Wenn der erste Eindruck tatsächlich der wichtigste sein sollte, dann hat die folgende Darstellung der Gothic-Szene keine Chance ernst genommen zu werden, denn die eröffnet mit O-Tönen überraschter Menschen, die gefragt werden, was Gothic ist. »Ohhh. Dunkle Nacht, Finsterheit, Grusel, Grusel, Grusel!« — »Gothic? Ist das die wuchtige Sängerin, die da so einen bekannten Titel herausgebracht hat?« — »Ich kenn ein kleines Küken, dass heißt Gothic…« Wir betrachten die Dinge aber nicht so oberflächlich und fragen uns: Ist dieser Anfang nicht vielleicht genau der richtige? Ist diese naive Herangehensweise an eine 30 Jahre lang gewachsene Subkultur nicht unvoreingenommener, als Berichte die nur darauf abzielen ein möglichst breites Publikum durch billige Effekthascherei und einen dramaturgisch ausgefeilten Aufbau anzusprechen? Und wenn ja, warum ist das so?
Das Video beginnt damit festzustellen, wie sich der Bürger von Nebenan diese Subkultur vorstellt, was er davon gehört hat und welche Eindrücke und Worte er damit verbindet. Ein solcher Beginn zeigt, wie das was wir als Lebenseinstellung, Musikrichtung oder Modeerscheinung erleben, von anderen und völlig Unbeteiligten wahrgenommen wird. Was das Video so angenehm macht, ist die Tatsache, dass hier nicht stundenlang im Schnittraum gearbeitet wird, um den Inhalt auf »Boulevard-Niveau« herabzusenken und ihn für ein Publikum aufzubereiten, dass nichts wissen will, sondern einfach nur unterhalten werden möchte. Den ganzen Artikel lesen… »


