4 Juni

Schwarz-Braun sind auch wir?

Kategorie: Szene im Blick9 Kommentare

Viele Sze­nen blei­ben von der Anklage ver­schont, da man ihnen beim bes­ten Wil­len keine Rechts­ori­en­tiert­heit unter­stel­len mag. Manche Sze­nen wur­den der­art von rechts unter­wan­dert, dass diese daran zer­bra­chen. Beste Bei­spiele hier­für wäre die Skinhead-Bewegung.

In die­sem schwarz-bunten Hau­fen bro­delt der Vor­wurf und schwappt von Mal zu Mal stär­ker an die Ober­flä­che. Ob die Auf­schreie objek­tiv begrün­det oder nur einer sub­jek­ti­ven Wahr­neh­mung ver­schul­det sind, wer ver­mag das schon zu sagen? Den­noch sei nicht zu über­se­hen, dass wirk­lich rechte Gesin­nun­gen inner­halb die­ser schwar­zen Schafe exis­tie­ren. Nicht bei der Masse, aber bei Ein­zel­nen inner­halb der Masse. So etwas lässt sich nicht aus­schlie­ßen. Weder hier noch in der Nachbarschaft.

Doch diese gilt es her­aus­zu­fil­tern. Alle diese Kame­ra­den, die das Stroh wie­der­käuen, das man in den Köp­fen der Sym­pa­thi­san­ten von NPD und Kon­sor­ten vor­fin­det. Diese gilt es zu selek­tie­ren, zu kri­ti­sie­ren und rechts lie­gen zu las­sen. Damit der letzte Rest Kunst und Kul­tur inner­halb die­ser Nachtschatten-Szene alleine einen Platz für Pro­vo­ka­tion bie­tet und nicht zum Forum der Pro­pa­ganda verkommt.

Es ist nur bedau­er­lich, dass man dahin­ge­hend bevor­mun­det wird. Denn statt ihrer Ahnungs­lo­sig­keit mit Schwei­gen nach­zu­kom­men, meckern viele Außen­ste­hen­den die Medien voll. Und spre­chen einem damit so ganz neben­bei die eigene geis­tige Leis­tung ab. Näm­lich das Ver­mö­gen, selbst­stän­dig selek­tie­ren, hin­ter­fra­gen und dif­fe­ren­zie­ren zu kön­nen. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


8 Februar

Spontis Wochenschau #4/11

Kategorie: Wochenschau11 Kommentare

Spontis WochenschauEine tur­bu­lente Woche. Jeden­falls in Web­kul­tu­rel­ler Hin­sicht. Da wer­den Schlamm­schlach­ten geschla­gen, Daten­schutz­de­bat­ten los­ge­tre­ten und in Ägyp­ten schal­tet man das Inter­net ab. Ein­fach so.  Es fällt mit schwer die Balance zwi­schen den Art der Mel­dun­gen zu bewah­ren, einige Mel­dun­gen und Geschichte habe mich sehr bewegt, wäh­rend mich andere erhei­ter­ten. Ist es legi­tim sich nach der Geschichte von Julie über ein ande­res Video zu amü­sie­ren? Ver­lie­ren wir in der Flut der Infor­ma­tio­nen das Gefühl für rich­tig und falsch? Ich glaube ich bin heute etwas in düs­te­rer Grund­stim­mung, ertrage auch gerade keine fröh­li­che Musik. Stun­den­de­pres­sion nenne ich das mal. Kein Grund zur Panik, aber ich sehe mich außer Stande eine wer­tende Ein­lei­tung zu Erhal­tung der Balance zu schrei­ben. Daher über­lasse ich euch die Wer­tung, ich weiß ich kann mich auf euch ver­las­sen. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


3 November

Du sollst Skinheads nicht mit Nazis verwechseln

Kategorie: Schwarzes Netz10 Kommentare

»Du sollst Skin­heads nicht mit Nazis ver­wech­seln« ist nicht nur der Titel einer auf­klä­ren­den Inter­net­seite, son­dern auch Motto mit erho­be­nem Zei­ge­fin­ger. Auf­merk­same Leser wis­sen bereits: Eine Glatze und ein Paar Dr. Mar­tens rei­chen noch lange nicht für die Iden­ti­fi­zie­rung eines Neo­na­zis. Viel schlim­mer noch: Heute scheint es prak­tisch unmög­lich typi­sche Erken­nungs­merk­male zu defi­nie­ren, die dem Bür­ger bei sei­nem Schub­la­den­den­ken unter die Arme grei­fen. Auf sehr anschau­li­che Art und Weise haben sich die Fil­me­ma­cher und Edina MedraS­te­fan Beren­thal mit Kin­dern und Jugend­li­chen zweier Schu­len in Bre­men zusam­men­ge­tan  und das Video Vor­sicht Nazi gedreht, das im leicht ver­ständ­li­chen Stil die Sache noch ein­mal in 6:55 aus­ein­an­der­kla­mü­sert und damit den Ver­such gestar­tet, das Vor­ur­teil das sich untrenn­bar mit dem Den­ken vie­ler Bür­ger ver­kno­tet hat, zu entwirren.


