29 Juli

Grufties - Jugendkultur in Schwarz

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Eine Sisy­phus­ar­beit ist das akri­bi­sche Ana­ly­sie­ren des Gruf­tie– oder viel­leicht bes­ser ver­ständ­lich Gothic-Stils in all sei­nen nach außen hin sicht­ba­ren Merk­ma­len. Zu recht bemän­geln Kri­ti­ker, das man sich einer Jugend­kul­tur und ins­be­son­dere der Gothic-Szene nicht allein von die­ser Seite aus näher kann um sie über­haupt als sol­che zu erfas­sen und in Ansät­zen greif­bar zu machen. Man bezwei­felt sogar, das dies über­haupt mög­lich ist.

2000 machen sich Doris Schmidt und Heinz Jana­lik daran, die bis dahin bekann­ten Erschei­nungs– und Aus­drucks­for­men der Gruf­ties zu erfas­sen. Das sie dabei den wesent­li­chen Kern nicht errei­chen ist ihnen bewusst: „Wer als Außen­ste­hen­der Erkennt­nisse über jugend­kul­tu­relle Sze­nen gewin­nen will, um Ver­ste­hen und Ver­ständ­nis als Grund­lage für humane Koexis­tenz zu ent­wi­ckeln, muss in einen vor­be­halt­lo­sen und viel­sei­ti­gen Dia­log mit den Reprä­sen­tan­ten der Szene tre­ten, wohl wis­send, dass ein Beob­ach­ter von außen die von den Jugend­li­chen gezo­ge­nen Gren­zen aner­ken­nen muss und des­halb in gewis­ser Weise immer außer­halb ver­blei­ben wird.

Bevor im mir das Buch bei Ama­zon bestellt habe, kam ich nicht daran vor­bei, die Kri­ti­ken der Leser zu stu­die­ren, die sich bis dahin dem Buch genä­hert haben. Die durch­weg schlech­ten Kri­ti­ken lie­ßen min­des­tens eine Sache erah­nen, ent­we­der wur­den Erwar­tun­gen nicht erfüllt weil das Buch dafür nicht geeig­net ist, oder die gestell­ten Erwar­tun­gen waren ein­fach falsch, wir wer­den sehen und erfah­ren warum Bril­len die Mas­ken der Gruf­ties sind. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


1 Juni

Archiv der Jugendkulturen: Szene trifft Forschung

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Szene trifft ForschungJugend­kul­tu­ren sind der Spie­gel der Gesell­schaft und der zeigt bekannt­lich immer wie­der ein ande­res Bild. Sie sind immer schon Quelle inno­va­ti­ver Denk­an­sätze gewe­sen und zei­gen Welt­an­schau­un­gen, denen man selbst als Erwach­se­ner treu bleibt. Ein ande­rer Weg sich zu klei­den und Musik abseits des Main­stream sind typi­sche Identifikationsmerkmale.

Viele Stu­den­ten inten­si­vie­ren ihre Szene Zuge­hö­rig­keit wäh­rend des Stu­di­ums und machen diese auch — je nach Stu­di­en­rich­tung — zum Thema ihrer Arbei­ten in dem sie wis­sen­schaft­li­che Abhand­lun­gen schrei­ben, Dis­ser­ta­tio­nen ver­fas­sen oder auch Diplom– oder Magis­ter­ar­bei­ten dar­über ver­fas­sen. Doch was nüt­zen alle diese Gedan­ken wenn die keine Platt­form fin­den auf denen sie ver­brei­tet wer­den? Die meis­ten Arbei­ten wer­den von Pro­fes­so­ren und Gut­ach­tern gele­sen und ver­stau­ben danach in den Kam­mern der Universitäten.

Ges­tern kam eine Mail des Archivs der Jugend­kul­tu­ren, die sich genau mit die­sem Pro­blem beschäf­tigt und die ich ein­fach auf­grei­fen möchte, weil ich die Idee dahin­ter ein­fach gut finde und neu­gie­rig bin, wie andere unter wis­sen­schaft­li­chen Vor­zei­chen über die Szene denken.

