21 Mai

Back to the Roots: LEGO-Figuren

Kategorie: Vernetzt5 Kommentare

Als männ­li­cher Nach­wuchs des Jahr­gangs 74 bin ich mit LEGO auf­ge­wach­sen. Das, mei­nen lie­ben Leser, sind kleine bunte Pla­tik­bau­klötze, die man nach belie­ben oder einer vor­ge­fer­tig­ten Bau­an­lei­tung zu Phan­ta­sie­vol­len Gebil­den zusam­men­ste­cken kann. Der Ent­wick­lung sei Dank, gibt es mitt­ler­weile auch Ele­mente die den Bau­wer­ken mecha­ni­sches Leben ver­lei­hen kön­nen. In mei­ner Kind­heit habe ich immer LEGO mit mei­ner Schwes­ter gespielt, dazu haben wir dann den gan­zen Boden ein­ge­nom­men. Spä­ter dann, als die Inter­es­sen mei­ner Schwes­ter sich in Rich­tung Jungs ver­la­ger­ten, habe ich immer noch damit gespielt.

Natür­lich mit ein­deu­tig tech­ni­schem Ein­fluss, so war mein liebs­tes Stück ein Bag­ger, den man durch pneu­ma­ti­sche Ele­mente auch noch steu­ern konnte und ihm damit Leben ein­hauchte.  Abge­löst wurde die­ser Spiel­trieb erst wie­der durch den Com­pu­ter 1986 eroberte ein Com­mo­dore 128 mein Kin­der­zim­mer. Das LEGO mei­ner Kind­heit schlum­mert übri­gens immer noch gut ver­packt in mei­nem Kel­ler, wer weiß wann man es wie­der ein­mal brau­chen kann. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


6 Januar

Die Jugend 2.0

Kategorie: Ansichtssache13 Kommentare

Ein böh­mi­sches Dorf beschreibt einen Ort, den man nicht kennt. Für viele Mit­drei­ßi­ger sind Begriffe wie Web 2.0, Soziale Netz­werke, Twit­ter und Cha­t­räume Orte, die wir nicht ken­nen, nicht ken­nen möch­ten oder am liebs­ten schnell wie­der ver­ges­sen wol­len. Das ein­zige Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel mei­ner Jugend war das Tele­fon. Mit Wähl­scheibe ver­steht sich. Damals waren Inter­net und glo­bale Ver­net­zung in wei­ter Ferne und wenn ich schon mal mit mei­nem Onkel in den USA tele­fo­niert habe, war das für mich ein technisch-kommunikatives Highlight.

Immer müh­sa­mer müs­sen wir uns mit neuen Tech­no­lo­gien, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­we­gen und Trends aus­ein­an­der­set­zen um zu ver­ste­hen um was es geht, was dahin­ter steckt, wozu es dient und was es mir brin­gen kann. Der Jugend­li­che von Heute benutzt es ein­fach, hat es in sein Leben inte­griert und dar­aus eine Selbst­ver­ständ­lich­keit gemacht.

Wir, die über drei­ßig jäh­ri­gen, sind für die Jugend­li­chen uncool. Zu recht, denn Dinge die wir nicht ver­ste­hen kön­nen oder wol­len oder uns sinn­los erschei­nen, leh­nen wir ab. Dar­aus ent­steht oft eine Abnei­gung gegen die, die sich mit eben die­sen Din­gen ihre Zeit vertreiben.

Rachid Ait Jil­lali,  schreibt in sei­nem Arti­kel für den Schü­ler Spie­gel über den Kom­mu­ni­ka­ti­ons­drang unse­rer Jugend und beschreibt sehr ein­ge­hend den IST-Zustand.

Die Schule ist aus. Annika hat das Geschichtsreferat für morgen noch nicht fertig. Sie fährt den Rechner hoch, schließlich gibt's alles im Netz. Erstmal gilt es aber, die E-Mails zu checken. Neben den 20 kommerziellen Spam-Mails wollen fünf SchülerVZ-Mitglieder ihre Freunde werden. Vier davon fanden ihre Fotos, und die Musik, die sie hört, total super. Den fünften hat sie zumindest schon mal gesehen. Es ist der Fußballfreund ihres jüngeren Bruders - der wird ausnahmsweise bestätigt und damit zur Nummer 142. Das Handy klingelt. Die Schauspiel-AG fällt heute aus. Zeitgleich melden sich zwei Schulfreunde im Instant Messenger mit der gleichen und überaus wichtigen Frage: "Was machst Du gerade?" Sie entdeckt, dass auch ihre beste Freundin online ist. Diese macht gerade Au-pair in den USA. Die beiden anderen schnell abgefertigt, wird kurzerhand die Webcam dazugeschaltet und das Neueste live und in Farbe ausgetauscht. Das Handy klingelt wieder. Julia weint. Ihr Ex-Freund hat extrem peinliche Party-Fotos von ihr auf seine MySpace-Site eingestellt. Trösten passt zeitlich, die AG ist ja aus dem Terminkalender raus. Annika hört ihre Mutter rufen: "Es gibt Essen!"