(via KFMW)

Neo­na­zis leben heute davon, alte Sym­bo­lik auf­zu­ge­ben und sich stän­dig neue Bezüge her­zu­stel­len.  Die meis­ten sind nicht mehr durch ihr äuße­res zu unter­schei­den, son­dern nur durch ihre Ideen und die immer glei­chen Argu­mente. Die Belie­big­keit in der man in der rech­ten Szene Sym­bole für sich ver­ein­nahmt ist erschre­ckend und ver­lei­ten unin­for­mierte immer wie­der zu fal­schen Asso­zia­tio­nen. Gothics wur­den in den 90ern eben­falls als Weg der Infil­tra­tion ent­deckt, ihr poli­ti­sches Des­in­ter­esse, Bezüge zu Mythen und Legen­den sowie die Erfor­schung musi­ka­li­scher Grenz­be­rei­chen musste auf die braune Brut wie ein Magnet gewirkt haben. Und trotz­dem fan­den sie auch hier kei­nen frucht­ba­ren Boden son­dern stie­ßen auf breite Ableh­nung. Bis heute ist das Thema jedoch sen­si­bel geblie­ben und sorgt immer wie­der für Dis­kus­si­ons­stoff, der manch­mal nur auf Ver­feh­lun­gen ein­zel­ner zurück zu füh­ren ist.


24 September

Spontis Wochenschau #30

Kategorie: Ansichtssache3 Kommentare

Spontis WochenschauMit­ten­drin statt nur dabei. So könnte das Motto die­ser Aus­gabe der Wochen­schau sein, denn es ist noch lange keine Woche seit der letz­ten Aus­gabe vor­bei. Ursprüng­lich war ja auch mal geplant, das die Num­mer des Aus­gabe mit der Kalen­der­wo­che überein­stimmt — doch natür­lich kam es anders als es ist, denn auf­merk­sa­men Lesern wird nicht ent­gan­gen sein, das wir bereits die 38. Kalen­der­wo­che schrei­ben. Super­man ist ein­fach solange und so schnell um die Erde geflo­gen, bis sich die Zeit rück­wärts drehte, so ein­fach war das, vor­aus­ge­setzt man wäre eben­falls auf einem ande­ren Pla­ne­ten zur Welt gekom­men. Und obwohl ich mich manch­mal so fühle, bin ich den­noch hier gebo­ren und von grü­nem Kryp­to­nit wird mir auch nicht übel. Macht aber nicht, ich werde flei­ßig sein und die ver­lo­rene Zeit locker wie­der rein holen, behaupte ich jetzt ein­fach mal so. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


31 Januar

Spontis Wochenschau #04

In der Kürze liegt die Würze. Mit dem Ende des Januar 2010 kommt auch die vierte Wochen­schau her­aus, die wie­der ein­mal viel zu spät erscheint, wie immer eigent­lich. Ich muss unbe­dingt an mei­nem Work­flow (gei­les Wort) arbei­ten. Das letzte Wort zum Januar schenke ich per­sön­li­chen Bereich mei­ner Gedan­ken. Die letzte Janu­ar­wo­che jeden­falls kommt mit gemisch­ten Gefüh­len, denn Zeit erscheint immer schnel­ler. Wie ein Pas­sa­gier im fah­ren­den Zug scheint die Welt manch­mal an mir vor­bei­zu­schies­sen, ein gan­zer Monat ist vor­bei und hin­ter­lässt das ungute Gefühl nicht genug getan zu haben, für sich oder auch für andere. Etwas weh­mü­tig schaut man immer noch auf das alte Jahr zurück und lässt die eige­nen Feh­ler Revue pas­sie­ren um 2010 die glei­chen nicht noch ein­mal zu machen. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


10 Februar

Zeitbilder: Jugendkulturen in Deutschland 1990-2005

Kategorie: WortkunstKeine Kommentare

In Deutsch­land schlie­ßen sich etwa 20 bis 25 Pro­zent der Jugend­li­chen Sze­nen — Jugend­kul­tu­ren — an, doch jeder zweite sym­pa­thi­siert mit ihnen. Sie wol­len nicht wirk­lich voll und ganz dazu­ge­hö­ren, fin­den aber die Mode und die Musik »cool« und neh­men als Zaun­gäste immer wie­der an sze­ni­schen Events teil. Sze­ne­an­ge­hö­rige, vor allem natür­lich Musi­ker, DJs und Mit­ar­bei­tern von Maga­zi­nen sind wich­tige Trend­set­ter und Mei­nungs­füh­rer ihrer Generation.

