16 Februar

Cyber: Nur noch eine Mode?

Cyber - Nur noch eine Mode?Ihre Welt ist bunt bis schwarz, ihre Musik laut und schnell. Als Ver­schmel­zung einer Gothic-Attitüde und der tech­no­iden Musik­form die man fälsch­li­cher­weise als Indus­trial bezeich­nete, ent­wi­ckelt sich etwas, das zunächst einige Clubs im Ruhr­ge­biet eroberte und schließ­lich auf Fes­ti­vals und auch dem WGT einen fes­ten Platz ergat­terte. Hier sorg­ten sie nicht allein wegen ihres Musik­ge­schmacks und der Art sich zu klei­den für Auf­se­hen und unge­ahn­tes Kon­flikt­po­ten­tial. Han­delt es sich um eine eigen­stän­dige Szene oder ist es nur ein Trend?

Zu mei­nem Arti­kel Sub­kul­tur! Cyber­gothic, in dem ich ver­suchte die Ver­ket­tung der Sze­nen und den Hin­ter­grund der Cyber zu ergrün­den, erhielt ich mitt­ler­weile über 100 Kom­men­tare die sich mit der Frage beschäf­ti­gen, was Cyber den nun eigent­lich ist, woher es kommt und was es dar­stellt. Eine abschlie­ßende und defi­nie­rende Ant­wort steht noch immer aus, doch viel­leicht ist die auch bald nicht mehr notwendig.

Poten­tial für die Ent­wick­lung einer eigen­stän­di­gen Kul­tur sehe ich per­sön­lich nicht, zu ober­fläch­lich agiert der Groß­teil die­ser Szene, zu par­tyo­ri­en­tiert zei­gen sich deren Mit­glie­der. Es scheint so, als gäbe es zu wenig Inter­esse, der eige­nen Szene Hin­ter­gründe zu ver­mit­teln und Sicht­wei­sen zu ver­lei­hen. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


3 November

London Edge Central 2009

Iden­ti­fi­ka­tion der schwar­zen Szene sind die Kla­mot­ten und das Aus­se­hen. Wenn man frü­her noch die meis­ten Sachen selbst inter­pre­tiert hat, so gibt es heute viele klei­nere Mode­la­bels die sich auf die Her­stel­lung und Ver­mark­tung spe­zi­el­ler und dunk­ler Kla­mot­ten ein­ge­schos­sen hat; der gesell­schaft­li­che Reich­tum hat zuge­nom­men, das Ange­bot ist grö­ßer gewor­den, die Szene eta­bliert, der Goth von Heute kauft im Inter­net. Der indi­vi­du­elle Goth kre­iert dar­aus mit Phan­ta­sie dann sei­nen eige­nen Style, denn wie Tho­mas Mann schon sagte: Phan­ta­sie haben heißt nicht, sich etwas aus­den­ken; es heißt, sich aus den Din­gen etwas machen.  Aber wie so oft, ich schweife ab.

Das Lon­don nicht nur eine der pri­ckelns­ten Musik­städte Euro­pas ist son­dern auch eine Quelle neuer Kla­mot­ten Trends habe ich im Arti­kel zur Tel­ler­rand­reise nach Lon­don bereits geschrie­ben. Im Februar 2009 (1.2.2009 bis 3.2.2009) fei­ert sich die Sty­ling­szene aus ganz in Europa und dem Rest der Welt auf der Lon­don Edge, der Messe für Alter­na­tive Beklei­dungs­stile wie es tref­fend heißt. Alles was Rang und Namen hat ist dort als Aus­stel­ler ver­tre­ten, die Austel­ler­liste liest sich wie das Who is Who der schwar­zen Bekleidungszene.

Auch nächs­tes Jahr machen die Macher aus ihrer Messe eine Show, denn neben der Beklei­dungs­bran­che fin­den sich auch Schmuck und Acces­soires Her­stel­ler sowie einige Tat­too Künst­ler. Kin­der ich sag´s euch, wenn ihr gedenkt ein­mal nach Lon­don zu rei­sen, legt euren Rei­se­ter­min in den oben ange­ge­be­nen Zeit­raum. Ich sel­ber kam noch nicht in den Genuss, habe aber alle ver­füg­ba­ren Infor­ma­tio­nen stu­diert und bin begeis­tert. Ist die Gele­gen­heit doch prima sich die neu­es­ten Sachen ein­mal aus der Nähe zu betrach­ten und vor allem ein Auge auf die Qua­li­tät zu wer­fen. Denn in den letz­ten Jah­ren hat sich durch die Mas­sen­pro­duk­tion ein schlei­chen­der Qua­li­täts­ver­lust ein­ge­schli­chen. Was man teil­weise von den gro­ßen Labels der Szene für teu­res Geld ser­viert bekommt ist mit Ver­laub gesagt der letzte Scheiß­dreck. Ich denke ihr wisst, was ich meine. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