Was auf uns im ers­ten Augen­blick wirkt wie das Leben eines Alien, ist nicht ande­res als die Eigene Kind­heit 2.0 - Was hat sich geän­dert? Es gibt Bekannt­schaf­ten, Freunde und Cli­quen, Inter­es­sen­ge­mein­schaf­ten und Akti­ons­grup­pen, Jugend­li­che gestal­ten eigene Inter­net­sei­ten auf MyS­pace und schlie­ßen sich mit ande­ren in Grup­pen zusam­men. Web 2.0 hilft ihnen dabei.

Frü­her habe ich mich mit mei­nen Freun­den im Park getrof­fen, bin in die Töp­fer­gruppe im Jugend­zen­trum gegan­gen und habe anschlie­ßend mit den ande­ren geki­ckert. Wir haben gemein­sam einen Aus­flug vor­be­rei­tet oder zusam­men mit dem Jugend­lei­ter ein Thema aus­ge­ar­bei­tet. Die ers­ten Begeg­nun­gen mit dem C64 fan­den im Super­markt in der Elek­tro­nik­ab­tei­lung statt. Ich hatte kein Web 2.0 — schade, denn das hätte vie­les leich­ter gemacht.

Jugend­li­che sind dank glo­ba­ler Ver­net­zung und viel­fäl­ti­gen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mög­lich­kei­ten in der Lage sich bes­ser zu ent­wi­ckeln und ihrer Krea­ti­vi­tät freien Lauf zu las­sen. Nie waren so viele Jugend­li­che in der deut­schen Geschichte so enga­giert wie heute. Ganz ehr­lich gesagt bin ich nei­disch. Nei­disch auf die Leich­tig­keit mit der die Jugend den neuen Mög­lich­kei­ten begeg­net. Von fau­ler Jugend keine Spur. Jugend 2.0 ist keine Gefahr, son­dern unsere Hoffnung.


11 Dezember

Black Celebration: Meine erste Platte

Black Celebration

Ich erin­nere mich als wäre es ges­tern gewe­sen. Die Sonne war warm an die­sem Som­mer­tag im August 1987, die Schule war wie immer um 13:45 been­det und der Heim­weg schnel­ler als sonst hin­ter mich gebracht, denn an die­sem Tag sollte es Taschen­geld geben. Damit war das letzte Drit­tel für den Kauf mei­ner ers­ten LP kom­plett. Ich wollte die Schul­ta­sche in die Ecke feu­ern und gleich wie­der los­lau­fen, lei­der wurde ich von mei­ner Mut­ter zum Mit­tag­es­sen genö­tigt, so daß ich erst gegen 15:00 bei City-Disc ankam und das Album in mei­nen Hän­den hal­ten konnte.

Ich war zu die­sem Zeit­punkt 13 Jahre alt und fand Depe­che Mode anfangs eigent­lich nur toll, weil der Jugend­lei­ter in mei­ner Gruppe im evan­ge­li­schen Paul-Schneider-Haus die auch toll fand. Von New Wave oder Dark Wave hatte ich zu die­sem Zeit­punkt noch nichts gehört, ich fand die Musik und den Style der Band ein­fach Klasse. Infi­ziert wurde ich vom Lied »But not tonight« das ich ein­fach nur Geil fand und kei­nen tie­fe­ren Sinn erfüllte. Im Frei­bad hatte sich die Sitte ein­ge­bür­gert die täg­li­che Hit­pa­ra­densen­dung auf WDR 1 über die Laut­spre­cher zu schi­cken um damit das ganze Areal zu beschal­len. So lernte ich die­ses Lied ken­nen und ver­binde es auch heute noch mit Som­mer, Sonne und Frei­bad obwohl das sicher­lich nicht die Inten­tion des Lie­des ist. Den gan­zen Arti­kel lesen… »