30 April

Walpurgisnacht – Eine kleine Geschichte über Hexen, Bier und Maibäume

von Robert ForstKategorie: Hintergründe1 Kommentar

Hextentanz - Ein Wandgemälde von Hermann Hendrich

Spätestens seit den Hörspielen mit Bibi Blocksberg sind Hexen keine ernst zu nehmende Gefahr für die Menschheit. Schon unseren Eltern vermittelte man mit “Verliebt in eine Hexe” Anfang der 60er Jahre ein ganz anderes Bild der Besenreiterinnen und brachte die Begriffe “Ehefrau” und “Hexe” in einen ganz neuen Zusammenhang. Spätere Versuche, den Hexen wieder einen finsteren Hauch zu verpassen, scheiterten mit Filmen wie “Die Hexen von Eastwick” und wurden durch Serien wie “Charmed – Zauberhafte Hexen” vollends zunichte gemacht.

Vor rund 400 Jahren war das anders. Vermeintliche Hexen wurden verfolgt, verhört und zum Tode verurteilt, weil sie sich auf nahe gelegenen Bergen trafen, um dort gemeinsam die Nacht zum 1.Mai zu zelebrieren. Dass es sich beim Blocksberg ausschließlich um den Brocken im Harz handelt, ist im übrigen ein Mythos, im Grunde eignete sich jeder nahe gelegene Berg, um als Treffpunkt für mittelalterliche Hexen zu dienen.

Dabei ging es bei der Walpurgisnacht um nichts anderes als “ein biß­chen Diebs­ge­lüst, ein biß­chen Ram­me­lei”, also um Lebenslust und Freude mit Beltane und Walburga. Fraglich, ob damals jemand beim Feiern an die Kelten dachte,  die angeblich rituelle Liebesakte auf ihren Äckern durchführten, um ihre Fruchtbarkeit auf den Erdboden zu übertragen. Freude, Schweinskram und heidnische Feste waren der Kirche natürlich ein Dorn im Auge. Damals wurden die Hexen verbrannt, was heute natürlich nicht mehr so einfach funktioniert, dafür beeinflusst man unser Hexenbild mit einfallslosen Fernsehserien. Wie gemein. Den ganzen Artikel lesen… »


10 April

Ohne Worte: Böser Rabe!

Boeser Rabe

Böser Rabe? Erst seit dem Mittelalter gilt der Rabe, der einst Weisheit und Intelligenz symbolisierte, als Unheilbringer. Zu dieser Zeit begrub man erhängte “Verbrecher” nicht, sondern ließ sie einfach liegen. Der Rabe, auf der Suche nach Nahrung, aß die Leichen und wartete, dank einfacher Konditionierung, schon auf dem Galgen um seine nächste Mahlzeit einzunehmen. Dieser böse Galgenvogel! (Bildquelle: This isn’t happiness)


23 Dezember

Neulich in Stonehenge: Wintersonnenwende

Stonehenge. So nennen die Briten ihre Steinformationen in der Nähe von Amesbury in Wiltshire, die vor rund 5000 Jahren errichtet wurden, um Bestattungen und religöse oder kultische Handlungen zu zelebrieren. Vermutlich, denn so ganz genau weiß es eigentlich keiner. Die “hängenden Steine”, deren Anordnung nicht zufällig zu sein scheint, wurden vermutlich auch zu Bestimmung der Sommer- und Wintersonnenwende benutzt und diente frühzeitlichen Priestern als Kalender, um Aussaat und Ernte der überlebensnotwendigen Landwirtschaft festzulegen. Bis heute scheint es noch ein ungelöstes Rätsel zu sein, wer die Steine dort aufstellte und welchem genauen Zweck sie dienten. Eins ist jedoch klar, die Steine haben viel gesehen und ragen heute noch wie Finger einer längst vergangenen Zeit gen Himmel. Sie würden sicherlich von Verbrennungen, Opferungen und Bestattungen erzählen, von der Magie und der Zauberei, vom Lauf der Sonne und dem Einfluss des Mondes, von Freude, Angst und Gemeinschaft.