12 Oktober

Nietengürtel oder eine Niete als Gürtel

Kategorie: Schwarze Szene6 Kommentare

Die Grund­aus­stat­tung für jeden Anhän­ger der schwar­zen Szene sind Nie­ten­gür­tel in allen mög­li­chen Varia­tio­nen. Sei es Kil­ler­nie­ten, Pyra­mi­den­nie­ten, Spike­nie­ten, Spitz­nie­ten und Säbel­nie­ten [Bil­der]. Wohl­mög­lich könnte man diese Liste noch wei­ter fort­set­zen das Ange­bot scheint uner­schöpf­lich. Woher diese Gür­tel nun kom­men bleibt wohl unge­klärt. Ange­fan­gen hat es wohl mitte der 70er als klas­si­scher Lochnie­ten­gür­tel und wur­den dann erst in der Punk­szene und dann in den dar­aus resul­tie­ren­den Sub­kul­tu­ren adaptiert.

Auf jeden Fall ist er neben dem aus­ge­präg­ten Ring­fe­tisch mein liebs­tes Acces­soire. Das Pro­ble­ma­ti­sche an der Sache ist, das ich keine geschei­ten Nie­ten­gür­tel mehr finde, die nicht nach 10 mal tra­gen aus­ein­an­der­fal­len. Grund­sätz­lich unter­scheide ich dabei 2 Sor­ten von Gür­teln: Die ech­ten Leder­gür­tel und die unech­ten Leder­gür­tel. Lei­der ist meine Quelle für die ech­ten Leder­gür­tel ver­siegt und jetzt tue ich mich schwer, irgendwo einen Gür­tel zu bestel­len, der dann wohl­mög­lich die selbe schlechte Qua­li­tät hat wie meine ande­ren Modelle. Bahn­hof? Kein Problem.

Der echte Ledergürtel

Die­ser Gür­tel ist ein Qua­li­täts­pro­dukt (siehe Bild oben). Hier hat der Her­stel­ler für jede Niete ent­spre­chende Löcher in den ech­ten Leder­rie­men ein­ge­ar­bei­tet. Die Nie­ten sind fest ver­schraubt oder zusam­men­ge­presst, was ihnen ein lange Halt­bar­keit beschert. Rechts ein Bild von mei­nem ech­ten Leder­gür­tel. War nicht der bil­ligste (20 €) hat sicher aber mei­nes Erach­tens gelohnt. Der Laden hatte auch mal Pyra­mi­den­nie­ten­gür­tel in der ent­spre­chen­den Qua­li­tät, lei­der jetzt nicht mehr. »Dem Kun­den war das alte Modell zu teuer…« — Mir nicht, bin hald ein wenig deka­dent. Made in Eng­land steht drauf, sagt mir jetzt aber nicht viel, die Quelle ist mir nicht bekannt. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


9 Oktober

Ein Winklepicker ist keine Angelrute

Kategorie: Schwarze Szene24 Kommentare

Was in den frü­hern 80ern zur Grund­aus­stat­tung gehörte, ist heute lei­der etwas in Ver­ges­sen­heit gera­ten. Ein Win­kle­pi­cker (oder auch Pikes oder Pickers genannt) ist ein lan­ger klas­si­scher Halb­schuh, der vorne spitz zuläuft. In den frü­hen 60ern ent­stan­den erlebte er komi­scher­weise schon Ende der 70er sein Come­back und wurde belieb­ter modi­scher hin­gu­cker bei vie­len der zu die­ser Zeit auf­kom­men­den Jugend­be­we­gun­gen wie den Rocka­bil­lies, Punks, Mods und Teds. Die Gothic­szene ent­deckte den Schuh für sich Anfang der 80er, wur­den aber Pikes getauft und sti­li­sier­ten sich dann über Schnal­len im Fle­der­maus, Toten­kopf oder Sarg­de­sign. Der ein­ge­brachte Reiß­ver­schluss ent­stand dann im Zusam­men­hang mit den im Punk ver­brei­te­ten Zip­pern die zur Ver­zie­rung auf Hosen auf­ge­näht wur­den.  Ange­bo­ten wurde sie zunächst auf Lon­dons gro­ßen Märk­ten wie dem Ken­sing­ton Mar­ket und dem Chel­sea Great Gear Mar­ket wo sich im Laufe der Zeit ver­schie­dene Modelle für die jewei­lige Szene durch­set­zen konnte.

