. So wie den »Toten­grä­ber­tanz«, da mache ich ein­fach mal mit, weil er eben so herr­lich tra­di­tio­nell ist, wäh­rend ich bei Anne Clark meist mit geschlos­se­nen Augen die Musik so rich­tig schön in mich rein­krie­chen lasse. Ein Video zu Tri­so­mie 21 — The Last Song hat mich dann doch wie­der in Erin­ne­run­gen schwel­gen las­sen, obwohl ich anfangs nur im Dun­keln getanzt habe und mich bei zu Viel Licht wie ein scheues Reh im Dickicht der Men­schen ver­kro­chen habe. Wie tanzt ihr? Den gan­zen Arti­kel lesen… »


4 Oktober

Musikperlentaucher - Tauchgang #16

Kategorie: Dunkle Klänge2 Kommentare

The Jesus and Mary Chain - Head On

Brü­der haben in den eng­li­schen Musik­tra­di­tion eine lange Geschichte. 1984 grün­de­ten die Brü­der Jim und Wil­liam Reid zusam­men mit einer recht unru­hi­gen Band­be­set­zung The Jesus and Mary Chain. Ihr eigen­sin­ni­gen Cha­rak­tere habe sie dabei nie ver­steckt, Spuck­at­ta­cken auf Jour­na­lis­ten und Foto­gra­fen, sowie Gigs mit 10 minü­ti­gen Geräusch­ku­lis­sen sorg­ten zunächst für Schlag­zei­len in der eng­li­schen Musik­presse. Spä­ter ver­schrei­ben sie sich dem Sho­ega­zing und betei­li­gen sich an der auf­stre­ben­den Indie-Kultur. Ver­ein­nah­mung passt wohl hier ganz gut, denn Waver und Gruf­ties schätz­ten ihre Klas­si­ker glei­cher­ma­ßen. Hier das Stück »Head On« von 1990.

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3 September

Tintenkleckse: The Sunday Reeds

Ich gebe zu, nach The Birth­day Party mir lange nichts ver­nünf­ti­ges mehr aus Aus­tra­lien zwi­schen die Kopf­hö­rer gekom­men. Ich gebe auch zu, dass sicher­lich einige Grup­pie­run­gen dabei sein wer­den, die ich bewusst und unbe­wusst ver­passt habe — aber das Leben macht keine Pause, für nie­man­den. Es wird wie­der Zeit die schwarze Tinte zu neh­men um sich von des­sen Ergeb­nis auf einem wei­ßen Blatt Papier beein­dru­cken zu lassen.

Der Trop­fen fällt, sorg­fäl­tig falte ich das Blatt und betrachte das Werk: The Sun­day Reeds

Nach­dem die Aus­tra­lier Romana Ash­ton und Drew Jones aus Mel­bourne auf ihrem Debüt-Album »Drow­ning in History« noch als Duo zu sehen sind, haben sie sich inzwi­schen mit Andy Daw­son einen fes­ten Drum­mer zuge­legt um ihr Defi­ni­tion von Musik auf Live unter die Men­schen zu tra­gen.  Kunst spielt bei den Aus­tra­li­ern ein wich­tige Rolle, so ist Sun­day Reed eine Art Schutz­pa­tro­nin der Kunst, denn schon in den 30er und 40er Jah­ren unter­stütze sie aus­tra­li­sche Künst­ler bei ihrer Arbeit.  Romana Ash­ton hat in Lite­ra­tur und Kul­tur­stu­dien pro­mo­viert und gibt zu, die­ses Ein­flüsse nicht ver­ste­cken zu wol­len »I care just as much about wri­t­ing music/lyrics as I do about the kind of clips we make and the „feel” of the band. I have a PhD in liter­ary and cul­tu­ral stu­dies so I can never be, you know, some kind of roman­ti­ci­zed high­school rock „n” roll drop out. I’m not, so I’m not going to pre­tend to be.« Den gan­zen Arti­kel lesen… »


