25 Dezember

Der kleine Nazi - Der Engel grüßt den lieben Gott

Die Geschenke sind ver­teilt, das Weih­nachts­es­sen hat alle satt und zufrie­den gemacht. Die ganze Fami­lie sitzt zusam­men, man redet ange­regt und seufzt im Kol­lek­tiv, wenn Opa wie­der anfängt von frü­her zu erzäh­len. Wie wenig sie zu essen hat­ten, wie kalt es gewe­sen ist und wie froh man war, wenn das Christ­kind einen Scho­ko­rie­gel brachte. Der all­ge­gen­wär­tige Krieg, die Angst vor der Gestapo, von den pol­tern­den Schrit­ten der SS, die aus dem Nach­bar­haus wie­der eine jüdi­sche Fami­lie ver­schleppte. Als Oma anfängt zu wei­nen, wer­den die Kin­der in Wohn­zim­mer geschickt oder gehen frei­wil­lig, »Stirb lang­sam — Jetzt erst recht« ist span­nen­der als die Geschich­ten der Großeltern.

Was pas­sie­ren kann, wenn Ver­gan­gen­heit ver­drängt wird, zeigt der Kurz­film »Der kleine Nazi« von Petra Lüschow, der auf sati­ri­sche Weise ein Weih­nach­ten insze­niert, bei dem Ver­drän­gung oder Beschö­ni­gung zur schal­len­den Ohr­feige wird. Wie lange haben wir noch Augen­zeu­gen, die uns erzäh­len kön­nen wie es wirk­lich war? Warum gibt es nur gute Geschich­ten, in denen man half einen Juden zu ver­ste­cken oder zu befreien? Wo sind die Geschich­ten von fal­schen Idea­len, von der Angst dage­gen zu sein und von der Macht der Masse? Den gan­zen Arti­kel lesen… »


7 August

Ohne Worte: Verbrennt mich!

Kategorie: Dunkelkunst2 Kommentare

Buecherverbrennung in Essen

»Als das Regime befahl, Bücher mit schäd­li­chem Wis­sen öffent­lich zu ver­bren­nen, und allent­hal­ben Och­sen gezwun­gen, Kar­ren mit Büchern zu den Schei­ter­hau­fen zu zie­hen, ent­deckte ein ver­jag­ter Dich­ter, einer der bes­ten, die Liste der Ver­brann­ten stu­die­rend, ent­setzt, dass seine Bücher ver­ges­sen waren. Er eilte zum Schreib­tisch zorn­be­flü­gelt, und schrieb einen Brief an die Macht­ha­ber. Ver­brennt mich! Schrieb er mit flie­gen­der Feder, ver­brennt mich! Tut mir das nicht an! Lasst mich nicht übrig! Habe ich nicht immer die Wahr­heit berich­tet in mei­nen Büchern? Und jetzt Werd” ich von euch wie ein Lüg­ner behan­delt! Ich befehle euch: Ver­brennt mich!« (Ber­told Brecht: Die Bücher­ver­bren­nung, Bild­quelle: Haus der Esse­ner Geschichte / Archiv Ernst Schmidt, essen.de)


9 November

Wenn Sirenen schweigen: Kristallnacht

Kategorie: Ansichtssache2 Kommentare

Reichskristallnacht 1938

Der Geruch der Ver­bren­nung zieht durch die Stra­ßen, die im Feu­er­schein fun­keln­den Scher­ben der zer­stör­ten Fens­ter knir­schen unter den Schrit­ten der Pas­san­ten, der Him­mel leuch­tet Glut­rot. Doch in die­ser Nacht hört man keine Sire­nen. In einem Tele­gramm heißt es in die­ser Nacht vor 72 Jah­ren: »Sämt­li­che jüdi­sche Geschäfte sind sofort von SA-Männern in Uni­form zu zer­stö­ren. […] Die Presse ist her­an­zu­zie­hen. Jüdi­sche Syn­ago­gen sind sofort in Brand zu ste­cken, jüdi­sche Sym­bole sind sicher­zu­stel­len. Die Feu­er­wehr darf nicht ein­grei­fen. Es sind nur Wohn­häu­ser ari­scher Deut­scher zu schüt­zen, aller­dings müs­sen die Juden raus, da Arier in den nächs­ten Tagen dort ein­zie­hen wer­den. […] Der Füh­rer wünscht, dass die Poli­zei nicht ein­greift. Sämt­li­che Juden sind zu ent­waff­nen. Bei Wider­stand sofort über den Hau­fen schie­ßen.« (Bild­quelle: Yad Vas­hem)


