27 November

Kommentar: Wenn Gothics erwachsen werden

Kategorie: Schwarze Szene7 Kommentare

Wann wer­den Gothics eigent­lich erwach­sen? Diese Frage stel­len sich höchst­wahr­schein­lich mehr Außen­ste­hende als Sze­n­e­mit­glie­der selbst, denn die in die Jahre gekom­mene Szene hat sich 2011 mehr­fach über­lebt. Viele sehen ihre Zuge­hö­rig­keit tat­säch­lich nur als Phase oder als Teil des jugend­li­chen Selbst­fin­dungs­pro­zes­ses, andere hin­ge­gen sind der Szene seit den eige­nen Anfän­gen treu geblie­ben. Gothics been­den die Schule und das Stu­dium, star­ten in ein Berufs­le­ben und grün­den eine Fami­lie, sind diese Men­schen eigent­lich unverbesserlich?

Der eng­li­sche Guar­dian befragte in sei­nem Arti­kel »Growing-up for goths« den Sozio­lo­gen Dr. Paul Hod­kin­son, der sich inten­siv mit der Frage aus­ein­an­der­ge­setzt hat.  Er befragte Sze­n­e­mit­glie­der, die er bereits in den 90ern traf, noch ein­mal um zu ergrün­den, warum sich diese immer noch mit der Szene ver­bun­den füh­len. Dabei stellt er einige inter­es­sante The­sen auf, die ich nicht unkom­men­tiert las­sen kann. Sind das Inter­esse an den dunk­len Sei­ten des Lebens und eine natür­li­che Ten­denz zur Angst Gemein­sam­kei­ten, die uns neben der Lei­den­schaft für Musik und Sty­ling verbinden?

»Howe­ver, Hod­kin­son says that alt­hough the aes­the­tic and clot­hing are import­ant, the pri­mary tenets of invol­ve­ment in this sub­cul­ture mean being »tho­roughly pas­sio­nate about goth music and style, and some goths would tell you they have an inte­rest in the dark side of life, and a natu­ral ten­dency towards a degree of angst«. This means a level of com­mit­ment to the goth scene, and fri­endship groups and iden­tity that deve­lop around being a goth, which result in social lives that »are so intert­wined that it would feel very odd to leave it,« he says.«

Es klingt für mich logisch, dass nicht allein Musik und Sty­ling die Gründe für eine »lebens­lange« Sze­ne­zu­ge­hö­rig­keit sind. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


29 März

Northern Lights: The Goth scene in York 1986

Kategorie: Schwarze Szene4 Kommentare

Nothern Lights - ScreenshotGanz im Gegen­satz zur land­läu­fi­gen Mei­nung war nicht nur Lon­don eine Hoch­burg der frü­hen Gothic-Szene der 80er, son­dern vor allem Städte wie Leeds oder auch York, wie man auch aus Inter­views erfährt, die ich sei­ner­zeit mit Melissa (Lon­don) und Nick (Nor­wich) geführt habe. »Die meis­ten Leute die ich kenne, oder mit denen ich befreun­det bin sind Ex-Punks, was sich am ehes­ten dadurch erklä­ren lässt, das Nor­wich zusam­men mit Leeds und Brad­ford die gro­ßen »Goth«-Städte der 80er waren, die Bewe­gung war im Ver­gleich mit ande­ren Sub­kul­tu­ren hier beson­ders groß.« Als Ein­kaufs­me­tro­pole schwar­zer Lebens­art hin­ge­gen, war die bri­ti­sche Haupt­stadt hin­ge­gen unerreicht.

Eine Doku­men­ta­tion die 1986 in York und Leeds gedreht wurde, ist Nort­hern Lights die von Steve Dixon’s Punk Pix, die 1987 auf BBC2 aus­ge­strahlt wurde. Obwohl die Doku­men­ta­tion krampf­haft ver­sucht objek­tiv zu blei­ben, ver­fällt sie wie­der und wie­der in pole­mi­sche Mus­ter: »When you are young und unem­ployed, you can expe­ri­ment more fre­ely with your look and style.« — Klar, jung und arbeits­los, was auch sonst. In der Tat war die Jugend­ar­beits­lo­sig­keit in Eng­land hoch, aber sicher kein pau­scha­ler Beweg­grund für einen ande­ren Style. Any­way. Die Bild­qua­li­tät ist gewohnt schlecht, weil tau­send­fach kopiert, lei­der war keine bes­sere Ver­sion auf­zu­trei­ben. Inter­es­sant sind die Auf­nah­men alle­mal, zeigt sich doch auch die begin­nende Insze­nie­rung die­ser Jugend­kul­tur als Motiv der Kame­ra­l­inse. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