18 August

Geniale Dilettanten - No Wave

no wave - jesus and the jerks Der Indus­trial ist eine Form der expe­ri­men­tel­len Musik, die nicht unbe­dingt für ihre Tanz­bar­keit bekannt ist, aber den meis­ten ein Begriff sein dürfte. Die künst­le­ri­sche Aus­drucks­form in Musik ist aber schon lange ein Aus­druck von Krea­ti­vi­tät, so gibt es seit Beginn des 20. Jahr­hun­derts die Zwölf­ton­mu­sik, die einen ähnlich schrä­gen Cha­rak­ter hat. Als Anfang der 80er die Syn­t­hie­si­zer erschwing­lich wur­den, suchte sich auch die beson­ders Krea­tive eine neue Aus­drucks­form und nann­ten ihre Strö­mung No Wave. Der Begriff stammt aus dem New Yor­ker Umfeld und wurde damit als direkte Gegen­strö­mung zum New Wave Ende der 70er Jahre ver­stan­den. In Deutsch­land eta­bliert sich der Aus­druck Geniale Dilet­tan­ten, die aber heute auch unter dem Begriff des No Wave zusam­men­zu­fas­sen sind.

Vor allem in Ber­lin tref­fen sich die Künst­ler die­ser Zeit und bil­den ein Krea­ti­ves Netz­werk, das bis nach New York reicht, das zu die­ser Zeit einen sehr ähnli­chen Sta­tus hat. Nick Cave, James Chance,  Lydia Lunch (Jesus & The Jerks), Chris­toph Dre­her (Die Haut) und Blixa Bar­geld (Ein­stür­zende Neu­bau­ten) um nur einige der Prot­ago­nis­ten zu nen­nen. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


18 Juli

Die wahre Deutsche Welle

ndwWer denkt bei dem Begriff Neue Deutsche Welle nicht an Nena mit ihren 99 Luftballons oder Markus und seinem unbändigen Verlangen nach Spaß? An der NDW scheiden sich die Geister, die Kritiker finden es einfach nur noch peinlich, es sei das schlechteste aus Deutschen Landen und die Befürworter halten es für ein Stück deutscher Geschichte, für Kult. Überall steckt ein Fünkchen Wahrheit drin, nichts ist wirklich richtig.

Wie so viele innovative Musikrichtungen begann auch die NDW mit dem Punk und ist fast eine unausweichliche Konsequenz aus der Neugier und dem zu dieser Zeit vorherrschenden musikalischen Kreativitätsvakuum. Während man international von New Wave sprach und damit den verstärkten Einsatz von elektronischen Hilfsmitteln in der Musik meinte, begann man in Deutschland damit zusätzlich wieder Deutsch zu singen. Die ersten Synthesizer wie der MS-20 werden erschwinglich und finden verstärkt Einzug in die eigenen vier Wände, eine ganze Generation Jugendlicher entdeckt die selbstgemachte Musik und kann ihrer musikalischen Kreativität freien Lauf lassen. Alfred Hilsberg prägt mit seinem Artikel "Neue Deut­sche Welle — Aus grauer Städte Mauern« im Okto­ber 1979 den Begriff der NDW und beschreibt die aktu­elle Deut­sche Ent­wick­lung sehr tref­fend: Den gan­zen Arti­kel lesen… »


23 Februar

Aufbruch in die Endzeit

Aufbruch in die Endzeit

Wenn wir der Musik­in­dus­trie glau­ben schen­ken, bestand New Wave in Deutsch­land Anfang der 80er aus Nena, Hubert Kah und Geier Sturz­flug und nannte sich Neue Deut­sche Welle. Doch hin­ter dem Begriff ver­birgt sich viel mehr als nur ein Musik­genre oder eine plumpe Mode­er­schei­nung und außer­dem glau­ben wir der Musik­in­dus­trie grund­sätz­lich erst­mal gar nichts. New Wave sym­bo­li­siert den Wil­len zur musi­ka­li­schen Ver­än­de­rung, denn man ent­deckte, das jeder und alles Musik machen kann. Aus einer Mischung von Dile­tan­tis­mus, Krea­ti­vi­tät und Talent ent­stand die New Wave Bewe­gung auch in Deutsch­land. Wenn man so möchte ist die aus­lö­sende Sub­kul­tur der Punk, der in einer Neuen Welle der Musik die Welt und Deutsch­land flu­tete. Für mich jeden­falls ist das die größte musi­ka­li­sche Revo­lu­tion seit Rock’n’Roll.

