10 August

Das Archiv der Jugendkulturen retten - Warum?

In der Zei­tung Neues Deutsch­land führte Redak­teur Mar­tin Krö­ger ein sehr infor­ma­ti­ves Inter­view mit dem Lei­ter des Archivs, Klaus Farin, das die Hin­ter­gründe der Ret­tungs­ak­tion für das Archiv der Jugend­kul­tu­ren anspricht.  Aus Jugend­kul­tu­rel­ler und Bil­dungs­po­li­ti­scher Sicht wirft das ein kri­ti­sches Licht auf die Haupt­stadt selbst, denn obwohl hier offen­sicht­lich viel inves­tiert wird, blei­ben wich­ti­gere Dinge unbe­rück­sich­tigt. Ein Regel­för­de­rung erhält das Archiv nicht, dass heißt eine regel­mä­ßige finan­zi­elle Unter­stüt­zung durch Bund, Land oder Ber­li­ner Senat fehlt. Es gibt zwar pro­jekt­be­zo­gene Mit­tel durch die Bun­des­pro­gramme »Viel­falt tut gut« und »Jugend für Viel­falt, Demo­kra­tie und Tole­ranz«, die sind aber auf spe­zi­fi­sche Auf­gabe zuge­schnit­ten und füh­ren nur sel­ten zu einem Mietzuschuss.

Ein­zige feste Ein­nah­me­quelle des Archivs der Jugend­kul­tu­ren ist der eigene Ver­lag, des­sen Erlös aber auch nicht aus­reicht allein die Miet­kos­ten von 5000€ pro Monat zu decken. So sprin­gen die Mit­ar­bei­ter immer wie­der ein, um Lücken in der Kasse durch pri­vate Finanz­sprit­zen zu fül­len. Am 31. Okto­ber, dem Stich­tag für die Spen­den­ak­tion läuft der Miet­ver­trag des Archivs auf der Fidi­cin­straße 3, Ber­lin aus. Bis dahin muss ent­schie­den wer­den ob der Miet­ver­trag für die Räume ver­län­gert wer­den kann, oder gekün­digt wer­den muss, wei­tere Jahre mit Ver­schul­dungs­ga­ran­tie kön­nen und wol­len die 28 Ehren­amt­li­chen Mit­ar­bei­ter nicht mehr auf sich neh­men. Letzt­end­lich wäre das das Ende des Archivs in sei­ner jet­zi­gen Form. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


5 Mai

Klaus Farin: Männer sammeln Platten, Frauen hören sie

Kategorie: VernetztKeine Kommentare

Wie auf­merk­same Leser mei­nes Blogs bereits beob­ach­tet haben dürf­ten, ver­linke ich schon seit gerau­mer Zeit auf das Archiv der Jugend­kul­tu­ren e.V. in Ber­lin, die ich durch meine Mit­glied­schaft unter­stütze und so natür­lich auch von den dazu­ge­hö­ri­gen kos­ten­lo­sen Publi­ka­tio­nen und Recher­che­mög­lich­kei­ten pro­fi­tiere. »Das Ber­li­ner Archiv der Jugend­kul­tu­ren e. V. exis­tiert seit 1998 und sam­melt – als ein­zige Ein­rich­tung die­ser Art in Europa – authen­ti­sche Zeug­nisse aus den Jugend­kul­tu­ren selbst (Fan­zines, Flyer, Musik etc.), aber auch wis­sen­schaft­li­che Arbei­ten, Medi­en­be­richte etc., und stellt diese der Öffent­lich­keit in sei­ner Prä­senz­bi­blio­thek kos­ten­frei zur Ver­fü­gung.« Klaus Farin, den man lie­be­voll Chef getauft hat, ist jetzt in einer Aus­gabe des Selbst­aus­lö­sers auf Spree­blick auf­ge­taucht und erzählt vom Archiv und der Arbeit und ist berich­tet damit anschau­li­cher über das Archiv, als es das geschrie­bene Wort über­haupt ver­mag. Wem auf dem Bild nur ein obsku­rer und wun­der­li­cher alter Mann auf­fällt, sollte sich die Zeit neh­men zu betrach­ten, was dahin­ter steckt. »Män­ner sam­meln Plat­ten, Frauen hören sieDen gan­zen Arti­kel lesen… »


15 Dezember

Das Ende der Jugendkulturen

Kategorie: Schwarze Szene29 Kommentare

Klaus_FarinAls ich jung war, umgaben mich unzählige Jugendkulturen, ich wusste es nur nicht. 1987, da war ich 13 Jahre alt, stellte ich mich zum ersten mal auf dem Schulhof zu denen, die schwarze T-Shirts von Depeche Mode trugen und die Haare so trugen, wie Martin Gore. Von meinem Taschengeld und dem Geld von Oma kaufte ich mir meine ersten Alben, gebrauchte T-Shirts und schwarze Wildlederpikes. Als ich meiner Mutter androhte, ich würde mir die Haare so schneiden lassen wie der schüchterne blonde von Depeche Mode, drohte sie mir mit Rausschmiß.