Der Zweite Band der Reihe Zeit­bil­der ist bewusst auf die Zeit nach der Wende gelegt, denn diese Zeit war nicht nur eine Zeit des Wan­dels für Gesell­schaft, Poli­tik und Staat, son­dern auch für die Jugend aus Ost und West. Wäh­rend es im ers­ten Band mehr um die Ent­ste­hungs­ge­schichte der Jugend­kul­tu­ren in Deutsch­land geht, endet der zweite Band mit einem abschlie­ßen­den Fazit. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


7 Februar

Ist Unpolitisch Synonym für Gleichgültigkeit?

Kategorie: Ansichtssache13 Kommentare

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Das der Groß­teil der Szene unpo­li­tisch ist, sollte spä­tes­tens seit diver­sere Publi­ka­tio­nen bekannt sein. Gothics sind ein intro­ver­tier­tes und ruhi­ges Völk­chen, das offen­bar nur in Ruhe sei­ner Pas­sion nach­ge­hen möchte. Das Schlag­wort unpo­li­tisch ist in die­sem Zusam­men­hang in fast allen Publi­ka­tio­nen, die ich gele­sen habe, erschie­nen. Stammt die Gothic Bewe­gung ursprüng­lich vom Punk ab, so war die Szene zu ihrer ers­ten Blü­te­zeit Mitte der 80er ten­den­zi­ell eher Links ori­en­tiert ohne aber wirk­lich eine wirk­li­che, poli­ti­sche Gesin­nung zu zeigen.

Und heute? Der über­wie­gende Teil der schwar­zen Gemeinde ist unpo­li­tisch und das stär­ker als jemals zuvor. Daran ist zunächst ein­mal nichts aus­zu­set­zen, denn Akti­vis­mus ist nicht jedem als Lei­den­schaft in die Wiege gelegt. Ange­sichts der rech­ten Strö­mun­gen inner­halb der Szene halte ich es aber für wich­tig, Stel­lung zu bezie­hen, sonst ver­kommt das unpo­li­ti­sche Ver­hal­ten schnell zu einer Gleich­gül­tig­keit, die Nähr­bo­den für Faschis­ti­sche Ideo­lo­gien sein kann. Die Gemein­sam­kei­ten zwi­schen den Schwar­zen und den Rech­ten wurde Anfang der 90er bewusst dazu miss­braucht, rechte Ein­flüsse inner­halb der Szene zu eta­blie­ren. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


4 Dezember

Gothic - Über Vorurteile und Klischees

Kategorie: Schwarze Szene5 Kommentare

Ich freue mich immer wenn jemand über Sze­nen und Sub­kul­tu­ren berich­tet. Man lernt nie aus und kann immer noch etwas dazu­ler­nen oder durch kon­tro­verse Ansich­ten ande­rer sei­nen eige­nen Hori­zont erwei­tern. Viel zu oft wer­den aber die Grund­sätze ein­fa­cher Bericht­er­stat­tung ver­ges­sen, Recher­chie­ren und Infor­mie­ren. Das Netzt ist voll­ge­stopft mit Halb­wahr­hei­ten und Behaup­tun­gen, die zu nega­ti­ven Aus­schlä­gen in die Gesell­schaft füh­ren und damit Vor­ur­teile und Kli­schees schüren.

Jugend­li­che, die sich Wochen­lang in anti­fa­schis­ti­schen Grup­pen oder Initia­ti­ven wie Schule ohne Ras­sis­mus aktiv gegen Ras­sis­mus und Rechts­ex­tre­mis­mus ein­brin­gen, sind der Loka­len Presse nur ein paar Zei­len wert. Drei ran­da­lie­rende Neo­na­zis, die »Sieg heil!« gröh­lend durch die Innen­stadt lau­fen, erfah­ren sofort eine bun­des­weite Medi­en­re­so­nanz. Beson­ders dann, wenn sie aus dem Osten Deutsch­lands kommen.

Unsere Gesell­schaft ist besorgt um unsere Jugend­li­chen, möchte sie schüt­zen und in einer kon­trol­lier­ten Umge­bung auf­wach­sen sehen. Rebel­lion gegen die Nor­men und die Suche nach der eige­nen Per­sön­lich­keit und Iden­ti­tät treibt die jun­gen Men­schen in eine Szene. Die Gothic-Szene ist eine sol­che. Beob­ach­tet man die Kli­en­tel in der Dunk­len Disco fällt auf, das dort hem­mungs­los beob­ach­tet und geläs­tert wird. Uncoole Bands­hirts, beim fal­schen Ver­sand gekaufte Kla­mot­ten und schlechte Kajal­füh­rung mün­den in der Ein­schät­zung das der andere nie so gruf­tig wer­den kann wie jemand selbst. »Ich trage das schwär­zeste Schwarz«. Den gan­zen Arti­kel lesen… »