Es mag genau dieses Wissen um die Zeit sein, dass jährlich tausende von Menschen an dieses Ort lockt. Es sind die Geschichten, die die Steine erzählen könnten, die Legenden, die sich um diesen Ort ranken und vielleicht auch die Rituale, die man einst feierte. Heute sind es neuzeitliche Druiden, Hexen und Neuheiden, die Stonehenge immer wieder als Versammlungsplatz nutzen. Zur Sommersonnenwende 1972 wurde das erste Mal eines der “Free Festivals” abgehalten, zu dem sich 1984 rund 70.000 Besucher am Steinkreis versammelten, um neben Live-Musik ihren druidischen und neuheidnischen Kulthandlungen nachzugehen. 1985 untersagte die Polizei nach gewalttätigen Konflikten der Besucher (“battle of the beanfield“) die Treffen und erließen ein Versammlungsverbot. Erst 1998 hob man das Versammlungsverbot wieder auf, weil der “Secular Order of Druids“, unter Berufung auf das Recht der freien Religionsausübung, gegen das Verbot klagte. Den ganzen Artikel lesen… »


22 September

Midnight Archive #2: Occult New York (1. Teil)

von Robert ForstKategorie: Fundgrube1 Kommentar

Für diese Sendung schaltet man gerne den Fernseher ein, wenn man dann einen hat. Man braucht aber weder Fernseher noch muss man einschalten, denn diese Filme sind direkt und jederzeit auf dem Computer zu betrachten. Kurz nachdem ich über das Midnight Archive berichtet habe, gibt es bereits eine zweite Folge, die sich diesesmal mit dem okkulten New York beschäftigt. Mitch Horowitz, der neben seinem Buch “Occult America” auch Führungen durch seine Heimatstadt New York City anbietet, präsentiert sich und eben diese Heimat aus einem anderen, düsteren Blickwinkel. Großartige und gruftige Unterhaltung, unbedingt einschalten. Hätte ich von dieser Tour bereits gewusst, als ich in New York zu Gast war, hätte die Stadt damit zu mindestens einen Lichtblick. Den ganzen Artikel lesen… »


13 September

Alles, was das schwarze Herz gerne sieht: The Midnight Archive

von Robert ForstKategorie: Fundgrube2 Kommentare

Ich war schon sehr neugierig, als auf beim Midnight-Archive eine neue Web-Serie angekündigt wurde, die sich nach eigenen Angaben mit dem exotischen, dem fremden, dem exzentrischen und dem wahrlich Einzigartigen beschäftigt. Die Vorschau prophezeite großartiges: Eine Frau, die totes mumifiziert, verrückte Musikinstrumente, Berichte über gruselige Versuche an Menschen, über Okkultismus, Parapsychologie und Mystik. Alles Stoff, das spielend eine wichtige Säule der Subkultur Gothic trägt. In der Beschreibung heißt es: “The Midnight Archive is a new web series which aims to document the exotic, the strange, the eccentric and the truly unique. Often dark and always on the fringe, the series puts an honest look into some of the most fascinating people, places and artifacts that many people are wildly unfamiliar with. From a woman who mummifies pets to the largest collection of automata, the idea is for the subject matter to tell its own story and give the viewer just a taste of something ‘unusual’. No dramatic stings, no editorial drama – just the facts.

Ich war natürlich skeptisch, denn eigene Erfahrungen sagten mir: Es ist nicht alles schwarz, was glänzend über den Teich zu uns getragen wird. Die dortige Szene erscheint mir noch oberflächlicher, noch kommerzieller und wird hauptsächlich als Freizeitbeschäftigung gesehen, um sich aus dem Alltag zu beamen. Und dennoch, die USA ist auch bekannt für ihre Individuen, die es immer wieder schaffen auch hierzulande zu beeindrucken. Großartigen Nischenszene, eine aktive und gestalterisch umtriebige Subkultur und eigentlich nichts, was es nicht gibt. Den ganzen Artikel lesen… »