Argwöhnisch betrachteten wir von unserer Ecke des Schulhofes wie der Techno und der Hip-Hop wieder für bunten Gestalten sorgte und auch musikalisch in die Charts einzog. Ich probierte mich aus, versuchte eine neue Szene und lernte andere Leute kennen. Irgendwann bin dann zurückgekehrt zu meinen Wurzeln, die ich nie wirklich ausgegraben habe und denen ich unterbewusst immer treu geblieben bin.

Mit dem Erwachsen werden reift dann die Objektivität, man lernt, wie man einen Schritt zurück tritt und das ganze Werk betrachtet. Erst jetzt bekommen Jugendkulturen ihren Namen und man versucht das neue und unbekannte in eine Schublade in die es nie passen wird einzuordnen. Immer wieder betrachte ich die Mode der Jugend und frage mich, wo die Kreativität geblieben ist. Alles was heute so getragen oder kombiniert wird, ist irgendwann und irgendwo schon mal gewesen.

Die Überschrift: "Seit den neun­zi­ger Jah­ren ent­ste­hen keine gro­ßen Jugend­sze­nen mehr.« regte mich nach­den­ken an. Klaus Farin, der Lei­ter des Archivs der Jugend­kul­tu­ren und Autor zahl­rei­cher Werke, die auch mein Bücher­re­gal schmü­cken gibt dem Spiegel-Online ein Inter­view zum Thema Jugend­kul­tur. »Die letzte domi­nante Jugend­kul­tur ist im Augen­blick noch Hip­Hop — und sie wird die letzte sein. Es wird klein­tei­li­ger, wider­sprüch­li­cher, schnel­ler. Die Stile flie­ßen inein­an­der über.« Den gan­zen Arti­kel lesen… »


16 April

Archiv der Jugendkulturen

Kategorie: Ansichtssache9 Kommentare

archiv der jugendkulturen

Wenn es darum geht über unsere Jugend zu berich­ten, ver­fal­len viel zu viele Jour­na­lis­ten und Publi­zis­ten in das glei­che Schema. Sie ver­las­sen sich auf ihr Wis­sen oder ihre Erfah­run­gen und mischen Recher­che mit Halb­wis­sen aus Schlag­zei­len. Dabei hat jede Jugend­kul­tur ein mehr oder weni­ger inten­si­ven Hin­ter­grund, der sich den meis­ten Men­schen lei­der nicht erschließt. Woher soll man auch seine Infor­ma­tio­nen neh­men? Das Netz ist zwar voll damit, doch ist es recht schwer, die guten von den schlech­ten zu son­die­ren, gerade dann wenn man selbst nie ein Teil die­ser Kul­tur ist oder war.

Man ver­lässt sich auf Stu­dien und Ana­ly­sen und zieht dar­aus seine eige­nen Schlüsse. So ste­cken Bei­spiels­weise in der seit 1953 exis­tie­ren­den Shell-Studie viele Zah­len, deren Bedeu­tung mit der Art der Dar­stel­lung variiert.

Das Ber­li­ner Archiv der Jugend­kul­tu­ren e.V. sam­melt seit 1998 Bücher, Diplom­ar­bei­ten, Medi­en­be­richte und Fan­zines der vie­len unter­schied­li­chen Jugend­kul­tu­ren und wer­tet diese aus um sie in ihren Räum­lich­kei­ten in Berlin-Kreuzberg auf rund 200qm der brei­ten Öffent­lich­keit zur Ver­fü­gung zu stel­len. 8 Fest­an­ge­stellte und rund 15 freie Mit­ar­bei­ter, die meist selbst einen jugend­kul­tu­rel­len Hin­ter­grund haben küm­mern sich dabei um die Pflege und Aus­wer­tung der Infor­ma­tio­nen. Mit rund 30 eige­nen Publi­ka­tio­nen und als Basis unzäh­li­ger wis­sen­schaft­li­cher und jour­na­lis­ti­sche Arbei­ten hat sich das Archiv einen Namen gemacht. Wenn es etwas über eine Jugend­kul­tur zu wis­sen gibt, hier fin­det man die Infor­ma­tio­nen. Ent­stan­den ist es übri­gens aus Des­in­ter­esse, denn eigent­lich wollte Klaus Farin seine pri­vate Samm­lung von Fan­zines einer Uni­ver­si­tät zu For­schungs­zwe­cken spen­den, lei­der wollte sie nie­mand haben. Aus die­ser Idee grün­dete sich dann das Archiv der Jugend­kul­tu­ren. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


