28 Dezember

NICHTS neues aus Düsseldorf...

Kategorie: Dunkle Klänge8 Kommentare

Nichts BandIch habe eine gute und eine schlechte Nach­richt. Die gute Nach­richt ist, das die Düs­sel­dor­fer Band Nichts 2010 wie­der ein neues Album ins Auge gefasst hat, die schlechte Nach­richt ist, das von der Ori­gi­nal­be­set­zung Andrea Mothes, Michael »Mei­kel« Clauss, Tobias Brink, Chris­to­pher Scarbeck nur noch Mei­kel Clauss übrig geblie­ben ist, der jetzt in neuer For­ma­tion wie­der mehr von sich hören las­sen will.

Doch eins nach dem ande­ren. Ende August 2009 spie­len Nichts auf dem Stadt­eil­fest in Düs­sel­dorf in neuer Beset­zung (Mei­kel Clauss, Sabine Kohl­metz, Ufo Wal­ter und Bazo­oka Joe Kirsch­gen) erst­mals wie­der einen Live-Auftritt, Anfang Okto­ber ist man in Öster­reich zu Gast und im Dezem­ber gaben sie ein wei­te­res im Köl­ner »Sonic Ball­room«. Zum krö­nen­den Abschluss des Jah­res gibt es im aktu­el­len OX #87 ein aus­führ­li­ches Inter­view mit Clauss und Sän­ge­rin Sabine, indem sie eini­ges über die Ver­gan­gen­heit plau­dern und die Umstände ihrer »Reunion« erläu­tern um letzt­end­lich auch einen klei­nen Aus­blick ins Jahr 2010 zu gewähren.

»Wir beka­men eine Anfrage für einen Auf­tritt auf einem Gruftie-Festival in Öster­reich. In der Szene wer­den wir seit bald 30 Jah­ren gehört, auf jeder Party läuft »Tango 2000″, die­ses Stück hat in der Szene einen hohen Stel­len­wert, den ich selbst nicht recht ver­stehe.« Die Gruf­ties sind also wie­der mal schuld, die­ses mal aber im guten Sinne. Die Fas­zi­na­tion des Songs hat mei­ner Mei­nung nach ver­schie­den Gründe, zum einen ist der Song gerade in Extro­ver­tier­ten Gruftie-Kreisen mit Selbst­iro­nie über­la­den, zum zwei­ten ist der Song ein­fach groß­ar­tig und der Ein­satz des Telecas­ter klingt ein­fach typisch Wavig/Gruftig. Lei­der scheint der Kon­takt zu den ehe­ma­li­gen Band­kol­le­gen abge­ris­sen, so dass Clauss, der bei einem Hosen Kon­zert wie­der ein Gefühl für ein Publi­kum schnup­pern konnte, sich mit Sabine Kohl­metz in einem Pro­be­raum triff um das Gefühl wei­ter zu bewah­ren und flei­ßig zu pro­ben. »Ich stand dann auch mal neben den Toten Hosen auf der Bühne, merkte, wie geil es ist, auf der Bühne zu ste­hen, gerade vor einem gro­ßen Publi­kum […] Schon vom Dabei­ste­hen bei den Hosen war ich tage­lang wie auf Speed.« Den gan­zen Arti­kel lesen… »


31 August

Nichts - Schaut mich an, ich tanz am besten

Kategorie: Dunkle Klänge2 Kommentare

NichtsWer glaubt, die Neue Deut­sche Welle kurz NDW würde nur aus Nena, Hubert Kah und Mar­kus beste­hen der irrt. Als der Punk Anfang 1977 nach Deutsch­land schwappte und die meis­ten Band nur imi­tier­ten, ent­wi­ckelte sich schnell ein eige­ner deut­scher Punk, in dem auch deutsch gesun­gen wurde. Eine neue Form von musi­ka­li­schem Selbst­wert­ge­fühl und Indi­vi­dua­lis­mus ver­brei­tete sich sehr rasch, Deutsch zu sin­gen war wie­der cool gewor­den. In den deut­schen Hoch­bur­gen des Punks Düs­sel­dorf, Ham­burg und Ber­lin for­mier­ten sich zwi­schen 1977 und 1983 unzäh­lige Bands, die mit viel Krea­ti­vi­tät etwas neues mach­ten. Ein­gän­gie Melo­dien und sim­ple Texte, die neue deut­sche Welle war geboren.

Die aus der Düs­sel­dor­fer Punk­for­ma­tion KFC (Kri­mi­na­li­tät För­de­rungs Club) aus­schei­den­den Mei­kel (Michael) Clauss und Tobias Brink bil­de­ten im Früh­jahr 1981 die Band Nichts mit dem Drang etwas neues zu machen. Ein ehe­ma­li­ger Schul­freund von Clauss, Chris­to­pher Scarbeck stieg als Bas­sist ein und die Freun­din und spä­tere Ehe­frau von Brink, Andrea Mothes nahm das Mikro­fon in die Hand. Im Juni 1981 erschien dann nach nur 5 Wochen ihre erste LP Made in Eile auf einem Inde­pen­dent Label.

Schaut mich an, ich tanz am besten. Schaut mich an, ich bin die Schönste.
(Nichts - Tango 2000)

Die Band bezeich­nete ihre Stil­rich­tung selbst als Psy­cho­pop und wollte eigent­lich mit NDW nicht in Ver­bin­dung gebracht wer­den. Clauss und Brink kom­men ja defi­ni­tiv aus dem Punk und gehör­ten mit ihrer vor­he­ri­gen Band KFC zu einem der Head­li­ner in der Düs­sel­dor­fer Punk Szene. Die Presse tat wie immer Ihr übri­ges und ver­glich Nichts gleich mit Ideal, den Neon­ba­bies und ande­ren NDW Grö­ßen, so blieb der Band nichts ande­res über, als sich ihrem Schick­sal zu fügen. Den gan­zen Arti­kel lesen… »