6 Juni

Die Flugsalben der Hexen

von Steffi ReddigKategorie: Hintergründe9 Kommentare
Hans Baldung (gen. Grien) Gemälde von Hexen 1508

Gemälde von H. Baldung, 1508

Während der Zeit der Hexenverfolgungen galt ein besonderer Augenmerk den sogenannten Flugsalben der Hexen. Dieser Glaube an die Möglichkeit nächtlicher Luftfahrten ist ein uralter Aberglaube vieler Völker: Wodans Heer brauste in den Rauchnächten über die Felder;  Diana, Hera oder Herodias inszenierten nächtliche Ausfahrten durch die Lüfte, usw.

Was beinhalteten/bewirkten denn nun diese Salben, wie wurden sie angewendet und warum? Ich möchte Euch mitnehmen in ein trauriges und gleichzeitig spannendes (wie ich finde) Kapitel unserer Geschichte, wobei dieser Artikel nur einen kleinen Auszug darstellen kann … alles hier aufzuschreiben würde den Rahmen sprengen.

Das “Warum” ist relativ einfach zu erklären … die angeprangerten Luftfahrten der Hexen waren nichts anderes als sogen.” Traumreisen” oder “Rauscherfahrungen” hervorgerufen durch die halluzinogenen Inhaltsstoffe der Salben und ermöglichten den Frauen damals den alles andere als angenehmen und einfachen Alltag zu entfliehen und unausgelebte Träume sozusagen zu realisieren. Man könnte sagen die Salben waren das Genussmittel der armen Leute.

Das “Wie” geschah eben durch Salbung bestimmter Körperstellen, z.B. Rektal, Vaginal, Achselhöhlen, Kniekehlen, etc. … wobei die Wirkung durch die Haut die Salbe feiner abgestimmt werden konnte als ein vergleichbarer Trank, was im Interesse der Nutzer war um durch die Inhaltsstoffe der Salben auch wieder aufzuwachen und nicht zu Tode zu kommen. Den ganzen Artikel lesen… »


1 Mai

Lebenslust und Freude – Beltane und Walburga

Beltane - Keltisches FestNachdem Samhain den Beginn des Winters ankündigt, feierten die Kelten mit Beltane die Rückkehr des Lichts. Der Frühling erhält Einzug, es grünt und blüht auf den Weiden und überall summt und pfeift es aus den Bäumen. Das Leben ist mit seiner ganzen Vielfalt zurückgekehrt. Die Zeit des Hungers und der Kälte war vorbei, die Natur beschenkte die Menschen wieder mit ihren Gaben, die Tiere wurden auf die Weiden getrieben und das Frühlingserwachen stand ganz im Zeichen von Jugend, Hoffnung und Übermut.

In der Nacht zum 1. Mai, so ist es überliefert, sind die Nebel zwischen den Welten besonders durchsichtig, Elfen, Feen und andere Wesen treiben ihre Späße mit den Menschen, mit dem Mai beginnt der klassische Liebesmonat. Beltane ist mit seiner ganzen Freude und Lebenslust ein Fest der Fruchtbarkeit, was bei neuheidnischen Strömen wie dem Wicca besondere Beachtung erhält. Mittelalterliche Quellen belegen, das in der Nacht große Freudenfeuer entzündet wurden, die nicht nur der Beleuchtung dienten sondern in denen auch die Herden eine rituelle Reinigung erfuhren. Das Fest der Kelten zeigt deutliche Analogien zum heutigen “Tanz in den Mai”, so schmückte man schon damals Häuser und Ställe mit frischem Grün, die Maikönigin ist die christliche Form der heidnischen Göttin, die man zu dieser Zeit verehrte, um dem Land Fruchtbarkeit zu schenken. Den ganzen Artikel lesen… »


30 April

Subkultur! – Wicca

von Rosa ChalybeiaKategorie: Hintergründe10 Kommentare

Subkultur - WiccaMagische Kreise, Pentagramme und heidnische Feste im fahlen Licht des Mondes? Schrullige Hexen die Barfuß um den Schein des knisternden Feuers tanzen oder doch etwa eine murmelnde Gemeinde Bedeutungsschwangerer Menschen? Und was zum Teufel hat das alles überhaupt mit Gothic zu tun?

