Subkultur in meiner Stadt? Ein historisches Münster, eine alte Abtei, große Parks und viel Grün, ein Berg, wo man keinen erwartet und eine Stadt mit zwei Hauptbahnhöfen. Man kann viel über die Stadt am Niederrhein sagen, aber nicht, dass sie eine Metropole schwarzer Subkultur ist. Ich bin in Mönchengladbach geboren und aufgewachsen und bis zum heutigen Tag ist mir kein schwarzer Club über den Weg gelaufen. Regelmäßige Veranstaltungen scheitern meist an fehlendem Publikum, das durch die Nähe zu größeren Städten wie Düsseldorf oder Köln jedes Wochenende in Reisefieber gerät. Ich kann mich davon nicht ausschließen, denn ein fehlender, lokaler und vor allem schwarzer Bekanntenkreis machten die Versuche etwas vor Ort auf die Beine zu stellen, sinnlos. Trotz dieser zugegebenermaßen Maßen sehr düsteren Einleitung habe ich mich auf die Suche gemacht, ein paar Rückzugsorte dunkler Subkultur vorzustellen. Stichwort Schwarzsehen: Natürlich gebe ich die Hoffnung nicht auf, selbst etwas zu organisieren, mich zu beteiligen oder zu helfen. Das liegt in meiner Natur. Den ganzen Artikel lesen… »
13 Januar
Gothic Friday Dezember: Subkultur in meiner Stadt
13 Februar
Party: Themes for Dark Cities
Ich weiß gar nicht mehr wie lange ich mich immer wieder enttäuscht darüber aufrege, das hier in unserer Provinzmetropole in Sachen schwarze Musik sehr wenig statt findet. Und wenn sich dann doch überraschenderweise etwas bewegt, sagt mir keiner Bescheid. Das Leben ist hart und grausam. Als ich heute die fälligen Getränke für die kommende Woche besorgte und gedankenverloren an einer Ampel auf Grün wartete, schweifte mein Blick durch die Umgebung. Spontane Aufmerksamkeit erregte ein Plakat, das auf einem Schaltkasten geklebt war und auf dem in großen Buchstaben Gothic zu lesen war. Kaum hatte ich realisiert was das bedeuten konnte, hupte es hinter mir und ich konnte mir gerade noch »La Bougie« einprägen. Klar das ich vor dem heimischen Rechner erstmal herausfinden musste, worum es sich geht.
Das La Bougie war mir noch aus Zeiten bekannt als es sich noch Spö nannte und Heimat der in Mönchengladbach schon legendären Brennpunkt Partys war. Mehrfach wechselte es den Besitzer, benannte sich um, schloss und öffnete seine Pforten jährlich. Nach einer großen Renovierung wechselte aber das Publikum von Alternativ in Richtung bunt und ein jugendlich buntes Publikum wurde angesprochen.
Black is Back! Ab heute, den 13.02.2010 soll es wieder losgehen. Im La Bougie am Grenzlandstadion findet jetzt jeden 2. Samstag im Monat eine Gothic Party statt. Unter der Überschrift Themes for Dark Cities tummeln sich die angekündigten Musikrichtungen Gothrock, EBM, 80er, Industrial, Mittelalter und Synthpop. Ich bin gespannt und werde gleich heute mal vorbeischauen, denn Gelegenheiten muss man am Schopfe ergreifen, wer weiß wie lange die Sache gut geht. Der schwarze Shop Triple C aus Rheydt zeigt sich offensichtlich für die Party verantwortlich, ein Laden bei dem ich auch häufiger mal vorbei schaue und der mich immer wieder durch die freundliche Besitzerin Gabi Tayebi lockt.
Ich bin jedenfalls gespannt was mich erwartet und bin froh mir ein Bild über die heimische Szene machen zu können, die ich abgesehen von zahlreichen Wochendgrufties für sehr überschaubar halte. Ob das Programm auch musikalisch meine Erwartungen erfüllen kann bleibt abzuwarten, ebenso das Spö selbst. Das letzte mal das ich dagewesen bin, dürfte gute 10 Jahre zurückliegen und ich wäre froh wieder öfter vorbei schauen zu können und eine monatliche Alternative zu meiner Gurkerei ins Ruhrgebiet zu finden. Einen Vermerk in den Veranstaltungskalender bei Spontis, dem Dunkeltanz ist bereits erledigt.