10 Februar

Zeitbilder: Jugendkulturen in Deutschland 1990-2005

Kategorie: WortkunstKeine Kommentare

In Deutsch­land schlie­ßen sich etwa 20 bis 25 Pro­zent der Jugend­li­chen Sze­nen — Jugend­kul­tu­ren — an, doch jeder zweite sym­pa­thi­siert mit ihnen. Sie wol­len nicht wirk­lich voll und ganz dazu­ge­hö­ren, fin­den aber die Mode und die Musik »cool« und neh­men als Zaun­gäste immer wie­der an sze­ni­schen Events teil. Sze­ne­an­ge­hö­rige, vor allem natür­lich Musi­ker, DJs und Mit­ar­bei­tern von Maga­zi­nen sind wich­tige Trend­set­ter und Mei­nungs­füh­rer ihrer Generation.

Der Zweite Band der Reihe Zeit­bil­der ist bewusst auf die Zeit nach der Wende gelegt, denn diese Zeit war nicht nur eine Zeit des Wan­dels für Gesell­schaft, Poli­tik und Staat, son­dern auch für die Jugend aus Ost und West. Wäh­rend es im ers­ten Band mehr um die Ent­ste­hungs­ge­schichte der Jugend­kul­tu­ren in Deutsch­land geht, endet der zweite Band mit einem abschlie­ßen­den Fazit. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


22 Januar

Klaus Farin: Über die Jugend

Kategorie: Wortkunst5 Kommentare

essays_lEiner Auk­tion bei E-Bay habe ich zu ver­dan­ken, das ich Ende 2008 eine Ori­gi­nal­aus­gabe des von Klaus Farin ver­fass­ten Buches Über die Jugend und andere Krank­hei­ten gekom­men bin. Das Buch ist beim Archiv der Jugend­kul­tu­ren in Ber­lin erschie­nen und bie­tet auf rund 120 Sei­ten Essays und Reden des 50-jährigen Ber­li­ners aus den Jah­ren 1994 — 2008. Klaus Farin arbei­tet als Lei­ter des Archiv der Jugend­kul­tu­ren, ist Lek­tor und Initia­tor des Pro­jek­tes Cul­ture on the Road. Aus unzäh­li­gen Vor­trä­gen und Lesun­gen hat er die Quint­es­senz in die­ses kleine Buch geschrieben.

Das Buch bie­tet daher keine durch­ge­hende Geschichte son­dern ist ein lose Samm­lung von Vor­trä­gen, Kom­men­tare und andere Bei­träge  zu zen­tra­len The­men sei­ner Arbeit wie der Medi­en­dar­stel­lung von Jugend, Rechts­ex­tre­mis­mus, Jugend­ge­walt und Kri­mi­na­li­tät, Jugend­kul­tu­ren & Dro­gen sowie eine Ein­füh­rung in die Prin­zi­pien und prak­ti­sche Arbeit des Archiv der Jugendkulturen.

Es wird deut­lich, das Auf­klä­rungs­ar­beit selbst in Berei­chen nötig ist, von denen man eher eine vor­ur­teils­freier Her­an­ge­hens­weise erwar­tet hätte. So wun­dert es nicht, das viele sei­ner Reden bei Jugend­ar­bei­tern, Sozi­al­ar­bei­ter und Päd­ago­gen auf offene Ohren sto­ßen, den trotz eines brei­ten Fach­wis­sens über Kin­der– und Jugend­ar­beit fehlt vie­len der prak­ti­sche Bezug zu den ein­zel­nen Sze­nen und der Jugend­kul­tur im All­ge­mei­nen. Immer wie­der weist Farin dar­auf hin, mit den Mit­glie­dern der Szene direkt und unvor­ein­ge­nom­men in Kon­takt zu tre­ten, als sei­nen Bezug aus Fach­bü­chern und staat­li­chen Ana­ly­sen zu zie­hen. Den gan­zen Arti­kel lesen… »