5 November

Remember, remember the 5th of November

Kategorie: Ansichtssache5 Kommentare

Gunpowder PlotSchuld war wie­der ein­mal die Kir­che und falsch ver­stan­de­ner Glaube. Als der »legen­däre« Guy Fawkes unter das Par­la­ment im Palast von West­mins­ter in Lon­don kroch um dort 36 explo­sive Fäs­ser zu posi­tio­nie­ren wollte der Katho­lik den Pro­tes­tan­ti­schen König Jakob I. mit­samt sei­ner Fami­lie und allen Par­la­men­ta­ri­ern töten weil die­ser den katho­li­sche Glau­ben in Eng­land unter­drückte. Blöd nur, das man den Gunpowder-Komplott ver­ei­teln konnte, Fawkes schnappte und ihn mit samt sei­nen Ver­schwö­rern hin­rich­tete. Han­ged, Drawn and Qua­te­red — Die ver­meint­lich Schul­di­gen wur­den bis zu Bewusst­lo­sig­keit gehan­gen, die Gedärme für her­aus­ge­nom­men und die Kör­per anschlie­ßend gevier­teilt. Sicher ist sicher. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


5 Januar

Schwarze Zeitzeugen - Nick aus Norwich

Als ich Nick Stone unter sei­nem Nick­name Osborne Vil­las auf flickr ent­deckte und in einem kur­zen Mail­aus­tausch um ein Inter­view bat, wusste ich noch nicht wor­auf ich mich ein­ge­las­sen hatte. Der wort­ge­wal­tige Nick beschrieb aus­führ­lich über seine Zeit in den frü­hen 80ern, in der ein Teil von etwas war, was heute als die Wur­zeln des Gothic ange­se­hen wird.  Bei der Über­set­zung des Tex­tes war klar,  ich brau­che Hilfe. Glück­li­cher­weise fand sich schnell jemand, der mit mir den kom­ple­xen Text durch­ge­gan­gen ist. Her­aus­ge­kom­men ist eines der aus­führ­lichs­ten und viel­leicht ehr­lichs­ten Inter­views über diese Zeit, die — wie auch immer man sie nen­nen mag — den Grund­stein für das legte, was wir heute schwarze Szene nennen.

Nick ist 44 Jahre alt und lebt in Nor­wich, das etwa 160km nörd­lich der bri­ti­schen Haupt­stadt Lon­don liegt, in der er auch gebo­ren wurde. Als er 3 Jahre alt war, ist er mit sei­nen Eltern in eine Klein­stadt in direk­ter Nach­bar­schaft zu Nor­wich gezo­gen. Er besuchte ein Gym­na­sium für Jun­gen, das wie alle Orte in den spä­ten 70ern zwi­schen Punk und Heavy Metal pola­ri­sier­ten. »Punk und New Wave habe ich immer bevor­zugt, habe aber immer wie­der ein paar Streif­züge zum Metal unter­nom­men.«

Spä­ter besuchte er eine Kunst­uni­ver­si­tät, die er aber schon nach kur­zer Zeit wie­der ver­ließ um in einer Kunst­ga­le­rie zu arbei­ten. Heute ist er als Gra­fik Desi­gner tätig, seine Hob­bies sind bei­spiels­weise die Foto­gra­fie. Nick ist ver­hei­ra­tet und hat 4 Kin­der im Alter zwi­schen 9 und 19 Jah­ren. Das Inter­esse an der Musik hat er seit damals nie wirk­lich ver­lo­ren, obwohl sein Geschmack sich immer wei­ter­ent­wi­ckelt hat und er sich nach einer Weile auch ande­ren Musik­rich­tun­gen zuzu­wen­den. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


21 September

Postkarte aus England

Kategorie: Finstere Orte3 Kommentare

Hope Valley Stanage Edge in Derbyshire VorderansichtSchöne Karte, eine wirk­lich schöne Karte die da in mei­nem Brief­kas­ten lag. Ein Blick auf die Rück­seite der Post­karte ver­riet mir, dass es sich dabei um die von Julia ver­spro­chene Karte aus Eng­land han­delt, wel­che Freude! Der Datums­s­tem­pel ver­rät mir, dass die Karte am 18.09.2009 in Shef­field bear­bei­tet wurde was man in Rela­tion zum heu­ti­gen Datum durch­aus als flott bezeich­nen würde.  Außer­dem weiß ich nun, dass die Land­schaft auf der Vor­der­seite der Karte The Hope Val­ley from Sta­nage Edge zeigt, dass mit­ten im Peak District im schö­nen Der­byshire befin­det. Die kleine Farm im Vor­der­grund befin­det sich immer­hin 300m über dem Mee­res­spie­gel, was man dann wohl als Hügel kenn­zeich­nen dürfte. Wenn es da alle Annehm­lich­kei­ten des Mul­ti­me­dia­zeit­al­ters geben würde, könnte ich mich glatt dazu durch­rin­gen dort eine Weile zu ver­brin­gen. Wenn die Augen Ruhe fin­den sage ich immer dazu.

Eine übri­gens sehr inter­es­sante Brief­marke, wie ich finde. Ein Bild davon zu machen wie die Feu­er­wehr ein ver­un­fall­tes Auto auf­schnei­det ist ja eine inter­es­sante Sache, unge­wöhn­lich wird es, wenn man dar­aus eine Brief­marke macht. Wer kann mir erklä­ren, wem der Kopf in der obe­ren rech­ten Ecke gehört? Scheint auf den ers­ten Blick einer Frau zu gehö­ren, sicher bin ich mir aber nicht.