22 Oktober
Achtung, Kultur: Nachtaktiv 09
Wenn in Mönchengladbach schon mal was stattfindet, will ich nicht wieder Gefahr laufen etwas zu verpassen. Wie der lokale Radiosender 90.1 gerade berichtet, findet am 7. November die Mönchengladbacher Kulturnacht zum dritten mal statt, offensichtlich sind die anderen beiden male spurlos an mir vorbeigegangen. Im Prinzip geht es darum, das ganz Mönchengladbach zur Bühne werden soll, über 400 Künstler zeigen an 35 Orten was sie können und sammeln dabei rund 190 Termine. Es soll für jeden etwas dabei sein: Musik von Klassik bis Rock und Pop, internationaler Tanz von Tango bis Sirtaki, Film und Kabarett, Krimis und Poetry-Slams, Kunst und Performance, sogar Zauberei und Akrobatik. Auf der dafür eingerichteten Internetseite kann man sich ausgiebig informieren.
Highlights? Schwer zu sagen für was ich mich persönlich entscheide, das Projekt Film-Fieber lockt mit Programm und Spartenkino in Form von Kurzfilmen. Bekannte regionale und überregionale Poetry Slammer besiedeln die Shuttle Busse und zeigen ihre wortgewaltige Kunst. Wer möchte kann das komplette Programm durchsuchen und entsprechend Filtern um seinen persönlichen Favoriten herauszupicken. Das Eintrittsband, das für alle Orte und den Bus-Shuttle gilt, kostet 9 Euro, für Studenten und Schüler 7 Euro. Kinder bis 14 Jahre haben in Begleitung Erwachsener freien Eintritt.
Schwer zu sagen was man davon halten soll, ich bin ja immer sehr skeptisch, wenn es um derartige Veranstaltungen geht, die ja oft kein Dienst am Bürger, sondern eine Werbeveranstaltung für die Beteiligten ist. Was natürlich prinzipiell nicht schlecht ist, wenn für den Besucher ein Mehrwert zurückbleibt. Vielleicht eine gute Gelegenheit, an der historischen Stadtführung teilzunehmen, denn schließlich ist man ja schon seit seiner Geburt hier und mancher weiß mehr über andere Städte, als über die eigene. Vielleicht lockt mich auch das Motto: Nachtaktiv. Denn ich zähle mich zu diesen Menschen, manche Tage dürfte ruhig noch ein paar Stunden mehr haben, dunkle und düstere natürlich. Auf jeden Fall noch ein bisschen gruseliger, als das eigens für die Kulturnacht produzierte Video auf YouTube.
22 August
Kommunalwahlen in Mönchengladbach
Nachdem feststand, das ich an den Kommunalwahlen in NRW und Mönchengladbach nicht teilnehmen konnte, habe ich für das Briefwahlverfahren entschieden und habe mir so einige Gedanken zur Wahl gemacht. Auf den örtlichen Wahlscheinen taucht die Piratenpartei nicht auf, daher blieben nur die mehr oder weniger anderen Parteien übrig so habe ich mich entschlossen die örtlichen Wahlprogramme zu studieren und den Kandidaten auf den Zahn gefühlt.
Hinsichtlich der Netzaktivität der Oberbürgemeisterkandidaten unserer Stadt lässt sich berichten, das sich Norbert Post (CDU) gar nicht erst mit den Fragen auf Abgeordnetenwatch.de beschäftigt, sondern die Fragenden mit Standardantworten abspeist, man solle sich doch per E-Mail an ihn wenden, fehlende Transparenz macht keinen guten Eindruck. Auch Norbert Bude (SPD) bekleckert sich nicht mit Ruhm (7 Fragen, 2 Antworten), auch Erich Oberem (FWG) macht seine Sache nicht bessser (6 Fragen, 1 Antwort). Anno Jansen-Winkel (FDP) macht seine Sache da schon besser (12 Fragen, 11 Antworten), genau wie Karl Sasserath (Grüne) der alle seine Fragen auch beantwortet hat (7 Fragen, 7 Antworten), Ilse Lukaschek (Zentrum) hat auf die Frage die man ihr stellte auch geantwortet. Der NPD Kandidat Manfred Frentzen wurde gar nicht erst gefragt und das ist auch gut so. Den ganzen Artikel lesen… »
16 Juli
Horst-Festival 2009
Ganz still und heimlich haben studierenden der HS Niederrhein ein Event für meine Heimatstadt Mönchengladbach geplant. Ohne mir Bescheid zu sagen! Wie ich aber der Rheinischen Post entnehmen konnte, findet am kommenden Wochenende von 18.7.2009 bis zum 19.7.2009 das Horst-Festival auf dem Platz der Republik statt und das auch noch umsonst und draußen!