3 November

Du sollst Skinheads nicht mit Nazis verwechseln

Kategorie: Schwarzes Netz10 Kommentare

»Du sollst Skin­heads nicht mit Nazis ver­wech­seln« ist nicht nur der Titel einer auf­klä­ren­den Inter­net­seite, son­dern auch Motto mit erho­be­nem Zei­ge­fin­ger. Auf­merk­same Leser wis­sen bereits: Eine Glatze und ein Paar Dr. Mar­tens rei­chen noch lange nicht für die Iden­ti­fi­zie­rung eines Neo­na­zis. Viel schlim­mer noch: Heute scheint es prak­tisch unmög­lich typi­sche Erken­nungs­merk­male zu defi­nie­ren, die dem Bür­ger bei sei­nem Schub­la­den­den­ken unter die Arme grei­fen. Auf sehr anschau­li­che Art und Weise haben sich die Fil­me­ma­cher und Edina MedraS­te­fan Beren­thal mit Kin­dern und Jugend­li­chen zweier Schu­len in Bre­men zusam­men­ge­tan  und das Video Vor­sicht Nazi gedreht, das im leicht ver­ständ­li­chen Stil die Sache noch ein­mal in 6:55 aus­ein­an­der­kla­mü­sert und damit den Ver­such gestar­tet, das Vor­ur­teil das sich untrenn­bar mit dem Den­ken vie­ler Bür­ger ver­kno­tet hat, zu entwirren.


(via KFMW)

Neo­na­zis leben heute davon, alte Sym­bo­lik auf­zu­ge­ben und sich stän­dig neue Bezüge her­zu­stel­len.  Die meis­ten sind nicht mehr durch ihr äuße­res zu unter­schei­den, son­dern nur durch ihre Ideen und die immer glei­chen Argu­mente. Die Belie­big­keit in der man in der rech­ten Szene Sym­bole für sich ver­ein­nahmt ist erschre­ckend und ver­lei­ten unin­for­mierte immer wie­der zu fal­schen Asso­zia­tio­nen. Gothics wur­den in den 90ern eben­falls als Weg der Infil­tra­tion ent­deckt, ihr poli­ti­sches Des­in­ter­esse, Bezüge zu Mythen und Legen­den sowie die Erfor­schung musi­ka­li­scher Grenz­be­rei­chen musste auf die braune Brut wie ein Magnet gewirkt haben. Und trotz­dem fan­den sie auch hier kei­nen frucht­ba­ren Boden son­dern stie­ßen auf breite Ableh­nung. Bis heute ist das Thema jedoch sen­si­bel geblie­ben und sorgt immer wie­der für Dis­kus­si­ons­stoff, der manch­mal nur auf Ver­feh­lun­gen ein­zel­ner zurück zu füh­ren ist.


24 Januar

Farbe der Schnürsenkel = Politische Gesinnung?

Kategorie: Schwarze Szene6 Kommentare

rote schnuersenkel in doc martensNach­dem ich ges­tern etwas über die Kunst seine Schnür­sen­kel in die Stie­fel ein­zu­fä­deln erzählt habe, komme ich heute zu den Far­ben der Schnür­sen­kel die komi­scher­weise in man­chen Köp­fen immer noch eine Bedeu­tung haben. Gleich von vorne her­ein: Die Farbe der Schnür­sen­kel hat nichts mit der poli­ti­schen, sexu­el­len oder jugend­kul­tu­rel­len Aus­rich­tung zu tun, ebenso wenig wie die Schnürung.

Ange­fan­gen hat das wie immer mit den Nazis, die sich den Style der Skinhead’s aneig­ne­ten und den Far­ben der Schnür­sen­kel erst diese kon­tro­verse Bedeu­tung anhef­te­ten. So ste­hen die wei­ßen Schnür­sen­kel in schwar­zen Stahl­kap­pen­stie­feln für »White Power«, die über­le­gene Kraft der wei­ßen Gesell­schaft. Rote Schnür­sen­kel bil­den nach heu­ti­ger Mei­nung den Gegen­pol dazu und auch die ech­ten Skin­heads spran­gen auf den Zug auf und benut­zen Schwarze und Weiße Schnür­sen­kel um ihrem Gefühl »Black and White Unite« Aus­druck zu ver­lei­hen. Vergebens.