Die DVD Auf­bruch in die End­zeit — 1980 New Wave Hit Explo­sion ist eine Video Doku­men­ta­tion über diese Musik in Deutsch­land und ist eine Samm­lung von Kurio­sen Live-Auftritten, Inter­views und Musik­vi­deos die­ser Zeit, die zu einer ein­zig­ar­ti­gen und sehr pun­ki­gen Col­lage zusam­men­ge­fügt wur­den und damit eine sehr authen­ti­sches Werk die­ser Zeit dar­stel­len. Was Jür­gen Tei­pel mit sei­nem Werk Ver­schwende deine Jugend begann, fin­det hier sei­nen media­len Abschluss in Ton und Bild. Sein Vor­wort bringt dabei den Zeit­geist und die Idee die­ser Zeit auf den Punkt: Den gan­zen Arti­kel lesen… »


31 Oktober

New Wave & Zwei die es wissen müssen

Farin_Urlaub-croppedNew Wave war nicht nur ein Musik­genre son­dern viel­mehr der Beginn eines Stü­ckes Musik­ge­schichte und einer Sub­kul­tur. Mar­kus Kavka und Farin Urlaub sind zwei Zeit­zeu­gen die­ser Ära, denn bei­den steck­ten zu die­ser Zeit mit­ten in Ihrer Pubertät.

Wäh­rend der eine kör­per­lich und musi­ka­lisch wuchs, wuchs der andere nicht und ist jetzt Mode­ra­tor bei MTV und dafür ver­ant­wort­lich, dass sich die bei­den zusam­men­ge­setzt haben und eine ganze Weile sehr inter­es­sant über die Wave Musik der 80er spre­chen. Gewürzt wird das ganze durch Musik­vi­deos, die ein­deu­tig für Herrn Urlaubs Musik­ge­schmack spre­chen. Unzäh­lige Anek­do­ten der Bei­den las­sen das ganze nicht zu einem Exper­ten­ge­schwa­fel ver­kom­men, son­dern bie­ten eine sehr unter­halt­same Reise in die 80er und das Leben der Gruft­szene. So hatte Farin eine eng­li­sche deutsch-brasilianische Freun­din, die in einem Lon­do­ner Squat lebte, was zu die­ser Zeit so ziem­lich das coolste war, was man haben konnte. Dage­gen wirkt der wegen sei­ner Trich­ter­fri­sur und dem auf die Schläfe auf­ge­mal­ten Ein­schuss­loch vor der Tür der Dorf­disko abge­wie­sene Mar­kus Kavka schon fast bie­der. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


1 Oktober

Musikgeschmack ist doch subjektiv, oder?

Kategorie: Ansichtssache2 Kommentare

Lei­der ist Musickum momen­tan geschlos­sen, da der ent­stan­dene Traf­fic das Bud­get des Betrei­bers über­stie­gen hat, viel­leicht fin­det sich ja ein neuer Sponsor.

Grund­sätz­lich höre ich Musik, die mir gefällt. Tut eigent­lich jeder. Doch woher neue Inspi­ra­tion neh­men? Zu mei­nen puber­tie­ren­den Zei­ten ist man in die Dis­ko­thek gegan­gen um dort neue Ein­flüsse zu bekom­men und zu bekann­ten Din­gen abzu­ge­hen. Da musste man sich aber mit dem anschreien des Plat­ten­auf­le­gers begnü­gen, der je nach Laune den ent­spre­chen­den Titel offen­bart hat. Eine wei­tere Mög­lich­keit war das Radio, das aber rein Main­strea­m­o­ri­en­tiert aus­ge­legt war und den Geschmack der brei­ten Masse befrie­digte, so wie heute eben auch. WDR 1 hieß da noch nicht Eins­live und in der fes­ten Zeit von 13:00 bis 14:00 konnte man den aktu­el­len Charts lau­schen. So war man zwar auf dem lau­fen­den, lei­der nicht nach mei­nem Geschmack.