Gab es da nicht schon mal was? In der Tat, 1994 lockte das Citymovement jede Menge Gäste und lokale Bands auf den Platz hinter unserem schönen Hauptbahnhof. 10 Jahre später wurde das Festival aber aus finanziellen und organisatorischen Gründe abgesagt und damit eine der Möglichkeiten begraben, lokalen Bands eine Plattform zu bieten. Jetzt habe die Studenten der HS Niederrhein unter Federführung der AStA den Brustkorb der Stadt geöffnet, die Paddels geladen und das Herz der Umsonst & Draußen Bewegung wieder zum schlagen gebracht und das ganz auch noch ohne Medizin studiert zu haben. Den ganzen Artikel lesen… »
22 November
Weihnachtsmärkte - Spreu und Weizen
Kurz bevor die ersten Weihnachtsmärkte ihre Pforten öffnen und eine gefühlte Ewigkeit nach den ersten Weihnachtsprodukten in den Supermarktregalen hat die Fachhochschule Südwestfalen Weihnachts– und Christkindlmärkte im deutschsprachigen Raum unter die Lupe genommen. An den letzten beiden Adventswochenende des Jahres 2007 haben die Studenten um Prof. Dr. Gunther Bamler insgesamt 133 Weihnachtsmärkte in 117 deutschen Städten sowie in 6 ausländischen Städten Passanten befragt und insgesamt 27000 Meinungen ausgewertet.
Aufgeteilt wurde dabei in Metropolen, Oberzentren sowie Mittel– und Regionalzentren die sich durch die Größe der Städte und deren regionale Bedeutung messen. Die Kriterien sind sehr vielfältig und entsprechen eher subjektiven Gesichtspunkten, so findet man neben den aufregendsten und langweiligsten Märkten auch die gemütlichsten und hektischsten Weihnachtsmärkte Deutschlands. Auch spielt Weihnachtlichkeit und Kommerz ein Rolle, wobei es sich dabei schönerweise um zwei gegensätzliche Kriterien handelt. Zuvorkommendes Personal wurde ebenso berücksichtigt wie unfreundliches, altersgerechte trennten sich von nicht altersgerechten Weihnachtsmärkten. Den ganzen Artikel lesen… »
16 November
Mönchengladbacher Pressespiegel - Woche 46
Schandfleck Altstadt?
Da lese ich in der Rheinischen Post, das der Schandfleck Altstadt nun in Licht rücken soll und ein geänderter Bebauungsplan keinen Platz mehr für das Rotlicht und Nachtambiente bietet. Es sollen Wohnungen und Läden mit Tagesgastronomie draus werden!
Es ist wahr, ansehnlich ist der untere Teil der Waldhausener Straße wirklich nicht, aber es ist totaler Schwachsinn Mönchengladbach seines einzigen Refugiums für nächtliche Unterhaltung zu berauben. Selten habe ich so viel Mist in einem Artikel und aus soviel Möchte-Gern-Altstadtkundigen gelesen. Die Altstadt ist doch die einzige Möglichkeit als junger oder Partybegeisterter Mensch abzufeiern, zu tanzen oder sich einfach mal zu besaufen. Was ist daran schlimm? Ohne ein sogenanntes Rotlicht Viertel ist eine Stadt in meinen Augen tot!
Deshalb muss der Bebauungsplan in meinen Augen ganz anders aussehen. Die Stadt sollte die Gebäude die ihr gehört an junge Existenzgründer mit noch Nachtclub, Kneipen, Bars und Diskos vermieten oder verkaufen, damit die unansehnlichen Häuser im unter Teil einmal neues Leben eingehaucht bekommen. Mönchengladbach braucht mehr Erlebnisgastronomie, mehr Clubs und Raum für individuelle und alternative Mode beispielsweise. Wir habe die Fachhochschule für Textil und Design direkt vor der Haustür und machen nichts draus. Die Internetseite der Initiative spiegelt die Meinungen der Mitglieder wieder, alt und überholt. Für die Seite gibt es einfach Mittel: Fragt doch mal ein paar Webdesigner aus der Stadt an, ich bin mir sicher das wird sich jemand finden, der etwas für seine Stadt und die Menschen die in ihr leben tun möchte, ganz freiwillig. (RP — 13.11.2008) Den ganzen Artikel lesen… »
13 November
Mönchengladbacher Pressespiegel - Woche 45
Schwarzes Loch
Neues Kunstobjekt und Anstoss für viele Diskussionen ist das END das vom Künstler Gregor Schneider entworfen, ein neues Highlight des Museums Abteiberg werden soll. Heute wird es der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und hat eine durchaus spannende Komponente. Durch den Einstieg und den immer enger und dunkler werdenden Tunnel erreicht man ein Leiter, die in das Museum führt und 6 vom Künstler gestaltete Räume offenbart. Schwarz ist ja grundsätzlich gut, Kunst liegt im Auge des Betrachters. Mal sehen, vielleicht geh ich ja mal gucken und mach ein paar hübsche Bilder. (RP — 07.11.2008)
