20 Juli

Musikperlentaucher - Tauchgang #14

X-mal Deutschland - Mondlicht

Die stark unter­kühlte und ehe­ma­lige Front­frau Anja Huwe hat sich ja mitt­ler­weile der Kunst ver­schrie­ben und ist mit ihrer Aus­stel­lung »Lis­ten to the Pic­tures« auch in Deutsch­land selbst unter­wegs. Sie prägte in den frü­hen 80ern eine Büh­nen­prä­senz, die man durch­aus als arro­gant bezeich­nen dürfte. »Wenn ich mich sel­ber so rück­wir­kend betrachte, ich habe nie mit mei­nem Publi­kum gespro­chen, ich hab die ja nicht mal ange­guckt. Wir haben da irgend­wie unsere Num­mer abge­zo­gen und sind gegan­gen. Das war auch so Teil der Zeit das war ein Stil den man irgend­wie gepflegt hat und den man auch bis zum Exzess gepflegt hat.« Die Band, die ihre größ­ten Erfolge im Aus­land fei­erte, gehörte zu den Sti­li­ko­nen die­ser Zeit wobei man das sicher­lich auch auf die Ver­hal­tens­wei­sen und Ges­ten über­tra­gen kann. Arro­ganz als Mar­ken­zei­chen, Igno­ranz als Stil­mit­tel. Mit Mond­licht erreicht auch der Klang eine Kühle, die man bei die­sem Wet­ter wie einen küh­len Schleier des Klangs emp­fin­den kann.

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18 Juli

Die wahre Deutsche Welle

ndwWer denkt bei dem Begriff Neue Deutsche Welle nicht an Nena mit ihren 99 Luftballons oder Markus und seinem unbändigen Verlangen nach Spaß? An der NDW scheiden sich die Geister, die Kritiker finden es einfach nur noch peinlich, es sei das schlechteste aus Deutschen Landen und die Befürworter halten es für ein Stück deutscher Geschichte, für Kult. Überall steckt ein Fünkchen Wahrheit drin, nichts ist wirklich richtig.

Wie so viele innovative Musikrichtungen begann auch die NDW mit dem Punk und ist fast eine unausweichliche Konsequenz aus der Neugier und dem zu dieser Zeit vorherrschenden musikalischen Kreativitätsvakuum. Während man international von New Wave sprach und damit den verstärkten Einsatz von elektronischen Hilfsmitteln in der Musik meinte, begann man in Deutschland damit zusätzlich wieder Deutsch zu singen. Die ersten Synthesizer wie der MS-20 werden erschwinglich und finden verstärkt Einzug in die eigenen vier Wände, eine ganze Generation Jugendlicher entdeckt die selbstgemachte Musik und kann ihrer musikalischen Kreativität freien Lauf lassen. Alfred Hilsberg prägt mit seinem Artikel "Neue Deut­sche Welle — Aus grauer Städte Mauern« im Okto­ber 1979 den Begriff der NDW und beschreibt die aktu­elle Deut­sche Ent­wick­lung sehr tref­fend: Den gan­zen Arti­kel lesen… »


10 Oktober

Als Punk Deutsch wurde - Verschwende deine Jugend

Kategorie: Wortkunst2 Kommentare

Wer schon immer wis­sen wollte, wer oder was für die deut­schen Sze­nen des Punk, New Wave oder NDW ver­ant­wort­lich ist, sollte sich Jür­gen Tei­pels Buch Ver­schwende deine Jugend ein­mal genauer anse­hen. Tei­pel hat inner­halb von 3 Jah­ren alle für ihn wich­ti­gen Prot­ago­nis­ten der 1977 erst­mals auf­flam­men­den Punk Bewe­gung inter­viewt und diese in chro­no­lo­gisch sor­tier­ter Form in ein Buch gebracht. Das Buch liest sich daher wie eine Doku­men­ta­tion ohne den Ver­such Fak­ten zu schaffen.

Inter­es­san­ter Weise gibt es in vie­len Inter­vie­waus­schnit­ten Über­schnei­dun­gen mit den Dar­stel­lun­gen ande­rer, so das sich inner­halb die­ser doku­men­ta­ri­schen Ansicht viele kleine Geschich­ten und Anek­do­ten her­aus­kris­tal­li­sie­ren. Tei­pel ver­knüpft die Geschich­ten geschickt und stellt so unter­schied­li­che Ansich­ten der glei­chen Bege­ben­heit dar. Die Natür­lich­keit der Spra­che hilft dabei, authen­tisch zu sein ohne ein ein­zi­ges Mal als all­ge­mein­gül­tig oder gesamt­deutsch zu erschei­nen. Fak­ten spie­len eine unter­ge­ord­nete Rolle, die Geschichte und Anek­do­ten ste­hen im Vordergrund.

Ver­ein­zelt gestreute Fotos aus jener Zeit ver­su­chen der Geschichte zu einem Bild zu ver­hel­fen, wer­den die­sem Anspruch aber nicht gerecht und ver­kom­men so zu einem net­ten Mit­bring­sel. Das Buch ver­sucht nicht Punk oder Jugend­kul­tu­ren zu erklä­ren son­dern bie­tet einen sehr authen­ti­schen Rück­blick in die Blü­te­zeit des deut­schen Punk. Über 100 Gesprächs­part­ner und ein peni­bel geführ­ter zeit­li­cher Ver­lauf machen das Buch zu einer Wis­sens­grund­lage, die in kei­nem Bücher­re­gal feh­len sollte. Den gan­zen Arti­kel lesen… »