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16 Februar

This is England

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Ein lan­wei­li­ger Juli 1983 in einer eng­li­schen Küs­ten­stadt. Für den 12jährigen Shaun begin­nen die gro­ßen Ferien. Sie wer­den für den Jun­gen zu einer prä­gen­den inne­ren Reise die sowohl kul­tu­rell als auch per­sön­lich einige Über­ra­schung bereit­hält.
Sein Vater ist im Jahr zuvor im Falk­land­krieg gegen Argen­ti­nien gefal­len. Wer­den Shaun noch seine Mut­ter haben diese Fami­liäre Kata­stro­phe ganz bewäl­ti­gen kön­nen. Bei sei­nen gleich­alt­ri­gen Mit­schü­lern und Nach­bars­kin­dern ist Shaun wegen sei­nes agres­si­ven Ver­hal­tens Aus­sen­sei­ter. Eine zufäl­lige Begeg­nung mit Woody und sei­ner Skinhead-Gang, die den jun­gen in ihre Gemein­schaft auf­neh­men soll jedoch weit­rei­chende Kon­se­quen­zen haben.

Dort erhält der Junge das seit dem Tod des Vaters ver­misste Gemein­schafts­ge­fühl wie­der, erlebt Abend­teuer und den ers­ten Kuß eines Mäd­chens. Doch aus der anfangs eher harm­lo­sen Grup­pie­rung wird eine andere, als der frisch aus dem Gefäng­nis ent­las­sene Combo auf­taucht. Mit sei­ner rechts­ra­di­ka­len Gesin­nung mani­pu­liert und spal­tet er die Gruppe in zwei Lager. Shaun lässt sich auf seine Seite zie­hen und gerät in einen Stru­del aus Ras­sis­mus, Ver­zweif­lung und Gewalt. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


8 Dezember

Briten blockieren Wikipedia Artikel der Scorpions

Kategorie: Ansichtssache5 Kommentare

Seit Wind of Change kennt die Scor­pi­ons eigent­lich jeder, die Hymne der deut­schen Ein­heit gehört mitt­ler­weile zu den tot gespiel­tes­ten Lie­dern mei­ner per­sön­li­chen musi­ka­li­schen Zeit­rech­nung. Das die­ser Wind der Ver­än­de­rung die Alt-Rocker noch ein­mal mit Ihrer Ver­gan­gen­heit kon­fron­tiert, dürfte nicht nur inner­halb der Band für Auf­se­hen gesorgt haben. Stein des Ansto­ßes ist das Cover des 1976 erschie­nen Albums Vir­gin Kil­ler (Jung­frauen Mör­der), das ein nack­tes und offen­bar kind­li­ches Mäd­chen hin­ter einen zer­sprun­ge­nen Glas­scheibe zeigt. Wiki­pe­dia zeigt die­ses Cover in ihrem eng­lisch­spra­chi­gen Arti­kel über die­ses Album und wurde des­we­gen für die bri­ti­schen Nut­zer des Inter­nets gesperrt.

Die 6 größ­ten bri­ti­schen Inter­net­pro­vi­der sind der Emp­feh­lung der Inter­net Watch Foun­da­tion (IWF) nach­ge­kom­men und haben den Zugang zu die­sem Arti­kel blo­ckiert, damit kann der größte Teil der bri­ti­schen Bevöl­ke­rung die­sen Arti­kel nicht mehr auf­ru­fen.  Sie fürch­ten, mit dem Gesetz zum Schutz vor Kin­der­por­no­gra­phie in Kon­flikt zu kom­men. Schon 1976 sorgte das Cover inter­na­tio­nal für Auf­se­hen und wurde durch einige Län­der zen­siert und durch die Dar­stel­lung der Band­mit­glie­der ersetzt, um den kom­mer­zi­el­len Erfolg nicht zu gefähr­den. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


17 Oktober

Springtime for Germany - Urlaub in Deutschland

Der Brite und BBC Jour­na­list Ben Donald hatte Lust Urlaub zu machen. In Deutsch­land. Als seine Freunde das hörte hiel­ten diese Ihn für ver­rückt und seine Frau meinte »etwas Bes­se­res als den Tod« kön­nen man über­all fin­den. Ber­lin ist mitt­ler­weile auch in Eng­land als Rei­se­ziel eta­bliert, der Rest der Repu­blik schein­ta­ber weit­ge­hend unbe­kannt. Schließ­lich haben wir kei­nen Witz und pflege die Unsitte, uns mit unse­rem Hand­tuch schon im Mor­gen­grauen die Lie­ge­stühle am Hotel­pool zu reser­vie­ren. Mitt­ler­weile ist Donald schon zum 15. mal nach Deutsch­land gereist, hat einen Rei­se­füh­rer geschrie­ben und ist nun zu recht in der Lage über uns, die Krauts zu resü­mie­ren: Den gan­zen Arti­kel lesen… »