Als ich jung war, umgaben mich unzählige Jugendkulturen, ich wusste es nur nicht. 1987, da war ich 13 Jahre alt, stellte ich mich zum ersten mal auf dem Schulhof zu denen, die schwarze T-Shirts von Depeche Mode trugen und die Haare so trugen, wie Martin Gore. Von meinem Taschengeld und dem Geld von Oma kaufte ich mir meine ersten Alben, gebrauchte T-Shirts und schwarze Wildlederpikes. Als ich meiner Mutter androhte, ich würde mir die Haare so schneiden lassen wie der schüchterne blonde von Depeche Mode, drohte sie mir mit Rausschmiß.
Argwöhnisch betrachteten wir von unserer Ecke des Schulhofes wie der Techno und der Hip-Hop wieder für bunten Gestalten sorgte und auch musikalisch in die Charts einzog. Ich probierte mich aus, versuchte eine neue Szene und lernte andere Leute kennen. Irgendwann bin dann zurückgekehrt zu meinen Wurzeln, die ich nie wirklich ausgegraben habe und denen ich unterbewusst immer treu geblieben bin.
Mit dem Erwachsen werden reift dann die Objektivität, man lernt, wie man einen Schritt zurück tritt und das ganze Werk betrachtet. Erst jetzt bekommen Jugendkulturen ihren Namen und man versucht das neue und unbekannte in eine Schublade in die es nie passen wird einzuordnen. Immer wieder betrachte ich die Mode der Jugend und frage mich, wo die Kreativität geblieben ist. Alles was heute so getragen oder kombiniert wird, ist irgendwann und irgendwo schon mal gewesen.
Die Überschrift: "Seit den neunziger Jahren entstehen keine großen Jugendszenen mehr.« regte mich nachdenken an. Klaus Farin, der Leiter des Archivs der Jugendkulturen und Autor zahlreicher Werke, die auch mein Bücherregal schmücken gibt dem Spiegel-Online ein Interview zum Thema Jugendkultur. »Die letzte dominante Jugendkultur ist im Augenblick noch HipHop — und sie wird die letzte sein. Es wird kleinteiliger, widersprüchlicher, schneller. Die Stile fließen ineinander über.« Den ganzen Artikel lesen… »