Genug der Rück­blende. Vor einer gan­zen Weile inter­es­sierte ich mich dann wie­der mal für was schö­nes neues für meine Füsse, so kam mir dann die Lust auf ein paar anstän­dige Win­kle­pi­cker. Lei­der stellte sich her­aus, daß es sich bei dem von mir favo­ri­sier­ten Modell oben rechts um einen Frau­en­schuh han­delte und in mei­ner Größe nicht ver­füg­bar ist. Joy Winyard von Penn­an­ga­lan Shoes war so freund­lich mir das mal zu erklä­ren. In Schu­hen hatte ich immer schon eine sehr weib­li­che Aus­rich­tung, komisch. Der deut­sche Markt prä­sen­tiert sich in Sachen Win­kle­pi­ckers sehr dünn, ledig­lich im Köl­ner Stu­dio 59 kann man ein paar Modelle über Ebay bekom­men. Mehr Aus­wahl hat man da schon auf dem eng­li­schen Markt, auf dem der Schuh im Moment sein drit­tes Come­back erlebt. Beim deut­schen Wiki­pe­dia fin­det man ledig­lich eine Erklä­rung als Angel­rute, man sollte sich da doch mehr auf die eng­li­sche Erklä­rung ver­las­sen. Ent­schei­den werde ich mich dann wohl für das Modell rechts, es sei denn ihr könnt mir noch andere Modelle empfehlen.


28 September

Couture Baronesse

Die Idee, inter­es­sante Inter­net­sei­ten aus Mön­chen­glad­bach vor­zu­stel­len ist also gebo­ren. Inna und Vio­lette Dück aus Mön­chen­glad­bach sind zwei junge Frauen, die mit ihrer Idee Mode zu machen, dunkle Wege gegan­gen sind. So lernte ich die bei­den bei einem Schwarz­halt im Duis­bur­ger Pulp ken­nen, in dem sie in regel­mä­ßi­gen Abstän­den ihre selbst­ge­schnei­der­ten Klei­der und Acces­soires feil bie­ten, auch bei Unlicht in Düs­sel­dorf fin­det man ein paar wenige Sachen der zwei.

Auf ihrer Inter­net­seite gibt es außer­dem eine Aus­wahl an Klei­dern und Röcken, Ober­tei­len, Hals­bän­dern und Arm­bän­dern die sich alle über Rüschen und Spitze defi­nie­ren und dadurch ver­spielt und phan­ta­sie­voll erschei­nen. Ele­mente aus dem Barock und der Renais­sance wer­den genauso effekt­voll ver­ar­bei­tet wie Ele­mente aus der Gothic und Mit­tel­al­ter­szene. Es ist also nicht wei­ter ver­wun­der­lich die bei­den im Pulp anzu­tref­fen, in dem sie auch auf der dort statt­fin­den­den Gothika, der Mes­ser für dunkle Beklei­dung, teilnehmen.

Mir per­sön­lich gefal­len die Sachen ganz gut, obwohl sie eigent­lich nichts für die Män­ner anbie­ten, klei­den sie doch gerade die Gothi­ka­len Damen sehr gut, des­halb sind gerade die Arm– und Hals­bän­der beliebt, die am abend­li­chen Out­fit schöne Akzente setzen.

Die Inter­net­seite als sol­che passt zum Ange­bot, ist aber mehr als schlam­pig umge­setzt. Frames und feh­lende Vali­di­tät ver­weh­ren einen guten Platz bei Google und ersti­cken die Wei­ter­ver­brei­tung im Keime, schade.

Update vom 24.11.2009: Gerade habe ich bemerkt, das die Seite geschlos­sen erscheint, »To be con­ti­nued…« lässt lei­der keine Rück­schlüsse auf eine even­tu­elle Neu­auf­lage zu oder ist Indiz dafür, was aus dem Shop gewor­den ist.

(Quel­len: Cou­ture Baro­nesse, Unlicht Düs­sel­dorf, Pulp Duis­burg, Gothika)