12 November

Die Nacht ist nicht allein zum schlafen da

Spontis Thema

Rein kör­per­lich gese­hen ist sie es, denn mit Ein­bruch der Dun­kel­heit wird mehr Mela­to­nin in das Blut abge­ge­ben, das schläf­rig macht. Nacht­ar­beit ist die Gei­ßel unse­rer moder­nen Zivi­li­sa­tion und Folge gewohn­ter Ver­füg­bar­keit von Pro­duk­ten und Dienst­leis­tun­gen. Die Nacht hat aber auch schon seit Jahr­hun­der­ten mys­ti­sche Bedeu­tung, denn die Dun­kel­heit und der damit ver­bun­dende Ver­lust der Seh­kraft macht Angst und ver­un­si­chert den Men­schen, seine Unfä­hig­keit Nachts zu sehen lähmt den Ver­stand und weckt unsere Instinkte.

In den meis­ten Spiel­ar­ten der schwar­zen Sub­kul­tur, spielt Dun­kel­heit eine grosse Rolle, macht sie uns doch auch emp­fäng­li­cher für Gefühle und Emo­tio­nen und ist Quell für die meis­ten Legen­den und Mythen. Schließ­lich zer­fal­len Vam­pire ja bei Son­nen­licht zu Staub und in Hor­ror­fil­men ist es fast immer dun­kel. In unzäh­li­gen Lie­dern der unter­schied­lichs­ten Jahr­hun­derte wird die Nacht besun­gen, so dich­tet Bei­spiels­weise Otto Ernst Hesse 1938 in sei­nem Lied:

Die Nacht ist nicht allein zum Schla­fen da, die Nacht ist da, daß was gescheh’.
Ein Schiff ist nicht nur für den Hafen da es muß hin­aus, hin­aus auf hohe See.
Berauscht euch Freunde trinkt und liebt und lacht und lebt den schöns­ten Augen­blick.
Die Nacht, die man in einem Rausch ver­bracht, bedeu­tet Selig­keit und Glück.

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