7 Januar

Schafft neue Preisstruktur bei iTunes Hoffnung?

Kategorie: Dunkle Klänge5 Kommentare

Wie in mei­nem Arti­kel über Musik Online: Von Urlaub und Jobs geschrie­ben habe, wer­den die Künst­ler in vie­len Fäl­len durch die extrem nied­rige Preis­struk­tur und Kos­ten­ver­tei­lung über den Tisch gezo­gen und müs­sen sich dem Preis­dik­tat unter­wer­fen. Umso über­rasch­ter war ich des­halb, als ich die Mel­dung App­les iTu­nes ändert seine Preis­struk­tur in mei­nem Feed gele­sen habe. Groß ange­kün­digt wurde da nichts, son­dern ledig­lich auf  der dies­jäh­ri­gen Mac World Expo 2009 in der Fuß­note erwähnt.

Dem­nach ent­fernt Apple nicht nur den größ­ten Teil des DRM, son­dern passt auch die Kos­ten­struk­tur auf sei­ner Platt­form iTu­nes an. Obwohl ich skep­tisch war, wollte eine hart­nä­ckige Spur von Hoff­nung nicht wei­chen.  So war es dann umso inter­es­san­ter, was ich auf ande­ren Sei­ten dar­über lesen konnte:

Ab April diesen Jahres werden einzelne Songs dann entweder für 69 Cent, 99 Cent oder 1,29 Euro angeboten. Bislang galt hier der Pauschalpreis von 99 Cent. Damit geht Apple auf die Forderungen der Musiklabels ein. Es sollen generell deutlich mehr Songs im 69-Cent-Bereich als bei 1,29 Euro liegen. Alben kosten weiterhin 9,99 Euro. (via grafiker.de)

Somit folgt die Ernüch­te­rung gleich im Anschluss an den Licht­blick. Wie­der ein­mal spricht man von den For­de­run­gen der Musik­la­bels, die sicher­lich nicht unbe­dingt dafür bekannt sind, ihre Mehr­ein­nah­men auf die Künst­ler umzu­le­gen. Statt­des­sen kommt es den Kun­den im Schnitt sogar güns­ti­ger als vor­her, da deut­lich mehr Songs für 69 Cent zu haben sind. Von Umsatz­ein­bu­ßen und Raub­ko­pie­rer ist kurio­ser­weise nichts mehr zu hören. Apple ent­fernt sogar noch den DRM-Schutz.

Ein nach­träg­li­ches Weih­nachts­ge­schenk? Kurz­fris­tig ein Gewinn für uns Kon­su­men­ten, lang­fris­tig lei­det dadurch die Qua­li­tät der Musik und Retor­ten­mu­sik mit gecas­te­ten Gesich­tern beherrscht bald den Markt, weil es rea­len Künst­lern immer schwie­ri­ger gemacht wird, kom­mer­zi­el­len Erfolg zu haben und ihr täg­li­ches Brot mit der Musik zu bestreiten.