Einleitung: Spontis ist nicht gerade der Quell neureligiöser Bewegungen oder neu ins Leben gerufener Natur- und Mysterienreligion, da liegt es nahe, sich professionelle Hilfe zu holen. Daher habe ich Rosa Chalybeia gebeten, einen passenden Beitrag für die Reihe Subkultur! zu verfassen und war mehr als glücklich, dass Sie zustimmte. Rosa beschäftigt sich schon seit gefühlten Ewigkeiten mit allem was mysteriös, religiös oder heidnisch ist und im Laufe ihrer Karriere in der schwarzen Szene viele Erfahrungen dazu gesammelt. Bis jetzt kenne ich niemanden, der auf diesen Gebieten fundierteres Wissen zu bieten hätte.

An dieser Stelle möchte ich ein paar Worte über Wicca verlieren, auch wenn diese „Bewegung“ mit Gothic erst mal nichts zu tun hat, heute verschränken sich an diesem Punkt die Szenegrenzen oftmals. Mag es am natürlichen Interesse des gemeinen Gothics für okkulte Dinge liegen ;) – oder an der Suche nach anderen Wegen als die ausgetretenen Pfade etablierter Religionen, wenn es darum geht die Welt auf spirituellem Wege zu erfahren. Den ganzen Artikel lesen… »


4 April

4. April 1775 – Deutschlands letzte Hexe wird zum Tode verurteilt

von Robert ForstKategorie: Hintergründe14 Kommentare

Schiltacher Flugblatt zur HexenverbrennungWegen Teufelsbuhlschaft wurde der Hausmagd Anna Schwegelin am 4. April 1775 der Prozess in Kempten im Allgäu gemacht. Sie wurde vom freien kaiserlichen Landgericht zum Tode mit dem Schwert verurteilt, das am 11. April vollstreckt werden sollte. Doch dazu ist es nie gekommen.
In ihrem Prozess sagte sie aus, mit dem Teufel im Bunde zu stehen, bestritt aber, jemals einen Schadenszauber ausgeübt zu haben. Gestützt auf die Constitutio Criminalis Carolinabefand das Gericht sie der Teufelsbuhlschaft für schuldig und verurteilte sie. Dem Einfluss eines Beichtvaters ist es wohl zu verdanken, dass der Termin zunächst verschoben und dann aufgehoben wurde. Sie verblieb bis zu ihrem Tode 1781 im Gefängnis Kempten.
Erst 1995 fand man heraus, dass die Vollstreckung des Urteils ausgeblieben war, denn die Originalakten befinden sich seit dem in Originalbesitz und waren über einen langen Zeitraum nicht zugänglich. Anna Maria Schwegelin ist demnach nicht das letzte Todesopfer der Hexenverfolgung in Deutschland und dennoch steht ihre Verurteilung symbolisch für das Ende der Hexenverfolgung. Den ganzen Artikel lesen… »


31 Januar

Tiere des Teufels – Von Angst und Aberglauben

Wenn der Ruf der Eule durch die Nacht schallt, stirbt irgendwo ein Mensch. Auch Fledermaus, Wolf, Rabe, Krähe, Schlange und Spinne stehen im Verdacht, dem Tod und dem Teufel zu dienen. Spinnen wurden für die Pest verantwortlich gemacht und selbst Schimpansen werfen mit Stöcken und kreischen, wenn sie eine Schlange sehen. Raben sind Todesbringer und Katzen und Kröten sind die Begleiter der Hexen. Der Herr der Fliegen (Beelzebub) hat animalische Hörner. Woher kommt die Angst der Menschen vor den diabolischen Tieren? Den ganzen Artikel lesen… »