Aus­zug aus der Pres­se­mit­tei­lung des Archivs der Jugend­kul­tu­ren:

Das Ber­li­ner Archiv der Jugend­kul­tu­ren ver­öf­fent­licht wis­sen­schaft­li­che Arbei­ten von Stu­die­ren­den, wenn sie Jugend­sze­nen erfor­schen - und zahlt den jun­gen For­sche­rIn­nen sogar 2.000 Euro Hono­rar. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


5 Mai

Klaus Farin: Männer sammeln Platten, Frauen hören sie

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Wie auf­merk­same Leser mei­nes Blogs bereits beob­ach­tet haben dürf­ten, ver­linke ich schon seit gerau­mer Zeit auf das Archiv der Jugend­kul­tu­ren e.V. in Ber­lin, die ich durch meine Mit­glied­schaft unter­stütze und so natür­lich auch von den dazu­ge­hö­ri­gen kos­ten­lo­sen Publi­ka­tio­nen und Recher­che­mög­lich­kei­ten pro­fi­tiere. „Das Ber­li­ner Archiv der Jugend­kul­tu­ren e. V. exis­tiert seit 1998 und sam­melt – als ein­zige Ein­rich­tung die­ser Art in Europa – authen­ti­sche Zeug­nisse aus den Jugend­kul­tu­ren selbst (Fan­zines, Flyer, Musik etc.), aber auch wis­sen­schaft­li­che Arbei­ten, Medi­en­be­richte etc., und stellt diese der Öffent­lich­keit in sei­ner Prä­senz­bi­blio­thek kos­ten­frei zur Ver­fü­gung.” Klaus Farin, den man lie­be­voll Chef getauft hat, ist jetzt in einer Aus­gabe des Selbst­aus­lö­sers auf Spree­blick auf­ge­taucht und erzählt vom Archiv und der Arbeit und ist berich­tet damit anschau­li­cher über das Archiv, als es das geschrie­bene Wort über­haupt ver­mag. Wem auf dem Bild nur ein obsku­rer und wun­der­li­cher alter Mann auf­fällt, sollte sich die Zeit neh­men zu betrach­ten, was dahin­ter steckt. „Män­ner sam­meln Plat­ten, Frauen hören sie.” Den gan­zen Arti­kel lesen… »


7 Januar

ZDF Doku: Schwarz vor Augen

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Ver­glei­che ich die Medi­en­be­richte über die Gothic-Szene der letz­ten 20 Jahre vor dem geis­ti­gen Auge, fällt mir auf, das die Skep­sis und Ableh­nung einer Art von Auf­merk­sam­keit und Akzep­tanz gewi­chen ist, die zwar immer gewünscht wurde, aber letzt­end­lich die Szene ihrer Grund­lage beraubt. Auf dem ZDF Info­ka­nal gab es 2009 eine Mini­reihe zu den Jugend­kul­tu­ren in Deutsch­land, in der man sich den größ­ten Jugend­kul­tu­ren wid­met und diese ver­sucht dar­zu­stel­len. In dem Bericht Schwarz vor Augen geht es um die Gothic-Szene. Grund genug, einen Blick dar­auf zu werfen.

Gleich das erste State­ment der Szene beschreibt eigent­lich das Vor­der­grün­dige Pro­blem: „Die Gothic-Szene ist nach wie vor eine der häu­figs­ten miss­ver­stan­de­nen Jugend­kul­tu­ren. Szene-Anhänger erfah­ren immer wie­der Dis­kri­mi­nie­run­gen und wer­den fälsch­lich mit Vor­ur­tei­len wie Todes­sehn­sucht oder Sata­nis­mus kon­fron­tiert.” Aber das gilt nicht nur für die breite Öffent­lich­keit, son­dern auch für die Medien. Denn hier wird das mitt­ler­weile akzep­tierte Ver­hal­ten der Lächer­lich­keit preis­ge­ge­ben in dem man die Sen­sa­ti­ons­geil­heit der Men­schen befrie­digt, jeden­falls bei den pri­va­ten Sen­dern. Ob es die öffentlich-rechtlichen mei­ner Mei­nung nach bes­ser machen und ihren Bil­dungs­auf­trag erfül­len, wird sich her­aus­stel­len. „Die Szene ent­stand Anfang der 1980er Jahre aus dem Post-Punk und New-Wave Umfeld. Zu den ers­ten Szene-Bands gehör­ten „The Cure” und „Sioux­sie and the Bans­hees”.” Wenn man so möchte, stimmt das natür­lich. Hier zitiert man eigent­lich nur die Presse, die sei­ner­zeit den Begriff Gothic erst schuf und Bands der Zeit die­ser Kate­go­rie ein­fach zuord­ne­ten. Die Wahr­heit ist das natür­lich nicht. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


16 April

Archiv der Jugendkulturen

Kategorie: Ansichtssache9 Kommentare
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archiv der jugendkulturen