Typisch Niederrhein
Das der Niederrhein mehr zu bieten hat als erfolglose Fußball Mannschaften und Karneval sollte jeden bekannt sein. Was es aber genau alles zu entdecken gibt entzieht sich die Niederrheiner, so wie der Großteil der Kölner noch nie den Dom bestiegen hat. Die Internetpräsenz des Tourismus GmbH geht da einen sehr informativen Weg und zeigt, was es alles zu entdecken gibt und ich bin mir sicher, das es für den ein oder anderen durchaus informativ sein könnte, schließlich gibt es das ganze schließlich in 3 Sprachen (Deutsch, Englisch, Niederländisch). So finden sich ganz aktuell die Liste der Weihnachtsmärkte in unserer Region. (RP — 03.11.2008) Den ganzen Artikel lesen… »
1 November
Mönchengladbacher Pressespiegel - Woche 44
Schuluniformen
In England schon seit je her gang und gebe führte die Haupt– und Realschule in Hamburg-Sinsdorf im September 2000 als erste deutsche Schule Uniformen ein. Jetzt hat der Trend auch Mönchengladbach erreicht. Erst die Annaschule in Windberg und jetzt die Will-Sommer-Grundschule in Rheindahlen. Die Schülerinnen und Schüler tragen jetzt einheitliche T-Shirts, Sweatshirts, Jacken und Kappen und wollen damit das Wir-Gefühl stärken. In Grundschulen ist das sicherlich ein löblicher Ansatz, da Kinder für Ideen dieser Art empfänglicher sind als Jugendliche auf den weiterführenden Schulen. Kritiker sehen das Recht auf freie Persönlichkeitsentfaltung bedroht, da Jugendliche ihre Auffassung vom Leben über die Kleidung transportieren. Ich meine es steht jedem frei die Schule zu wechseln, niemand muss Schulkleidung tragen, alles eine Frage der Persönlichkeit. (RP — 30.10.2008)
Halloween dient dem Stressabbau?
Halloween hat seine Befürworter und seine Kritiker, Amerikanische Kaugummikultur schimpfen die einen, die anderen sprechen von einem neuen Brauchtum. Natürlich wieder ein Fest, das die Medien dazu bewegt halbseidenene Psychoanalytiker auf den Plan zu rufen, die Halloween als Möglichkeit zum Stressabbau einschätzen. Stressabbau bei Kindern? Schade das es überhaupt so weit gekommen ist, das Kinder in unserer heutigen Zeit schon Stressabbau betreiben müssen. Früher waren wir draussen spielen und toben, mehr brauchten wir nicht. (RP — 31.10.2008) Den ganzen Artikel lesen… »
24 Oktober
Beim ersten mal tut es noch weh?
Vor etwa 2 Monaten bekam ich ein E-Mail. Absender war mein Cousin Karl aus New London/CT der mich fragte ob ich ihm helfen könnte, Karten für ein Spiel von Borussia Mönchengladbach zu besorgen… Ich habe eine ganze Weile gebraucht um diese Information zu verarbeiten. Man stelle sich vor: Da schreibt dir dein Cousin, den du noch nie Live gesehen hast und so gut wie nicht kennst, ob du ihm helfen kannst, Karten für ein Fußballspiel zu besorgen, obwohl du selber nicht den blassesten Schimmer davon hast. Ich als geborener Mönchengladbacher gestehe hiermit, selbst noch nie ein Spiel der Borussia gesehen zu haben, geschweige denn ein Fußballspiel in einem Stadion gesehen zu haben.
So kommt es dann wie es kommen muss, ich habe meinen unbekannten Verwandten, der kein Deutsch spricht, zu einem Spiel der Borussia eingeladen. Das erste mal das ich meinen Cousin, ein Fußballspiel und den Nordpark von innen sehen. Hoffentlich tut das nicht weh.
Witzigerweise kam der Kontakt ja nur zustande, weil mein Cousin vergeblich versucht hatte die Mitarbeiter vom Kartenvorverkauf der Borussia auf Englisch zu kontaktieren, er erhielt ausschließlich deutsche Antworten. Jetzt bin ich über diese Kontaktseite der Borussia gestolpert wo sich selber Verein mit dem Kontakt zu meinem Cousin rühmt. Frei nach dem Motto: Wir haben zwar kein Wort verstanden, aber Kontakt war ja da. Wenn alle Menschen auf dieser Liste ähnliche Erfahrungen gemacht haben, dann gute Nacht.
Immerhin bin ich vorbereitet. Ich habe mir einen Borussia Schal, eine Mütze und ein Trikot besorgt, das Borussia-Lied auswendig gelernt, Verhaltensweisen eines Fans einstudiert und mich informiert, wo der Schiedsrichter sein Auto geparkt hat. Das soll man wissen, sagt man.