Das Inter­net bie­tet da ganz neue Mög­lich­kei­ten, es macht den Musik­ge­schmack zur einer Ansamm­lung von objek­ti­ven Daten, die ich last.fm sei dank auch ent­spre­chend zur Ver­wer­tung preis­gebe. So ist dann auch der Über­blick links ent­stan­den. Bei Musickum kann das jeder auch mal selbst ver­su­chen. So ver­rät mir der Open mind Index, wie breit gefä­chert mein Musik­ge­schmack ist, 123 ist da gar nicht mal schlecht (glaub ich). In der Tor­ten­gra­fik und der anschlie­ßen­den Liste wird dann deut­lich, wel­che Gen­res der Musik ich bevorzuge.

Ist dann nun schon objek­tiv gese­hen mein Musik­ge­schmack? Nein. Warum nicht?

Zunächst ein­mal kann der Benut­zer selbst die von ihm gespiel­ten Lie­der in ein Genre ein­ord­nen, da wer­den über­schnei­dun­gen deut­lich, denn medi­eval, folk und mit­tel­al­ter sind bei mir das glei­che. Allein die Ein­ord­nung in ein Genre geschieht doch schon sub­jek­tiv. Nur weil New Wave drauf­steht muss es mir lang noch nicht gefal­len um gleich zum nächs­ten Punkt zu kom­men. Wenn es 1.000.000 Lie­der geben würde, die unter New Wave kate­go­ri­siert sind, gefal­len mir bes­ten­falls 10%. Theo­re­tisch, also subjektiv.

Annahme: Wir geben immer mehr per­sön­li­che Daten, Geschmack und Nut­zungs­ver­hal­ten preis und pro­fi­tie­ren dabei von den schein­bar sinn­vol­len Fea­tures. Neh­men wir mal an, alles was wir kau­fen, hören, sehen, füh­len und nut­zen wird zu Daten­er­he­bung her­an­ge­zo­gen, wäre es dem­nach mög­lich, das mir eine ent­spre­chende Soft­ware ein Musik­stück offen­bart, das mir gefal­len MUSS? Ich denke nicht. Solange unsere Gefühle und Emo­tio­nen nicht bere­chen­bar sind bleibt uns das erspart, denn das bestimmt unse­ren Musikgeschmack.

Die ein­zi­gen, die von der zuneh­men­den Pro­fi­li­sie­rung per­sön­li­cher Daten pro­fi­tie­ren sind die Wer­ber und Pro­dukt­ma­na­ger die mei­nen mit geziel­ten Wer­be­ak­tio­nen unse­ren Geschmack vor­aus­schauen zu kön­nen. Mei­nen tref­fen sie nicht. Wie ich jetzt von einem zufäl­lig gefun­de­nen last.fm Goo­die auf mei­nem Musik­ge­schmack komme, weiß ich auch nicht genau, ist aber eh subjektiv ;)

(Quelle: Gefun­den bei Ever­y­day is Hal­lo­ween)

30 September

Xmal Deutschland

xmal_deutschland1980 ist nicht nur die Blü­te­zeit des deut­schen Punks gewe­sen, son­dern auch die Zeit, in der die Blüte ihre Blät­ter ver­liert und dar­aus immer neue Triebe ent­ste­hen. In Ham­burg, der här­tes­ten Stadt des Punks sei­ner Zeit hat­ten 5 Mäd­chen mit dem glei­chen Musik­ge­schmack den Plan eine Band zu machen. Bands zu grün­den war modern und so kam es das die Band Xmal Deutsch­land zum ers­ten mal nament­lich erwähnt wurde, benannt nach die­sem Buch von Rudolf Wal­ter Leon­hardt über das Deutsch­land der 50er. Anja Huwe (Gesang), Manuela Rickers (Gitarre), Fiona Sangs­ter (Key­board), Rita Simon (Bass) und Caro May (Schlag­zeug) sind damit wohl die erste deut­sche Girl Band der New Wave Bewegung.

Ihre große Beliebt­heit bei den Goths grün­det in der ener­gie­ge­lan­de­nen, unge­stü­men und doch melan­cho­li­schen Musik. Laute Gitar­ren, ein typi­scher New Wave Beat und der schrille Gesang von Anja Huwe boh­ren sich in den Schä­del. Der Ein­satz von Syn­the­si­zern macht aus dem Gesang ein fünf­tes, neues Instru­ment und sorgt für die bedrü­ckende Atmo­sphäre vol­ler Lei­den­schaft, Ver­zweif­lung und Hin­gabe. Den gan­zen Arti­kel lesen… »