Fakt ist, das die Skin­heads schon lange vor dem neu auf­er­stan­de­nen Faschis­mus Ende der 70er weiße Schnür­sen­kel in ihren Stie­fel tru­gen, weil es ein­fach gut aus­sah. Auch rote und anders­far­bige wur­den benutzt um sei­nen spe­zi­el­len Style zu indi­vi­dua­li­sie­ren. Da die meis­ten jugend­li­chen aus der eng­li­schen Arbei­ter­klasse stam­men, die eine beson­dere Lei­den­schaft für den Fuß­ball mit­brach­ten, wur­den die Farbe der Schnür­sen­kel auch dazu benutzt, die Ver­eins­zu­ge­hö­rig­keit zum Aus­druck zu brin­gen. Rot-Weiß für Arse­nal, Rot Gelb für Man­ches­ter oder auch die rein Roten Schnür­sen­kel für Liver­pool. Das sind aber genauso unbe­legte Gerüchte und Mythen wie die ande­ren Geschich­ten, die sich um die Farbe der Schnür­sen­kel ran­ken. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


19 Oktober

Dead Snow

dead snow coverZom­bies sind ja ganz schwer ange­sagt. Die Begeis­te­rung für die Zombie-Walk’s bei denen man als Zom­bie ver­klei­det und geschminkt mög­lichst authen­tisch durch die Stra­ßen der nächst bes­ten Groß­stadt zieht, schürt natür­lich auch das Ver­lan­gen nach ent­spre­chen­den Vor­la­gen.  Der nor­we­gi­sche Strei­fen Dead Snow (Toter Schnee) bringt gleich 2 Genre auf die Lein­wand und mischt Nazis und Zom­bie zu…? Völ­lig rich­tig, Nazi-Zombies.

Die Geschichte ist erfri­schend ein­fach gehal­ten und beschränkt sich dabei auf das wesent­li­che. Eine Gruppe jun­ger Men­schen ver­bringt die Ferien in den nor­we­gi­schen Ber­gen um dort dem Win­ter­sport zu frö­nen. Wäh­rend man in einer alten Hütte auf die ver­meint­lich vor­aus­ge­wan­derte Freun­din war­tet, taucht eine alter Wan­de­rer auf, der von einer Haar­sträu­ben­den Geschichte berich­tet: »Einst dien­ten die Berge der maro­die­ren­den, vom gefürch­te­ten Gene­ral Her­zog (Örjan Gamst) ange­führ­ten SS-Truppe »Ein­satz« als Zuflucht. Als das Trei­ben der Nazis der Lokal­be­völ­ke­rung zu bunt wurde, nah­men sie Heu­ga­bel und Fackel in die Hand und ver­trie­ben die Besat­zer in die ver­schnei­ten Berge — einem eisi­gen Tod ent­ge­gen. Seit­dem ist das Gebirge ver­flucht, so die Mah­nung« Natür­lich glau­ben ihm die jun­gen Urlau­ber kein Wort bis ihnen nach eini­gen abson­der­li­chen Vor­komm­nis­sen bewusst wird, das der alte Mann die Wahr­heit sprach. Es ent­brennt ein erbit­ter­ter Kampf um Leben und Tod. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


22 September

Wo sieht man denn den Unterschied?

Am Sams­tag demons­trier­ten Bür­ger, Poli­ti­ker und Links­ex­treme Grup­pie­run­gen gegen die Initia­tive Pro Köln, um eine geplante Kund­ge­bung auf dem Köl­ner Heu­markt zu ver­hin­dern. Mit Erfolg, denn den die Kund­ge­bung konnte nur in einem begrenz­ten Rah­men statt­fin­den und wurde letzt­end­lich von der Poli­zei aus Sicher­heits­grün­den unter­sagt. Sitz­blo­cka­den und pfif­fige Aktio­nen hin­derte die zum Teil inter­na­tio­na­len, rech­ten Poli­ti­ker aus Öster­reich, Bel­gien und Deutsch­land daran, geord­net und struk­tu­riert an dem geplan­ten Anti-Islamisierungs-Kongress teil­zu­neh­men. Man hatte das Gefühl, ganz Köln sei auf den Bei­nen um Frem­den­feind­lich­keit und Ras­sen­hass den Kampf anzusagen.

Ich finde, eine tolle Sache. Denn Faschis­mus und Ras­sis­mus haben in dem Deutsch­land in dem ich leben möchte nichts zu suchen.

Am Sonn­tag Abend war auf Spie­gel TV ein Bericht zu sehen, in dem ein ver­störte Anwoh­ne­rin einen mög­li­chen Weg durch die Demons­tran­ten nach Hause suchte und einen Pas­san­ten ansprach, was denn los sei, bekam sie erklärt, dass es sich dabei um eine Demons­tra­tion der Lin­ken gegen die Rech­ten han­dele. Nach einem Blick auf die schwarz ver­mumm­ten Links­au­to­no­men fragte sie dann: »Wo sieht man denn den Unter­schied?«

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