Wenn es darum geht über unsere Jugend zu berich­ten, ver­fal­len viel zu viele Jour­na­lis­ten und Publi­zis­ten in das glei­che Schema. Sie ver­las­sen sich auf ihr Wis­sen oder ihre Erfah­run­gen und mischen Recher­che mit Halb­wis­sen aus Schlag­zei­len. Dabei hat jede Jugend­kul­tur ein mehr oder weni­ger inten­si­ven Hin­ter­grund, der sich den meis­ten Men­schen lei­der nicht erschließt. Woher soll man auch seine Infor­ma­tio­nen neh­men? Das Netz ist zwar voll damit, doch ist es recht schwer, die guten von den schlech­ten zu son­die­ren, gerade dann wenn man selbst nie ein Teil die­ser Kul­tur ist oder war.

Man ver­lässt sich auf Stu­dien und Ana­ly­sen und zieht dar­aus seine eige­nen Schlüsse. So ste­cken Bei­spiels­weise in der seit 1953 exis­tie­ren­den Shell-Studie1 viele Zah­len, deren Bedeu­tung mit der Art der Dar­stel­lung variiert.

Das Ber­li­ner Archiv der Jugend­kul­tu­ren e.V. sam­melt seit 1998 Bücher, Diplom­ar­bei­ten, Medi­en­be­richte und Fan­zines der vie­len unter­schied­li­chen Jugend­kul­tu­ren und wer­tet diese aus um sie in ihren Räum­lich­kei­ten in Berlin-Kreuzberg auf rund 200qm der brei­ten Öffent­lich­keit zur Ver­fü­gung zu stel­len. 8 Fest­an­ge­stellte und rund 15 freie Mit­ar­bei­ter, die meist selbst einen jugend­kul­tu­rel­len Hin­ter­grund haben küm­mern sich dabei um die Pflege und Aus­wer­tung der Infor­ma­tio­nen. Mit rund 30 eige­nen Publi­ka­tio­nen und als Basis unzäh­li­ger wis­sen­schaft­li­cher und jour­na­lis­ti­sche Arbei­ten hat sich das Archiv einen Namen gemacht. Wenn es etwas über eine Jugend­kul­tur zu wis­sen gibt, hier fin­det man die Infor­ma­tio­nen. Ent­stan­den ist es übri­gens aus Des­in­ter­esse, denn eigent­lich wollte Klaus Farin seine pri­vate Samm­lung von Fan­zines einer Uni­ver­si­tät zu For­schungs­zwe­cken spen­den, lei­der wollte sie nie­mand haben. Aus die­ser Idee grün­dete sich dann das Archiv der Jugend­kul­tu­ren. Den gan­zen Arti­kel lesen… »

  1. Die Shell-Studie, die kurio­ser­weise vom Mine­ral­öl­kon­zern in Auf­trag gege­ben wird, erscheint etwa alle 3 bis 4 Jahre und wird bei reno­mier­ten Insti­tu­ten in Auf­trag gege­ben und ist 2006 in der 15. Auf­lage erschie­nen. Bei der Uni Bie­le­feld kann man sich eine Zusam­men­fas­sung als PDF Datei anse­hen. []

10 Februar

Zeitbilder: Jugendkulturen in Deutschland 1990-2005

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In Deutsch­land schlie­ßen sich etwa 20 bis 25 Pro­zent der Jugend­li­chen Sze­nen — Jugend­kul­tu­ren — an, doch jeder zweite sym­pa­thi­siert mit ihnen. Sie wol­len nicht wirk­lich voll und ganz dazu­ge­hö­ren, fin­den aber die Mode und die Musik „cool” und neh­men als Zaun­gäste immer wie­der an sze­ni­schen Events teil. Sze­ne­an­ge­hö­rige, vor allem natür­lich Musi­ker, DJs und Mit­ar­bei­tern von Maga­zi­nen sind wich­tige Trend­set­ter und Mei­nungs­füh­rer ihrer Generation.

Der Zweite Band der Reihe Zeit­bil­der ist bewusst auf die Zeit nach der Wende gelegt, denn diese Zeit war nicht nur eine Zeit des Wan­dels für Gesell­schaft, Poli­tik und Staat, son­dern auch für die Jugend aus Ost und West. Wäh­rend es im ers­ten Band mehr um die Ent­ste­hungs­ge­schichte der Jugend­kul­tu­ren in Deutsch­land geht, endet der zweite Band mit einem abschlie­ßen­den Fazit. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


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