19 Oktober

Durchspielte Nächte im Winter 2000: Diablo

Kategorie: Ansichtssache1 Kommentar

Im Früh­jahr 1997 war es soweit. Ich hatte die Nase voll von der alten Computer-Klapperkiste, die meine Schwes­ter mir vor eini­gen Jah­ren über­ließ, ein neuer Rech­ner musste her. Schon im Jahr zuvor hatte ich Geld bei­seite gelegt, um mir den lange geheg­ten Traum zu erfül­len. Ein Kom­plett­rech­ner mit allem was das flam­mende Herz begehrte stand bereits im Ein­kaufs­wa­gen des orts­an­säs­si­gen Elektronik-Marktes. Ehren­sa­che, dass ein neues Spiel dazu­ge­legt wurde, schließ­lich musste man ja gleich aus­pro­bie­ren, was der neue Rechen­knecht ver­sprach. Die Packung sah viel­ver­spre­chend aus: Ein düs­te­rer und mit blut­ro­ter Teu­fels­fratze ver­zier­ter Kar­ton, auf dem in flam­men­den Buch­sta­ben DIABLO prangte, ließ mein Herz höher schlagen.

In den fol­gen­den Wochen schlug ich mir die Nächte um die Ohren. Ich fie­berte vor dem Bild­schirm der nächs­ten Mons­ter­horde ent­ge­gen, ver­krampfte meine Hand vol­ler Anspan­nung um die gebeu­telte Maus und beschimpfte vir­tu­elle Mächte mit vul­gä­ren Flü­chen. Das tot­ge­sagte Rol­len­spiel­gerne in Gestalt die­ses äußerst teuf­li­schen Spiels hatte mich in sei­nen Bann gezo­gen, es ver­schlang die Zeit wie ein hung­ri­ger Löwe seine Beute.

Mit einem zwei­ten Teil und eini­gen Erwei­te­rungs­packs endete 2001 ein legen­däre Spiele-Reihe, die nicht nur mich, son­dern auch unzäh­lige andere Begeis­terte Rol­len­spie­ler vor den Bild­schirm lockte. Es folgte viele wei­tere Titel die­ses Gerne, einige davon hatte das Poten­tial es mit mei­nem König der Hack’n’Slay Rol­len­spiele auf­zu­neh­men, doch der Zau­ber die­ses Titels stellte sich nicht wie­der ein. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


12 November

Die Nacht ist nicht allein zum schlafen da

Kategorie: Schwarze Szene9 Kommentare

Rein kör­per­lich gese­hen ist sie es, denn mit Ein­bruch der Dun­kel­heit wird mehr Mela­to­nin in das Blut abge­ge­ben, das schläf­rig macht. Nacht­ar­beit ist die Gei­ßel unse­rer moder­nen Zivi­li­sa­tion und Folge gewohn­ter Ver­füg­bar­keit von Pro­duk­ten und Dienst­leis­tun­gen. Die Nacht hat aber auch schon seit Jahr­hun­der­ten mys­ti­sche Bedeu­tung, denn die Dun­kel­heit und der damit ver­bun­dende Ver­lust der Seh­kraft macht Angst und ver­un­si­chert den Men­schen, seine Unfä­hig­keit Nachts zu sehen lähmt den Ver­stand und weckt unsere Instinkte.

In den meis­ten Spiel­ar­ten der schwar­zen Sub­kul­tur, spielt Dun­kel­heit eine grosse Rolle, macht sie uns doch auch emp­fäng­li­cher für Gefühle und Emo­tio­nen und ist Quell für die meis­ten Legen­den und Mythen. Schließ­lich zer­fal­len Vam­pire ja bei Son­nen­licht zu Staub und in Hor­ror­fil­men ist es fast immer dun­kel. In unzäh­li­gen Lie­dern der unter­schied­lichs­ten Jahr­hun­derte wird die Nacht besun­gen, so dich­tet Bei­spiels­weise Otto Ernst Hesse 1938 in sei­nem Lied:

Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da, die Nacht ist da, daß was gescheh'.
Ein Schiff ist nicht nur für den Hafen da es muß hinaus, hinaus auf hohe See.
Berauscht euch Freunde trinkt und liebt und lacht und lebt den schönsten Augenblick.
Die Nacht, die man in einem Rausch verbracht, bedeutet Seligkeit und Glück.

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